Samstag, 31. Mai 2014

ich





und das ist zerrissen
und das ist doch ganz
und das bin doch ich
und das ist fremd
und das bin doch 
ich


Flachland



























Flachland
bewohnt von flachen Gedanken
flachen Worten
flachen Gesten
flachen Gefühlen
flach wie die Linie zwischen Meer und Horizont 
wie flach sie ist 
die Meute


Einladung


Dienstag, 27. Mai 2014

normal life





so many things my soul needs to do
so many thoughts to think
so many words to write
so many pictures to take
so many pictures to paint
so many adventures inside
so many hours to experience
so many things to learn
so full of beauty inside
so much silence to hear
so much time i need to express
so much room i need to create
so much time to live my creativity

so 
there is not much room for the thing people call

normal life


Sonntag, 25. Mai 2014

Aus der Praxis - Der negative Mutterkomplex oder von der Mutter verlassen Söhne





Das erste Liebesobjekt des Sohnes ist die Mutter, zu der er eine intensive körperliche und seelische Nähe sucht. Durchläuft das männliche Kind eine gesunde Entwicklung ist es in der Lage, sich im Laufe der Zeit über die Pubertät, bis hin zum Erwachsen, aus dieser Bindung lösen. In einer gelungenen Mutter-Sohn-Beziehung hat der Mann die Fähigkeit entwickelt auch andere Menschen zu lieben.

Gelingt diese Ablösung nicht, wird die nicht gelöste Bindung zur Mutter, egal ob sie gut oder schlecht war, zum sogenannten Mutterkomplex und damit zu einem seelischen Problem für den Mann.

Man unterscheidet zwischen einem positiven und einem negativen Mutterkomplex. Männer mit einem positiven Mutterkomplex lieben ihre Mutter und mütterliche Frauen. Sie fühlen sich von mütterlichen Attributen angezogen. Männer mit einem negativen Mutterkomplex bleiben in der Beziehung zu ihrer Mutter stecken. Sie hängen emotional, wie man im Volksmund sagt - "an der Nabelschnur" - und entwickeln nicht die Fähigkeit sich in eine gesunde Bindung zu begeben. Das Innere dieser Männer ist besetzt von Urmisstrauen und Verlustangst. Das bedeutet, dass sich dieser Mann nicht altersgemäß aus der Bindung an die Mutter gelöst hat, sondern auf einer früheren Entwicklungsstufe stecken geblieben ist und daher lebenslang die Mutter suchen wird. Nur die gesunde Liebe zur Mutter legt die Grundlage für männliche Reife, Liebesfähigkeit und die Wertschätzung des Weiblichen.

Das Konzept der Komplexe ist eines der Konzepte der Jungschen Psychologie. Dazu gehört auch der Begriff „Mutterkomplex“. Nach C. G. Jung wird ein Mann, der ein problematisches Verhältnis zu seiner Mutter hat, sie verachtet, entwertet oder sogar hasst, Probleme mit dem Weiblichen haben. Ein Mann, der unter einem negativen Mutterkomplex leidet, kann u.U. seinen Hass auf die Mutter sogar unbewusst auf andere Frauen übertragen, indem er sie entwertet oder sie unbewusst fürchtet, weil er sich durch das Weibliche in seiner Männlichkeit verachtet und bedroht fühlt.
Negative Beziehungserfahrungen mit der Mutter sind die kindlichen Bedürfnisse nach Aufmerksamkeit, Nähe, Umsorgtsein, Achtung und Liebe, die nicht erfüllt worden sind. 
Eine narzisstische, wenig beschützende Mutter beispielsweise oder eine ambivalente, unberechenbare Mutter, die für ihren Sohn nicht erreichbar bzw. begreifbar ist, sind für ein gelungenes Selbstkonzept des männlichen Kindes keine gute Basis. Durch den frühen Objektverlust kommt es in vielen Fällen zu Selbstentfremdung, Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Aggressionsansammlung oder einer allgemeinen Aggressionsschwäche. Männliche Aggression im gesunden Maße aber wird gebraucht, um sich von der Symbiose mit der Mutter abzulösen und entschlossen eine Partnerin zu erobern. Nicht selten leiden diese Männer auch unter Depressionen oder sie betreiben Selbstdestruktion mittels Alkohol und anderen Drogen.
Gefühle wie innere Leere, Angst, Wut und Schuld bestimmen das seelische EmpfindenDie kindliche Erfahrung dieser Männerseelen ist das Gefühl des "Niedergemachtseins zum Nichts".
Das hat fatale Auswirkungen auf das spätere Selbsterleben und das Beziehungsverhalten. So lassen sich Mutter und Geliebte für diese Männer nur schwer in einer Person vereinigen, besonders wenn die Mutter eine zweideutige übermächtige Gestalt war. Zwiegesichtig wie die Mutter schwankt der Sohn in seinem Verhältnis zum Weiblichen, er weiß nicht, was es bedeutet männlich zu sein und fühlt sich der Frau unterlegen.
In der Beziehung zu einer Frau kommt es daher oft zu einer Objektfixierung, die durch Aufopferung und Abhängigkeit gekennzeichnet ist. Männer mit einer nicht eindeutig erlebbaren Mutter suchen unbewusst immer eine Partnerin die zwei Pole hat – einen in der sich Eigenschaften der Mutter wiederfinden und einen der von der Mutter verschieden ist. Im Laufe der Beziehung aber erlebt der Mann die Partnerin immer mehr als Mutter und umgekehrt die Frau sich selbst als Mutterersatz, denn sie wird unbewusst zum „Objekt des Lösungsversuchs“ der nicht gelösten Mutter-Sohn-Bindung funktionalisiert. Der Mann will einerseits mit der Frau verschmelzen, andererseits hält ihn sein Anklammern, sprich die kindliche Verschmelzungssehnsucht, genau da wo er einst als Sohn war – in der unerfüllten Sehnsucht nach sich selbst. In diesem Konstrukt wird die Partnerin gleichzeitig begehrt, gefürchtet und abgelehnt.
Auch Donjuanismus kann eine Folge des Mutterkomplexes sein. Wie das literarische Vorbild jagen diese Männer bindungsunfähig von Frau zu Frau, immer auf der unbewussten Suche nach der Mutter, die unerreichbar bleibt und zugleich im Tiefsten verachtet wird. 
Männer mit einem Mutterkomplex sind im Tiefsten allein. 
Die meisten von ihnen sind sich ihrer Mutterwunde nicht einmal bewusst oder sie winken ab, wenn man sie darauf anspricht. Aber auch wenn sie es ahnen, nicht viele Männer sind bereit sich der Mutter, die sie gefühlt nie hatten, oder sich der Wut auf die Mutter, die sie innerlich vernichtet hat, zu stellen. Sie bleiben ein Leben lang unglücklich und sich selbst ein unbekanntes Wesen, das zerrissen von der Sehnsucht nach Selbstliebe und Liebe leidet und fatalerweise die Frauen, denen sie begegnen, mitleiden lassen.
Um sich aus einem Mutterkomplex abzulösen gibt es nur einen Weg: sich die Beziehung zur Mutter genauer anschauen, auch wenn der Blick in ihre Richtung kein angenehmer Blick ist. Es schmerzt sich einer Vergangenheit zu stellen, die nicht reparabel ist, aber was ist die Alternative? Leid und zwar lebenslang.
Schließlich gehört es auch irgendwann dazu sich die Wut auf die Mutter einzugestehen. Wut kann sogar hilfreich sein um sich endlich von den mütterlichen Introjekten abzulösen und frei zu werden –  für sich selbst, um ein eigenständiger Mann zu sein und für eine erwachsene, mit den Schatten der Kindheit nicht belastete, gesunde Beziehung.


Samstag, 24. Mai 2014

Menschliches ...







"Dass wir miteinander reden können, macht uns zu Menschen“, lautet ein Satz von Karl Jaspers. Und das „Wie“ Menschen miteinander reden entscheidet über den Wert ihrer Kommunikation.
  
Immer wieder begegnen mir Situationen wo ich denke, hör auf deine Worte zu verschwenden, hör auf mit den Menschen zu reden, denn sie hören nicht, was du sagst. Viele hören nicht zu. Sie sind mit ihrer Aufmerksamkeit selten beim Gegenüber. Ich spüre das, ich spüre das sofort, nämlich dann, wenn ich mich in der Kommunikation nicht wohl fühle, wenn ich feststelle, ganz gleich was ich sage, was mir entgegenkommt ist eine Antwort, die sich nicht auf das von mir Gesagte bezieht, sondern das Eigene des Gegenübers auf mein Gesagtes folgt. Sie antworten mit einem Ich ... und erzählen von sich, so als hätten sie nur auf die Initialzündung gewartet um loszuplappern.

Nun ist das ja an sich absolut nichts Negatives, dass Menschen von sich selbst erzählen möchten, ich möchte das ja auch manchmal. Aber diese Art und Weise ist keine Kommunikation im Sinne eines echten Dialoges. Diese Art von Kommunikation ist einseitig, sie ist sich selbst zugewandt ohne den Anderen einzubeziehen. Die meisten Menschen haben es verlernt achtsam zuzuhören. Sie plappern gedankenlos eine Unmenge Zeug daher, das nur von eigenem Interesse ist, ein Wortsalat aus dem eigenen Mikrokosmos, der sich nur um diesen dreht und nur in diesem Sinn macht oder Unsinn.   

Vor ein paar Tagen rief ich eine Freundin an um ihr mein Herz auszuschütten. Ich hatte Gedanken, die nach Austausch suchten, nach gemeinsamer Reflektion, ich wollte teilen, was mich beschäftigt. Kaum hatte ich den ersten Satz ausgesprochen, kam ein: „Also stell dir mal vor, was mir passiert ist.“ Ich wollte mir das gar nicht vorstellen, ich wollte mich vorstellen mit dem Meinem, eine Zuhörerin wollte ich. Bevor ich noch irgendetwas in dieser Richtung sagen konnte, prasselte mir eine Geschichte entgegen, die mich vollkommen von mir abzog, mich dazu brachte mich auf das Ihre einzulassen, um sie nicht zurückzuweisen. Wort für Wort fühlte ich mich einsamer in dieser Kommunikation. Ich hatte mir einen Dialog gewünscht und erhielt einen Monolog. Am Ende war ich noch immer allein mit meinen Gedanken und einem Gefühl von Traurigkeit.

Es war nicht das erste Mal, dass ein Telefonat mit dieser Freundin so ablief. Aber es war das erste Mal, das ich beschloss, dass es das letzte Mal ist.

Viele Leute monologisieren gern, das fällt mir mehr und mehr auf. Und ich ziehe mich mehr und mehr zurück in den Raum der Wenigen die noch zuhören können, die wissen, was Austausch heißt – nämlich ein interessiertes einander Zuwenden , offen, achtsam und mit Geduld. Geduld auch die braucht es um den Anderen zu hören, um ihn aussprechen zu lassen und dann das zu sagen, was als Antwort einen Sinn macht, aus sich selbst heraus zum anderen hingewandt – das ist wahrhaftiges Aufeinanderbeziehen.

Wenn ich von mir sprechen möchte interessiert es mich nicht, was die Freundin der Freundin mit ihrem neuen Lover macht, es interessiert mich nicht, welches neue Auto der Nachbar fährt und es interessiert mich nicht, dass der Sohn von der Frau, die ich nicht mal kenne, mal wieder eine Fünf geschrieben hat. Es interessiert mich dann nicht, wenn ich bereit bin mich zu öffnen mit dem Wunsch gehört zu werden. Ich will nicht mit Fremdem überladen werden, das mit mir rein gar nichts zu tun hat.

Übrigens, dieses Phänomen des Nichtzuhörens gibt es auch in Beziehungen. 

In vielen Beziehungen leben Menschen wortreich aneinander vorbei. Sie reden zwar eine Menge, aber sie hören nicht wirklich zu was der andere sagt. Wirkliches Zuhören hat viele Pausen des Schweigens. Nur im Schweigen findet sich Aufmerksamkeit, die auf den anderen gerichtet ist und zwar wechselseitig. Gelingt das nicht, führt es zu Distanz, zu innerer Distanz, der die äußere Distanz unweigerlich nachfolgt und dann wundern sich die Partner, dass die Beziehung ein einsames Miteinander geworden ist, das am seidenen Faden der Gewohnheit hängt, weil die Liebe längst geflohen ist vor dem sinnlosen Gerede, das mit ihr nichts, aber auch gar nichts zu tun hat.

Liebe ist Aufmerksamkeit, auch das. Vielleicht ist diese Welt deshalb so voll von Menschen, die ihre Tage allein verbringen, weil sie sich Liebe wünschen ohne jemals begriffen zu haben was sie am meisten braucht: Aufmerksamkeit.