Foto: A.W.
Wir wollen verstehen. Zusammenhänge erkennen, Bedeutungen finden, einen Sinn entdecken, der das Erlebte greifbar macht. Und doch verlieren wir uns oft genau dort, wo es nichts zu greifen gibt, wo kein klares Warum existiert, das uns Halt geben könnte.
Vielleicht liegt ein Teil innerer Stabilität genau darin, auszuhalten,
dass nicht alles erklärbar ist,
dass nicht alles eine erkennbare Ursache hat,
dass nicht alles eine Botschaft in sich trägt oder einem höheren Sinn folgt.
Manches geschieht einfach.
Ohne Sinn.
Ohne Bedeutung.
Ohne Zusammenhang.
Und vielleicht ist es kein Zeichen von Schwäche, wenn wir keinen Sinn darin finden, sondern von radikaler Ehrlichkeit. Weil wir aufhören, zwanghaft deuten und verstehen zu wollen, nur um das Unbegreifliche erträglicher zu machen.
Vielleicht geht es nicht immer um Verstehen und um Sinn,
sondern um das Annehmen des Sinnlosen und trotzdem weiterzugehen.
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