Montag, 4. Dezember 2023
Möglichkeiten
Sonntag, 3. Dezember 2023
Was ein Mensch sein könnte ...
Alle Jahre wieder … die Sehnsucht nach einer heileren Welt, die Sehnsucht alles möge sich zum Guten fügen, die Sehnsucht nach Liebe, die Sehnsucht nach Familie, nach Geborgenheit und Halt, die Sehnsucht nach Frieden unter den Menschen.
Mit Frieden ist gerade nix. Mehr Krieg als Frieden ist.
Wir drängen das weg, wir wollen es weihnachtlich. Ehrlich? Mir ist nicht nach weihnachtlich.
Letztlich ist es wohl diese unstillbare Sehnsucht danach, dass alles gut ist und schön und friedlich, die uns in der Weihnachtszeit umtreibt, innerlich, während wir im Außen umtriebig dafür sorgen, dass alles schön wird. Schöne Geschenke, schönes Essen, eine schöne Zeit.
Advent, Advent, ein Lichtlein brennt.
Schön soll sie werden, die Weihnachtszeit. Frieden auf Erden und in den Seelen und den Menschen ein Wohlgefallen, wo in Wahrheit alles auseinanderfällt.
Alle Jahre wieder Hoffnungen und Erwartungen. Aber da kommt bei vielen von uns auch eine Menge hoch, was das ganze Jahr unterdrückt wird. Irgendwie macht das was mit uns, dieses Weihnachten, so ganz tief innen drinnen. Wir werden sentimentaler, nachdenklicher, berührbarer, melancholischer. Sogar die scheinbar Hartgesottenen spüren dieses seltsam nominose Gefühl, das sich nicht ignorieren lässt. Dieses unbestimmte Gefühl, das sich nicht wirklich fassen lässt. Irgendwie so ein Gefühl zwischen Frost und Wärme und beides gleichzeitig. Alle Jahre wieder, wenn in den Städten die Weihnachtbeleuchtung das Dauerdunkel ein bisschen heller und erträglicher macht und drinnen die erste Kerze am Adventskranz angezündet wird, ziehen viele von uns Resumee und vielen geht es dabei nicht sonderlich gut. Ja, die Weihnachtszeit, die hat schon was. Da rührt was ans Gemüt, ob wir sie feiern oder einfach ignorieren, was sowieso nicht gelingt, weil Weihnachten nun einmal stattfindet, mit oder ohne uns.
Was war denn da eigentlich an Weihnachten?
Da wurde Jesus Christus geboren in einem Stall in Bethlehem. Und die ganze Welt weiß darum noch heute. Da kam einer auf die Welt um den Menschen die Augen zu öffnen. Einer kam, der so ganz anders war. Gütig, liebevoll, gebend, helfend, verzeihend, heilend in seinem ganzen Wesen und in seinem ganzen Tun.
Einer, der kam und zeigte, was ein Mensch sein könnte.
Das ist es wohl, was uns so besinnlich macht, das Wissen, wie der Mensch sein könnte, wenn ... ?
Ja wenn er all das, was er auch ist, nicht wäre.
Dieses "auch" ist es, was uns das Leben und das miteinander leben so schwer macht und nicht friedlich. All der dunkle Kram in der Seele, all das Unheilsame in den Herzen, was uns daran hindert zu sein, was ein Mensch sein könnte. Wir sind nicht wie Jesus und wir werden es nie sein, keiner von uns, auch wenn wir noch so lange an uns selbst arbeiten. Wir werden weiter unsere Schatten mit uns herumtragen, ebenso wie unser Licht. Im Kleinen wie im Großen.
„Es ist okay“, sage ich immer, wenn ich etwas nicht ändern kann, wenn ich es sein lasse wie es ist, weil es nicht in meinem Einflussbereich liegt. Aber es gibt etwas, was in meinen Einflussbereich liegt, in unser aller Einflussbereich: Nämlich ob wir inmitten des Dunkels unser Licht anknipsen, das innere Licht, damit es wärmer wird, in uns selbst und über uns selbst hinaus dahin wo wir hinreichen, andere erreichen. Es ist okay, solange wir den Schatten nicht die Macht geben unser Leben und das Leben unserer Nächsten verdunkeln. Es ist okay, solange wir noch wissen, was ein Mensch sein könnte.
Mittwoch, 29. November 2023
Stille
Dienstag, 28. November 2023
Work in Progess : Takotsubo / Heartbreak
"The heart breaks and breaks
and lives by breaking
It is necessary to go
through dark and deeper dark
and not to turn."
Stanley Kunitz, The Testing-Tree
Namensgeber des sogenannten „Takotsubo“-Syndroms ist eine traditionelle, japanische Tintenfischfalle in Form eines ausgebuchteten Tonkruges mit verengtem Hals.
Sie erinnerte die Ärzte an das typische Bild des Herzens bei dieser Krankheit: Eine Bewegungsstörung und eine ballonartige Aufweitung der linken Herzkammer .
Takotsubo-Kardiomyopathie: Wenn Stress das Herz aus dem Takt bringt.
Atemnot, Brustenge und Schmerzen im Oberkörper.
Die Symptome der Takotsubo-Kardiomyopathie, auch Stress-Kardiomyopathie oder „Broken Heart-Syndrom“ genannt, gleichen denen eines Herzinfarkts.
Montag, 27. November 2023
Trauer
Sonntag, 26. November 2023
Das Ganze und seine Einzelteile
Malerei: Angelika Wende
Samstag, 25. November 2023
Das Rätsel des Unbewussten und die Idee der Erleuchtung
Was ist Bewusstsein?
Das
Lexikon für Psychologie beschreibt Bewusstsein als das Erleben mentaler
Zustände und Prozesse. Darüber hinaus kann Bewusstsein als ein Zustand
verstanden werden, in dem man sich einer Sache bewusst ist und somit
über entsprechendes Wissen verfügt.
Sigmund Freud unterteilte das
Bewusstsein in drei Ebenen: in bewusste, vorbewusste und unbewusste
Anteile der Persönlichkeit, die er als ES – ICH – ÜBER-ICH bezeichnete,
und die alle Einfluss auf unser Verhalten haben.
C.G. Jung schuf ein anderes Konzept.
Nach
Jung beinhaltet die Seele ein Unbewusstes, das sich in ein persönliches
und ein kollektives Unbewusstes aufteilt. Mit anderen Worten: in jedem
persönlichen Unbewussten ist auch ein kollektives Unbewusstes enthalten,
was bedeutet, alle Erfahrungen des Kollektivs in dem wir leben, sind
darin gespeichert, aber uns nicht bewusst.
Folgt man Jung sind
Bewusstsein und Unbewusstes durchlässig. Was bedeutet: Inhalte können
uns zu einem Zeitpunkt bewusst sein, zu einem anderen Zeitpunkt können
sie wieder im Unbewussten versinken. Beides Konzepte zweier großen
Geister, die diese aus ihren Praxiserfahrungen mit vielen Menschen
erschaffen habe und an denen wir uns in der analytischen Psychologie
noch heute orientieren.
Das Unterbewusstsein ist Versunkenes in
einem ein tiefen, tiefes Meer und es ist tricky. Weil es eine immense
Macht hat. Kaum glauben wir uns über etwas bewusst zu sein, schwappt das
Unterbewusste wie ein Welle darüber und boykottiert unser bewusstes
Wissen. Und wir sind wieder im Autopiloten. Wir wissen zwar, aber es
funktioniert nicht, was wir wissen.
Das zeigt: Die Macht des Unbewussten ist immens und widerstrebt beharrlich dirigistischen Eingriffen.
Ja, hört das denn niemals auf?
Wie oft, wie intensiv muss man sich etwas bewusst machen um das Unterbewusste in die Schranken zu weisen?
Oft, sehr oft, ein Leben lang, ist meine Erfahrung. Klingt nicht sonderlich motivierend und vor allem anstrengend. Das
Gewahrsein wer gerade das Ruder in unserer Psyche übernimmt ist
Training. Klingt jetzt banal ist aber so. Nur das Gewahrsein unserer
Ganzheit und das hinreichende Bewusstsein über die verborgenen Anteile
unserer Psyche können letztlich dazu führen, dass wir irgendwann einmal
die Oberaufsicht über das eigene Seelenerleben haben und dem
Unterbewussten nicht mehr ganzlich hilflos ausgeleifert sind.
Mir
meiner Selbst bewusst sein, zu erkennen wann ich bewusst oder unbewusst
reagiere, ist schwere Arbeit und wie gesagt lebenslanger Prozess. Nur
als kleiner HInweis: Je unmittelbarer ich auf etwas reagiere, desto
unbewusster bin ich. Je leichter man mich triggern kann, desto mächtiger
ist mein Unbewusstes.
Und dann kommt ja auch noch, glauben wir
Jung, das kollektive Unterbewusste dazu, das mitspielt. Und das lässt
sich kaum greifen und identifizieren.
Was mir das zeigt? Reines
Bewusstsein, im Sinne von - alles in uns selbst begreifen, uns allem
gewahr zu sein, ist eine schöne Idee, aber für uns Normalsterbliche wird
das wohl eine Idee bleiben.
Manche wollen aus der schönen Idee
eine Realität machen und streben nach Erleuchtung mit dem Ziel das
eigene, fragmentierte in Teile gespaltene Ich aufzugeben und reines
höheres Selbst zu sein – ein Selbst das nur noch IST, reines
Bewusstsein, das an nichts anhaftet, sich von nichts beeinflussen lässt,
sich in nichts verliert und mit allem Eins ist.
Das trennende
Verhältnis im eigenen Mikrokosmos und das trennende Verhältnis im
Mikro-/Makrokosmos wird hier abgeschafft. In der Erleuchtung löst sich
alles auf um sich miteinander zu verbinden. Es gibt kein kein Ich, kein
Du, kein Außen, keine Trennung mehr. Ich, Du, Außen alles ist eins. Ein
Zustand ohne jede Dualität. Keine Zweifel, keine Fragen. Alles ergibt
Sinn wie es ist. Das Selbst ist alles und beinhaltet alles. Erlösende
geistige Unbefangenheit und vollständige Befreiung vom Denken. Ob man
diesen Zustand für erstrebenswert hält sei jedem selbst belassen.
Die Frage aber ist: Kann das überhaupt gelingen?
Ganz
sein im großen Ganzen, wenn der Mensch nicht einmal in sich selbst ganz
ist? Eins sein mit allem, wenn der Mensch nicht einmal mit sich selbst
eins ist?
Wenn er voll von Ambivalenzen, persönlichem und kollektiven
Unbewussten ist, wenn er nicht einmal das volle Bewusstsein über die
fragmentierten inneren Anteile erlangt, wenn er das ins Unbewusste
Verdrängte niemals in Gänze begreift und erreicht, trotz jahrelanger
Bewusstseinsarbeit?
Ich wage es zu bezweifeln.
Ganz einfach
deshalb: Das Gewahrwerden der eigenen Vollständigkeit und das
Bewusstmachen der verborgenen Anteile der eigenen Seele ist an sich
schon ein lebenslanger Prozess, der unendlich viel Selbstreflexion,
Analyse und Selbsterkenntnis bedarf und Übung, was den meisten von uns
nicht gelingt. Wie kann ein gespaltenes Ich, welches die eigene
Ganzheit nicht erlangt hat, zur reinen Existenz, zum bloßen Sein werden,
das losgelöst von allen Identifikationen, ohne Bewertung wahrnimmt, an
nichts anhaftet und von nichts beeinflussbar ist ein reines Bewusstsein
sein, wo das Unbewusste einen so machtvollen Einfluss hat, dass diesen
vollends bewusst zu machen, ein Ding der Unmöglichkeit ist?
Dazu
müsste man jede Erinnerung, jede Erfahrung, alles was Identität ausmacht
(individuell und kollektiv), alles an Informationen, die in jeder Zelle
unseres Körpers seit Anbeginn unserer Existenz gespeichert sind,
auslöschen.
Oder habe ich da etwas nicht richtig verstanden? Wie
dem auch sei, das Rätsel des Unbewussten bleibt für mich ein Rätsel.
Wie gesagt: Das Unbewusste ist tricky, so tricky, dass es uns sogar
Erleuchtung vorgaukeln kann.
Die Suche geht weiter ...









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