Samstag, 22. August 2026

Innerer Frieden

 



Was bedeutet innerer Frieden für mich? 
Diese Frage stelle ich mir an diesem Morgen, nach einem Vorfall, der mich zutiefst schockiert und befremdet hat. Für mich bedeutet innerer Frieden, mit mir selbst im Einklang zu sein. Das bedeutet nicht, dass ich keine Sorgen, Ängste oder Probleme habe. Vielmehr bedeutet es, trotz all dem einen ruhigen Ort in mir zu bewahren und ihn zu schützen. Einen Ort, an dem ich ich selbst sein kann, ohne Erwartungen zu erfüllen oder mir selbst und anderen etwas beweisen zu müssen und ohne alles oder jeden verstehen zu müssen. 
 
Oft verlieren wir unseren inneren Frieden, weil wir zu sehr nach außen schauen. 
Wir denken darüber nach, wie es anderen geht, was andere über uns denken, machen uns Sorgen über Dinge, auf die wir keinen Einfluss haben, oder versuchen zu kontrollieren, was wir nicht kontrollieren können. Dabei vergessen wir, auf uns selbst zu hören. Wir vergessen, uns selbst wahrzunehmen. Oder wir nehmen etwas wahr und verdrängen oder beschönigen es, weil wir glauben, dass wir es nicht einfach loslassen können.  Im Laufe der Zeit habe ich gelernt, meinen inneren Frieden zu schützen. Ich habe gelernt, schneller loszulassen, was mir nicht guttut oder mich zu viel Energie kostet. Nicht jeder Streit muss gewonnen, nicht jede Meinung beantwortet und nicht jedes Problem gelöst werden. Nicht jeder muss mich mögen, und ich muss mich nicht verbiegen, um gemocht zu werden. Ich muss mich nicht erklären oder rechtfertigen, wenn ich etwas sage oder fühle, nur weil andere damit nicht umgehen können.
 
Manchmal bedeutet Frieden auch, bewusst zu sagen: Das lasse ich nicht mehr an mich heran. Ich lasse es sein. Diese Situation, diesen Menschen, diesen Gedanken, ich lasse los. Denn was mir nicht guttut und sich nicht gut anfühlt, kostet mich nicht nur Kraft, sondern auch meinen inneren Frieden. Und je älter ich werde, desto bewusster wird mir, wie kostbar er ist. Kostbarer als vieles, was ich im Außen finden kann. Innerer Frieden ist für mich keine Flucht vor der Welt. Es ist die Fähigkeit, inmitten all des Lärms bei mir selbst zu bleiben. Ich kann nicht bestimmen, was in meinem Leben passiert, ich kann andere nicht ändern, aber ich kann entscheiden, welchen Einfluss die Dinge auf mich haben. Und darin liegt für mich innere Freiheit. Ich darf meiner Wahrnehmung vertrauen. Sie erinnert mich daran, auf mich selbst zu hören und mich nicht zu verlieren, egal, was um mich herum geschieht. Ich bleibe bei mir, um meines inneren Friedens willen.

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