Auch wenn wir denken, wir haben uns von der Mutter gelöst, selbst wenn sie gestorben ist - in jedem von uns lebt eine innere Mutter und sie hört sich so an, sie denkt, handelt und reagiert so wie die Mutter unserer Kindertage.
Wenn wir uns an die Mutter unserer Vergangenheit erinnern und die Art ihrer Bemutterung, ihre Haltung zum Vater, zum Leben, können wir verstehen, was in uns zu unserem Besten oder zu unserem Schlechtesten wirkt.
Mittwoch, 4. Februar 2015
Keine Lust
mit dem leben ist es wie mit der kunst. manchmal verliert man zwischendurch die lust.
du hast eine vorstelllung davon wie es sein könnte und manchmal gelingt es dir genau das zu erleben.
ein wunderbares bild, ein wunderbarer tag, wunderbare tage.
doch plötzlich ist nichts mehr wunderbar. du stehst in deinem leben wie vor der leeren leinwand und hast absolut keine lust nur einen einzigen lausigen pinselstrich zu machen. du fragst dich wofür, will ja doch keiner sehen, will ja doch keiner haben, schätzt ja doch keiner. dann legst du den pinsel hin und denkst: nein, so habe ich mir das nicht vorgestellt. dein ganzer mut ist dahin.
das ist der moment wo du dich erinnern solltest, dich fragen solltest: warum habe ich jemals angefangen? was war meine vision, vorausgesetzt, du hattest eine.
und dann stellst du dir dieses starke gefühl vor, dass du einmal hattest. und wenn du es fühlen kannst, kommst du langsam wieder zu kräften. du nimmst den pinsel in die hand, tauchst ihn in die farbe und malst, einfach weil du dieses starke gefühl wieder hast.
und ja, es kann dauern.
Dienstag, 3. Februar 2015
Bei uns selbst
Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, steht in der Bibel geschrieben.
Was bedeutet das? Es bedeutet: Liebe dich selbst, dann liebst du deinen Nächsten auf die Weise wie du dich selbst lieben kannst. Sich selbst lieben ist schwer. Mangelnde Selbstliebe ist der Urgrund für viel persönliches Leid und für das Leid in allen zwischenmenschlichen Beziehungen.
Sich selbst lieben ist kein Narzissmus, wie viele fälschlicherweise glauben, denn der Narziss kann sich nicht lieben.
Sich selbst lieben ist ...
Dich annehmen wie du bist, dein eigenes Wesen mit deinem Licht und deinem Dunkel und wissen: So wie du bist hat Gott dich gemeint, mit all deinen Schwächen und Stärken, mit all deinen sogenannten Fehlern, die nur du für Fehler halten magst.
Selbstliebe ist gütig. Sie erkennt dich als das einzigartige Geschöpf das du bist, sie schätzt dich wie einen Schatz und sie pflegt dich wie einen Schatz: Deinen Körper, der atmet, deine Haut, die spürt, deinen Mund, der schmeckt und küsst, wenn er liebt, deine Arme und deine Hände, die tätig sind all die Tage deines Lebens, deine Beine, die für dich gehen und deine Füße, die dich tragen, jeden einzelnen Schritt, den du auf deinem Weg gehst.
Selbstliebe achtet deine Gedanken, die einzigartig sind, sie achtet deine Gefühle, die aus dir lebendig werden, sie achtet deine Träume und deine Sehnsucht.
Selbstliebe weiß: Das alles bist du und das alles ist wunderbar, denn du bist ein Wunder.
Selbstliebe lehrt dich das alles zu lieben, ohne ständig nach Perfektion zu suchen, ohne zu zweifeln an dir und dem, was dich ausmacht.
Selbstliebe lehrt dich die Freude am eigenen Tun, egal ob du ein Essen zubereitest, ein Bild malst oder mit deinen Kindern spielst.
Selbstliebe sagt dir, wenn du traurig bist, ist das in Ordnung, wenn du wütend bist, ist das in Ordnung und wenn etwas schmerzt ist das in Ordnung. Sie macht keinen Unterschied zwischen Gefühlen, egal welche Qualität sie haben.
Selbstliebe lehrt dich: All das bist du. Sie lehrt dich wie sinnlos es ist die Anerkennung anderer zu suchen, wenn du sie dir nicht selbst geben kannst, sie lehrt dich, dich nicht an Erwartungen zu binden, dich nicht aufzugeben für Andere und gut für dich zu sorgen.
Sie hilft dir weiter zu gehen, auch wenn du kein Ziel mehr vor Augen hast. Sie lehrt dich geduldig zu sein und in dich selbst zu vertrauen, wenn du keinem mehr vertraust.
Selbstliebe ist bedingunslos. Selbstliebe ist bedingungslose Liebe zu dir, zum Leben, zur Schöpfung und zum Schöpfer, der in dir wohnt. Wenn du das fühlen kannst, ohne zu zweifeln, ohne dich schuldig oder klein zu fühlen, weil du glaubst nicht zu genügen, nicht gut genug zu sein, um liebenswert zu sein - dann liebst du dein eigenes Sein. Dann kann sie fließen, die Liebe zum Nächsten und es ist nicht wichtig, ob diese Liebe erwidert wird oder nicht.
Liebe braucht keine Worte, sie muss nicht um Verstehen kämpfen - sie ist.
Frei wie ein Vogel, an nichts gebunden und immer in Bewegung.
Wenn du dich selbst liebst, brauchst du keine Spiegel mehr, die dich böse oder verurteilend anblicken. Du brauchst keine Spiegel mehr, die dich verletzen, dir eine Lektion erteilen und dir zeigen, was du gerne hättest oder was dir fehlt um gut genug zu sein. Wenn du dich selbst liebst, haben sie ihre Aufgabe als deine Lehrmeister erfüllt. Wenn du dich selbst liebst, blickst du in Spiegel, die ebenso voller Liebe sind, wie du es bist, dann sind das deine Nächsten.
Wenn du dich selbst liebst, brauchst du für dein Empfinden keine Bestätigung.
Du wirst das Schöne genießen ohne seine Schönheit teilen zu müssen, um sie in deinem Inneren festhalten zu können, denn du musst nicht teilen um es noch schöner und wertvoller zu zu machen - es ist wertvoll in dir, durch dich selbst, unabhängig davon, was ein anderer sieht oder dir bestätigt. Aber all das kannst du nicht und ich nicht und die Meisten nicht, die mir im Leben begegnet sind. Aber wir wissen - der Weg um unseren Nächsten zu lieben, wie uns selbst, beginnt bei uns selbst.
Montag, 2. Februar 2015
So nah wie nie zuvor
Dann wird dir klar: Du hast dich verloren. Du hast dich verloren im gebraucht werden. Du warst so beschäftigt damit es allen recht zu machen, dass du dich selbst dabei völlig vergessen hast. Du fühlst dich erschöpft, ausgebrannt und leer und magst dich selbst nicht mehr leiden. Du siehst müde aus und hast keine Lust auf irgendetwas anderes, als abends vor dem Fernseher abzuhängen bis du erschöpft einschläfst. Aber wenn du dann die Freundin anrufst, sagt diese nur: "Ach was du schaffst das schon, du bist so eine starke Frau", und erzählt dir wieder von sich und du sollst schon wieder zuhören. Und dir wird plötzlich klar wie allein du eigentlich bist. Wie verlassen du bist, wenn du aufhörst es allen recht machen zu wollen. Das ist bitter. Aber die Wahrheit ist: Du warst die ganze Zeit allein.
Du hast es nur nicht bemerkt bei deinem ständigen "es allen recht machen".
Und jetzt?
Jetzt hörst du auf es allen recht zu machen.
Du legst den Hörer auf, wenn dir am anderen Ende das ewig gleiche Gejammer entgegenkommt, du führst nicht zum hundertsten Mal die immer gleichen Gespräche, du triffst dich nicht zum hundertsten Mal mit Leuten, die dich langweilen und nicht die Bohne inspirieren, du hörst auf Dinge zu tun, die du nur tust, weil andere es von dir erwarten, du vertrödelst deine Zeit nicht mehr mit Menschen, die immer nur "ich" sagen, du tust nichts mehr von dem, was dich in eine schlechte Stimmung versetzt. Denn endlich begreifst du - immer wenn du nach einer Begegnung schlechte Stimmung hast, hast du dir etwas angetan, was dich schwächt.
Und dann?
Dann kann es sein, dass du erkennst, dass all die Leute für die du da warst, dich ausgesaugt haben, weil du es zugelassen hast. Dann kann es sein, dass du dich entscheidest das nie mehr zuzulassen.
Dann kann es sein, dass du dich plötzlich mutterseelenallein fühlst.
So allein, dass du meinst, das kannst du nicht aushalten. Aber du weißt, du kannst nicht mehr zurück, weil du die Wahrheit erkannt hast, weil du erkannt hast, dass das dein Herz nicht froh macht und deinen Körper auszehrt. Du kannst nicht mehr zurück, weil du das alles nicht mehr willst, weil dir die Kraft fehlt, dich weiter mit Belanglosigkeiten zu beschäftigen und mit Dingen, die dir keine Freude machen, die dich nicht weiterbringen, die dich weg bringen vom Wesentlichen.
Vielleicht weißt du schon gar nicht mehr was das Wesentliche ist, wenn du das Unwesentliche aussortiert hast.
Du hast alles Unwesentliche aus deinem Leben gestrichen und vor dir tut sich ein riesiger leerer Raum auf.
Was jetzt?
Jetzt geht es um dein Leben, dein Leben aus erster Hand, dein handgeschustertes Leben.
Laotse sagt: "Ziehe dich zurück, wenn die Leistung vollbracht ist."
Jetzt wirst du vielleicht eine Zeit lang sehr allein sein.
Aber besser du bist allein, als einsam unter anderen, die dir keine Freude machen.
Und du wirst dich fragen, wie es mit dir weiter geht.
Du wirst dich fragen, was für dein Leben wichtig ist.
Und du wirst vielleicht erst einmal keine Antworten finden.
Aber du weißt auch - bei wirklich wesentlichen Fragen musst du nach Innen gehen, schweigen, still sein, anhalten. Du weißt, es braucht diese Zeit der Stille, bis du erkennst, was zu tun ist.
Du weißt, dass der Rückzug dazu dient dich zu regenerieren um wieder in deine eigene Kraft zu kommen.
Und dann nimmst du dir diese Zeit, genau die Zeit, die du brauchst. Du lässt dich nicht drängen von nichts und niemanden, du tauchst in deine eigene Tiefe und schottest dich vom Außen ab. Wenn du dich entschieden hast in deine Tiefen hinab zu steigen gibt es keine Garantien, keine Ziele und kein Versprechen, dass du schnell und heil wieder ans Licht kommst. Du bist allein in der Dunkelheit mit deinen Dämonen, mit deinen Drachen, die dich von allem abhalten, was du so gerne getan hättest und nie getan hast, weil du die Drachen für so viel mächtiger als dich selbst gehalten hast. Die Drachen die Angst heißen - vor Unabhängigkeit, vor Selbstbestimmung vielleicht, oder andere Namen haben. All den Drachen wirst du begegnen und du wirst sie anschauen und mit ihnen sprechen und du wirst sehen, dass sie so groß gar nicht sind, jetzt wo du ihnen endlich entgegentrittst mit dem Mut der Verzweiflung vielleicht. Und dein mutiger Blick wird sie verunsichern und du wirst spüren, dass du so klein und machtlos gar nicht bist. Und vielleicht musst du sie gar nicht bekämpfen, vielleicht kannst du Freundschaft mit ihnen schließen und sie bitten sich als hilfreich für dich zu erweisen, indem sie dir etwas von ihrer Macht abgeben. Vielleicht siehst du auch die Geister deiner Vergangenheit vor dir aufsteigen, vielleicht wirst du erschrecken, wie sehr sie mit ihren Glaubensmustern. ihren Ver - und Geboten dein Leben beherrscht haben und sie hinterfragen mit einem: "Ist das, was du mir da die ganze Zeit sagst, wirklich wahr?" Und du wirst erkennen, dass es nicht wahr ist. Vielleicht berührt dich da unten eine alte Verletzung und eine Wunde reißt wieder auf, aber du weißt, weil du schon so weit gegangen bist, dass du sie jetzt anschauen kannst, um sie zu verbinden mit deiner eigenen Wundsalbe und nicht der Salbe anderer, die sowieso nie geholfen hat.
Da unten in deiner Tiefe erkennst du was dich wirklich ausmacht, was du wirklich brauchst, was dir wirklich am Herzen liegt und wer der wichtigste Mensch in deinem Leben ist. Ja, du selbst bist das und niemand anderer. Und dann wird dir klar, dass du nicht unendlich viel Zeit hast und dass dir nicht unendlich viel Energie zur Verfügung steht, du erkennst, dass deine Zeit auf der Erde kostbar ist, zu kostbar um sie mit Unwesentlichem zu vertrödeln.
Und wenn du aus der Tiefe aufsteigst wirst du von diesem Moment an Menschen und Dinge meiden, die deine Zeit und deine Energie verschwenden und dir keine Freude bereiten. Da unten hast du die Illusionen von der Wahrheit getrennt, für die einzige Wahrheit die für dich wichtig ist - deine eigene Wahrheit. Und wenn du dich dieser Wahrheit stellst spürst du ein wunderbares Gefühl: Du stehst auf festen Grund. Und zum ersten Mal vielleicht bist du dir so nah wie nie zuvor.
Sonntag, 1. Februar 2015
Gedankensplitter
AUS DER PRAXIS – Wie du deine Gefühle garantiert nicht achtest
wenn andere merken, dass ich mich schlecht fühle, bedeutet das, schwäche zu zeigen.
negative gefühle sind schlecht.
wer zu emotional ist, dem fehlt die selbstbeherrschung.
manche gefühle sind dumm.
schmerzliche gefühle sind das ergebnis einer falschen einstellung.
wenn andere meine gefühle nicht akzeptieren, dann sollte ich sie wohl nicht haben.
schmerzhafte gefühle sind ungut, ich sollte sie am besten ignorieren.
ich habe doch gar keinen grund mich so schlecht zu fühlen, mir geht es doch gut.
ich zeige meine gefühle nicht, mich versteht sowieso keiner.
ich fühle mich zwar mies, aber ich muss jetzt positiv denken, dann vergeht das schon.
ich muss mich jetzt unbedingt ablenken, diese gefühle kann ich nicht aushalten.
ich müsste mich doch jetzt eigentlich ganz anders fühlen, als ich mich fühle.
und
und
und ...
du kannst die glaubensätze über das, was du über gefühle "denkst" jetzt ergänzen, wenn du magst.
dann stellst du fest, was du über deine gefühle denkst und dir wird ziemlich schnell klar, was du deinen gefühlen damit antust. du nimmst sie nicht ernst, du missachtest sie.
und wie bitte, willst du dich dann selbst ernst nehmen und achten oder gar erwarten, dass es andere tun?
wenn du aber weißt: was du fühlst darf sein, ist das der beginn des wahrhaftigen weges zu dir selbst.
herzlich,
angelika
VOM REDEN
redest du mit deinem verstand, erreichst du den verstand.
redest du mit deinem herzen, erreichst du herzen.
redest du mit deinem leben, kannst du leben verändern.
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