Samstag, 25. Mai 2019

Erkennen Ergreifen Entwickeln zu unserem Wohle und zum Wohle unseres Planeten


Foto: www


Was können wir tun um bewusster zu werden, um unsere seelische und körperliche Energie freizusetzen und unsere Lebenkraft zu stärken?
Woher kommt die Angst vor dem Anschauen und Annehmen schwieriger Themen?
Warum verdrängen, wehren wir ab, halten wir aus oder kämpfen auf die falsche Weise gegen Gefühle, Krisen und Probleme, wenn diese Wege doch eigentlich keine Auswege sind?
Warum verschließen wir so gerne die Augen vor Dingen, die wertvolle Möglichkeiten für unsere Entwicklung bedeuten könnten - individuell und kollektiv?

Es klingt banal, aber wir haben es nicht anders gelernt. Wir haben nicht gelernt, echte Verantwortung für uns selbst zu übernehmen - weder für unsere Gesundheit, noch für unsere Seele, noch für unseren Lebensweg, noch für unsere Umwelt.

Niemand hat uns gezeigt, dass Verantwortung keine Last ist, sondern etwas Kraftvolles und Schönes sein kann, das unsere Freiheit ausmacht. Ebensowenig haben wir gelernt, dass Entwicklung nicht mit dem Erwachsensein aufhört, dass sie viel mehr ist als der Erwerb von Kenntnissen und Fähigkeiten gemäß unserem Bildungssystem und der gesellschftlichen Rechts-und Moralbegriffe. Wir haben gelernt zu funktionieren - im Sinne des Systems, nicht aufzufallen, nicht aufzubegehren, nicht aktiv dagegen zu gehen, wenn die Dinge im Argen liegen.

Wir sind geprägt von erlebten Beziehungen, deren Muster wir verinnerlicht haben und immer wieder abspulen - über Generationen hinweg. Neunzig Prozent dessen, was wir denken und tun wirkt unbewusst, zehn Prozent bewusst. Es regiert die gelernte, die kollektiv und individuell erfahrene Gewohnheit und ich gebe zu - gegen den Strom zu denken, zu handeln und zu leben ist nicht leicht.

Wenn wir uns aber all diese Zusammenhänge bewusst machen, wenn wir verstehen, dass Gewohnheiten und Konditionierungen, die wir unbewusst leben, unsere Lebenskraft schwächen, wenn wir das erkennen und wirklich begreifen, dann können wir damit beginnen, unser verborgenes Potenzial zu entdecken und die Chance ergreifen es zu entfalten. Dabei werden wir feststellen, dass sich entwickeln aus den alten Mustern heraus hin zu dem, was wir wirklich sind - nämlich freie Geschöpfe mit Schöpferkraft - das Leben zu einer interessanten und spannenden Aufgabe machen kann.

Wir werden die heilsame Erfahrung machen, dass das Anschauen, das bewusste Annehmen und Bearbeiten unserer persönlichen Themen das Leben bereichert, weil das aktive und bewusste Umgehen mit diesen Themen wirksame Energien freisetzt und Entwicklung in Gang setzt.

Das macht entschieden mehr Sinn und Freude, als passiv im Strom der Zeit mitzuschwimmen. Das macht bewusste, verantwortungsvolle, mutige Menschen, die mit diesem Planeten ebenso fürsorglich und achtsam umgehen wie mit sich selbst.

Namaste

Donnerstag, 23. Mai 2019

Vergeblichkeit




Du hast geliebt.
Du hast vertraut.
Du hast gegeben.
Du hast verstanden.
Du hast verziehen.
Du hast wieder und wieder Chancen gegeben.
Du hast vieles ausgehalten.
Du hast gehofft, dass es irgendwie, irgendwann besser wird.
Wenn schon nicht gut, dann wenigstens besser.
Du hast gehofft, dass deine Liebe, deine Fürsorge, dein Bleiben, dein Halten, dein Tun die Dinge ändern wird.
Du hast gebetet, dass die Dinge besser werden.

Du hast alles dir Mögliche gegeben.
Du hast dein Bestes gegeben.
Du bist geblieben.
Du hast gewartet.
Geduldig, unter Tränen, in Verzweiflung, in Erschöpfung.
Du hast es längst gewusst und nicht aufgegeben.
Weil du schon so viel Kraft investiert hast.
Weil du nicht glauben wolltest, dass es Vergeblichkeit gibt.
Du hast noch fest gehalten, als es nichts mehr festzuhalten gab.
Als dir schon alles entglitten war.
Weil du es nicht wahr haben wolltest, dass es Dinge und Menschen gibt, die sich niemals ändern.
Dir dir immer weh tun werden.
Die gar nicht spüren was dir weh tut.
Die nur an sich selbst und ihr Guttun denken.
Nur an sich selbst und ihre Bedürfnisse denken.
Denen du nicht bedeutest, was sie dir bedeuten und was du ihnen gerne bedeuten würdest.

Du hast es nicht wahr haben wollen.
Du hast dir etwas vorgemacht.
Du hast dir eine Illusion gemacht.
Und weiter festgehalten.
Weil du es nicht wahr haben wolltest.
Weil es weh tut das Loslassen.
Weil sie so weh tut die Wahrheit.
Weil du dachtest, dass du sie nicht aushalten kannst, die Wahrheit.
Du kannst sie aushalten.
Du wirst es wissen, wenn du aufhörst dich selbst zu belügen.

Sonntag, 19. Mai 2019

Das Loch in der Mitte


 
Zeichnung: A.W.



Innere Einsamkeit ist wie ein Loch in der Mitte.
Groß und dunkel und leer.
In dieser Mitte suchst du instinktiv Halt.
Aber du findest dort nichts.
Dort ist nur das Loch.
Dort ist nur die Leere. 
Dort ist nur die Dunkelheit.
Das lässt dich den Halt verlieren.

Was ist mit dem Loch in der Mitte?
Es lässt sich nicht füllen.
Weil da von Kindheit an etwas fehlt.
Das Urvertrauen, das dir nicht geschenkt wurde.
Es fehlt.
Das ist das Loch.
Das ist die Leere.
Das ist das Dunkel.
Ändere die Sicht.
Mangel erzeugt mehr Mangel.
Fülle erzeugt mehr Fülle.
Achte nicht zu viel auf das, was fehlt.
Achte auf das, was du bist, hast, was du liebst, was du schaffst, was dich (er)füllt.
Schließe Freundschaft mit dir.
Und ...
langsam, ganz langsam darf sich das Loch schließen.

Samstag, 18. Mai 2019

LERNEN



Das Leben ist ein langer Weg des Lernens und der Selbstakzeptanz.
Jeder Schritt den wir auf dem Weg machen, ob er leicht oder schwer ist, ist ein Gehen dem Tod entgegen. Aber jeder Schritt ist Leben.
Je mehr ich mir der eigenen Endlichkeit bewusst bin, desto kostbarer ist die Lebendigkeit, die ich spüre. Und das auch an Tagen an denen es mir nicht gut geht, an denen ich mich anstrengen muss, weil ich manchmal müde bin angesichts dessen was alles im Argen liegt in den Menschen und der Welt in der wir leben und in meinem eigenen Leben, das untrennbar mit allem verbunden ist. Aber es ist wie es ist.  Verändern kann ich nur das, was in meinem Einfluss- und Gestaltungsbereich liegt. Hier tue ich Tag für Tag das Beste was mir möglich ist.

Mithilfe der Achtsamkeit und der Meditation mache ich die Erfahrung, wie viel Kraft darin liegt, den Prozess persönlichen Wachstums mit einem Handeln zu verbinden, das die eigenen Werte beinhaltet. Irgendwann gab mir ein lieber Mensch den Hinweis auf die ACT, die Akzeptanz- und Commitment -Therapie, die die Aspekte von Achtsamkeit, Bereitschaft, Werten und Akzeptanz verbindet. Ich habe mich intensiv damit beschäftigt und mir ist vieles klar geworden. Ich habe  einiges was ich zuvor in meiner Arbeit für sinnvoll und hilfreich gehalten habe hinterfragt und indem ich ACT für mich selbst anwendete, habe Dinge erkannt und verinnerlicht, die ich früher nicht zulassen wollte. 

Früher dachte ich es sei hilfreich das eigene innere Erleben zu verändern. Ich dachte man muss etwas Belastendes wegmachen oder loswerden, damit man sich besser fühlt. Heute weiß ich, es geht genau darum nicht. Es liegt eine ungeheure Befreiung darin, diesen sinnlosen inneren Kampf aufzugeben und mein Herz zu öffnen für alles was in mir ist und mich dem mit Selbstmitgefühl zuzuwenden. Es liegt eine ungeheure Befreiung darin die Gedanken und Gefühle zu akzeptieren und sie da sein zu lassen ohne mich jedoch mit ihnen zu identifizieren oder ihnen zu viel Glauben zu schenken. Ich habe gelernt mich selbst und meine dysfunktionalen Gedanken immer mehr in Ruhe zu lassen. Ich beobachte den inneren Kampf und bin bereit ihn sein zu lassen. Ich habe mein inneres Erleben so wie es ist zu achten gelernt, ohne es wegmachen zu wollen, ohne mich dafür anzuklagen, mich schlecht zu fühlen oder mich zu verurteilen weil ich etwas immer noch nicht auf die Reihe kriege, obwohl ich doch wissen müsste wie es geht. 

Anstatt dem inneren Kampf zu viel Aufmerksamkeit zu schenken, habe ich gelernt mich nach meinen Werten auszurichten und so gut es mir gelingt danach zu handeln.
Ich gehe auf die Dinge zu, die mir wichtig sind und lasse das beiseite, was mir nicht wichtig sind. Ich tue das was mir wichtig ist und wähle bewusst, was das ist. Das bedeutet manchmal Verzicht auf etwas um etwas für mich Wichtigeres zu erfahren. Es bedeutet auch unnötigen Ballast abzuwerfen und auf einen gewissen äußeren Luxus zu verzichten. Ich habe die Bereitschaft das zu tun, weil mir meine Zeit für mich und mit mir wichtiger ist als Dinge zu besitzen.  Mein Focus liegt mehr und mehr auf dem was jetzt ist und wie ich das was im Jetzt ist nach meinen Werten gestalte und damit umgehe.
Ich habe begriffen: Es geht nicht darum das innere Erleben zu ändern, es geht darum durch Handeln das Leben zu ändern.
Das zu erfahren biete ich den Menschen an, die meine Unterstützung suchen.

Freitag, 17. Mai 2019

RESIGNATION

Foto. A.W.

Es gibt Krisen die sind ist hart, und manchmal sind sie lange hart.
Scheitern ist hart.
Trennungen sind hart.
Verluste sind hart.
Verletzungen sind hart.
Schwere Krankheiten sind hart.
Sterben und Tod sind hart.
Das Leben ist hart genug und eigentlich brauchen wir diese besondere Härte nicht auch noch.
Nur, dass wir nicht in der Hand haben, was uns geschieht.
Das anzuerkennen ist hart.

Wenn es richtig hart kommt, müssen wir auch gar nichts tun um da wieder ganz schnell rauszukommen, sondern erst einmal nur zulassen: die Trauer, den Schmerz, die Wut, die Verzweiflung, die Angst. All das sind Gefühle die da sein dürfen, Prozesse, die von alleine geschehen.

Manchmal ist Rückzug erforderlich, um unsere Wunden zu lecken.
Manchmal ist Verdrängen eine bestimmte Zeit erforderlich, um im Alltag überlebensfähig zu bleiben.
Aber dann irgendwann ist es Zeit uns dem zu stellen was ist.
Und das zu tun was notwendig ist, damit es uns wieder besser geht.
Denn jede dauerhafte Vermeidung schränkt nicht nur unseren Aktionsradius ein, sie führt, je länger sie anhält, in eine Negativspirale, weil wir uns selbst immer weniger zutrauen.
Indem wir Gefühle und Gedanken abwehren und Handlungen vermeiden, werden wir nicht nur unfreier, wir werden auch immer schwächer.
Und am Ende resignieren wir.

Resignation ist ein Zeichen dafür, dass wir uns selbst aufgeben.
In der Resignation haben wir alle Hoffnung und jeden Glauben an uns selbst, das Leben und die Menschen verloren. Wir ertragen nur noch was ist, egal wie schlimm es ist.

Wir übergeben uns dem Leiden.
Wir sehen uns als unrettbar verloren.
Wir machen dicht.
Wir nehmen nichts mehr an und wehren alle Hilfe und alle Liebe, die man uns geben will ab, weil sie ja sowieso nichts nützt.
In der Resignation erstarrt das Leben.
Das Gefühl dafür das eigene Leben gestalten zu können existiert nicht mehr.
Wir sind tot im Leben.

Einem Menschen aus dieser Lage herauszuhelfen ist schwer.
Manchmal ist es unmöglich.
Das ist hart. Sehr hart, wenn wir diesen Menschen lieben.
Aber wir dürfen eins nicht vergessen: Wir haben keine Macht über andere.
Das anzuerkennen ist Demut.

Mittwoch, 15. Mai 2019

Raum lassen

Foto:A.W.

Nach Innen schauen
Das Wahrgenommene nicht zu ernst nehmen.

Du hast ein Gefühl
Du bist nicht dieses Gefühl
Ein Gefühl ist ein Gefühl
und sonst erst einmal nichts.
Ein Gedanke ist ein Gedanke
sonst erst einmal nichts.

Du bist viel mehr als dieses Gefühl.
Mehr als dieser Gedanke.

Lass den Raum frei in dem es möglich wird genau hinzuschauen.
Mit Interesse hinzuschauen um zu erkennen was sich genau in dir abspielt.
Hinschauen, beobachten.
Schauen ohne Angst vor deinem inneren Erleben.
Lass dir Raum um zu entscheiden ob und wie du auf deine Gedanken und Gefühle reagieren willst.






Montag, 13. Mai 2019

Verloren


Foto: A.W.
ich habe meine liebe zu dir verloren
irgendwo zwischen anfang und ende
irgendwo zwischen hoffen und kämpfen
irgendwo zwischen kommen und gehen
irgendwo zwischen verstehen und verzeihen
ist sie klein und kleiner geworden
und ich bin größer geworden
größer als die kleine liebe
ich lasse ich sie bei dir
und gehe zurück zu mir