Dienstag, 27. Januar 2026

Deine Tasse darf voll sein

 



„Fill your own cup first, as you can´t pour from an empty one“, heißt zu deutsch: „Fülle zuerst deine eigene Tasse, denn aus einer leeren kann man nicht einschenken.“
Dieser Satz steht seit einigen Tagen in einem kleinen Rahmen auf meinem Schreibtisch. Er ist eine liebevolle Erinnerung besser auf mich zu achten und bewusst mit meiner Kraft zu haushalten.
Ich teile ihn heute mit an all jenen von uns, die immer zuerst an andere denken. Mit denen, die immer geduldig zuhören, anderen helfen, andere tragen und auffangen, oft selbstverständlich und sich selbst immer hinten anstellen.
 
„Fill your own cup first“ heißt nicht: Tu weniger für andere. 
Es bedeutet: Vergiss dich selbst dabei nicht!
Deine Fürsorge für dich selbst hat Priorität. Denn nur wenn du dir erlaubst, innezuhalten, Kraft zu schöpfen und gut mit dir selbst umgehst, kannst du Fürsorge weitergeben, ohne dich selbst zu verlieren. Du darfst wichtig sein – genauso wie alle anderen.
„Fill your own cup first“ erinnert daran, dass Selbstfürsorge kein Egoismus ist, sondern eine Voraussetzung um achtsam mit unserer Lebensenergie umzugehen, denn die ist nicht unendlich. Nur wenn wir auf unsere eigenen Bedürfnisse achten und innerlich im Gleichgewicht sind, können wir auch für andere da sein, ohne dabei zu ermüden. 
 
Eine leere Tasse kann nichts geben. Erst wenn wir uns selbst nähren, haben wir genug, um anderen Kraft, Energie, Unterstützung und Liebe zu geben.
Die eigene Tasse zu füllen heißt weniger Anstrengung für all die UMS - um anderen zu gefallen, um es anderen Recht zu machen, um fremde Probleme zu lösen, um geliebt zu sein, sondern zuerst für uns selbst da zu sein. Es heißt: weniger tun müssen und uns selbst mehr erlauben. Das beginnt damit uns selbst zu achten, auf uns selbst acht zu geben, uns selbst ernst zu nehmen. Unsere Müdigkeit, unsere Erschöpfung, unsere Gefühle, unsere Grenzen, unsere Bedürfnisse, unsere Träume und Wünsche.
Uns ernst nehmen heißt ganz praktisch auch: Pausen nicht erst dann zu machen, wenn nichts mehr geht, sondern bevor nichts mehr geht. Und das ohne schlechtes Gewissen, sondern im bewussten Gewahrsein: Ich achte jetzt auf mich. Es heißt: Nein zu sagen, ohne uns dafür zu rechtfertigen. Es heißt auch: Um Hilfe zu bitten und Hilfe anzunehmen, statt Hilfe immer nur zu geben.
 
Unsere Tasse füllt sich schon durch ganz kleine Dinge.
Eine Morgenroutine, kleine Momente der Stille und Ruhe im Alltag, bewusstes Ein -und Ausatmen, einen guten Cappucchino in der Arbeitspause, den wir achtsam trinken ohne zu scrollen, frische Luft, Bewegung, Tagebuch schreiben, ein gutes Buch lesen statt endlos Serien zu gucken oder unser Gemüt mit den Schreckensnachrichten dieser Welt zu füttern, die zu ändern nicht in unserem Einflussbereich liegt, ein kurzer Mittagschlaf, ohne zu denken wir stehlen Gott die Zeit. Apropos Zeit. Wir brauchen Zeit um zu uns selbst zu kommen, Zeit für uns allein. Und wir brauchen Zeit mit Menschen, bei denen wir nichts leisten und nicht performen müssen.
Unsere Tasse füllen heißt auch: Freundlich und mit liebevoller Güte mit uns selbst zu sprechen, uns das zu geben, was wir anderen so selbstverständlich geben und uns nicht erst dann wertvoll zu fühlen, wenn wir gebraucht werden – sondern einfach, weil wir da sind, weil wir leben.
Viva la Vida!
Deine Tasse darf voll sein. Nicht irgendwann. Jetzt.

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