Foto: A.Wende
Es gibt keine Leere. Leere ist nur eine Illusion. Ich bin immer voller Leben.
Dieser Gedanke lässt mich die Vorstellung von Mangel und Abwesenheit hinterfragen. Was wir oft als Leere empfinden – Verluste, Lücken, Einsamkeit – ist nicht wirklich Nichts. Vielmehr ist es die Projektion unseres eigenen Unbehagens, unserer Angst, selbst nicht genug zu sein oder nicht genug zu haben. Wahr ist: alles, was wir sind, ist erfüllt - von Erinnerungen, Gedanken, Empfindungen, Gefühlen, Möglichkeiten und Leben, das uns durchströmt, ob wir uns dessen gewahr sind oder nicht.
Wenn wir begreifen, dass Leere eine Illusion ist, erkennen wir, dass wir niemals von uns selbst oder vom Leben getrennt sind. Wir sind immer eingebettet in den kontinuierlichen Fluss des Seins. Wandel. Verlust, Abschied, Trauer, Vergehen – all das erscheint als Leere, wenn wir das gegenwärtig Lebendige übersehen. Selbst im Schmerz, selbst in der Trauer ist Leben. Selbst in der Stille ist Leben.
Es gibt keine Leere. Leere ist eine Illusion.
Wir sind niemals leer. Wir tragen alles in uns: die Vergangenheit, das Gegenwärtige, die Möglichkeiten der Zukunft. Wir sind lebendig, immer, auch dann, wenn uns unsere Innerstes und die Welt leer erscheint. Die Illusion der Leere zerbröselt, sobald wir uns selbst und das Leben als untrennbare Einheit begreifen.
Leere existiert nicht. Wir sind immer voller Leben.
Angelika Wende
Kontakt: aw@wende-praxis.de

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