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Sonntag, 14. Februar 2021

Gedankensplitter


Die Rose 

Von der Blüte erfahren wir etwas über ihre Schönheit und ihre Reifung. 

Von den Dornen etwas über ihre Schmerzen und etwas über ihre Fähigkeit anderen Schmerz zuzufügen. 

Nur so ist sie ganz.

Dienstag, 13. Oktober 2020

Gedankensplitter

 

                                                                  Foto: A. Wende

 

Mittels des Schauens, des Riechens, des Hörens, des Berührens, kommt das Fühlen. 

Gefühltes wird verinnerlicht.

Wird zu Erinnerung.

Erinnerung legt sich zum Augenblick, zum Jetzt.

Nichts verschwindet.

Samstag, 18. Juli 2020

Gedankensplitter



Foto: Angelika Wende


Hoffnung ist eine evolutionäre Kraft, die uns am Leben hält. 
Sie verleiht uns die Fähigkeit auszuhalten und an bessere Zeiten zu glauben. 
Es ist wider unsere Natur nicht zu hoffen, doch manchmal ist der Tod der Hoffnung unsere Rettung - dann, wenn wir begreifen, dass da eine Hoffnung in uns ist, die nur zu Schmerz führt.

Freitag, 19. Juni 2020

Gedankensplitter



Foto: A. Wende

Werden
Vergehen
Vergehen
Werden
Das Werden bedarf des Vergehens.
So entsteht Bewegung.
Bewegung impliziert Vorübergehendes.
Ist Lebendigkeit.
Das Durchleben des Vergehens ist Leben an sich.

Freitag, 17. April 2020

Gedankensplitter





Zeichnung: Angelika Wende

Aber was ist das Hässliche?
In der Definition verhält es sich ebenso spröde wie das Schöne.
Und spricht man von einer Ästhetik des Schönen, dann freilich ist es gerechtfertigt von einer Ästhetik des Hässlichen zu sprechen. Das Hässliche, das Schreckliche, im Gegensatz zum Schönen, springt uns an, es fordert uns heraus mit seinem Wesen von Faszination und Abstoßung zugleich, es versetzt uns in jene Amibivalenz, die uns das Bild von uns selbst und Welt hinterfragen lässt.

Was uns bedroht und irritiert ist immer ein Spiegel - und immer ist der entscheidende Spiegel, jener Spiegel, in den wir nicht wagen hineinzublicken, denn: Was könnte uns da anspringen, was im Tiefsten mit uns zu selbst tun hat?

Sonntag, 29. März 2020

Gedankensplitter



Selbstportrait A.W.

Kunst ist eine Methode zur Persönlichkeitsentwicklung, eine Methode auf dem Weg der Suche nach dem Wesentlichen, was Menschsein ausmacht. Kunst machen ist der Antrieb dieses Wesentliche auszudrücken, ihm Gestalt zu geben und die Welt zu durchdringen.
Kunst ist auch Eigentherapie. 
Sie hilft uns auszudrücken, was Worte nicht vermögen.
Sie dient dazu, Inneres ins Außen zu bringen. 
Das Außen, das auf das Innere einwirkt, sucht nach Ausdruck.
Kunst dient der Verarbeitung auf emotionaler Ebene.
Dasein, Sein ... Eingehendes und Ausgehendes im Wechselspiel. Das Sehen, das Wahrnehmen, das Fühlen, einem Tor gleich, das sich öffnet und wieder schließt.
Und immer ist da die Möglichkeit sich wieder zu öffnen, all dem, was möglich ist, im Meer der Möglichkeiten.
So viele Tore, die sich durchschreiten lassen, hinter denen sich Geheimnisse verbergen und ergründen lassen. Portale, die zum Betreten der inneren Welt einladen...
Eine Welt voller Unwägbarkeiten, eine Welt des Fremden und des Numinosen - auch das. 

Dienstag, 11. Februar 2020

Samstag, 4. Januar 2020

Gedankensplitter

Foto: Lucas Wende

Denken

nachdenken 
vordenken
querdenken
überdenken
zu viel denken 

es denkt mich.

Fühlen

nachfühlen 
vorfühlen 
überfühlen
einfühlen
 zu viel fühlen.

es fühlt mich. 


Freitag, 13. Dezember 2019

Gedankensplitter



Weder Disziplin, noch Reflexion verhindern, 
dass sich Impulse durchsetzen, 
die stärker sind als das Bewusstsein, 
stärker als das konsistente Ich, 
stärker als die zentrale Instanz, 
die denkt.

Mittwoch, 14. August 2019

Gedankensplitter



Foto: A. Wende

Fassungslosigkeit
Es nicht fassen können
Es nicht erfassen
Es nicht begreifen
Weil es zu weit weg ist von dem, was deine Seele fühlt.
Fremd.
Zu fremd.

Montag, 29. Juli 2019

Gedankensplitter


 



Manchmal ist Liebe ein Spiel mit dem Schatten, ein Schattenspiel oder eine Schattengleiche. Zwei Schatten gleichen einander aus.
Manchmal wird das Spiel zum Kampf.

Mittwoch, 13. Februar 2019

Gedankensplitter


 
Foto. A. W.


Es gibt vieles in unserem Leben, was wir nicht in der Hand haben. 
Aber die Essenz unserer Identität hat niemand in der Hand, außer wir selbst. 
Das ist eines der großen Potenziale des Menschen, die Fähigkeit, erhobenen Hauptes 
Anfeindungen, Schicksalsschläge, Verluste, Scheitern und Krisen zu meistern. 

Das ist Würde, 
Rückgrat bewahren und anzuerkennen, 
dass das Schwere zum Leben gehört wie der Tod. 
Es lässt sich nicht abspalten.
Abspalten würde bedeuten, dem Leben die Form zu nehmen.

Montag, 21. Januar 2019

Gedankensplitter ohne Lösungen


Foto: A.W.

Einsam macht
Gedanken und Gefühle nicht teilen zu können. 
Einsam macht
Ohne Empfänger zu sein
Der verstehend und inspirierend antwortet.

Mittwoch, 12. Dezember 2018

Gedankensplitter




Malerei: A. Wende

Man ...

Jeder andere, die anderen als Gruppe, zu der man selbst gehört, frei gewählt oder hineingeboren - das ist das "Man". Ein "Man" in dem wir mitlaufen, uns verlaufen, mit dem wir uns vergleichen und uns abgleichen, uns identifizeren und disidentifizieren, auf das wir uns beziehen, dem wir uns entziehen, das das Eigene bestätigt, untermauert und fragmentiert, in dem wir uns sicher fühlen oder unsicher, weil wir anders sind, hinter dem wir uns zu auch zu verschanzen gelernt haben, solange bis wir fühlen: Das bin ICH. Und das ändert vieles.

Dienstag, 4. Dezember 2018

Gedankensplitter


 
Foto: Dirk Arlt


Viele kleine Verletzungen reißen im Laufe der Zeit eine große Wunde und sie reißen alte Wunden wieder auf. Jede einzelne Verletzung ist wie ein kleiner Nadelstich, der uns anpickst um uns zu warnen, uns nicht noch mehr weh tun zu lassen. Aber wir reagieren nicht, in der trügerischen Hoffnung, dass es irgendwann doch gut wird oder zumindest besser. 

Also halten wir durch - solange bis die Wunde aufreißt und wir vor Schmerz nicht mehr können. Manchmal muss der Leidensdruck so hoch werden um endlich den Mut zum Aufbruch zu fassen, um endlich die Brille abzusetzen, die die Realität vernebelt, eine Realität, die schon immer da war, die wir aber nicht klar sehen wollten. Wir müssen uns zurückholen, was wir verloren haben – unsere Würde. Einfach ist das nicht. Aber es ist noch schwerer das Leben klaren Blickes für etwas zu verschwenden, was zu immer mehr vom Gleichen führt: Leiden. Das ist zum Fürchten.
 

Montag, 22. Oktober 2018

Gedankensplitter



Malerei: A. Wende

Wenn du nach langem Suchen erkannt hast, dass kein anderer 
deine tiefsten Bedürfnisse, Sehnsüchte, Träume und Wünsche 
erfüllen kann, 
lernst du dich auf dich selbst zu verlassen.
Das ist der Beginn einer tragenden lebenslangen Beziehung.
Ich nenne es Selbstliebe.

Montag, 8. Oktober 2018

Samstag, 11. August 2018

Gedankensplitter




Wir alle mühen uns ständig ab, das Ungute zu vermeiden und das Glück anzustreben. Mit viel Mühe, viel Bemühen und einer Portion Glück gelingt es uns eine Weile das Gute zu halten. Aber es ist nicht von Dauer. Nichts ist von Dauer, alles ist nur von kurzer Dauer. Aber das wollen wir nicht akzeptieren. Wir wollen das es gut ist, immer. Wir glauben wir haben das Glück doch verdient. Aber das Glück ist keine Sache des Verdienens.

Das Leben schert sich nicht ums verdienen. Das Leben geschieht.
Und auch das wollen wir nicht akzeptieren. Wir kontrollieren. Wir haften an, an dem was uns wertvoll und wichtig erscheint. So strampeln wir uns ab für etwas, das immer nur von kurzer Dauer ist. Es ist schon ein großer Schritt getan, wenn wie erkennen, dass dieses Abstrampeln nicht zum gewünschten Ergebnis führt. Es ist ein Riesenschritt getan, wenn wir aufhören zu kontrollieren. Es ist ein weiterer Riesenschritt getan, wenn wir akzeptieren was unveränderbar ist.

Freitag, 8. Juni 2018

Gedankensplitter

Foto: AW

Das Leben schenkt dir destruktive Beziehungen? 
Dann hast du noch keinen Weg gefunden gute Beziehungen zu leben. 
Das Leben schenkt dir Alleinsein?
Dann hast du noch keinen Weg gefunden, mit dem Alleinsein umzugehen.




Freitag, 16. Februar 2018

Gedankensplitter


Malerei: Angelika Wende


Die eigene Wahrheit lässt sich nicht verdrängen oder verwandeln.
Solange wir nicht wahrhaftig sind, sind wir blind für uns selbst und leben fremdbestimmt.
"Die Menschen wollen eigentlich nicht geheilt werden. Sie wollen nur Linderung und Trost, denn Heilung ist schmerzhaft", schreibt der Psychoanalytiker Anthony de Mello.
Er hat Recht, es soll nicht mehr ganz so weh tun, es soll sich leichter anfühlen im Schweren und es soll Trost her, damit man sich einrichten kann im Jammertal des eigenen Lebens, das schon lange nicht mehr erfüllend ist. Dann lässt es sich wieder eine Weile aushalten - der ganze Irrsinn, der Frust, die unerfüllten Bedürfnisse, der Kummer, der Streit, der Schmerz, die bodenlose innere Leere, die mit allem Unsinnigen gefüllt wird, nur nicht mit dem, was wirklich von Bedeutung ist - weil es Klarheit braucht um das zu erkennen und Ehrlichkeit sich selbst und anderen gegenüber und den Mut es dann auch umzusetzen und den Verzicht auf das Gewohnte, an dem festgehalten wird, auch wenn es noch so ungut ist. Und es braucht die Zuversicht, dass es dann besser wird, wenn wir besser mit uns selbst ungehen. Zuversicht - das ist viel mehr als die passive Haltung der Hoffung. Sie hat Kraft.

Niemand wird es richten für uns.
Auch der Herr wird es nicht richten. Gott richtet nichts, er richtet auch nicht.
Der, der es richtet, sind wir selbst.
So viele von uns haben den Glauben an sich selbst verloren oder nie gefunden.
Stattessen halten wir fest an anderen, an Konstrukten, an Vorstellungen, an einem Leben, das längst nicht mehr zu uns passt und das wir so wie es ist, nicht mehr wollen.
Und alles weil wir glauben wir sind zu klein, nicht gut genug, nicht wertvoll genug um für dieses Leben in Würde aufzustehen, das Leben, das uns geschenkt wurde, das einzige Leben das wir haben.
Damit schaden wir uns wieder und wieder, solange bis es richtig weh tut.
Dann ist es manchmal zu spät.


.... Und weiter gehts im alten Trott ...

Na dann, bis zum nächsten Mal, wenn die geschundene Seele wieder schreit: Ich halte das nicht mehr aus, mach endlich was!