Dienstag, 7. Juli 2015

Mutter der Angst





am anfang war die angst.
am anfang war die mutter die mutter der angst.

mutterangst
weiter gegeben
weiter getragen
angst
schwere last auf kindlichen schultern

in der mitte war die angst
sie vertreiben wollend
dagegen ankämpfend
mit erwachsenenmut
und niemals frei

am ende ist die angst die mutter der angst.

Identitätsverlust





Das Gefühl dafür, wer du als eigenständiger Mensch bist, 
geht verloren, 
wenn du auf symbiotisch-abhängige Weise 
an einen anderen Menschen 
gebunden bist.

Sonntag, 5. Juli 2015

Zeit für Entrümpelung





Die Hitze, die seit Tagen über der Stadt liegt wie eine schwere Decke, strengt mich an. Sie macht mich schwer, pocht in meinen Beinen, in meinem Kopf. Ich bin froh, wenn ich an den Abenden endlich zuhause bin in der kühlen Altbauwohnung, die im Winter zu kalt ist und im Sommer so herrlich kühl. Ich schätze diesen Luxus jetzt ebenso sehr wie ich im Winter über den Nichtluxus fluche und denke, mir kann man es nicht recht machen.

Ich bin müde von der Hitze und vom mich Konzentrieren auf andere. Es strengt mich an, auch ohne Hitze strengt es mich an. Du wirst alt, denkt es mich und dass mir die Hitze früher nichts ausmachte und vieles andere auch nicht. Ich will raus aus der Hitze und raus aus all dem, was mich anstrengt und nehme es mir vor, immer wieder und tue es nicht. Ich tue vieles, was ich mir vornehme nicht, nicht mir zuliebe, sondern anderer wegen, die ich nicht enttäuschen will und so mich selbst enttäusche immer wieder und nicht lerne, wo ich doch weiß, was die Aufgabe ist, die ich beharrlich verweigere, weil es diesen Teil in mir gibt, der sagt: Das geht gar nicht! Das geht gar nicht, dass du alles hinter dir lässt, was dich nicht sein lässt und das geht gar nicht, dass es dir endlich schnurzpipegal ist, was dieses Alles dann macht, ohne dich. Das geht gar nicht, weil du doch die Verantwortung übernommen hast, damals irgendwann, als es dir nicht schwer fiel, so schwer wie es dir heute fällt und ich weiß – all das Lassen wäre Loslassen, etwas was ich nicht gut kann, wenn es um Andere geht und die Verantwortung für sie, die vielleicht doch nur in meinem Kopf ist, sagt da ein anderer Teil in mir, und dass ich den mal ausleeren soll, den Kopf. Es ist höchste Zeit für eine Entrümpelung.
Verschaff dir einen klaren Blick über das, was wirklich ist, sagt der Teil in mir, der es gut mit mir meint. Das geht nur, wenn du jetzt endlich Abstand nimmst von all dem, was nach dir greift und will und erwartet, mal laut, mal leise, aber immer mit einem "haben Wollen" für sich selbst und einem stummen Enttäuschtsein, wenn du nicht willst. Was mit dir ist sehen sie nicht, hören sie nicht, auch wenn du es sagst, immer wieder, oder sie glauben meinen zu müssen, was gut für dich ist, weil es in Wahrheit gut für sie ist und sie das nicht merken, dass es das ihre ist und nicht das deine, das nämlich, was du brauchst. Das siehst du wenn du jetzt endlich mal genau hinsiehst, sagt der Teil in mir, der es gut mit mir meint. Schau hin, dann siehst du, sie sorgen gut für sich, auch indem sie sich von dir versorgen lassen mit dem, was sie sich selbst nicht geben können oder wollen und du gibst solange bis du umkippst und dann kommen sie auch ohne dich klar. Jeder ist ersetzbar, auch du bist es, aber nicht für dich, weil du dich brauchst und dich nicht ersetzen kannst, für dich.
Du weißt das und du nimmst das noch immer nicht ernst und was muss passieren, damit du das endlich nicht nur weißt, sondern auch danach handelst?


Samstag, 4. Juli 2015

Gedankensplitter





wenn die leute urlaub machen, irgendwo wo alles anders ist als das, was sie leben, denken sie, dass das leben sei.
die leute denken das, weil das, was ihr leben ist, nicht das leben ist, das sie sich wünschen.
und dann fahren sie nach hause.
sie machen genauso weiter wie zuvor und freuen sich auf den nächsten urlaub.
na wenn das leben ist ...

Vom Wünschen und Glauben




Nicht, was wir uns wünschen geschieht, sondern das, was wir im Innersten glauben. 
Wenn du von dir glaubst, dass du es nicht verdienst, dass es dir gut geht, kannst du es dir noch so sehr wünschen, es wird dir nicht gut gehen. Was wir uns wünschen, wissen die Meisten von uns, was sie im Innersten glauben, ist den Wenigsten bewusst.

Wir alle tragen entmutigende Glaubenssätze mit uns herum, die wie das Programm auf einer Festplatte immer wieder aufs neue abgespult werden, sobald wir in bestimmte Situation kommen. Nur was wir im Tiefsten über uns selbst und unser Leben glauben, verwirklicht sich auch. Und was wir über uns und das Leben glauben, spiegelt sich in dem, was uns immer wieder passiert, in unseren Konflikten, in unseren Krisen und in unseren Beziehungen.  Mach dir deine abwertenden Glaubenssätze bewusst und du verstehst dich selbst und dein Leben besser.

Damit beginnt Erwachen.

Mittwoch, 1. Juli 2015

Lektionen




manchmal konfrontiert dich das leben mit einer lektion, die du bereits gelernt hast. es tut das, um zu sehen ob du blind wieder in die gleiche falle tappst oder ob du dieses mal einen anderen weg nimmst.

wenn du dich an das gelernte erinnerst, ist es nicht nötig die lektion noch einmal zu lernen. hast du es vergessen, musst du die erfahrung wiederholen.

erinnere dich an das, was du weißt!