Donnerstag, 5. Dezember 2019

Die Ordnung der Dinge


Foto. Angelika Wende

Ich weiß, dass es nicht immer einfach ist, seinen Träumen näher zu kommen, noch schwieriger ist es sie zu verwirklichen. Und manchmal lösen sich Träume in Wohlgefallen auf. Sie zerbrechen an der Realität, an uns oder an der Zeit. Man sagt, dass man die Zukunft verstehen kann, wenn man die Vergangenheit betrachtet. In der Tat ist es so, es besteht eine Verbindung zwischen unserem gelebten Leben und den Erfahrungen, die wir auf dem Weg gemacht haben. Es besteht eine Verbindung zwischen den Entscheidungen, die wir getroffen haben und der Gegenwart in der wir zuhause sind.

Manchmal stellen wir Entscheidungen in Frage, die wir in der Vergangenheit getroffen haben. Es ist ganz normal uns in Frage zu stellen. Aber was auch immer wir in der Vergangenheit entschieden haben – wir haben so entschieden, weil wir in diesen Momenten in der Zeit mit dem Wissen und den Informationen, die wir hatten, nicht anders konnten. 
Wir haben Schritte gemacht, die wir nur so machen konnten. Wir sind Wege gegangen, die wir gehen mussten, weil wir keine anderen gehen konnten. Wir wussten es einfach nicht besser. Gut, das akzeptieren zu können und gut das Hadern mir dem was war sein zu lassen. Was wir getan haben, hat uns zu dem gemacht, der wir sind. Und auch wenn wir was wir sind, gerade nicht so mögen, es sollte uns nicht entmutigen. 

„Die Vergangenheit ist ein Leuchtturm, kein Hafen“, sagt ein Sprichwort.

Jeder von uns hat eine Bestimmung in diesem Leben, da bin ich mir sicher. 
Diese Bestimmung zu finden ist unsere Aufgabe. 
Das kann dauern bis wir sie lösen und zwar deshalb weil genau das der Weg ist, unser ureigener Weg. Um diesen Weg bewusster weiter zu gehen ist es wichtig im Jetzt überlegte Entscheidungen zu treffen, weil wir ja gelernt haben, dass jede getroffene Entscheidung Einfluss auf das Leben hat, das wir führen werden. Aber so einfach ist das nicht. Was ist die richtige Entscheidung? 

Und dann kommen Zweifel. Manchmal haben wir tiefe Zweifel, wenn wir an die Zukunft denken. Manchmal glauben wir, dass sich die Dinge in unserem Leben nicht entwickeln. Es fühlt sich an, als ob alles stagniert. Wir machen immer wieder die gleichen Fehler, tanzen immer wieder den gleichen Tanz – um uns herum. Nur um nicht zu uns hin tanzen zu müssen.

Wir leugnen, dass wir ein Problem haben.Wir beschönigen die Wahrheit. Und mit jedem Leugnen, mit jedem Beschönigen, ergeben sich mehr negative Konsequenzen.Wir beginnen uns in anderen wiederzuerkennen, die ähnliche Probleme haben. Immer noch nicht bereit uns einzugestehen, dass wir ein Problem haben. Es dauert mitunter lange bis wir erkennen: Lügen kommt für mich nicht länger in Frage. Und dann sind wir an dem Punkt wo es darum geht diese Lügen aufzudecken und den Tanz zu beenden.  
 
Das kann sich anfühlen, als wären wir am Ende unseres Lebensweges angelangt. Wir verlieren die Zuversicht, dass es da noch etwas Gutes für uns geben könnte, dass sich die Dinge positiv für uns entwickeln und die Hoffnung ist nur noch ein blasser Schimmer am Ende eines dunklen Tunnels.
Wir wissen nicht mehr weiter. Wir glauben alles ist verloren. Wir glauben wir sind verloren. Wir fühlen uns verloren. Wir haben Angst, dass das nie mehr anders wird. Wir haben Angst uns nicht mehr finden zu können.

Aber so ist es nicht. Auch wenn es sich so anfühlt und wir für eine Weile orientierungslos im Dunkel herumirren. So ist es nicht, denn solange wir leben, solange wir gesund sind, zeigen sich neue Möglichkeiten um zu erwachen. Sie zeigen sich indem wir uns innerlich öffnen und nicht im Tunnel unserer dunklen Gedanken stecken bleiben. Dann eröffnen sich Gelegenheiten, weil wir beginnen hinzusehen. 

Wenn wir unser Potenzial sehen, unserer Intuition folgen und gemäß unseren Werten handeln können wir mit Zuversicht weitergehen. Aber dazu müssen wir erst einmal wissen, was unsere Werte sind. Oder sie vielleicht sogar neu definieren. Wir dürfen aufräumen, denn in der Unordnung haben wir viel zu lange gesteckt. Zu lange und zu tief. Das Aufräumen macht Mühe. Ja es macht viel Mühe. Da hat sich unendlich viel alter Mist angesammelt. Der muss raus aus unserem System. Puh, wie anstrengend. Da mach ich doch lieber nichts. 
Und so machen wir nichts. 
Wieder machen wir nichts und so weiter im Nichts. 
Aus Nichts wird nichts.
Es wird, wenn wir bereit sind an den Herausforderungen zu wachsen, die uns begegnen. 
Wenn wir wissen warum wir wachsen wollen und wohin. 
Dann ordnen sich die Dinge. Erst dann.



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