Dienstag, 28. November 2017

Und wieder Kunst ausstellen



The purpose of art is to raise people to a higher level of awareness
than they would otherwise attain on their own.

George Brassai

Samstag, 25. November 2017

Der Weg zum Selbst

Malerei: AW

Beziehung zu uns selbst. Was ist das?
Die Beziehung zu uns selbst ist nicht das egoistische Lebensgefühl, dem es nur darum geht, die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Es ist auch nicht die splendid isolation, der Rückzug in die eigene Welt, die sich nur noch um sich selbst dreht und uns zum Mittelpunkt des eigenen Universums macht. Die Folge von beidem ist innere Vereinsamung. Diese Vereinsamung können wir beobachten, wenn wir genau hinschauen. Sie ist Zeitgeist.
Die zunehmende Vereinzelung des modernen Menschen ist der Ausdruck eines kollektiven Narzissmus, der mehr und mehr zunimmt und Humanität und Empathie zunichte macht. Narzissmus ist geprägt von einem falschen Selbst - ein Selbst, das einer Maske gleicht, einer Fassade, die wir einst aufbauen mussten, um als Kind emotional zu überleben in einer Umgebung, die uns keine Liebe schenken konnte.

Die Sehnsucht nach Geliebt - und Angenommensein ist ein Zeichen des Wunsches ein ganzer Mensch zu sein.

Diesen Wunsch haben alle Menschen, mehr oder weniger bewusst. Was uns allen gemeinsam ist, ist die Sehnsucht nach dem Gefühl von Ganzheit. Das zu erreichen gelingt jedoch nicht über das Verbinden mit einem anderen wie die Erfahrung uns lehrt. Das Gefühl von Ganzheit stellt sich ein, wenn wir in Beziehung mit uns selbst sind, uns mit uns selbst wohlwollend verbinden, bevor wir in der Sehnsucht nach einem Gegenüber schwelgen, weil wir uns mit uns selbst innerlich leer oder sogar schlecht fühlen. Die nach außen gerichtete Suche nach dem oder der idealen Geliebten ist getragen von einer regressiven verzehrenden Sehnsucht, die für die meisten Menschen unerfüllbar bleibt.

Uns selbst unser bester Gefährte zu werden ist eine gesunde Sehnsucht. Sie ist nährend.
Sie macht uns emotional unabhängig von anderen und führt dazu, dass wir uns bewusst uns selbst zuwenden. Nicht dem Fremden, sondern dem Eigenen. Zunächst. Gesunde Sehnsucht ist die Sehnsucht nach seelischer und geistiger Entfaltung, spiritueller Entwicklung und Eigenliebe. All das können wir lernen uns selbst zu erfüllen, indem wir den Zugang zu uns suchen, auch wenn es ein Leben lang dauern mag. Dazu braucht es Momente der Stille, des Alleinseins und innere Einkehr. Dazu braucht es den Mut, was wir in uns selbst hören, sehen und fühlen, auszuhalten und es nicht sofort bewerten, oder es los werden zu wollen. Es braucht einen liebevollen Umgang mit unserer Angst, unserer Fehlbarkeit, unserer Schwäche, unseren Zweifeln und unseren Wunden.
"Wer zur Wahrheit wandert, wandert allein", schreibt Christian Morgenstern in einem Gedicht. Wir allein spüren unsere eigene Wahrheit, keiner kann uns eine Wahrheit weißmachen, wenn sie uns nicht entspricht. Von außen Aufgedrücktes ist immer ein Aufgedrücktes und kein von innen Ausgedrücktes.

Aus Erfahrung weiß ich, wie schwer es ist, der eigenen Wahrheit Glauben zu schenken, ihr zu vertrauen, sich selbst treu zu sein und nach dieser Treue zu leben. Viele Menschen folgen ihrer inneren Wahrheit nicht. Sie sind sich dieser Wahrheit vielleicht gar nicht bewusst oder sie verleugnen sie vor sich selbst um ihre Komfortzone nicht verlassen zu müssen. Sie dümpeln in ihren selbsterschaffenen Käfigigen und werden dabei immer handlungsunfähiger und resignierter. Sie passen sich an und leiden still.

Das erstickt unsere Kreativität. Wir sehen die Möglichkeiten eines Ausweges nicht mehr. Wir kleben an alten Konditionierungen, fremden Glaubensätzen und vor langer Zeit verinnerlichten Überzeugungen. Wir kleben an der Vergangenheit, an ungesunden Beziehungen, unbefriedigenden Arbeitsstellen, an alten Verstrickungen und alten Verletzungen. Wir kleben an Dingen, Menschen und Süchten, die uns nicht gut tun, wir kleben an einem falschen Selbst. Wir kleben an so vielem, was uns nicht gut tut.

Wie sich bewegen, wenn man festklebt?
Wie kreativ und damit schöpferisch sein, wie uns bewegen, wenn wir kleben bleiben, wiel wir glauben: Es ist wie es ist und weil es so ist, bleibt es so. Es war halt immer so, das ist mein Leben. Ich kann es nicht ändern. Destruktiv ist es, wenn wir glauben, dass die Eltern oder sonst jemand, der uns tief verletzt hat, die Schuld an unserem Leid tragen, wenn wir nach Vergeltung oder Entschuldigungen hecheln, anstatt die Verantwortung für das Jetzt zu übernehmen und zu handeln - und zwar in dem Sinne, das wir jetzt gut zu uns selbst sind und uns selbst nicht weiter antun, was man uns als Kind angetan hat. Die Schuldfrage ist sinnlos,denn sie führt zu rein gar nichts, außer neuem Kummer. Schuld ist der härteste Klebstoff in Beziehungen. Schuld klebt fester aneinander als Liebe und vor allem: Schuld lähmt jede Entwicklung und verhindert Wachstum.

Aber wir kleben weiter an Gewohnheiten und glauben irrsinniger Weise, dass sie uns Halt geben. Wir kleben an unseren Problemen und halten sie aufgrund des Kontextes in dem sie auftreten, in genau diesem Kontext weiter aufrecht und übersehen die Lösung, die im Problem verborgen ist. Alles, weil wir uns im Außen orientieren und nicht lange und nicht intensiv genug nach Innen hören.
Die Erfahrungen, die wir machen können wir nicht ändern - aber wir können ändern, wie wir damit umgehen.

Damit sind unsere Erfahrungen nicht veränderbar, aber unsere Haltung ist es und damit unser Lebensgefühl. Solange wir dazu nicht fähig sind, dreht sich das Rad weiter, in der gleichen Spur. Solange wir das Gleiche denken, das Gewohnte tun, handeln wir fremdgestuert nach den alten Mustern und fühlen und erleben - es bleibt gleich. Damit verabschieden wir uns, manchmal ohne es zu merken, von unseren Träumen. Doch unsere Träume sind der kreative Teil in uns, der nach Leben schreit. Wir hören diesen Schrei aber nicht mehr, weil wir ständig mit dem Außen beschäftigt sind, mit dem Funktionieren, den Erwartungen an andere, dem Kompensieren und der Ablenkung, die uns von uns selbst weglenkt.

Es ist der kreative Teil in uns, den wir in der Stille spüren. Und dann kommt die Wehmut, ihn nicht leben zu können.
Wir ersticken unser wahres Selbst mitsamt unseren Träumen.
Aber da liegt er, dieser kostbare Kern unseres Seins - auf dem tiefen Grund unserer Seele und wir leben etwas gänzlich anderes - nämlich an uns selbst vorbei und über uns selbst hinweg.
Wir missachten unsere Träume bis sie verdorrt sind wie eine keimende Pflanze, die wir ab und an betrachten und die wir wunderschön finden und doch vergessen zu pflegen. Wie soll sie wachsen und blühen, wenn wir ihr keine Aufmerksamkeit schenken?
Unsere Träume sind ein kreativer Teil in uns, jeder einzelne Traum enthält jede Menge kreative Energie.

Kreativität heißt erschaffen.
So wie die Schöpfung uns Menschen erschaffen hat, ist das Nutzen unserer Kreativität ein Akt des Erschaffens und zwar uns selbst, nach unserem Bilde. Gott schuf den Menschen nach seinem Ebenbild, heißt es - und damit ist das göttliche Prinzip gemeint, genauer - das schöpferische Prinzip. Weil wir ein Teil dieses Prinzips sind, besitzen wir dieses schöpferische Potential - es ist in uns angelegt und wartet nur darauf zu fließen. Wenn wir das göttliche Prinzip in uns nicht aktivieren - wie soll es dann etwas für uns tun? Wenn wir nicht offen sind - wie sollen wir dann empfangen? Und wie sollen wir dann bei uns selbst ankommen, wenn wir nicht empfangen, was aus uns selbst zu uns hin will - in Beziehung sein will mit dem wichtigsten Menschen in unserem Leben?
Angelika Wende


www.wende-praxis.de

Freitag, 24. November 2017

Aus der Praxis – Das Leiden des chronisch Unzufriedenen


Malerei: AW

Ein Mensch ist gänzlich unzufrieden mit seinem Leben, egal was er auch tut, egal was er hat, es ist nie genug, es ist nie richtig und alles fühlt sich falsch und unbefriedigend an. Egal was er beginnt, es will ihm nicht gelingen. Immer ist da das Verlangen nach mehr, nach anderem, nach dem, was er nicht hat. Dieser Mensch leidet an chronischer Unzufriedenheit. Von Außen betrachtet hat er ein gutes, fast schon luxuriöses Leben ohne größere Probleme und Sorgen. Innerlich leidet er wie ein Hund. Das Verlangen nach mehr macht ihn immer unzufriedener.

Wir alle kennen das Gefühl von Unzufriedenheit. Es gibt vielerlei Gründe um unzufrieden zu sein. Es läuft nicht wie wir es gern hätten, wir erreichen Ziele nicht, wir finden nicht den passenden Partner, die Anderen verhalten sich nicht so wie wir es erwarten, wir mögen unser Aussehen nicht, wir haben nicht genug Geld, der Job frustriert uns, unser Leben verläuft anders als wir es uns wünschen. Die Gründe für Unzufriedenheit nehmen kein Ende wenn wir den Focus auf das richten, was wir nicht haben können.  

Die Welt ist voll von unzufriedenen Menschen, die nicht satt sind und es nicht werden. „Eigentlich könnte ich ganz zufrieden sein, wenn es doch so und so wäre“. Das ist ein  Satz des modernen Menschen. Eigentlich müsste der Satz heißen: "Es fehlt mir noch so viel, um ich mich selbst zu akzeptieren wie ich bin und mein Leben so wie es ist".
Die Unzufriedenheit aber kann das nicht. Sie ist nicht fähig sich selbst zu akzeptieren und sie ist unfähig ihr Leben zu akzeptieren, ob es nun perfekt passt oder nicht. Und - die Unzufriedenheit vergleicht sich mit anderen. „Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit“, schrieb einst der Philosoph Sören Kirkegaard.

Das Gefühl der Unzufriedenheit hat etwas Zersetzendes. Nie ist der Unzufriedene im Jetzt, immer ist er gedanklich in der ach so schönen Vergangenheit oder der unschönen, oder er ist in der schönen Zukunft oder in der Unschönen. Egal wo er ist, nichts ist gut genug. Nicht heute, nicht gestern, nicht morgen. Der Grund: Er ist außer sich. Er zerrt an sich selbst herum und sieht die Welt verzerrt. Sein Denken ist ein ewiges: Ich will, ich sollte, ich müsste, es ist nicht gut wie es ist.

Er verlangt nach Dingen, die er nicht hat oder nach Dingen, die andere haben und die doch eigentlich ihm zustünden.  Was er hat sollte so und so sein, aber nicht so wie es ist. Seine Forderung an das Schicksal ist unangemessen hoch. Aber all das ändert absolut nichts an der Person, die er ist, an genau dem Punkt seiner Entwicklung an dem er ist.

Sicher steht es uns frei uns Dinge zu wünschen und uns Ziele zu setzen. Aber das bedingt, dass wir etwas dafür tun. Dann wirkt die Unzufriedenheit als Antrieb etwas zu verändern und zwar zum Positiven hin. 
Aber genau das kann und will der unzufriedene Mensch nicht. Er ist zu sehr damit beschäftigt sich selbst zu bemitleiden, andere zu beneiden und zu klagen. Im tiefsten Inneren fühlt er sich wie die unerkannte Prinzessin oder der unerkannte Prinz, dem das Leben alles Schöne und Gute auf dem Silbertablett servierten soll, was er sich selbst nicht verschaffen kann. Wie auch? Chronische Unzufriedenheit ist eine blockierende Energie, die an der Lebenskraft zehrt. Im ewigen Klagen verhaftet wird der Blick trübe für das was bereits da ist und was als Basis dafür dienen könnte etwas zu werden. Werden im Sinne von Schöpfung. Der Unzufriedene aber ist weit entfernt davon Schöpfer zu sein, weil er ein Klagender ist und damit blind den eigenen Potentialen, Gaben und Lebensumständen gegenüber. Es gibt so viel was er tun könnte, aber  solange er nach Dingen verlangt, die nicht er selbst sind, verrennt er sich nach nirgendwo.

Wir verrennen uns immer, wenn wir nicht wir selbst sind. Um wir selbst zu sein müssen wir erkennen wer wir sind und dazu gehört auch zu erkennen, wer wir nicht sind, was wir nicht werden können und was wir demnach nicht haben können.

Aber das ist natürlich nicht leicht, es ist sogar schwer das zu erkennen. Und haben wir es erkannt, auch noch ja dazu zu sagen.

Einem unzufriedenen Menschen zu helfen zufriedener zu werden ist kein leichtes Unterfangen. Ihm zu sagen: Schau auf das, was du hast und sei dankbar für das, was du hast, ist wenig hilfreich. Es ist ein nicht zielführendes Herumdoktern am Symptom. Vielmehr müssen zunächst die Ursachen der chronsichen Unzufreidenheit gefunden werden und diese sind vielfältig.
  
Was unzufriedene Menschen gemeinsam haben ist eine negative Lebenseinstellung.
Die Ursachen dafür liegen meist in der Kindheit. Das sind Botschaften wie: „Das geht nicht“, „Das kannst Du nicht“, „Das schaffst Du nicht“.  Das Kind verinnerlicht so eine negative Einstellung zu sich selbst und wird aufgrund dieser Introjektionen auch im späteren Leben nur schwer zu einer bejahenden, sich selbst und andere wertschätzenden Lebenseinstellung gelangen. Es hat gelernt an sich selbst zu zweifeln. Dies führt zu einem verzerrten Selbstbild. Es hält sich für wertlos, unfähig, zu dumm, zu klein, nicht gut genug und und und. Dieses Bild von sich selbst ist durch die destruktiven Botschaften der Kindheit verinnerlicht und oft ernab jeglicher Realität. Die negative Sichtweise auf sich selbst führt wiederrum dazu den Blick vorrangig auf die eigene Fehlbarkeit und das, was nicht erreichbar ist zu lenken. Was dagegen erreicht wird, wird nicht gesehen, oder erscheint wertlos. Eine negative Sichtweise auf sich selbst geht meist einher mit einer negativen Sichtweise auf andere. Gesehen werden vor allem die Fehler des Anderen, das was er nicht kann, nicht hat, seine Stärken und Erfolge dagegen werden beneidet. Womit wir beim Neid sind. 

Neid richtet den Fokus auf das Haben oder das Sein des Anderen. Neid vergleicht sich ständig und sieht nur das, was er nicht hat, anstatt das, was er bereits an Gutem hat. Wer unter Neid leidet ist solange nicht zufrieden, bis er die Objekte seiner Begierden besitzt. Fatalerweise halten die Freude oder die Dankbarkeit darüber nicht lange an, weil es ja immer noch mehr von dem zu haben gibt, was andere längst haben und so sehnsüchtig begehrt wird. So kommt es zur Gier. Gier und Neid gehen immer eine unheilige Allianz ein.


Was dem Unzufriedenen fehlt um seinem Leiden zu entkommen ist der Mut, das mit dem er nicht zufrieden ist, zu ändern. Aber wie sich aus der Komfortzone herausbewegen? Dann müsste er aufgeben was er schon sicher hat und Unsicherheit erträgt er nicht, denn das würde bedeuteten, sich auf das Leben, wie es ist, einzulassen und Eigenverantwortung zu übernehmen, was heißt: Sich sich selbst ehrlich zuzuwenden. Etwas was der Unzufriedene beharrlich vermeidet, weil er sich vor sich selbst und der eigenen Wahrheit instinktiv fürchtet.
Diese Wahrheit ist ganz einfach: Wenn er anders sein könnte, wenn sein Leben anders sein könnte, dann wäre es anders.













Montag, 20. November 2017

Eine Sache, die wir selbst zu erledigen haben



Malerei: AW

Das Gefühl der Machtlosigkeit basiert auf dem Glauben und der Erwartung, dass unser Verhalten auf das gewünschte Ergebnis keinen Einfluss hat.
Das Gefühl der Bedeutungslosigkeit basiert auf dem Glauben, dass das, was wir sind und was wir in die Welt zu geben haben keinen Wert hat.
Das Gefühl der Sinnlosigkeit erwächst aus der Unfähigkeit, Tätigkeiten zu finden, die uns wertvoll erscheinen.
Das Gefühl der Einsamkeit basiert auf dem Gefühl des Getrenntseins.
All diese Gefühle füttern das Lebensgefühl des Nichtvollständigseins und führen zur Selbstentfremdung. Diese können wir nicht einfach so auflösen. Wir können sie zuerst einmal nur annehmen. Das Gefühl des Getrenntseins ist Teil des Lebens. Je weniger wir fähig sind damit umzugehen, desto bedürftiger sind wir, desto größer und manipulierbarer sind unsere Beziehungsansprüche und desto mehr suchen wir im Außen nach etwas, das uns halten und versorgen soll. Wir verlangen von anderen, dass sie unsere symbiotischen Verschmelzungswünsche erfüllen sollen. Das Fatale daran ist, dass wir im Grunde genau wissen, dass dieser Wunsch unerfüllbar ist. Trotzdem halten wir daran fest, anstatt diesem kindlichen Verschmelzungswunsch zu ent-wachsen, indem wir beginnen das eigene Leben als das zu akzeptieren was es ist: Eine Sache, die wir selbst zu "erledigen" haben und für die wir keinem anderen die Verantwortung in den Schoß legen können. 

Sonntag, 19. November 2017

Gedankensplitter




Foto AW

oft geschieht es, dass wir an etwas festhalten, das uns nicht gut tut und unsere entwicklung blockiert. besonders im kämpfen um einen menschen, der sich nicht helfen lässt, der keine bereitschaft hat sich zum eigenen besten zu verändern, ist dieses festhalten vergeblich. dennoch halten menschen weiter fest, immer nach gründen suchend warum das loslassen nicht möglich ist.

diese gründe sind vielfältig - sie gehen von liebe, mitgefühl, hoffnung und schuldgefühlen - ich kann ihn doch nicht fallen lassen - bis hin zu der unbewussten angst, ihnen selbst fehle dann etwas im leben - das kümmern um den anderen nämlich. letzlich ist aber genau das der grund, warum man loslassen muss: um zu lernen sich um selbst zu kümmern. dann vielleicht lernt der andere das auch ... vielleicht.

Freitag, 17. November 2017

Das Große ist im Kleinen, das Kleine im Großen enthalten


Foto: AW

Im Zen sagt man ... An der Art und Weise, wie der Schüler seine Schuhe abstellt, das Wasser behandelt, die Blumen gießt, sieht der Lehrer den Fortschritt des Schülers. Der ZEN-Novize, der nicht in der Lage ist, seine Schuhe ordentlich vor dem Meditationsraum abzustellen, wird die Erleuchtung nie erlangen. Wenn wir Chaos in unserer Wohnung haben, wenn wir das Chaos, was auf unseren Schreibtisch oder in unseren Schränken herrscht, sehen, wenn wir den Schmutz und den Dreck, der in den Straßen unserer Städte herum liegt sehen - können wir feststellen, wie viel noch zu tun ist um das Chaos in unserem Leben zu bewältigen.
Das Große ist im Kleinen, das Kleine im Großen enthalten!

Montag, 13. November 2017

Lesung



U n t e n
in den Schatten finden wir, was wahr ist in uns
unten
in den Schatten lebt, was uns lebt
unten
in den Schatten wirkt alles, was uns begleitet
und manchmal
entgleitet es uns