Samstag, 5. März 2011

1. versuch etwas lustiges oder etwas garstiges zu schreiben ..

jetzt sitze ich schon wieder hier vor dem weißen blatt, wo ich doch eigentlich auf den markt gehen wollte. ne ein blatt ist es ja nicht ... vielmehr eine weiße datei, in die ich reinschreibe, gern und oft, aber für mich ist es doch ein blatt. warum, das erkläre ich jetzt nicht, aber wer mich ein bisschen kennt, weiß - ich lebe in meiner eigenen realität und da ist das eben ein weißes blatt und basta. und das wartet, dass ich es be - schreibe.

ich bin vielschreiberin, wutschreiberin, traurigschreiberin, philosophischschreiberin, sichfragenstellenschreiberin, geschichtenschreiberin. das alles schreibe ich am liebsten in kleinbuchstaben, das geht schneller, zwar nicht schnell genug um es so schnell auszukotzen, wie es mir im hirn rumhüpft, aber immerhin schneller als das mit den groß-und kleinbuchstaben.

die satzzeichen würde ich mir auch gern sparen, zum einen, weil ich sie nicht beherrsche, trotz abitur und studium (ich bekenne ich bin legasthenikerin) zum anderen, weil die sich jeder denken kann, wenn er will oder müssen muss.


die satzzeichenunkenntnis hat mir allerdings mal einen potentiellen texterjob vermasselt. der typ hat mich nicht haben wollen, weil dem mein mangel an satzzeichenbeherrschung nicht gefallen hat, aber ich hab ihm gefallen, hat mir am ende aber trotzdem nix genutzt.

eh wurscht, ich mache meinen job lieber allein. ich bin nicht gern irgendwo angestellt. allein das wort an - ge - stellt ... klingt in meinen ohren wie ver - stellt. verstellen kostet mich kraft, die ich für was anderes brauche. mach ich nicht mehr.


also wo will ich jetzt hin ... schreiben?

ich sitze hier, weil ich gerade einer mir ans herz gewachsenen frohnatur, die sich aber dennoch mit meinen, bisweilen betrübten gedanken auseinandersetzt, was mich total freut, versprochen habe, etwas lustiges oder etwas garstiges-das darf es auch sein- zu schreiben.

ich sitze und denke, vordenkend, nachdenkend - nein, besser nachfühlend. also was fühle ich gerade?

lustig bin ich nicht, ne irgendwie jetzt grade nicht, manchmal bin ich das schon, ja ich kann echt albern sein und ich kann auch richtig von herzen lachen. wer es nicht glaubt, der blicke mal kurz auf meine mundwinkel, die zeigen nach oben und nicht wie bei mancher dame meines alters (dame .. na ja, werd ich nie, kann aber so tun, wenn es denn sein muss) nach unten. oh, diese nach unten sich ziehenden mundwinkel, wie machen die unschön. will ich nicht. ich bin eitel.

wenn ich mal hässlich werde mache ich es wie einst marlene und ziehe mich mit viel alkohol von der welt zurück um mich langsam tot zu saufen, da hab ich wenigstens noch ein bisschen spaß beim sterben, wenn ich den schon nicht im leben hatte. halt! das stimmt nicht ganz - doch, doch, ich hatte spaß und habe den auch immer wieder.

es gibt da so ein paar sachen, ausser denken, schreiben, klugscheissen, meine show abziehen (ja, ich bin eine rampensau und stehe dazu) wein trinken, zigaretten rauchen, essen kochen, essen, tanzen, mit liebe lieben oder ohne liebe lieben, die mir echt spaß machen. spaß macht mir auch mit meinem sohn zu rappen, ich beherrsche free style und das in meinem alter, das soll mir mal jemand nachmachen. ja, mein lieblingsmensch sohn, der mir das leben zur achterbahnfahrt macht, der macht mir auch ganz viel spaß, wenn er mal grade in der spur ist und nicht wieder meint, er müsse bei rasendem tempo aufstehen und die mama schocken und den rest der welt gleich mit.

das schocken macht mich dann wieder traurig und zwar so traurig, dass mir ausser schreiben nix mehr spaß macht und dann schreibe ich das unspaßige auf mein weißes blatt, und auch das unspaßige, was das leben sonst noch so in sich trägt.

ich gucke nämlich über mein weißes blatt hinaus in das große ganze und da gefällt mir vieles überhaupt nicht und vieles macht mich verdammt traurig und wütend. ja, und das fällt mir dann eben auch ein.

wenn ich es rausgeschrieben habe, dann poste ich das in facebook und warte mal ab was passiert, weil ich nämlich feedback liebe. und wenn ich glück habe, dann kommen die kommentare all der menschen, die mich ins herz geschlossen haben, oder die derer, die mich nicht ausstehen können. dazwischen scheint es nichts zu geben. ist aber nicht schlimm, ich kann mich manchmal nämlich auch nicht leiden. die kommentare freuen mich dann sehr. manchmal hab ich dabei auch richtig spaß.

es kommen auch immer wiedet fragen, warum ich denn so traurig oder nachdenklich daher schreibe.

ich hoffe ich habe diese frage jetzt ein für alle mal beantwortet. oder?

ich will mal so sagen: das leben ist nicht episch, also meins nicht und das der meisten menschen, die ich kenne, auch nicht. das leben ist mal so und mal so. und ich bin auch mal so und mal so, den luxus leiste ich mir, denn den kann ich mir leisten, der kostet nix- ausser ehrlich sein zu sich selbst und ausdrücken, was man fühlt und denkt.

und jetzt verrate ich mal ein geheimnis: ich hab all die kacke durch die ich in den letzten jahren gelaufen bin nur deshalb überlebt, weil ich mich ausdrücke. die show gehört auf die bühne und nicht in mein leben und nicht in meine schreiberei und wem´s nicht passt, der muss es ja nicht lesen.

so .. war das jetzt lustig oder garstig, liebe frohnatur?

wieder nicht, ich weiß schon, aber - ich habe es versucht. und es versuchen, egal wie dick der dreck ist in dem wir stecken, ist das, was zählt. und darum werde ich es mit dem "was lustiges schreiben" auch noch mal versuchen.

morgen ist, wenn mich der liebe gott noch ein bisschen leben lässt, auch noch ein tag ag, ein neuer schreibtag, ein neuer lebenstag - mit oder ohne spaß. das ist mir eigentlich auch nicht so wichtig. wenn der tag ohne katastrophe vorrübergeht und ich ihn mit dem füllen kann, was ich liebe, ist es ein guter tag.

in diesem sinne .... die wende schreibt weiter ...

p.s. und wenn ich mal berühmt bin leiste ich mir einen lektor für die satzzeichen und alle anderen fehler

Herz VIII





Ich lebe mit der Erinnerung, wiederhole Erfahrung unbewusst. Wie soll ich wissen, was da in mir ist, was sich der Begegnung mit der Erinnerung wieder und wieder stellt, wo ich nicht weiß, wer dieses sich erinnernde Ich ist.


Freitag, 4. März 2011

Aufruhr ...

Manchmal begegnen wir einem Menschen der uns aufwühlt, der uns aus der Ruhe bringt, der uns ein Gefühl von Irritation vermittelt, der uns in Aufruhr versetzt.

Auch wenn es sich unangenehm anfühlt, es geschieht etwas mit uns.

Vielleicht ist es gut, was da geschieht, auch wenn wir es absolut nicht wollen, uns wehren, möglichst schnell weg wollen, von diesem Menschen, zurück zu uns, dahin, wo wir waren - ins vertraut Bekannte.

Aber vielleicht ist genau das falsch.

Vielleicht sollten wir diesem Menschen, der es vermag uns in Aufruhr zu versetzen, danken.

Denn es kommt Bewegung in Bereiche unseres Unterbewußtseins, die wir geschickt verdrängt haben.

Vielleicht ist uns genau dieser Mensch begegnet, damit wir uns nicht weiter der Heilung alter Wunden verschließen, und uns nicht weiter selbst den Weg versperren ...

Donnerstag, 3. März 2011

Herz VII




das weicht sich auf, zerfließt,
sagt das herz.
ging schon im kommen
wird nicht wieder kommen,
sagt das herz.
zerflossen,
weiß das herz.


Freiheit ... träumen ...

Das mit der Freiheit geht mir seit Tagen nicht aus dem Kopf.
Irgendwie ist das ja auch verdammt schwer, frei sein. Wollen wir alle, na ja nicht alle, eben die, die drüber nachdenken und das sind zum einen die, die sich ein Höchstmaß an Freiheit geschaffen haben, mit einem meist ziemlich hohen Preis, denn Freisein bedeutet immer auch Verzicht auf so manches, was die Unfreien haben. Ein normales Leben, mit regelmäßiger Arbeit als Angestellter oder Selbstständiger, mit Partner, Familie und all den Verpflichtungen und Anforderungen, die dieses Konstrukt in sich trägt ... und so weiter.

Freiheit heißt für mich zunächst, ich kann denken was ich will.
Gedankenfreiheit. Das ist schon viel, denn in den Gedanken ist alles möglich auch das Unmöglichste. Vielleicht sind da sogar die wahren Abenteuer, die nämlich, die man sich nicht zu leben, aber zu denken traut. Das ist der Punkt: sich trauen, mutig sein. Mut hat viel mit Freiheit zu tun. Mut, das zu sein, das zu leben, was man wirklich will und dann der Mut die Konsequenzen für dieses Wollen zu tragen.

Bin ich mutig? Manchmal denke ich, ja, bin ich, dann wieder denke ich, vielleicht hab ich einfach keine Lust mich dem "normalen Leben" zu stellen, oder sogar Angst davor. Gut, dann bin ich aus Angst mutig, im Endeffekt ist das Ergebnis das Gleiche.

Binde dich an nichts, was du nicht sofort wieder loslassen kannst, auch das ist Freiheit, nicht anhaften an etwas oder jemanden, nichts erwarten und auf nichts warten, was ein anderer für dich tun soll, kann, will, wird, sondern das tun, was du aus dir selbst heraus tun kannst.

Die eigenen Potentiale nutzen, auch das ist Freiheit.
Was in mir ist und raus will, ausdrücken. Was sich nicht ausdrückt, drückt sich ein, verknotet sich irgendwo in der Seele und im Körper und macht krank.

Das Ungelebte ist ungesund.
Vielleicht sogar ungesünder als Zigaretten rauchen und ab und an zu viel Wein trinken.

Freiheit ist für mich Selbstausdruck über die Grenzen der äusseren Beschränkungen hinaus. Klingt radikal, ist es auch, denn im Zweifel will das Äussere das gar nicht haben, oder mitleben, was ich ausdrücken muss und will. Und am Ende steht man ziemlich allein da mit der Freiheit, aber auch das ist ein Aspekt der Freiheit.

Was wir nicht wirklich bedenken - letztlich ist jeder allein, am Anfang und am Ende und zwischendurch. Das verdrängen wir gern, weil es schmerzt. Doch der Schmerz gehört auch zur Freiheit. Eben weil sie radikal ist. Das Radikale ist nicht sanft, ist nicht handsome, will was es will und nimmt Verluste in Kauf - ergo schmerzt es.

Auch das Unfreie schmerzt.
Nur anders. Das gräbt sich ein, frisst sich in Kopf, Herz und Seele und am Ende ist da diese Erstarrung, wo nichts mehr fließt, wo Leben nur noch ein Funktionieren ist und das Wünschen den Träumen überlassen wird.

Träume sind der Urgrund der Freiheit, dort ist ihre Quelle, dort wird sie geboren, in unseren Träumen, in unseren Visionen von Etwas, was es noch nicht gibt und was sein könnte. Und manchmal niemals gibt. Macht aber nichts, denn allein das Träumen macht Sinn. Weil es das, was ist, hinterfragt.

Hinterfragen hat viel mit Freiheit zu tun, denn die Zweifel stören den Ist-Zustand und schaffen Möglichkeiten.

Möglichkeiten sind Gottes Geschenke an uns. Um diese zu empfangen muss man sie sehen wollen. Sie sind da, immer und überall. Am Präsentesten sind sie in uns selbst, diese Möglichkeiten. Sie warten geradezu darauf gedacht, geträumt und gewagt zu werden.

Im Wagnis des eigenen Lebens liegt die Option der größtmöglichen Freiheit, trotz aller Beschränkungen, die die Umstände uns diktieren und in denen wir gefangen sind.

Und dieses Wagnis erfordert eine Entscheidung. Wenn der Wunsch nach der Freiheit stark genug ist werden wir diese Entscheidung fällen - nur dann.

Ansonsten bleibt es beim Träumen.



Mittwoch, 2. März 2011

Dienstag, 1. März 2011

Wenn ...

Wenn Angst sich in Antrieb verwandelt
Widerstand zu Akeptanz wird
Enttäuschung zu Gleichmut
Wut zu Engagement
Sorge zu Staunen
Bewertung zu Beobachtung
Bedürfnis zu Zufriedenheit
Schuld zu Vergebung
Innere Unruhe zu innerem Frieden
Misstrauen zu Vertrauen
Zweifel zu Neugier
und
Hass zu Liebe

wie viel schöner wird Leben ...