Mittwoch, 20. November 2013
Montag, 18. November 2013
UMBRUCH
zeiten des umbruchs. das ist jetztzeit, für viele unter uns. ich kenne einige menschen in meinem umfeld, mich selbst eingeschlossen, bei denen sich das leben gerade anfühlt, als würde sich eine riesige welle aufbäumen, die über alles gewesene hereinzubrechen droht. das macht angst. denn, wer will schon im strudel einer riesenwelle mitgerissen werden? welch eine gruselige vorstellung, dieser gewaltige sog ins tiefe meer, welch ein schreckliches gefühl das herumgewirbelt werden und die riesenangst zu ertrinken. ein fieser gefühlscocktail ist das.
als ich jung war, so vor einem viertel jahrhundert etwa, habe ich es erlebt, das mit der welle. ich schwamm ins meer hinaus und plötzlich war sie da, ziemlich schnell und ziemlich hoch kam sie auf mich zu und riss mich mit sich in die tiefe. ich dachte - das war es jetzt, aber sie hat mich nur ordentlich durchgerüttelt und ich kam, nach einer gefühlten ewigkeit, wieder an die wasseroberfläche. ich bin nicht ertrunken, obwohl ich da unten dachte, das überlebst du nicht. es kamen noch ganz andere wellen in meinem leben. manche waren ziemlich hoch und mitreissend. alle hatten eins gemeinsam - sie gaben mir das gefühl der ohnmacht.
in der ohnmacht haben wir die kontrolle verloren, wie sind handlungsunfähig, gelähmt, kräften ausgesetzt, die wir nicht beeinflussen können. wir sind nicht mehr fähig zu agieren, weil es für uns agiert. aus der ohnmacht resultiert nicht selten die verzweiflung, der schlimmste affekt. die ohnmacht macht uns deutlich wie klein wir sind und wie wenig wir letztlich am rad unseres lebens drehen können. ich hasse dieses gefühl. dennoch ist in ihm eine der lektionen verborgen, die ich lernen musste, warum auch immer. die lektion wiederholt sich auch immer wieder, allerdings abgestufter als ich sie in der vergangenheit erlebt habe. jeder umbruch macht sie mir phasenweise wieder bewusst. aber im laufe der zeit habe ich eins begriffen - gegen die ohnmacht anzukämpfen macht sie nicht besser. ich fühle mich nicht besser, wenn ich in den widerstand gehe, wenn ich krampfhaft festhalten will was aus meinem leben verschwinden will, verplempere ich alle energie, die ich dazu brauche den umbruch zu bewältigen und aus dem, was bleibt, das beste herauszuholen. also habe ich gelernt - nach der wut und der trauer über den verlust, den jeder umbruch mit sich bringt, mich dem zu ergeben was mich ohnmächtig macht und mich dem zuzuwenden was im umbruch verborgen ist - das potenzial zur veränderung meiner ansichten, meiner glaubensmuster, meiner lebensumstände und meiner noch verbleibenden möglichkeiten.
ja, es sind die neuen möglichkeiten, das, was wir noch nicht probiert, noch nicht erfahren haben, noch nicht erlebt haben, die dann vor uns liegen, die erstaunliche möglichkeit neues zu entdecken, die jeder verlust des gewesenen in sich trägt, die wir ohne ihn nie erfahren können.
ich suche immer das gute im unguten, weil ich weiß, wer sucht findet. immer. suchen wollen - das ist der moment, in dem sich das gefühl der ohnmacht aufzulösen beginnt. das ist der moment, in dem ich als mensch sage - dein wille geschehe und mich selbst beobachte, wie ich aus dem strudel der welle wieder nach oben gespült werde. nass bis auf die haut, aber glücklich überlebt zu haben.
die erfahrung sagt: nichts geschieht ohne grund, die erfahrung sagt: alles, egal was es ist, bringt uns weiter so lange wir leben, weiter zu dem menschen, der wir auch sind. und irgendwann zeigt uns das weitere leben: der umbruch hat zwar schmerzhaft etwas abgebrochen, aber meistens etwas, das nicht mehr zu uns gehört.
als ich jung war, so vor einem viertel jahrhundert etwa, habe ich es erlebt, das mit der welle. ich schwamm ins meer hinaus und plötzlich war sie da, ziemlich schnell und ziemlich hoch kam sie auf mich zu und riss mich mit sich in die tiefe. ich dachte - das war es jetzt, aber sie hat mich nur ordentlich durchgerüttelt und ich kam, nach einer gefühlten ewigkeit, wieder an die wasseroberfläche. ich bin nicht ertrunken, obwohl ich da unten dachte, das überlebst du nicht. es kamen noch ganz andere wellen in meinem leben. manche waren ziemlich hoch und mitreissend. alle hatten eins gemeinsam - sie gaben mir das gefühl der ohnmacht.
in der ohnmacht haben wir die kontrolle verloren, wie sind handlungsunfähig, gelähmt, kräften ausgesetzt, die wir nicht beeinflussen können. wir sind nicht mehr fähig zu agieren, weil es für uns agiert. aus der ohnmacht resultiert nicht selten die verzweiflung, der schlimmste affekt. die ohnmacht macht uns deutlich wie klein wir sind und wie wenig wir letztlich am rad unseres lebens drehen können. ich hasse dieses gefühl. dennoch ist in ihm eine der lektionen verborgen, die ich lernen musste, warum auch immer. die lektion wiederholt sich auch immer wieder, allerdings abgestufter als ich sie in der vergangenheit erlebt habe. jeder umbruch macht sie mir phasenweise wieder bewusst. aber im laufe der zeit habe ich eins begriffen - gegen die ohnmacht anzukämpfen macht sie nicht besser. ich fühle mich nicht besser, wenn ich in den widerstand gehe, wenn ich krampfhaft festhalten will was aus meinem leben verschwinden will, verplempere ich alle energie, die ich dazu brauche den umbruch zu bewältigen und aus dem, was bleibt, das beste herauszuholen. also habe ich gelernt - nach der wut und der trauer über den verlust, den jeder umbruch mit sich bringt, mich dem zu ergeben was mich ohnmächtig macht und mich dem zuzuwenden was im umbruch verborgen ist - das potenzial zur veränderung meiner ansichten, meiner glaubensmuster, meiner lebensumstände und meiner noch verbleibenden möglichkeiten.
ja, es sind die neuen möglichkeiten, das, was wir noch nicht probiert, noch nicht erfahren haben, noch nicht erlebt haben, die dann vor uns liegen, die erstaunliche möglichkeit neues zu entdecken, die jeder verlust des gewesenen in sich trägt, die wir ohne ihn nie erfahren können.
ich suche immer das gute im unguten, weil ich weiß, wer sucht findet. immer. suchen wollen - das ist der moment, in dem sich das gefühl der ohnmacht aufzulösen beginnt. das ist der moment, in dem ich als mensch sage - dein wille geschehe und mich selbst beobachte, wie ich aus dem strudel der welle wieder nach oben gespült werde. nass bis auf die haut, aber glücklich überlebt zu haben.
die erfahrung sagt: nichts geschieht ohne grund, die erfahrung sagt: alles, egal was es ist, bringt uns weiter so lange wir leben, weiter zu dem menschen, der wir auch sind. und irgendwann zeigt uns das weitere leben: der umbruch hat zwar schmerzhaft etwas abgebrochen, aber meistens etwas, das nicht mehr zu uns gehört.
Sonntag, 17. November 2013
wer kennt schon wen?
das kennen wir alle, wir glauben einen menschen annähernd zu kennen und irgendwann müssen erkennen, was wir vom anderen zu kennen glaubten, war nur ein etwas, das er uns zu erkennen gab, aus seinem repertoire an eigenschaften, rollen und verhaltensweisen. so kann es geschehen, dass uns plötzlich, an irgendeinem tag, an dem wir mit diesem uns bekannten menschen wieder zusammentreffen, die erkenntnis überfällt: das ist ja ein völlig anderer, als der, den wir zu kennen glaubten.
wir fragen uns: war der schon immer so und haben wir das nur nicht bemerkt oder hat der sich völlig verändert? dies oder das sind wir geneigt zu denken. bei beidem denken wir falsch. verständlich, dass wir, ob diesem falschen denken, enttäuscht sind vom anderen, der plötzlich so anders ist, als wir dachten. wir stehen fassungslos da, sind irritiert und meist enttäuscht.
die lektionen die wir in so einem fall lernen dürfen sind von unschätzbarem wert ...
lektion eins: was wir schon immer wussten, aber uns nur ungern zugestehen: keiner kennt den anderen.
lektion zwei: du sollst dir kein bild vom anderen machen.
jedes bild, das wir uns machen ist ein produkt unserer subjektiven interpretation, vermischt mit den eigenen unbewussten projektionen.
lektion drei: menschen geben nur das von sich zu erkennen, was ihnen in einem bestimmten kontext nützlich für sich selbst erscheint. das ist sogar im zustand des verliebtseins der fall. ich erinnere an die schokoladenseite, die wir, gekitzelt durch flatternde schmetterlinge im bauch und gedopet von glückshormonen, zum süßen leben erwecken.
lektion vier: der mensch ist vielschichtig wie eine zwiebel. unter der erkennbaren obersten haut liegen viele andere, die alle zusammen sein wesen ausmachen.
lektion fünf: nichts neues, aber immer gut als reminder: enttäuschung ist lediglich das ende der täuschung und damit eine wunderbare erkenntnis für uns selbst.
lektion fünf: vertrauen einem menschen gegenüber braucht zeit, dauer und erfahrungswerte, also mehr als unser bauchgefühl. auch das lässt sich bisweilen täuschen, vornehmlich durch unser eigenes wunschdenken.
lektion sechs: der glaube, andere zu kennen ist eine form des hochmutes, wenn auch eine verständliche und unter uns menschen übliche.
die demut sagt: wir kennen niemanden, nicht einmal uns selbst wirklich.
lektion sieben: wenn wir erkannt haben, dass der andere anders ist als wir ihn zu kennen glaubten, macht es durchaus sinn uns selbst zu fragen, was wir nicht sehen wollten und wo wir uns selbst auf den leim gegangen sind. dies widerum führt dazu, dass wir uns selbst ein bisschen besser kennen lernen.
lektion acht: irren ist menschlich.
lektion neun: alles ändert sich. nur menschen ändern sich selten, sie durchspielen lediglich die klaviatur erworbener und konditionierter eigenschaften, sie handeln aus verinnerlichten erfahrungwerten und ihrer biografie heraus und wir können nicht erwarten, dass wir verstehen können, was sie selbst nicht verstehen.
lektion zehn: das zwischenmenschliche bleibt spannend.
lektion elf: erfahrungen mit menschen sind immer bereichernd, auch die, die wir nicht machen möchten.
... weitere lektionen fallen mir gerade nicht ein.
wir fragen uns: war der schon immer so und haben wir das nur nicht bemerkt oder hat der sich völlig verändert? dies oder das sind wir geneigt zu denken. bei beidem denken wir falsch. verständlich, dass wir, ob diesem falschen denken, enttäuscht sind vom anderen, der plötzlich so anders ist, als wir dachten. wir stehen fassungslos da, sind irritiert und meist enttäuscht.
die lektionen die wir in so einem fall lernen dürfen sind von unschätzbarem wert ...
lektion eins: was wir schon immer wussten, aber uns nur ungern zugestehen: keiner kennt den anderen.
lektion zwei: du sollst dir kein bild vom anderen machen.
jedes bild, das wir uns machen ist ein produkt unserer subjektiven interpretation, vermischt mit den eigenen unbewussten projektionen.
lektion drei: menschen geben nur das von sich zu erkennen, was ihnen in einem bestimmten kontext nützlich für sich selbst erscheint. das ist sogar im zustand des verliebtseins der fall. ich erinnere an die schokoladenseite, die wir, gekitzelt durch flatternde schmetterlinge im bauch und gedopet von glückshormonen, zum süßen leben erwecken.
lektion vier: der mensch ist vielschichtig wie eine zwiebel. unter der erkennbaren obersten haut liegen viele andere, die alle zusammen sein wesen ausmachen.
lektion fünf: nichts neues, aber immer gut als reminder: enttäuschung ist lediglich das ende der täuschung und damit eine wunderbare erkenntnis für uns selbst.
lektion fünf: vertrauen einem menschen gegenüber braucht zeit, dauer und erfahrungswerte, also mehr als unser bauchgefühl. auch das lässt sich bisweilen täuschen, vornehmlich durch unser eigenes wunschdenken.
lektion sechs: der glaube, andere zu kennen ist eine form des hochmutes, wenn auch eine verständliche und unter uns menschen übliche.
die demut sagt: wir kennen niemanden, nicht einmal uns selbst wirklich.
lektion sieben: wenn wir erkannt haben, dass der andere anders ist als wir ihn zu kennen glaubten, macht es durchaus sinn uns selbst zu fragen, was wir nicht sehen wollten und wo wir uns selbst auf den leim gegangen sind. dies widerum führt dazu, dass wir uns selbst ein bisschen besser kennen lernen.
lektion acht: irren ist menschlich.
lektion neun: alles ändert sich. nur menschen ändern sich selten, sie durchspielen lediglich die klaviatur erworbener und konditionierter eigenschaften, sie handeln aus verinnerlichten erfahrungwerten und ihrer biografie heraus und wir können nicht erwarten, dass wir verstehen können, was sie selbst nicht verstehen.
lektion zehn: das zwischenmenschliche bleibt spannend.
lektion elf: erfahrungen mit menschen sind immer bereichernd, auch die, die wir nicht machen möchten.
... weitere lektionen fallen mir gerade nicht ein.
Samstag, 16. November 2013
Illusion
oder ist sein begrenztes kleines leben die illusion, die er sich schafft?
die dann ihn schafft.
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