Der subtile Versuch jemand anderer sein zu wollen, den viele von uns
seit der Kindheit betreiben entsteht daraus, dass uns jemand sagte wie
wir zu sein haben.
Sei eine gute Tochter, ein braver Sohn, ein fleißiges, folgsames Kind.
Niemand hat uns gesagt, dass wir genau so wie wir sind richtig sind.
Aber viele haben uns gesagt, was wir tun müssen um so zu sein wie man
uns haben will.
Man hat uns gesagt was unsere Pflichten sind,
was wir zu leisten haben, wie wir zu funktionieren haben, damit wir
dazugehören und ja nicht aus dem System fallen. Wer nicht reinpasst hat
es schwer, hat man uns vorgelebt und wir haben es nachgelebt.
Wir
sind davon überzeugt, dass es unsere Pflicht ist Situationen zu
kontrollieren, nach Sicherheit um jeden Preis zu streben, uns an andere
Menschen zu binden, für sie die Verantwortung zu übernehmen, uns zu
kümmern damit es den anderen gut geht, unsere Gefühle zu unterdrücken,
uns zu schämen, wenn wir nicht tun was sich gehört, uns schlecht zu
fühlen, wenn wir uns nicht an die Regeln halten, uns selbst zu
verurteilen, wenn wir Fehler machen, uns schuldig zu fühlen, wenn wir
scheitern, uns zu schämen wenn wir versagen.
Inzwischen haben
viele von uns begriffen, das sie so nicht mehr funktionieren müssen.
Viele von uns wissen, dass wir genauso wie wir sind okay sind, aber die
wenigsten von uns fühlen es. Tief drinnen sitzt beharrlich die
Überzeugung so wie wir sind, nicht okay zu sein.
Es ist an der
Zeit lautstark ja zu uns selbst zu sagen. Ungeachtet der jeweiligen
Umstände oder Situationen in denen wir uns befinden, ungeachtet der
Schwierigkeiten, die wir haben, ungeachtet der Probleme, mit denen wir
uns herumschlagen.
Es ist an der Zeit aufzustehen, uns
aufzurichten, in den Spiegel zu schauen und uneingeschränkt JA zu dem
Menschen zu sagen, der lebt, so wie er lebt. Mit allen Gefühlen, mit
allen Gedanken, mit dem Körper, den er hat haben und der darin wohnenden
Seele.
Das JA zu uns selbst heißt, dass wir beginnen zuallererst
für uns selbst Sorge zu tragen - für das kostbare, vergängliche
Geschenk Leben. Es heißt, dass wir beginnen uns uns selbst
mitfühlend und interessiert zuzuwenden, uns mit uns selbst
auseinanderzusetzen, uns zu suchen um dahin zu kommen wo unser wahres
Selbst liegt - der Kern unseres ureigenen Wesens, den es gibt seit wir
existieren, der da war, bevor wir manipuliert, verbogen und
zurechtgestutzt wurden - und der immer noch da ist und von uns gefunden
werden will.
Für uns selbst Sorge tragen hat nichts mit Egoismus zu tun - es ist gelebte Liebe zu uns selbst.
Wenn wir diese Liebe spüren, dann sind wir so wie WIR uns haben wollen.
Und es ist uns piepegal wie andere uns finden.
Es wird Zeit Frieden zu schließen mit uns selbst. Es wird Zeit aufzuhören ein anderer sein zu wollen, als der, der wir sind.
Es wird Zeit für das eigene Wohl zu sorgen.
Für das eigene Wohl zu sorgen ist eine Entscheidung, die wir jeden Tag neu treffen können.
Selbstfürsorge ist die Basis um für andere sorgen zu können. Weil wir es wollen, nicht weil wir sollen.