Dienstag, 24. Dezember 2013


wenn du allein bist,
wenn es schmerzt
und du denkst, es wird niemals gut,
wenn der mensch, den du liebst, nicht bei dir ist,
wenn du hundert mal gewünscht hast und dein herzenswunsch nicht in erfüllung ging,
wenn dein traum noch immer nur ein traum ist ...

erinnere dich ...

es gibt etwas, das dich trägt: der GLAUBE, die LIEBE und die ACHTUNG vor dir selbst ...





Ich wünsche Euch allen
ein friedliches Weihnachtsfest und ein Licht in der Stillen Nacht


Herzlich,
Angelika

Dienstag, 17. Dezember 2013

selbstportrait I - III









frieden

er lag auf dem sofa. der fernseher lief. auf dem sofa liegen, es laufen lassen, nichts tun, weil tun eine anstrengung war. er hat wohl genug von der anstrengung, dachte sie und ließ den gedanken zu seiner entschuldigung gelten. im selben moment fragte sie sich, ob es für sein herumliegen überhaupt der entschuldigung bedurfte. wohl nicht, beschloss sie und wischte weiter die krümel vom frühstücksbrot vom tisch in ihre hand. eine hilflose geste, das war ihr bewusst. es gab so viele hilflose gesten, die irgendwann ein teil ihrer gestik geworden waren. übersprunghandlungen aus dem gefühl der ohnmacht heraus, vielleicht ein abwehrmechanismus, ein tätigsein gegen das untätige von ihm.

sag, willst du dich nicht um deine sachen kümmern, es gibt viel zu tun? ihre frage ging im lauten des fernsehers unter. sie wischte weiter in den krümeln herum, formte einen kleinen krümelkreis, tränen in den augen. sie hasste es wenn sie weinte. sie wusste, dass er es auch hasste. ob er sie hasste, fragte sie sich. dabei wusste sie nicht einmal genau wofür er sie hassen könnte, aber es gab immer gründe für hass, da wo es gründe für die liebe gab, das wusste sie. vielleicht hatte alles so angefangen, sie hatte zu viel gewollt für ihn, weil sie zu wenig bekommen hatte, damals im haus der eltern, wo es nichts zu wollen gab. sie sah aus dem fenster. draußen rieselte leise der schnee. still und starr ruht der see, dachte sie und dass es nicht der see war, sondern ihre seele, die starr war. ein schuss zerfetzte das starre, traf sie ins herz, das einen extraschlag machte. immer weiter knallten schüsse aus dem fernseher heraus, zerschossen das weihnachtsgefühl, das sie mühsam versucht hatte aufzubauen.

bring mir mal ein glas milch bitte, kam es vom sofa. sie stand auf und ging in die küche, öffnete den kühlschrank und holte die milchtüte heraus. sie nahm ein glas vom regal und gab die milch hinein. sie trug sie ihm ans sofa. mit den versuch eines lächelns wollte sie es ihm in die hand geben. stells dahin, sagte er, ohne sie anzusehen. wie geheißen stellte sie das glas auf das kleine tischchen neben dem sofa. das stand es, mit der milch, weiß wie schnee, neben der kleinen kerze, die sie jeden morgen anzündete, weihnachten wegen, des lichtes wegen, der dunkelheit wegen, christi geburt wegen.

sie gab sich einen ruck, setzte sich auf die sofakante, nahm seine hand und legte sie in die ihre: was ist los mit dir, warum verweigerst du dich allem? endlich sah er sie an: das hat doch alles irgendwie keinen sinn, das ist alles so langweilig. das leben, immer das gleiche. lass mich einfach in ruhe.

was habe ich dir getan, fragte sie, was, in welchem moment in der zeit, habe ich dir getan? keine ahnung, erwiderte er, aber das spielt jetzt auch schon keine rolle mehr. lass mich einfach in frieden.
frieden, dachte sie, werden wir so nicht finden. 

Freitag, 13. Dezember 2013

vom "auch" sinn des scheiterns ...



in der anahme des scheiterns und des damit verbundenen leids, werden wir erst leidensfähig, stellen wir zum leiden eine beziehung her. dieser aspekt lässt uns eine besondere sensibilität entwickeln, die uns das leid anderer spüren lässt. nur wer das scheitern kennt und sich wissend und fühlend mit ihm vertraut gemacht hat, kann leidenden mitmenschen helfen. sie werden seine hilfe vertrauensvoller anehmen, als die worte derer, die aus einer mischung aus mitleid und angst davor vom fremden leid angesteckt zu werden, billigen trost schenken.

among angels