Montag, 6. April 2026

Irrglaube

 

                                                                                 Malerei: A.Wende

 
Uns wird diese Lüge eingeredet, dass guten Menschen Gutes widerfährt. 
Dass das Leben gut zu uns ist, wenn wir gut, großzügig, liebevoll, sanft und fürsorglich sind. Doch das Leben ist nicht immer gut. Manchmal ist es ungut, während wir immer noch versuchen, gut zu sein. Wir glauben, wenn wir genug lieben werden wir wiedergeliebt. Wir glauben, wenn wir gut sind, sind andere gut zu uns. Dieser Glaube ist ein Irrglaube. Egal wie gut wir sind, das Ungute und das Gute existiert nebeneinander. Nichts ist jemals nur eine Sache. Besser wir lernen beides anzunehmen als das, was es ist: Leben.

Sonntag, 5. April 2026

Gelebte Liebe

 

                                                                                   Malerei: A.Wende


Heute feiern wir Ostern, das Fest der Auferstehung Jesu. Die Wiedergeburt des Gottessohnes – ein Sieg über den Tod. Mit dem Auferstehungsglauben verbindet sich für viele gläubige Menschen die Hoffnung, dass der Tod nicht das letzte Wort über das Leben behält, dass unser Dasein nicht endlich ist, dass es mehr gibt als dieses eine Leben, das mit dem Tod endet. Jesus selbst ist das Licht der Welt, das mit der Osterkerze in die Kirche hineingetragen wird. Jesus ist Liebe und Frieden – ein Licht im Dunkel.
 
Liebe und Frieden.
Diese Worte erscheinen mir an diesem Ostersonntagmorgen wie etwas Zerbrechliches. Wo ist die Liebe ? Die Menschenliebe, die Nächstenliebe? Die Selbstliebe? Wo ist der Frieden?
„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen“, steht im Korinther 13 zu lesen. Zweifel legen sich über diesen Satz, wie ein Schatten, der immer länger wird. Diese drei werden immer leiser in unserer Welt.
Zu viel stellt die Liebe in Frage. Zu viel erschüttert den Glauben. Zu wenig nährt die Hoffnung. Es herrscht Krieg in der Welt. Aufrüstung, Worte verhärten sich, Grenzen ebenso. Eskalation statt Deeskalation. Zerstörung statt Frieden. Es ist, als hätte sich etwas verschoben in der Welt – und in uns. Die Hoffnung tastet im Dunkeln. Sicherheit wird zu einer Erinnerung. Wir spüren es, auch wenn wir es nicht immer laut aussprechen. Eine Unruhe, die bleibt. Eine Angst, die wächst. Der Glaube wird brüchig. Der Boden unter uns gibt nach.
 
Was bleibt?, frage ich mich, dort, wo Dunkelheit sich ausbreitet.
Was bleibt, ist die Liebe … „die Liebe ist die größte unter ihnen“.
Sie ist kein Versprechen. Kein schneller Trost. Eher ein leises, beharrliches Dagegenhalten. Die Liebe ist das Einzige, woran wir uns halten können, wenn das Verlässliche zerfällt und das Dunkle wütet.
Aber reicht sie?
Kann sie retten? Kann sie heilen, was zerbrochen ist? Kann sie das Leid abwenden, den Frieden hervorbringen?
Unsere Wirklichkeit sagt: nein. Nicht in dem Maße, wie wir es uns ersehnen. Nicht so, dass das Dunkel weicht. Und dennoch - ohne Liebe ist alles nichts.
Sie stellt sich der Angst entgegen. Still, sanft aber unnachgiebig. Die Liebe setzt dem Dunkel kein Ende, aber sie setzt ihm etwas entgegen. Vielleicht liegt darin ihre stärkste Kraft, dass sie bleibt, auch wenn nichts mehr sicher ist und die Angst wächst wie eine giftige Pflanze und uns betäubt, mutlos und ohnmächtig macht. Liebe zeigt sich im Kleinen: im ersten Grün der Bäume, in der Schönhei der Dinge, in unserem Atem, der kommt und geht, ohne unser Zutun. Im Lächeln eines Kindes. In der Wärme einer Umarmung. In einer Geste der Güte und Menschlichkeit. Sie zeigt sich in dem, was uns trägt und hält, in dem, was wir lieben. In geliebten Menschen, in Verbundenheit, in einer Vision, die wir nicht aufgeben. In jedem „Trotzdem“, das in uns lebt, selbst dann, wenn alles dagegen spricht.
Das ist Liebe zum Leben. Solange wir leben. 
 
Liebe zum Leben ist ein Ja.
Kein lautes, aber ein entschiedenes. Ein Ja, das auf(er)steht. Immer wieder. Auch im Dunkel. Gerade dort. Und was das Leben über den Tod hinaus angeht – es entzieht sich uns. Was bleibt, ist das Hier und Jetzt. Und die Frage, wie wir darin leben wollen. In Liebe, oder ohne sie. Im Krieg oder im Frieden, mit uns selbst und unseren Nächsten. Liebe nimmt hier ihren Anfang - in uns selbst, für uns selbst. Weil wir nur weitergeben können, was in uns lebendig ist. Weil ein Herz, das sich sich selbst verschließt, auch dem Anderen nicht offen begegnen kann. Weil Güte, die wir uns selbst verweigern, nicht dem Anderen gegeben werden kann. Erst wenn wir uns selbst mit liebevoller Güte annehmen, mit Nachsicht statt Härte, mit Mitgefühl statt Urteil, entsteht ein Raum, in dem Liebe wachsen kann - über uns selbst hinaus, hin zum Nächsten. Aus unserem Inneren heraus wird Liebe lebendig, sie ist und sie bleibt, auch dann, wenn es schwer wird.
Jesus kam und zeigte, für einen Moment in der Zeit, was ein Mensch sein könnte. Jesus ist Liebe. Gelebte Liebe. Gelebter Frieden. Möge dieses Osterfest uns daran erinnern. 
 
"They may say i'm a dreamer but i'm not the only one ..."
John Lennon 
 

Angelika Wende
Kontakt: aw@wende-praxis.de

Freitag, 3. April 2026

Leere ist eine Illusion

 

                                                                  Foto: A.Wende


Es gibt keine Leere. Leere ist nur eine Illusion. Ich bin immer voller Leben.
 
Dieser Gedanke lässt mich die Vorstellung von Mangel und Abwesenheit hinterfragen. Was wir oft als Leere empfinden – Verluste, Lücken, Einsamkeit – ist nicht wirklich Nichts. Vielmehr ist es die Projektion unseres eigenen Unbehagens, unserer Angst, selbst nicht genug zu sein oder nicht genug zu haben. Wahr ist: alles, was wir sind, ist erfüllt - von Erinnerungen, Gedanken, Empfindungen, Gefühlen, Möglichkeiten und Leben, das uns durchströmt, ob wir uns dessen gewahr sind oder nicht.
 
Wenn wir begreifen, dass Leere eine Illusion ist, erkennen wir, dass wir niemals von uns selbst oder vom Leben getrennt sind. Wir sind immer eingebettet in den kontinuierlichen Fluss des Seins. Wandel. Verlust, Abschied, Trauer, Vergehen – all das erscheint als Leere, wenn wir das gegenwärtig Lebendige übersehen. Selbst im Schmerz, selbst in der Trauer ist Leben. Selbst in der Stille ist Leben.
 
Es gibt keine Leere. Leere ist eine Illusion.
Wir sind niemals leer. Wir tragen alles in uns: die Vergangenheit, das Gegenwärtige, die Möglichkeiten der Zukunft. Wir sind lebendig, immer, auch dann, wenn uns unsere Innerstes und die Welt leer erscheint. Die Illusion der Leere zerbröselt, sobald wir uns selbst und das Leben als untrennbare Einheit begreifen.
Leere existiert nicht. Wir sind immer voller Leben.
 
 
 
Angelika Wende
Kontakt: aw@wende-praxis.de

Mittwoch, 1. April 2026

Es ist derselbe Mond

 

                                                                                 Foto: A.W.

 
Wenn du das Land verlässt, in dem wir gemeinsam lebten,
mein Sohn,
nimmst du mehr mit als einen Koffer.
Du nimmst die Erinnerungen mit
an unsere gemeinsamen Jahre, unsere Gespräche,
unsere Nähe in all den stillen und lauten Momenten.
Ich bleibe zurück
mit diesen Erinnerungen
mit einem Herzen,
das zugleich schwer und weit ist.
Schwer, weil ich dich ziehen lasse.
Weit, weil ich weiß, dass dein eigener Weg dich ruft und du ihm folgst.
Da ist Trauer, da ist Vermissen
die Sorge, dich nicht mehr nah bei mir zu wissen, nicht mehr schnell für dich da sein zu können, wenn du mich brauchst.
Da ist eine leise Angst, wie dein Alltag aussehen wird in einem fremden Land.
Wer deine Sorgen hört,
wer dein Lachen sieht,
wer dich auffängt, wenn es schwer wird.
Ich weiß, du bist bereit für diesen Weg.
Vielleicht nicht für alles, was dir begegnet,
aber bereit genug, um deinen eigenen Weg zu gehen,
das Vertraute hinter dir zu lassen, Neues zu entdecken,
zu wachsen.
Ich bleibe hier.
Und ich bin nicht bereit für diesen Abschied.
Ich bin hier mit dem Teil in mir, der dich schmerzhaft vermisst, der trauert. Und einem anderen Teil, der stolz auf dich ist und deinen Mut, deinem Herzen zu folgen.
Egal, wie weit du gehst,
egal, wie weit entfernt das Land ist, das jetzt dein Zuhause ist,
es ist derselbe Mond, den wir sehen in der Nacht.
Wenn du das Land verlässt, mein Sohn,
lasse ich dich nicht los, ich lasse dich frei,
in Liebe.
 
 

Dienstag, 31. März 2026

Festhalten und Loslassen

 

                                                                  Foto: A.W.


Vieles in unserem Leben entzieht sich unserem Festhalten.
Wenn wir das wirklich erkennen, betreten wir einen Raum des Unbekannten – und dieser macht uns Angst: Angst vor Veränderung, Angst vor dem, was kommt, Angst davor, Vertrautes zu verlieren. Das ist menschlich. Und es ist vollkommen normal.
Im Laufe des Lebens werden es mehr und mehr Dinge, die wir nicht festhalten können. Die Verluste nehmen zu. Wir können die Zeit nicht anhalten, und es gibt keinen Schutz vor der Vergänglichkeit und dem Unvorhersehbaren.
Die Wahrheit ist: Nichts lässt sich festhalten.
Alles im Leben ist Wandel. Und doch halten wir fest.
 
Festhalten entspringt der Ignoranz. Festhalten entsteht aus der Schwierigkeit, die Vergänglichkeit anzunehmen. Je beharrlicher wir ignorieren, was sich ändert, je weniger es uns gelingt, die Veränderung zu akzeptieren, je mehr wir uns gegen das wehren, was sich verändert, je angestrengter wir festhalten, desto mehr Angst macht es uns, und desto mehr leiden wir.
Aber was können wir tun?
Wir können nicht mit dem Finger schnipsen und uns sagen: „Lass das mit dem Festhalten, es bringt nichts außer Kummer!“ Wir fühlen ja Angst, Schmerz, Trauer oder Wut. Uns zu sagen: „Lass jetzt einfach los!“, funktioniert nicht, und es wäre nichts anderes als eine Form von Widerstand gegen unsere eigenen Gefühle.
 
Vielleicht beginnt es so.
Vielleicht lassen wir das Festhalten zunächst einfach da sein. Aber wir beginnen, aufmerksam zu beobachten, was das Festhalten mit uns macht. Und wenn wir beobachten, nehmen wir wahr: Wir fühlen uns immer ohnmächtiger, immer ängstlicher, immer verlorener – wir leiden immer mehr –, weil wir weiter Widerstand gegen das Unabänderliche leisten.
Und irgendwann sind wir total am Ende. Wir sind maximal erschöpft vom Leiden.
Und vielleicht entstehen genau dann leise Fragen:
Kann ich mir erlauben, die Dinge so zu lassen, wie sie jetzt sind?
Kann ich aufhören, gegen das Unvermeidliche zu kämpfen?
Kann ich mir erlauben, zu kapitulieren vor dem, was ich absolut nicht festhalten kann?
 
Wenn wir uns das erlauben, kommt Trauer. Erst mal. Und das ist gut so. 
Trauer ist kein Rückschritt – sie ist ein Übergang. Sie hilft uns, das Festhalten sanft zu lösen. Sie macht weich, wo zuvor Widerstand war. Sie hilft uns, uns vom Festhalten zu verabschieden. Sobald wir aufhören, uns dem Wandel zu widersetzen, fühlt sich der Wandel nicht mehr nur wie Verlust an – er offenbart sich als eine stille Einladung, in etwas Neues hineinzuwachsen – als Mensch zu wachsen.
 
 
Angelika Wende
Kontakt: aw@wende-praxis.de

Montag, 30. März 2026

Das Sinnlose

 

                                                                        Foto: A.W.


Wir wollen verstehen. Zusammenhänge erkennen, Bedeutungen finden, einen Sinn entdecken, der das Erlebte greifbar macht. Und doch verlieren wir uns oft genau dort, wo es nichts zu greifen gibt, wo kein klares Warum existiert, das uns Halt geben könnte.
Vielleicht liegt ein Teil innerer Stabilität genau darin, auszuhalten,
dass nicht alles erklärbar ist,
dass nicht alles eine erkennbare Ursache hat,
dass nicht alles eine Botschaft in sich trägt oder einem höheren Sinn folgt.
Manches geschieht einfach.
Ohne Sinn.
Ohne Bedeutung.
Ohne Zusammenhang.
Und vielleicht ist es kein Zeichen von Schwäche, wenn wir keinen Sinn darin finden, sondern von radikaler Ehrlichkeit. Weil wir aufhören, zwanghaft deuten und verstehen zu wollen, nur um das Unbegreifliche erträglicher zu machen. 
Vielleicht geht es nicht immer um Verstehen und um Sinn, 
sondern um das Annehmen des Sinnlosen und trotzdem weiterzugehen.

Sonntag, 29. März 2026

Du musst dir kein dickeres Fell wachsen lassen

 



Es gibt Menschen, die sind robust wie eine Eiche, und es gibt die, die empfindlich sind wie eine Primel. Es sind die Sensiblen, die Dünnhäutigen, die, die verletzt wurden und verletzbar geblieben sind. Diese Menschen sind durchlässig, sie haben keine Rüstung, die sie gegen Angriffe und Verletzungen schützt, ihre Rüstung hat früh Risse bekommen. Sie empfinden intensiver. Sie brauchen viel Zeit um Dinge zu verarbeiten. Sie kennen das Gefühl am Zerbrechen zu sein, eben weil sie intensiver fühlen, tiefer berührt werden und Schmerz länger in sich tragen. Zugleich besitzen sie oft eine hohe Empathie und können die Gefühle anderer nicht nur wahrnehmen – sie fühlen den anderen. Kurz gesagt, sie verkörpern eine hohe Sensibilität, die leider oft als Schwäche angesehen wird. Manche dieser Menschen bereuen es, mit dieser Eigenschaft zu leben, die ihnen viel Schmerz bringt.
 
Es ist leicht diese Menschen zu zerbrechen, weil sie so zerbrechlich sind. "Du musst dir ein dickeres Fell zulegen!", sagt man ihnen, aber das funktioniert nicht. 
Es gelingt ihnen nicht hart zu werden und die Dinge nicht mehr an sich heranzulassen. Auch wenn sie lernen Grenzen zu setzen, tut es dennoch weh, wenn man sie verletzt.
Viele treten den Rückzug an, emotional oder sogar sozial. Sie hüten sich vor den Menschen. Sie leben in einem selbsterschaffenen Schutzraum um ihren inneren Frieden zu bewahren. Sie lassen sich nur schwer herauslocken und sie lassen sich schwer auf andere ein. Sie brauchen tiefes Vertrauen, bevor sie sich öffnen. Und sie wissen zugleich, dass ihr Vertrauen missbraucht und gebrochen werden kann. Sie sind übervorsichtig und das schränkt das Leben ein, denn wer zu vorsichtig ist, riskiert nichts mehr – er verschließt sich lebendigen Erfahrungen. 
 
Was hilft diesen sensiblen Wesen?
Sie dürfen lernen mehr innere Beweglichkeit zu entwickeln. Dazu gehört die Fähigkeit, sich selbst zu trösten und aufzufangen, wenn etwas weh tut. Sie brauchen Halt durch einen vertrauten Menschen, der einfach da ist, zuhört, ihre Verletzbarkeit achtet und im besten Falle mitträgt. Mit der Zeit kann sich daraus eine eigene innere Stimme entwicklen, die auch in schweren Momenten sagt:„Ja, es tut weh, aber es wird mich nicht zerstören.“ Die hohe Empfindsamkeit verschwindet damit nicht, sie bleibt, weil sie zum Wesen dieser Menschen gehört. Aber sie überflutet sie nicht mehr, weil sie gelernt haben sich nicht mehr allzusehr mit ihren Gefühen zu identifizieren. Ein hilfreicher Satz ist: "Ich BIN nicht mein Gefühl, ich HABE ein Gefühl. Das macht einen Unterschied. 
 
Wenn wir sensibel sind, ist es hilfreich einen kleinen Abstand zu schaffen - zwischen dem, was wir fühlen und dem, was wir sind. 
Wir sind traurig oder verletzt, aber wir verlieren uns nicht mehr in unserer Traurgikeit und unserem Schmerz. Ganz wichtig: Wir lernen unsere Grenzen früher zu erkennen und vor allem, sie ernst zu nehmen. Wir sagen früher Stopp, wenn uns etwas zu viel wird und erlauben uns, uns zurückzuziehen, ohne uns dafür zu rechtfertigen oder verurteilen. Wir achten unsere Bedürfnisse und damit achten wir uns selbst. Das Entscheidende aber ist, die eigene Sensibilität nicht länger als Schwäche zu sehen und den Spruch mit dem „dicken Fell“ zu vergessen. Stattdessen ist es hilfreich sich zu sagen: "Ich bin okay, so (sensibel) wie ich bin."
 
Wer aufhört, gegen sich selbst zu kämpfen, hat schon viel gewonnen, er findet zu mehr innerer Ruhe.  
Sensible Menschen brauchen viel Ruhe um sich selbst zu stabilisieren, eben auch durch Rückzug, aber auch indem sie ihre Gefühle aufschreiben, sich allein in der Natur bewegen oder Gespräche mit Menschen führen, bei denen sich ihr Nervensystem wirklich sicher fühlt. Sie dürfen lernen innere Signale wahr-und ernst zu nehmen. Sie müssen keine Kompromisse machen und sich etwas aussetzen, was sich nicht gut für sie anfühlt, nur um dazuzugehören oder im Sinne der Erwartungen derer, mit dem dicken Fell, zu funktioneren.
Mit der Zeit kann etwas wachsen, das sanft aber kraftvoll ist: die Erfahrung, dass Verletzungen und Schmerz zwar nicht vermeidbar, aber aushaltbar sind. Sensible Menschen werden dadurch nicht weniger empfindsam, aber sie lernen besser mit ihrer Empfindsamkeit umzugehen. Sie zerbrechen nicht mehr so leicht, weil sie gelernt haben, sich selbst in ihrer Sensibilität wertzuschätzen und das hilft um sich selbst besser zu halten.
Übrigens, Primeln leiden dann, wenn sie an einem falschen Standort sind. Sie mögen keine Dunkelheit, keine Hitze und keine Kälte. 
 
 
Angelika Wende