Sonntag, 30. September 2012

leer




wer sich selbst nicht annimmt
in seiner gespaltenheit
in seiner zerissenheit
in seiner verletzheit

wird immer nur liebe vorgaukeln

sich selbst und dem anderen

wer sich selbst nicht liebend annimmt
ist verstrickt in eine abhängige liebe
lebt in der vorstellung von liebe

die er sich selbst beweisen muss
und dem anderen

wer sich selbst nicht annimmt
liebt nur sich selbst im anderen 

wer sich nur im und durch den anderen liebt
verleugnet sich selbst
 belügt sich selbst und den anderen.

wer sich selbst nicht liebt
bleibt im aussen
bleibt innen leer

Samstag, 29. September 2012

er ...innert ...es





ich lebe in erinnerung
von erinnerung

erinnere mich
ES erinnert mich

ich warte 
in der zeit

auf die zeit

die er ... innert ...es
verblassen lässt

raum zeit kraft fluss




raum 
wahren
einnehmen
abgrenzen
schützen 
achten

zeit 
nutzen
einteilen
fließen
vergehen 
unendlich
endlich
sein

kraft
spüren
erlauben
ausüben
nutzen
einsetzen

fluss
folgen
überlassen
spüren
zur quelle 
ins meer

Freitag, 28. September 2012

liebe?

was ist liebe?
ich weiss es nicht.


wie fühlt sich liebe an?


warm
sicher
tief.



was ist tief?

manchmal traurig?

ja, auch das.

Mittwoch, 26. September 2012

der da oben ...



sie hasste dieses nicht aufgeben wollen, dieses weiter machen wollen, wo längst alles kaputt war und nur der wille nicht zuzugeben, dass es kaputt war, das scheinbare aufrecht erhielt. schein bar ist barer schein, das ist wirklich, dachte sie.

sie sah ihn an, kalt -  die liebe ist tot. totgemacht, schon vor langer zeit.
da war einfach zu viel was kaputt ging, zu viel lüge, betrug, verlust, zu viel schmerz.

aber das ist die vergangenheit, sagte er, das ist vorbei.

niemals ist etwas vorbei, man versucht nur ein vorbei zu denken.
das denken nutzt nichts, gar nichts nutzt das. das gefühl ist wahrhaftig, nur das gefühl.

aber du hast es überlebt.

und, was heißt das, etwas überleben? nichts heißt das, ausser, dass du noch da bist.
was einmal war ist deshalb nicht weg. das ist in dir, verstehst du, mitten drin im herz. 
im herz sitzt es und da ist nichts wegzudenken. das zerreisst das herz.

aber es schlägt weiter. du lebst noch.

und, was bedeutet das? 

dass dein herz schlägt.

ja, weil es nicht anders kann, erst mal. weil es verdammt viel aushält, verdammt viel. aber in wahrheit macht es die schläge nur noch, weil der körper noch kraft hat.
bumm, bumm, automatisch.

weil es nicht aufgeben will, darum, verdammt noch mal, weil es will, dass du lebst. 

weil ich es will, oder wer?

der da oben vielleicht?

der da oben?

ja, es der da oben, weiß was er tut.

ja, es ist möglich ...


Dienstag, 25. September 2012

Selbst


 
Es übersteigt unser Vorstellungsvermögen, uns klarzumachen, was wir als Selbst sind, denn dazu müsste der Teil das Ganze begreifen können. Es ist nicht möglich, dass wir je auch nur eine annähernde Bewusstheit des Selbst erreichen, denn, soviel wir auch bewusst machen mögen, immer ist noch eine unbestimmte und unbestimmbare Menge von Unbewusstem da, welches mit zur Totalität des Selbst gehört. So wird das Selbst stets eine uns übergeordnete Größe bleiben.

gedankensplitter 45

das gegenteil des erkennens heisst "positiv" denken. 
das krampfhaft versuchte "lebe liebe lache" ist die krankheit eines vor sich selbst wegrennenden zeitgeistes, ist selbst die depression, die er heilen will. 
das "think positive" ist die große selbstlüge einer narzisstischen gesellschaft, die so viele depressive hervorbringt, wie kaum eine zeit davor.