In jedem von uns wirkt eine Kraft, die darauf drängt, das was wir sind, unsere Potenziale, unsere Gaben und Träume zu verwirklichen. Doch viele von uns sind in einem inneren Konflikt gefangen, der uns daran hindert.
Hindernisse können äußere Umstände sein, die wir nicht oder nicht so einfach ändern können und mit denen wir Tag für Tag kämpfen. Wir halten durch, auch wenn wir längst auf dem Zahnfleisch gehen. Wir reden es uns schön oder verdrängen es. Wir machen weiter wie bisher, weil wir meinen, dass wir keine anderen Möglichkeiten haben oder weil wir sie einfach nicht sehen können. Und wenn wir sie sehen, trauen wir uns nicht sie zu ergreifen.
Doch die eigentlichen Hindernisse liegen meist tiefer.
Es sind unsere Überzeugungen, unsere Glaubensmuster und all die Zweifel an uns selbst, die wir von Kindheit an von anderen übernommen haben. Sie haben unser Selbstbild so geformt, dass wir trotz all unserer Fähigkeiten, nicht an uns glauben.
Wir befinden uns in einem ewigen Konflikt.
Dieser Konflikt zeigt eine Spannung zwischen dem, was uns an Potenzialen zur Verfügung steht und dem, was wir tatsächlich wahrnehmen.
Wir sind klug und halten uns dennoch für nicht klug genug. Wir sind kreativ und glauben, unsere Kunst sei nicht perfekt genug, um sie zu zeigen. Wir besitzen eine besondere Begabung und verbringen unser Leben mit Tätigkeiten, die uns nicht erfüllen, weil wir unserer Gabe keinen Wert beimessen. Wir verschenken das Wertvolle, das wir haben, weil wir seinen Wert nicht erkennen. Wir glauben, nicht liebenswert zu sein und richten unser Leben danach aus, Anerkennung von anderen zu erhalten, statt auf unseren eigenen Wert zu vertrauen. Und mit all dem verlieren wir nach und nach den Kontakt zu dem Menschen, der wir eigentlich sind. Mit all dem lassen wir das Leben, das in uns angelegt ist, ungelebt.
Und mit jedem Jahr, das vergeht, spüren wir es deutlicher. All das, was wir an inneren Hindernissen in uns tragen, wird so erdrückend, dass es uns irgendwann niederdrückt. Wir fragen uns: Was habe ich getan? Was habe ich mir selbst angetan? War es das wert?
Dieser Punkt ist ein kritischer Punkt.
An diesem Punkt entscheidet sich, wie es weitergeht.
Entweder wir resignieren und richten uns in einem Leben ein, das sich nur noch nach Überleben anfühlt, oder wir erkennen genau dort, wo der Schmerz am größten ist, den Ruf zur Wandlung. Diese Wandlung beginnt mit einem Perspektivwechsel.
Wir begreifen, dass die Stimmen, die uns zurückhalten und uns Unzulänglichkeit einreden, nicht die Wahrheit über uns erzählen. Wir beginnen, uns neu zu betrachten. Wir lassen uns auf einen Prozess ein, der uns einlädt, die Substanz unseres wahren Seins zu entdecken und zu vertiefen. Wir sehen unsere Ressourcen und öffnen uns bewusst für die Möglichkeiten, die in uns liegen.
Daraus entstehen eine neue Klarheit und eine neue Stärke, die Stärke endlich für uns selbst einzustehen. Wir entscheiden uns, an uns selbst zu glauben, anstatt den Stimmen in uns Glauben zu schenken, die uns kleinhalten, denn wir wissen, folgen wir ihnen weiter, verlieren wir nach und nach das Wertvollste, was wir besitzen, die Möglichkeit, das Leben zu leben, das in uns angelegt ist.
Wenn nicht jetzt, wann dann?
Dieser Weg wird kein leichter sein, aber er öffnet sich indem wir ihn gehen.
Angelika Wende
Kontakt: aw@wende-praxis.de

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