Donnerstag, 17. August 2017

Aus der Praxis – Selbstachtung






Selbstachtung verstärkt sich wenn du ...
klar weißt, was du willst
deine Bedürfnisse ernst nimmst und sie ausprichst 
deine Ziele in die Tat umsetzt
Hindernisse überwindest und dich Herausforderungen stellst
deiner Wahrnehmung vertraust
deine Gefühle achtest und sie ernst nimmst
zu deiner eigenen Wahrheit stehst, egal ob sie anderen passt oder nicht
keine Kompromisse machst, bei denen du den Kürzeren ziehst
keinem anderen die Verantwortung für deine Lage zuschreibst und Eigenverantwortung übernimmst
aufhörst das Opfer zu geben und dich selbst bemitleidest
aufhörst dich verletzen zu lassen
entscheidest lieber alleine weiter zu gehen, als schlecht begleitet
dir selbst vertraust auch wenn dein innerer Kritiker sich fett aufbläst
dein inneres Kind ernst nimmst, gut für es sorgst und ihm trotzdem nicht alles durchgehen lässt
deiner Angst ins Gesicht siehst und dich ihr stellst
dich deinen Süchten stellst und entgiftest
klare Grenzen ziehst, wenn du etwas nicht ertragen kannst oder nicht mitmachen willst
akzeptierst, dass klare Entscheidungen auch einen Preis haben
deine Selbstlügen aufgibst und schonungslos ehrlich zu dir bist
dir Hilfe suchst, wenn du es alleine nicht mehr schaffst.


Freitag, 11. August 2017

Aus der Praxis – Wenn es verletzt, ist es dann keine Liebe?



Zeichnung: AW 2017

Wenn es verletzt ist es keine Liebe, heißt ein Buch von Chuck Spezzano.
Das klingt einfach, sehr einfach. Nur das weder das Leben noch wir Menschen einfach sind.
Warum also sollte es die Liebe zwischen zwei Menschen sein?
Weil uns das einer sagt, weil die menschenfremde Botschaft, dass wir Liebe und Verletzen trennen müssen, mittlerweile über den Kreis der Esoteriker heinausgedrungen ist? Mal ehrlich, wer von uns kennt eine Liebe, die ohne Verletzungen einhergeht? Es gibt sie nicht. Sie ist eine Illusion. Und wünschen wir uns eine Liebe ohne Verletzungen leben wir in einer Illusion.

Der heutige Mensch ist durchdrungen von einem Perfektionismus und einer Sucht nach Erfolg und Selbstoptimierung wie es sie zu keiner Zeit zuvor jemals gab. Und er liebt Ilusionen.
Er will alles glatt, problemlos und ohne sich anstrengen zu müssen. Er muss so sehr um seine monitäre Existenz kämpfen, dass ein emotionales Einlassen ein Zuviel bedeutet. Was also nicht einfach geht, was vielleicht sogar anstrengend ist, muss weg. Beziehungen müssen einen Benefit bringen aber bloß keine Probleme. Mittlerweile brauchen weder Männer noch Frauen einen Partner um gemeinsam in der Welt zu überleben. Beziehung ist wie der Milchschaum im Kaffee, es geht auch ohne. Partner sind Luxus und zum Luxus gehört eben auch, dass da nichts anstrengend ist und alles schön glänzt. Wir haben genug Probleme mit uns selbst mit unserem Alltag und all dem was wir meinen tun und erreichen zu müssen, also warum sich die Probleme des Anderen auch noch aufladen? Geteiltes Leid ist doppeltes Leid.

Jeder von uns bringt seine Probleme, seine Macken und seine Neurosen mit in die Beziehung. Jeder von uns bringt sein inneres Kind mit in die Beziehung, seine Beziehungserfahrungen aus der Ursprungsfamilie, seine alten Verletzungen oder gar seine Traumata aus der Vergangenheit seines gelebten Lebens. Da sind Zwei und mit der Beziehung entsteht ein Drittes, was die eigene Identiät und die des Anderen zwangsläufig beeinflusst und verändert.

Viele unserer Neurosen schlafen wenn wir alleine sind. Wir kommen gut mit ihnen und mit uns selbst klar, wir bemerken sie gar nicht. Aber wenn da plötzlich ein Anderer in unsere Komfortzone einbricht ist alles anders.
Wir erfahren, dass wir in der Konfrontation mit den Eigenarten, den Wünschen, den Bedürfnissen, den Verhaltensweisen und den Vorstellungen des Anderen unsere Komfortzone verlassen müssen. Wir müssen uns einlassen auf das fremde Wesen, das wir uns vertraut machen. Vorbei mit der Ruhe, die wir alleine so schön bewahren konnten, als da keiner war der uns "gestört" hat, der einen anderen Tagesrythmus hat, als wir ihn für uns ritualisiert haben. Da spricht uns plötzlich einer an bevor wir noch den ersten Schluck Kaffee getrunken haben, da ist einer der uns etwas erzählen will, während wir lieber schweigend den Tag beginnen. Da ist einer nicht gut drauf oder hat Sorgen und Ängste wo es uns gerade mal prima geht. Das tangiert unser Gefühlsleben. Das macht etwas mit uns. Das nervt im Zweifel, das ist vielleicht sogar lästig sobald die ersten Schmetterlinge den Bauch verlassen haben und die rosarote Brille der Tönung der eher grauen Wirklichkeit ausgesetzt ist. Da ist die Wirklichkeit des Fremden in unserem Leben, der uns noch eine lange Zeit, falls wir die mit ihm überstehen, fremd bleibt. Da sind seine Macken, da sind die Knöpfe, die er bei uns drückt und wir bei ihm, da sind die Erinnerungen an alte Beziehungen, an die Kindheit, an Bilder und Emotionen die wir längst vergessen oder verdrängt hatten oder die wir für geheilt hielten. All das und mehr sind Dinge, Zustände und Befindlichkeiten, die das Miteinander zweier Liebender auslöst. So kommt es zu Verletzungen, die wir, wären wir allein geblieben nicht erleben müssten. Und schon wird es ungemütlich.

Wir erkennen im Spiegel, den uns der Andere unbewusst und ungewollt Tag für Tag vorhält, was in uns gar nicht so entspannt, ruhig und geheilt ist, wie wir glaubten.
Wir erkennen, wenn wir ehrlich mit uns selbst sind, dass wir nicht so frei von Neurosen sind wie wir dachten. Dann sind wir verletzt in der Liebe, durch die Liebe zum Anderen. In Wahrheit aber bringt die Liebe nur die Verletzungen zum Vorschein, die wir nicht geheilt haben, weil sie uns liebt.

Aber das verstehen wir nicht, das wollen wir nicht verstehen, weil es weh tut und dann glauben wir es ist keine Liebe und wir rennen weg von der Liebe, weil sie alles andere ist als das Perfekte, das Glatte, das Einfache, das sich unsere Illusion vom Liebesglück wünscht. Es passt halt nicht, denken wir, sagen wir und gehen weiter, zurück in die scheinbare Sicherheit des Alleinlebens. Bis zum nächsten Mal. Bis die Liebe wieder an unser Herz klopft und uns heilen will.


Dienstag, 8. August 2017

Aus der Praxis – Selbstachtung



Foto: AW

Was können wir tun um liebevoll mit uns selbst umzugehen?

Höre auf deine innere Stimme.
Was macht dich traurig?
Was macht dich wütend?
Was oder wer macht dich hilflos?
Was willst du nicht mehr haben oder tun?
Was ist falsch für dich?
Was kannst du nicht leiden?
Wo und mit wem fühlst du dich nicht wohl?
Was brauchst du und was brauchst du nicht?
Was erfüllt dich und was fühlt sich leer an?
Was fühlt sich gut an und was fühlt sich ungut an?

Wir lernen uns selbst zu vertrauen, wenn wir lernen auf unsere innere Stimme zu achten.
Wenn wir uns selbst vertrauen, lernen wir uns selbst zu achten.
Selbstachtung ist der Beginn eines liebevollen Umgangs mit uns selbst.

Und jetzt komm mir nicht mit: Aber das ist so schwer!
Ja, es ist schwer.

Aber ist es nicht viel schwerer, dich selbst zu missachten?


Samstag, 5. August 2017

Verletzt



All die Verletzten
verletzten sich selbst
verletzen andere
verletzen einander
Wann hört das auf?
Es hört auf, wenn wir aufhören uns selbst zu verletzen.

Sonntag, 30. Juli 2017

Hingabe



Foto: AW

Wenn zwei Menschen sich einander in völligem Vertrauen öffnen, heißt das auch, dass sie sich verwundbar machen. Das zu akzeptieren, davor schrecken viele Menschen zurück. Aber es ist diese Verwundbarkeit die wir dem anderen gegenüber offen legen, die wahre Intimität erst entstehen lässt. Wenn uns jemand begegnet, der uns so nah ist, dass wir unsere Angst vor Verletzung überwinden, wenn sein Dasein es vermag uns in aller Ehrlichkeit und ohne Maske zu zeigen, uns unsere intimsten Geheimnisse zu entlocken, unsere Wahrheiten zu teilen, dann ist dieser Mensch ein Geschenk.
Und ist es nicht völlig unwichtig ob wir es Liebe nennen?
Dieser Mensch wird vielleicht unser Liebhaber oder unsere Liebhaberin, er wird uns einen Moment in der Zeit tief berühren, er wird uns eine Weile begleiten oder für immer.
Aber ist das wirklich wesentlich?
Wesentlich ist, dass in den Momenten des intimen Verschmelzens zweier Menschen beide ihre Einzelidentität aufgeben und zu einem einzigen Wesen werden. Dies ist eine mystische Erfahrung, die uns nicht allzuoft im Leben geschenkt wird.
In der Aufmerksamkeit, der Zuneigung und der Zärtlichkeit des Anderen erlauben wir uns die Liebe, die wir in uns selbst haben fließen zu lassen, ohne Widerstand und ohne anzuhaften.
Wir geben bwusst die Kontrolle auf. Wir legen unsere Ängste beseite und lassen uns bedingungslos ein. Wir geben uns hin. In der gegenseitigen Hingabe erfahren wir uns selbst und unseren Liebhaber mit dem Herzen, mit dem Geist und mit dem Körper.



Samstag, 29. Juli 2017

Gedankensplitter

 

 

Foto: AW
 

Veränderung findet statt, wenn du deine Komfortzone verlässt, 
dich aber immer noch im Bereich deiner Selbstfürsorge befindest.