Freitag, 8. August 2025

Fake


 

 
Das ist ein roter Apfel.
Ich bin allergisch gegen Äpfel, aber ich kaufe mir ab und zu einen, weil ich Äpfel schön finde. Ich habe herausgefunden, dass ich Äpfel, wenn ich sie koche, vertrage. Ich koche den Apfel also. Als ich den ersten Bissen nehme verziehe ich das Gesicht, er schmeckt bitter. Ich schaue mir das Foto an, dass ich von dem schönen roten Apfel gemacht habe, bevor ich ihn aß. Ich sehe die kleine braune Stelle auf seiner Schale.
Dieser schöne rote Apfel, ein Fake!, denke ich, ein Fake wie meine letzte Liebe, die anfangs war wie dieser Apfel, rot und schön. Bis ich erkannte, dass es nur meine Liebe war, die sie so rot und schön machte. Der schöne Apfel selbst war ein Fake. Die braune Stelle habe ich übersehen. Vielleicht wollte ich sie nicht sehen.
Woher weiß man, ob ein Apfel schmeckt, bevor man ihn isst? Woher weiß man, ob eine Liebe echt ist, bevor man sie lebt?
Vielleicht, indem man genau hinsieht ...
 

 
 

Donnerstag, 7. August 2025

Wachstumsschmerzen

 




Wenn wir auf dem Weg des Wachstums sind, erleben wir Wachstumsschmerzen.
Es ist wichtig, das zu wissen.
Unsere Ängste, unsere Unsicherheit, unsere Zweifel, unsere Verletzlichkeit, ja auch unsere Panik gehören dazu. Sie sind normal, schließlich befinden wir uns in einem Prozess in dem wir Altes, was uns schadet sein lassen und das Neue noch nicht sichtbar ist. Wir experimentieren, wir forschen, wir entdecken – uns selbst. Wir sind dabei über das, was war, und den, der wir zu sein glaubten, hinauszuwachsen um in das, was sein soll hineinzuwachsen und dieser Prozess hat es in sich. Wir sind auf dem Weg und der Weg führt in unbekanntes Gebiet, in Neuland, das wir durchschreiten müssen.
Natürlich macht das erst einmal Angst.
Aber wenn wir uns sagen, dass die Angst sein darf und es uns gelingt die Neugierde überwiegen zu lassen, haben wir es leichter.
 
Wenn wir Muster, Verhaltensweisen oder Dinge in unserem Leben ändern wollen, wenn wir Träume und Ziele verwirklichen wollen, wollen wir das schnell erledigen, wir wollen schnelle Erfolge sehen, wir wollen schon vollendet sehen, was wir uns vorgenommen haben. Aber so läuft es nicht.
Es läuft Schritt für Schritt, Etappe für Etappe.
Es läuft nicht gerade aus, es geht auf und ab. Es gibt gute Momente und Tage und es gibt Momente und Tage, an denen wir deprimiert, erschöpft oder traurig sind, an denen wir Angst vor der eigenen Courage bekommen, an denen wir denken, wir schaffen es nie und aufgeben wollen.
Dann ruhen wir uns aus und machen eine Rast auf dem Weg. Dann ist das so und das ist okay. Und wenn wir uns ausgeruht haben machen wir weiter. Schritt für Schritt, ohne uns zu überfordern. Egal wie lange es dauert - wir gehen weiter.
Als ich jung war wollte ich immer Schriftstellerin, Malerin und Schauspielerin werden. Ich dachte, dass ich all das nicht sein könnte, dass ich das nicht schaffe, dass ich nicht gut genug bin. Ich gab den Traum auf und studierte etwas „Ordentliches“.
Aber mein Traum ließ sich einfach nicht austräumen und irgendwann tat ich es einfach – ich malte und machte Ausstellungen, ich ging auf die Bühne und spielte in einem keinen Performancetheater mit, ich fing im späteren Alter an Bücher zu schreiben und sie herauszubringen. Ich bin weiter gegangen, ich bin trotz und mit Wachstumsschmerzen in meine Kreativität und in meine Träume hineingewachsen. Ich bin den Weg gegangen, trotz meiner Zweifel und meiner Ängste zu scheitern, und ich gehe ihn noch heute, neben meiner Arbeit mit Menschen, mit meinen Ängsten und Zweifeln, die immer wieder auftauchen.
Ich bin mir nicht selbst aus dem Weg gegangen und genau darum geht es bei jeder Art von Wachstum – wir gehen uns selbst nicht aus dem Weg, unseren Gefühlen nicht, unseren Zweifeln nicht und unseren Ängsten nicht. Wir halten das Versprechen, das wir uns selbst gegeben haben, ein.
Wir gehen weiter.
Der Weg ist das Ziel. 
 
 
Angelika Wende
Kontakt: aw@wende-praxis.de

Montag, 4. August 2025

Aus der Praxis: Skin Hunger - Berührungshunger

                                                                                   Malerei: A.Wende
 

 

Wenn uns lange niemand mit liebenden Händen berührt ist das, wenn wir Sehnsucht danach haben, und die hat jeder gesunde Mensch, schmerzhaft. Je länger das Nichtberühren dauert, desto schmerzhafter kann es sein. Berührung gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Eine Umarmung, ein liebevolles Schulterklopfen, Streicheln, Kuscheln, Küssen, Sex - Nähe und Wärme sind existenziell wichtig für uns Menschen. Berührung lässt Babys schneller wachsen. Ein Mangel daran kann nachweislich krank machen. Umgekehrt können Berührungen sowohl bei körperlichen als auch psychischen Erkrankungen therapeutisch eingesetzt werden und heilsam sein. Wenn wir Menschen nicht berührt werden, verkümmern wir. Berührung ist gut für unsere Seele, für unser Immunsystem, für die kindliche Entwicklung, und im Umgang mit kranken und alten Menschen. 

 

Eine Hand halten, eine Umarmung beruhigen.

Berührung ist wichtig für unser Wohlbefinden. Berührung löst biochemische Prozesse aus, die unser neuronales und biochemisches Wachstum anregen.  

Die Haut ist das Organ, an dem unsere Identität hängt und das über eine eigene Intelligenz verfügt. Haut und Gehirn kommunizieren miteinander. Es gibt eine Verbindung von Haut und Gefühlen. Durch die Ausschüttung des Botenstoffs Oxytocin, das sich im Gehirn bei Berührung bildet, werden Stresshormone im Körper abgebaut. Das reduziert das Stresshormon Cortisol. Das wiederum reduziert nicht nur Ängste, sondern stärkt auch das Abwehrsystem. Denn ein Teil der Stressreaktion des Körpers ist die Unterdrückung von Immunfunktionen. Oxytocin bewirkt, dass wir ruhiger atmen, es senkt Herzschlag und Blutdruck, Blutgefäße erweitern sich, Oxytocin leitet auf neuronaler und auf körperlicher Ebene Entspannungsprozesse ein, unser Nervensystem beruhigt sich. Oxytocin schützt vor Krankheiten, es lindert Schmerzen und sorgt dafür, dass wir andere lieben und ihnen vertrauen können. Oxytocin spielt für das Zusammenleben eine große Rolle - es wirkt prosozial. Berührungen transportieren Emotionen und sie fördern ein harmonisches Miteinander. Ob körperlich, seelisch oder geistig: Berührung stellt Beziehungen und Zusammenhänge her. 

 

Was wird aus einem Menschen, wenn er zu wenig Berührung erfährt?

„Wir brauchen vier Umarmungen pro Tag zum Überleben. Wir brauchen acht Umarmungen pro Tag zur Erhaltung. Wir brauchen zwölf Umarmungen pro Tag zum Wachsen .“

Diese Worte stammen von der Therapeutin Virginia Satir.

Umarmungen tun gut. Ohne Frage. Mittels einer langen Umarmung entfaltet das Hormon Oxytocin seine beruhigende Wirkung. Oxytocin wirkt unter anderem angstlösend und bindungsverstärkend. Vor allem Kinder brauchen viele Umarmungen um zu gedeihen, um sich angenommen, geborgen und geliebt zu fühlen.

Vier Umarmungen also täglich um zu überleben.

Aber was heißt das im Umkehrschluss?

Wer keine vier Umarmungen am Tag bekommt, stirbt.

Ob Kind oder als Erwachsener, wir Menschen brauchen Berührung. Was aber wenn wir diese nicht bekommen, weil wir singuläre Menschen sind oder weil wir in Beziehung sind und das Umarmen eine Seltenheit geworden ist.

Sterben wir dann?

Wir sterben nicht, jedenfalls nicht am Mangel an Umarmungen.

Auch wenn Alleinleben und Vereinsamung - was oft dauerhaftes nicht umarmt Werden beinhaltet - angeblich tödlicher ist als das Rauchen von 15 Zigaretten. Es gibt viele, die allein leben und viele Einsame, die noch dazu 15 Zigaretten rauchen und trotzdem nicht gleich tot umfallen. Dennoch, es macht etwas mit uns, nicht berührt zu werden - ohne Berührung verhungern wir emotional.  Skin Hunger nennt man es, ein Konzept das von dem Psychologen Harry Harlow erforscht wurde. Er konnte anhand von Experimenten mit Affen nachweisen, wie wichtig Liebe und Zuneigung für Kinder sind. Aber nicht nur Kinder brauchen Berührung, auch Erwachsene.

 

Berührt werden ist ein zutiefst menschliches Bedürfnis nach körperlicher Nähe und Zuneigung. Berührungshunger ist ein Gefühl des Mangels an positiven Berührungen, das sich ähnlich wie Hunger anfühlen kann, und das, je länger der Mangel andauert, umso schmerzhafter empfunden werden kann. 

Wenn Berührung lange fehlt, kann Sinnleere die Folge sein. Wer nicht berührt wird, spürt sich weniger selbst – er wird seiner selbst ­unsicher oder sich selbst im ungünstigsten Falle fremd. Und das hat wiederum Folgen für seine Beziehungen zu anderen. Er wird misstrauischer. Nähe ist für ihn angstbesetzt. Er geht auf Distanz -  in dem Maße wie er eine innerliche Distanz zu sich aufgebaut hat. Er beginnt im wahrsten Sinne des Wortes zu fremdeln. Je mehr ein Mensch unter Nichtberührung leidet, desto höher ist die Gefahr seelisch und körperlich zu erkranken und langsamer zu genesen, wenn wir krank sind.

Die Auswirkungen von Berührungsmangel können sich u.a. auch in Stress, Ängsten, Depressionen, Bindungsängsten, sexuellen Dysfunktionen, Süchten und psychosomatischen Beschwerden äußern.

 

Unsere Zeit ist voll emotional Verhungerter und Unberührter.

Voll von Menschen, die Tag für Tag ohne Umarmungen leben müssen.

Berührungslos leben hat Folgen. Es macht etwas mit der Seele und mit dem Körper. Die tiefe Sehnsucht nach Hautkontakt bleibt ungestillt. Es ist wie mit einer Pflanze, die nicht gegossen wird – sie verblüht vor ihrer Zeit.

Virginia Satir hat Recht. Wir brauchen Berührung für ein gesundes Leben. 

Berührung ist wichtig, nicht nur um Nähe zu spüren, sondern um uns selbst zu spüren. Wenn wir berührt werden, fühlen wir uns gesehen, wertgeschätzt, gehalten und geliebt. Studien zeigen, wie sich Berührungen von ÄrztInnen oder Pflegekräften positiv auf kranke Menschen auswirken. Bereits eine leichte Berührung kann den Blutdruck und die Herzfrequenz senken. Kranke Menschen heilen schneller, wenn sie berührt werden.

Berührung kann trösten und heilsam sein und vor allem - sie schafft Verbundenheit. Berührung ist ein stiller, wortloser Dialog zwischen zwei Menschen. Sie geht über den Körper in die Seele. Berührung schafft Bindung und Vertrautheit. Jede liebevolle Umarmung löst Wohlgefühle aus.

 

Was können wir tun, wenn Haut und Seele weh tun von der Nicht-Berührung?

Was wenn da keiner ist, der uns liebevoll in den Arm nimmt?

Was können wir tun, um dieses heilsame Wohlgefühl zu bekommen?

Es braucht nicht immer einen anderen dazu, auch uns selbst berühren hilft.

Die Berührung warmer Gegenstände tut gut und macht großzügig.  

Zu dieser Erkenntnis gelangten in zwei Experimenten Lawrence Williams von der Universität von Colorado und John Bargh von der Yale Universität im Jahr 2008. Einerseits bewerteten Teilnehmer einen Fremden als großzügiger und fürsorglicher, wenn sie zuvor kurz einen Becher mit warmem Kaffee in Händen hielten. Andererseits sorgte ein Wärmekissen dafür, dass die Teilnehmer eher ein Geschenk für Freunde aussuchten als für sich selbst. 

Wärme tut also gut.

Das können wir für uns nutzen. 

 

Achtsam einen warmen Tee trinken.

Achtsamkeit im Umgang mit dem eigenen Körper tut gut. Ein warmes Bad nehmen, uns mit warmem Öl selbst massieren, eine Wärmflasche auf den Bauch legen und warmes Licht anmachen hilft. Den alten Teddy aus Kindertagen in den Arm nehmen hilft. 

Selbstmassagen am ganzen Körper helfen zu entspannen.

Unsere Hände auf unser Herz oder auf unseren Bauch legen und tief und bewusst atmen beruhigt. Die Schmetterlingsumarmung (könnt ihr googlen) hilft, uns selbst zu spüren. Sie ist zudem eine wirksame Akuthilfe bei Stress oder Angstzuständen.

Massagen beim Physiotherapeuten sind Berührungen.

Auch das Streicheln eines Haustieres ist Berührung und berührt sein.

Auch schöne Dinge bewusst berühren hilft. 

Bewusst schmecken, was wir essen, hilft. Was wir zum Essen zubereiten bewusst berühren hilft. Bewegung, am besten draußen in der Natur, hilft. Die warme Sonne, aber auch Kälte oder Wind helfen, den Körper zu beruhigen, wenn er lange auf Berührungen verzichten muss. Kreativität, die in Flow versetzt, hilft. Malen, schreiben, die Seele von schöner Musik berühren lassen hilft. Worte, die uns berühren, helfen.

Jede Berührung zählt, jede ist heilsam, auch wenn wir nicht auf vier Umarmungen täglich kommen.

 

Wahr ist leider: Alles hilft nicht so richtig.

Wer nicht berührt wird, muss mit der Sehnsucht nach Berührung leben.

Aber was hilft gegen die Sehnsucht?

Vertrauen - darauf, dass es anders wird. Und das wird irgendwann so sein. Und gut zu uns selbst sein, so gut wir es vermögen.

Was noch?

Manchen Menschen hilft der Glaube.

Ein Mensch, der glaubt, unterscheidet sich vom dem, der nicht glaubt, dadurch, dass er glaubt, dass Gott ihn durch das, was er ihn erfahren lässt, berühren will. Dieser Glaube berührt die Seele auf einer höheren Ebene und befriedet sie. An etwas Größeres glauben in schweren Momenten öffnet die Bereitschaft für einen hoffnungsvollen Umgang mit der Sehnsucht. Darin liegt die heilsame Berührung im sich Sehnen. 

 

Möget Ihr berührt sein.

 

 

Angelika Wende

www.wende-praxis.de

 



Samstag, 2. August 2025

Wann?


 


 

Wann beginnst du dich für dein Inneres Kind verantwortlich zu fühlen?

Wann beginnst du es zu sehen, zu verstehen, zu schützen, zu trösten, zu lieben und es wachsen zu lassen, damit es seine Möglichkeiten und Potenziale auschöpfen und leben kann?

Wann endlich, nach all der Zeit, in der du es nicht beachtet hast?

Freitag, 1. August 2025

Es ist gefährlich Gedanken über Scheitern, Misserfolg und Hoffnungslosigkeit nachzuhängen

                                                           Malerei: A.Wende


 

Ich kenne einen Menschen, dessen Leben im Laufe Zeit zu einem Elend geworden ist.

Seine ständigen Begleiter waren Klagen, Selbsthass und eine nicht zu bezwingende Hoffnungslosigkeit sein Leben sei irgendwie zum Besseren zu wenden. Alles was ich tat um ihm zu helfen, prallte an seiner Einstellung „Ich bin das arme Opfer der Umstände", ab.

Egal was ich tat, ich musste mir Vorwürfe anhören, ich verstünde ihn nicht. Keiner verstünde ihn.

In seinem Nichtverstandenseingefühl verlegte er sich darauf seine seelischen Qualen mittels Alkohol zu betäuben. Jahrelang frönte er der Sucht bis hin zum Siechtum. Aber auch das Gewahrsein dessen, führte nicht dazu, dass er bereit war seine Einstellung zu ändern. Steif und fest beharrte er darauf, ein Opfer zu sein und dass ihn niemand versteht und ihm daher niemand helfen könne. Gefangen in seinem selbstzerstörerischen Muster trank, jammerte und klagte er weiter. Er machte weiter alles und jeden dafür verantwortlich, dass sein Leben so war wie es war. Sogar als ihn eine schwere Krankheit traf änderte er seine Einstellung nicht, vielmehr redete er sich alles so hin, dass die Krankheit eine Folge seines beschissenen Lebens sei und ein Beweis mehr sein Leben nicht ändern zu können.

Dieses Leben wird sich nicht ändern. Es sei denn es geschieht ein Wunder.

Der Geist dieses Menschen wird danach trachten seine Einstellung weiter zu manifestieren. Er wird weiter manifestieren, was er glaubt und wovon er nicht abzubringen ist.

 

Unser Geist wird stets versuchen zu verwirklichen was wir glauben und was wir uns vorstellen. Er wird genau die Hindernisse aufbauen und herbeirufen, die unserer Einstellung entsprechen – er wird damit in Resonanz gehen.  

Er wird nur das sehen, was in seiner Vorstellung existiert, nach der Bestätigung dieser Vorstellung suchen und für alles andere blind sein. So gesehen erschaffen wir in der Tat mit unseren Gedanken Teile unsere Wirklichkeit. Und je destruktiver und zerstörerischer diese Gedanken sind, je starrer unsere Einstellung ist, desto mehr wird sie zu dem, was unser Leben ist.

Darum baue in deiner Vorstellungswelt keine Hindernisse auf.

Nähre sie nicht, indem du sie fütterst.

Überprüfe deine Einstellung grundsätzlich und immer wieder darauf, ob sie hilfreich ist oder nicht.

 

Es ist gefährlich Gedanken über Scheitern, Misserfolg und Hoffnungslosigkeit nachzuhängen.

 

 

 

Einstellungen sind wichtiger als Tatsachen

 



Keine Tatsache ist je so wichtig wie unsere Einstellung.
Tatsachen sind nicht zu ändern, im Guten wie im Unguten.
Sie sind, was sie sind und wie sie sind. Sie können uns niederschmettern, hilflos machen, traurig machen, wütend und verzweifelt. Sie können unser Leben beherrschen und uns alle Kraft rauben. Sie können dazu führen, dass wir aufgeben wollen, uns nach dem Sinn des Ganzen fragen, vor Angst gelähmt sind und resignieren.
Ungute Tatsachen sind gegen uns, und dennoch, in jeder unguten Situation können wir uns fragen:
Was ist noch für uns?
Was sind die Dinge, Menschen, Faktoren und Ressourcen, die uns zur Seite stehen ?
Was können wir dem Unguten entgegensetzen?
Und das ist unsere Einstellung: Wie wir das, was ist, bewerten und wie wir damit umgehen.
Was wir daraus machen liegt an uns.
Wenn wir nur an die Tatsachen denken, die gegen uns sind, geben wir ihnen Energie, wir geben ihnen eine Macht, die ihnen gar nicht zusteht. Wenn wir aber unsere Fähigkeiten, unsere Ressourcen, unseren Mut und alles, was für uns ist, wachhalten, dann geben wir dem Energie, was für uns ist.
Darum ist keine Tatsache so wichtig wie unsere Einstellung.
 
"Wenn du gerade durch etwas Dunkles gehst: Such nicht nur nach einem Ausweg. Such nach einem Warum. Denn wer ein Warum zum Leben hat, erträgt fast jedes Wie."
Viktor Frankl
 
 
Angelika Wende
Kontakt: aw@wende-praxis.de