Mittwoch, 14. August 2019

Gedankensplitter



Foto: A. Wende

Fassungslosigkeit
Es nicht fassen können
Es nicht erfassen
Es nicht begreifen
Weil es zu weit weg ist von dem, was deine Seele fühlt.
Fremd.
Zu fremd.

Ignoranz




Foto:www

Ignoriert zu werden tut weh.
Es tut weh, es ist verletzend, wenn dich ein Mensch ignoriert, der dir wichtig ist.
Du fühlst dich hilflos, wütend und traurig.
Wenn du dich so fühlst, dann tu nicht so als wäre es nicht so. 
 

Akzeptiere deine Gefühle.
Deine Gefühle zu akzeptieren ist der erste Schritt in Richtung Selbstwertschätzung und Selbstausdruck.
Du nimmst dich ernst.
Das ist genau das, was der andere nicht tut – dich ernst nehmen.


Wer dich ignoriert ist nicht aufrichtig.
Er hat kein Interesse daran, eine positive Beziehung mit dir aufrechtzuerhalten.
Warum solltest du so einem Menschen hinterherlaufen?

Wer dir immer wieder die kalte Schulter zeigt, gewinnt daraus Befriedigung.
Er fühlt sich mächtig, weil er dich in Ohnmacht versetzt.
Er fühlt sich groß, wenn er dich klein macht.
Er ist nicht groß. Er ist klein.
Es ist seine unreife Art mit Konflikten umzugehen.
Es ist sein Problem.
Es ist nicht dein Problem.
Mach dir das bewusst.

Gegen Ignoranz bist du machtlos.
Akzeptiere deine Machtlosigkeit.
In Wahrheit bist du nicht machtlos, du fühlst dich machtlos.
Es ist ein Gefühl.
Und Gefühle vergehen.

Wenn dich jemand dauerhaft ignoriert, auch nachdem du versucht hast dich ihm zu erklären oder dich mit ihm zu versöhnen, dann ist das seine Entscheidung.
Akzeptiere sie.
Auch wenn es weh tut.
Das geht vorbei.
Renne niemanden hinterher, der dich mit Ignoranz verletzt.
Er wird es immer wieder tun.
Das geht nicht vorbei.

Dienstag, 13. August 2019

Es beginnt bei dir selbst


Foto. A. Wende

Wenn du dich selbst gut behandelst, achtest und wertschätzt, indem du dir selbst Fürsorge und Respekt entgegenbringst. indem du darauf achtest was du in deinen Körper aufnimmst und was du ihm zumutest, indem du Gifte vermeidest, so weit wie möglich, lernst du Selbstfürsorge.
Je öfter, je besser, je bewusster du für dich selbst sorgst, desto lebendiger wirst du dich fühlen.
Du wirst dir nicht mehr erlauben destruktive Dinge oder Menschen in dein Leben zu lassen.
Du wirst darauf achten deine Grenzen zu wahren und dich nicht mehr selbst überfordern.
Du wirst dich für nichts mehr hergeben, was dir schadet.
Du wirst dir nach und nach bewusst wie kostbar du und dein Leben sind.
Mit dem Kostbaren gehst du pfleglich um.
Je pfleglicher du mit dir selbst umgehst, desto pfleglicher wirst du mit anderen umgehen.

Sonntag, 11. August 2019

Verständnis




Wie oft wollen wir dem anderen das Unsere aufdrücken?
Wie oft beharren wir auf dem, was wir glauben?
Und wie oft greifen wir, wenn wir uns in unserer Meinung nicht bestätigt fühlen, andere an?
Wie oft hören wir dem anderen wirklich zu, ohne schon die Antwort im Kopf zu haben, so sehr im Kopf, dass wir den anderen in Wahrheit gar nicht hören?
Wie oft reden wir aneinander vorbei?
Oft. Sehr oft.
Und wie oft gibt es deswegen Konflikte, Streit, Verletzungen, Trennung? 


Wir können den anders Denkenden nur stehen lassen und ihn nicht verbal anfechten, wenn wir seine Wahrheit von innen heraus lebendig nachempfinden. Das ist der größte Liebesakt, den man sich vorstellen kann. Nur das ermöglicht uns ein tiefes Verständnis füreinander. Wer den anderen derart versteht, wird ihn nicht mehr bekämpfen.

Er weiß, das jeder seine Welt hat, in der er denkt, fühlt und lebt und dass diese Welten, ganz gleich wie nah wir einander sind, völlig für sich allein stehen - jede ein kleines Universum.
Je mehr es uns gelingt, unser eigenes kleines Universum zu lieben, es mit all seinen Schatten -und Lichtanteilen anzunehmen, desto mehr sind wir in der Lage, anderen Menschen genau diese Annahme auch zu geben. Wir können sie stehen lassen, wie und wo sie sind. Nichts anderes ist Friede.

Wenn wir Liebe zum Leben und zum eigenen wie zum fremden Sosein empfinden, können wir einen Zustand erreichen, der Frieden schafft.

Donnerstag, 8. August 2019

Loslassen

Foto: A. Wende

Gestern lag eine Karte von einem lieben Menschen in meinem Briefkasten.
„Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so wichtig“, steht da über dem Bild des kleinen Prinzen von Saint-Exupéry.
Ich musste weinen als ich den Satz las.
Ja, dachte ich, die Zeit, die ich an meine Rose verloren habe, diese Zeit macht sie so kostbar und wichtig. Aber als ich den Satz länger ansah, spürte ich - das Wort "verloren" stört mich.
Ich habe keine Zeit an meine Rose verloren. Es war alles andere als verlorene Zeit. Es war wertvolle, intensive, schöne und unschöne, leichte und schwere Zeit, und nichts davon war umsonst oder verloren. Ich habe etwas gewonnen. Viel gewonnen. Ich habe etwas gelernt über meine Rose, von meiner Rose und etwas über mich selbst, durch meine Rose. Und all das bleibt, auch wenn ich meine Rose verloren habe, in meinem Herzen solange ich lebe.
Das werde ich festhalten. Dafür bin ich dankbar.
Meine Rose muss ich loslassen.

Loslassen.
Im Grunde ein schönes, ein leichtes Wort.
Loslassen spricht von lösen, lassen, ganz im Gegenteil zu fest und halten.
Festhalten spricht von Enge, von Krampf und Kampf.
Seltsam nicht wahr?
Was Worte, wenn man sie sich genau anschaut, einem sagen können.
Aber das Sagen, was nützt das schon?
Und das Verstehen, was nützt das schon, wenn wir nicht fühlen, was wir verstehen?

Loslassen ist schwer. Es schmerzt.
Ich glaube wir Menschen sind nicht für das Loslassen geschaffen.
Warum sonst fällt es uns so schwer? Warum sonst macht es uns Angst?
Weil wir im Loslassen etwas hergeben müssen. Wir verlassen etwas.
Wir lassen es, freiwillig oder unfreiwillig, sein und lassen es zurück. Etwas was uns wichtig war. So wie es auf der Karte steht. Wir verlieren etwas, wir erleben einen Verlust von etwas, das zum Teil unserer Identität geworden ist.

Wenn wir dieses Etwas oder Jemanden verlieren, der zu einem Teil unserer Identität geworden ist verlieren, verlieren wir damit einen Teil unserer Identität. Und das schmerzt. Wir Menschen wollen Schmerz vermeiden. Wer hat schon gern Schmerzen, das Leben ist schwer genug. Und es ist ja auch kein kurzer Schmerz, loslassen bedeutet meist, es ist ein langer Schmerz der uns bevorsteht, den wir aushalten müssen und gegen den es keine Mittelchen gibt, die ihn schnell wegmachen.
Loslassen schmerzt im tiefsten unserer Identität.
Es bricht etwas ab über das wir uns definiert und empfunden haben.
Ein Teil geht verloren. Und das reißt eine Lücke von der wir nicht wissen, wie wir sie füllen sollen.
Aber genau dieser Gedanke – ich muss diese Lücke jetzt füllen, macht es uns noch schwerer, bereitet uns noch mehr Schmerzen und stürzt uns in das Gefühl der Angst. Was wenn dieser Schmerz nie vergeht, was wenn die Lücke sich nie mehr füllen lässt?

Aber was, wenn wir sie gar nicht füllen müssen?
Was, wenn wir sagen, sie darf da sein, so lange sie da sein will.
Wir dürfen uns die Lücke anschauen, so lange wir sie anschauen wollen. In ihr sind all die Erinnerungen an das, was wir verloren haben. Die schönen und die weniger Schönen. Und irgendwann formen sie das Bild von dem was war in seiner Ganzheit und wir verstehen warum wir loslassen mussten. Wir fühlen, es war an der Zeit es zu lassen, sein zu lassen, was es war. Und das Herz wird ruhiger.
Und der Schmerz lässt nach.
Und wenn die Zeit gekommen ist, wird sich die Lücke wieder füllen.

Namaste

Mittwoch, 7. August 2019

Du entscheidest



Du musst nicht lächeln, wenn dir nicht danach ist, nur um gemocht zu werden.
Du musst nicht alles schlucken, bis dir der Magen brennt.
Du musst nicht erst auf dem Zahnfleisch gehen, bis du kapierst, dass du dich umsonst anstrengst für Anstrengungen, die nichts bewirken.
Du musst nicht B sagen, weil du A gesagt hast.
Du musst nicht gute Mine zum unguten Spiel machen, um den Konflikt zu vermeiden.
Du musst nicht weitermachen, wenn du keine Kraft mehr hast.

Du musst nicht das brave Kind sein, das sie dir antrainiert haben.
Du musst dein Licht nicht unter den Scheffel stellen, weil du meinst Bescheidenheit sei eine Zierde.
Du musst nicht sagen, es geht mir gut, nur weil einer das hören will.
Du musst nicht schweigen, wo du etwas zu sagen hast.
Du musst nicht still sein, wenn du laut sein willst.
Du musst nicht Ja sagen, wenn du Nein meinst.
Du musst keine Erwartungen erfüllen, die du nicht erfüllen willst.
Du musst dich nicht anpassen, um gemocht zu werden.
Du musst nicht kämpfen, wenn du die Windmühle erkennst.

Du musst nicht entschuldigen, was unentschuldbar ist.
Du musst nicht bleiben, wenn du gehen willst.
Du musst nicht verzeihen, wenn du es noch nicht kannst.
Du musst nicht gelassen sein, wenn du es nicht bist.
Du musst nicht perfekt sein, für nichts und niemanden.
Du musst dich nicht selbst belügen, um auszuhalten was unaushaltbar ist.

Du musst nicht so tun, als hättest du es im Griff während du gerade ins Bodenlose fällst.
Du musst dich nicht verbiegen, weil du meinst, du bist alleine nicht überlebensfähig.
Du musst nicht so tun, als ob du keine Angst hast, wenn du sie spürst.
Du musst nicht verbergen, was du fühlst.
Du musst nicht stark tun, wenn du gerade nicht stark bist.

Du musst deine Bedürfnisse nicht unterdrücken, wenn du sie fühlst.
Du musst nicht alles und jeden verstehen, weil du ein empathischer Mensch bist.
Du musst deine Hilfe keinem antragen, wenn du nicht darum gebeten wirst.
Du musst nicht gebraucht werden, um geliebt zu werden.
Du musst dich nicht aufopfern, um andere zu retten.
Du musst nichts tun, was „man“ tun muss.
Du musst nicht.
Du könntest.
Du darfst.
Du entscheidest.




Montag, 5. August 2019

Transformation

Malerei: A. Wende

Etwas im Leben will neu werden.
Dafür braucht es Zeit.
Dafür darfst du dir Zeit nehmen.
Dafür darfst du alle Gefühle, die hochkommen da sein lassen und sie liebevoll annehmen, ohne sie zu dramatisieren oder dich mit ihnen zu identifizieren.
Dafür darfst du lernen dich selbst zu beobachten.
Dafür darfst du lernen dich selbst zu beruhigen.


Dafür darfst du den Gedanken aufgeben, „das darf alles doch gar nicht sein“ und anerkennen was ist.
Dafür darfst du von allen Konstruktionen Abstand nehmen, wie es zu sein hat oder sein sollte.
Dafür darfst du mit deinen Kräften haushalten.


Dafür darfst du dir eine Auszeit nehmen.
Dafür darfst du Geduld und Langmut mit dir selbst haben.
Dafür darfst du dich von allem was in deinem Leben giftig ist verabschieden.
Dafür darfst du langsam von alten Gewohnheiten Abschied nehmen und neue, gesunde, kraftspendende Gewohnheiten annehmen.


Dafür darfst du Verantwortung für deine Fehler und Schwächen übernehmen ohne dich selbst zu verurteilen um es künftig besser zu machen.
Dafür darfst du in dein Leben holen, was du jetzt brauchst.
Dafür darfst du Achtsamkeit üben für das was hilfreich für dich ist und es machen.
Dafür darfst du Nein zu allen sagen, die dich in dieser Zeit nicht wohlwollend und verstehend unterstützen.
Dafür darfst du dich radikal abgrenzen von allem und jedem, das nicht hilfreich ist für dein eigenes Wohl.
Dafür darfst du Vertrauen üben in dich selbst und deine Ressourcen.
Dafür darfst du dir Hilfe holen, wenn du das alleine nicht schaffst.

Namaste