Malerei: Angelika Wende
Man erkennt sie nicht auf den ersten
Blick, auch nicht auf den zweiten, oft dauert es lange bis man begreift, dass
man es mit einem Psychopathen zu tun hat, manchmal begreift man es erst, wenn
es zu spät ist, dann, wenn man an sich selbst zweifelt und sich innerlich
gebrochen fühlt.
Warum ist es so schwer einen
Psychopathen zu erkennen?
Psychopathen sind Maskenträger
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Der ICD 10 beschreibt die dissoziale/
psychopathische Persönlichkeitsstörung wie folgt:
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Eine Persönlichkeitsstörung,
die durch eine Missachtung sozialer Verpflichtungen und herzloses
Unbeteiligtsein an Gefühlen für andere gekennzeichnet ist. Zwischen dem
Verhalten und den herrschenden sozialen Normen besteht eine erhebliche
Diskrepanz. Das Verhalten erscheint durch nachteilige Erlebnisse,
einschließlich Bestrafung, nicht änderungsfähig. Es besteht eine geringe
Frustrationstoleranz und eine niedrige Schwelle für aggressives, auch
gewalttätiges Verhalten, eine Neigung, andere zu beschuldigen oder
vordergründige Rationalisierungen für das Verhalten anzubieten, durch das der
betreffende Patient in einen Konflikt mit der Gesellschaft geraten ist.
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Eine Psychopathie ist
oft schwer zu erkennen, selbst für Experten.
Dissoziale Persönlichkeiten sind
Schauspieler, die die Gabe haben Gefühle zu simulieren. Was wie Zuneigung oder Empathie
erscheint, ist erlerntes Verhalten, das zu rein selbstsüchtigen Zwecken
eingesetzt wird. Gene und Umweltfaktoren , z. B. ein Unglück oder ein
traumatisches Erlebnis in der Kindheit, tragen zur Herausbildung der
antisozialen Persönlichkeitsstörung bei. Aus der Hirnforschung weiß man, dass
bestimmte Gehirnareale, nämlich jene für Mitgefühl und Impulskontrolle, stark unterentwickelt
sind.
Das Muster der Spaltung
Das Wesen des Psychopathen wird durch
einen weiteren psychischen Mechanismus gekennzeichnet - den der Spaltung.
Psychopathen teilen Menschen in wertvoll und nicht wertvoll ein - je nachdem
welchen Nutzen sie für sie haben. Bei männlichen Psychopathen unterliegt z.B.
das Frauenbild der Trennung zwischen der "guten Mutter“ - schützend und versorgend und der „bösen Mutter“
- vernachlässigend, kalt, emotionslos, ablehnend und strafend.
Ein weiteres typisches Merkmal der
psychopathischen Charakterstruktur ist die misstrauische Grundhaltung. Sie
haben eine fast schon zwanghafte Angst belogen und ausgenutzt zu werden.
Sie fühlen sich stets beobachtet und schnell angegriffen. Schon bei der
kleinsten Kritik sind sie misstrauisch und rechnen damit, dass man ihnen schaden
will. Sie lassen sich auf keinen Fall zu
etwas bringen und tun unter allen Umständen nur das, was ihrer Meinung nach das
Beste für sie selbst ist.
Psychopathen
haben eine ausgeprägte Neigung zu antisozialem Verhalten.
Menschen
mit dieser Störung verhalten sich impulsiv, sind verantwortungslos sich selbst
und anderen gegenüber und missachten die sozialen Normen. Die Gefühle anderer
Menschen berühren sie nicht, Schuldgefühle sind ihnen fremd. Sie manipulieren und handeln,
ohne Reue zu empfinden. Sie lügen, betrügen und nutzen ihre Mitmenschen
geschickt aus. Sie handeln ständig verantwortungslos, was sich beispielweise
darin zeigt, dass sie einfach ihren Arbeitsplatz kündigen, ohne eine neue
Arbeit zu haben, indem sie ihre Rechnungen nicht zahlen, Kredite aufnehmen, von
denen sie wissen, dass sie nicht zurückzahlen können oder andere für sich
sorgen lassen. Auch Alkohol-und Drogensucht kommt bei dieser Persönlichkeitstörung häufig vor.
Der maligne Narzissmus
Eine Form der Psychopathie ist der
"maligne Narzissmus". In der Psychologie versteht man darunter eine
Kombination aus narzisstischer Persönlichkeitsstörung, antisozialem Verhalten,
sadistischer Aggression sowie eine extrem misstrauische Grundhaltung.
Maligne Narzissten gelten als äußerst charmant.
Durch ihre manipulativen Fähigkeiten gelingt es ihnen schnell das Vertrauen
ihrer Mitmenschen zu gewinnen, obwohl es ihnen an Mitgefühl und emotionaler
Bindungsfähigkeit fehlt. Sie haben die Gabe andere um den Finger zu wickeln und
sie mit ihrem gespielten Charme zu beeindrucken und an sich zu binden. Sie
wirken überzeugend und sind einschmeichelnd. Sie schmeicheln andern um ihre
persönlichen Ziele zu erreichen. Dabei erscheinen sie oft zugeneigt,
souverän, beherrscht und kultiviert.
All das ist gespielt, eine Rolle, ebenso
wie die Maske der Freundlichkeit, die sie aufsetzen um ihre Bedürfnisse erfüllt
zu bekommen. Aber es ist eben nur eine Maske. In Wahrheit sind sie Blender und
zudem sehr gut darin, die Schwachstellen und Wunden anderer zu erkennen und diese
auszunutzen um mittels Täuschung und Betrug ihr egoistisches Ziel zu erreichen
– und das heißt: Macht erlangen.
Einseitige Kommunikation
Wer es erlebt hat weiß, wenn der
Psychopath kommuniziert, fühlt es sich an, als ob er Worte sendet, aber selbst
keine empfängt. Das liegt daran, dass er schlicht und einfach kein Interesse
daran hat, mehr vom anderen zu erfahren. Er ist ein schlechter Zuhörer,
unterbricht oft und hört nur hin, wenn etwas Positives oder Anerkennendes über
ihn selbst gesagt wird. Die Kommunikation mit diesen Menschen ist daher immer
einseitig.
Auch hier suchen sie immer nach dem
größten Vorteil für sich selbst.
Der Psychopath wirkt emotional unbeteiligt,
selbst wenn tiefe Gefühle angebracht wären. Man hat das Gefühl, als stehe man
vor einer gläsernen Wand durch die es kein Durchdringen gibt. Ein solcher
Mensch ist unfähig die Bedürfnisse und Gefühle selbst derjenigen Personen
wahrzunehmen, die ihm nahe stehen. Entscheidend sind nur seine eigenen
Bedürfnisse.
Er neigt dazu anderen das Gefühl zu
geben, sie müssten sich um ihn kümmern. Kritisiert man ihn, ist er sofort
verunsichert und reagiert ausfallend, aggressiv, mit Kränkung, Herabsetzung
oder mit Ignoranz. Gibt es Konflikte, glaubt er sich stets
im Recht und alle anderen im Unrecht. Ohne die geringste Reue zu zeigen, tut
und sagt er Dinge, die zutiefst verletzen. Selbst
eine Bestrafung ändert nichts an seiner Überzeugung, im Recht zu sein. Im
Gegenteil: Er schieben dem Opfer die Schuld wegen ihrer Dummheit oder
Hilflosigkeit zu, nach dem Motto: „Dein Problem!“
Das Ziel allen Denkens und Handelns ist
das eigene Ich
Der Psychopath interessiert sich nur
sich selbst. Er hält sich für intelligenter, besser, attraktiver oder begabter
als alle anderen. Menschen mit antisozialer Persönlichkeitsstörung nehmen sich
das, was sie wollen, ohne die Folgen für sich selbst oder andere zu
berücksichtigen. Menschen sind nur dann von Interesse, wenn sie etwas für ihn
tun können, wenn sie ihm nützlich sind, wofür auch immer. Sieht er keinen
Nutzen mehr im anderen, lässt er ihn fallen und sucht sich das nächste Opfer,
das er ausbeuten kann. Er ist ein gefühlloser, kaltblütiger, egoistischer
Narzisst, der wenn es sein muss, auch über Leichen geht.
Entzieht man ihm die Loyalität oder
wendet man sich von ihm ab, ist er zutiefst frustriert und fühlt sich innerlich
vernichtet. Doch wenn ein Psychopath verlassen wird, heißt das noch lange nicht, dass
das Ganze damit beendet ist. Wenn er erkennt, dass er keine Rolle mehr im Leben
des Anderen spielt, wird er zunächst alles tun um ihn zurückzugewinnen. Aber
„Alles“ ist nur gespielt und hat nur einen Zweck: wieder Macht über den Anderen
zu erlangen und das eigene gekränkte Selbstwertgefühl auzupolieren. Gelingt ihm
das nicht wird er zum Aggressor und genießt es, den Anderen zu demütigen und emotional
zu zerstören, um sich selbst besser zu fühlen.
Wer einmal die Bekanntschaft mit einem
Psychopathen gemacht weiß, selbst nach vielen Jahren ist da dieses Gefühl der
Fassungslosigkeit, das Gefühl diesen Menschen nicht zu kennen.
Psychopathen kann man nicht
heilen. Diese Persönlichkeitsstörung ist sehr
schwer zu behandeln. Es gibt keine Nachweise dafür, dass bestimmte Therapien
langfristig zu einer Verbesserung führen.
Die beste
Möglichkeit, sich vor einem Psychopathen zu schützen, ist sein
Machtspiel als Kompensation für seine Minderwertigkeitskomplexe zu durchschauen , sich von ihm abzuwenden und sich der tiefen Kränkung zuzuwenden, die ein
solcher Mensch in der eigenen Seele hinterlassen hat. Oft braucht es dazu
eine Therapie, denn die Wunden, die der Psychopath
hinterlassen hat, sind einschneidend und tief.
Du hast das erleben müssen oder steckst mitten drin?
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mich kennen und lass mich dir helfen.
Kontakt: aw@wende-praxis.de
www.wende-praxis.de