Donnerstag, 6. Oktober 2022

Und Punkt

 
                                                                        Foto: www
 
 
Mit der Zeit habe ich gelernt, dass es nichts gibt, was ich tun kann, damit mich ein anderer liebt, wertschätzt oder respektiert.
Egal was ich tue, egal was ich sage, es verändert nichts.
Tut er es nicht, tut er es nicht.
Und Punkt.
Dann ist es besser diesen Menschen gehen zu lassen.
Keine Fragen zu stellen und keine Antworten zu erwarten.
Nicht zu erwarten verstanden zu werden, mich nicht zu erklären.
Mein Leben wird friedlicher, wenn ich mich nicht abhängig mache von dem, was andere tun oder was sie über mich denken. Es wird friedlicher, wenn ich mich um das kümmere, was ich tue und was ich denke. Das ist es, was ich für meinen Frieden tun kann.

Samstag, 1. Oktober 2022

Aus der Praxis: Wozu das alles?

 



Gestern hatte ich eine intensive Sitzung mit einer Klientin, die absolut keinen Sinn mehr in ihrem Leben sieht. Sie hat keine Depression, sie hat einfach den Sinn verloren. Das gibt es. Auch mir ist das nicht fremd. Irgendwann kämpfen die meisten Menschen im Laufe ihres Lebens mit der Sinnfrage, manche sogar immer wieder. Bei Begegnungen mit der eigenen Endlichkeit, einer schweren Krankheit, einer Trennung, einem Schicksalsschlag oder dem Tod.
Krisensituationen führen oft in die Frage nach dem Sinn des Ganzen.
Wenn Menschen, die tief in einer Krise stecken zu mir kommen, stellen sie Fragen wie:
Wozu das alles?
Wozu bin ich überhaupt da?
Gibt es überhaupt einen übergeordneten Sinn?
Welchen Sinn hat mein Leben?
 
Die Sinnfrage ist ein existentielles Problem und immer ist sie begleitet von tiefen emotionalen Zweifeln, an dem was ist, an dem was wir sind, an dem, was wir unser Leben nennen. Mit der Suche nach dem Sinn beschäftigen sich die Philosophie, die Psychologie, die Soziologie, die Künste und die Literatur seit ewigen Zeiten, ohne dass eindeutige und für alle Menschen allgemeingültige Antworten gefunden werden.
Die Suche nach dem Sinnhaften der Existenz ist ein Grundmotiv der Menschheit. Hinter all den Anstrengungen, die wir im Leben machen, steckt die Suche nach dem eigenen Lebenssinn. Sie begleitet uns wenn es darum geht den eigenen Weg zu finden, die eigene Biografie zu verstehen, um mit der eigenen Vergänglichkeit umzugehen und wenn es darum geht Verluste und Scheitern zu verarbeiten. Letztlich alles mit dem Ziel uns im Leben und in der Welt orientieren zu können.
 
Ohne Sinn sind wir orientierungslos, Suchende, die kein Ziel haben.
Hat der Mensch das Gefühl für den Sinn verlorenen, verliert er nicht nur die Orientierung, sondern den Halt. Er wird passiv, depressiv, resigniert, hoffnungslos. Am Ende verzweifelt er im Zweifel, er verzagt und ergibt sich dem, was ist oder er löscht sich im schlimmsten Falle selbst aus, weil da nichts mehr ist.
Das zeigt wie existentiell es ist Antworten auf die Frage nach dem Sinn zu finden.
Nur, dass uns die eben niemand geben kann. Kein anderer kann uns den Sinn erklären, vorleben, vorbeten oder schenken.
Natürlich kann die Liebe zu anderen uns Sinn schenken, die Verbundenheit mit anderen, das was wir für unsere Nächsten tun. All das ist sinnvoll. Aber, was wenn es diese anderen plötzlich nicht mehr gibt? Wenn sie uns verlassen oder wenn sie uns genommen werden. Dann löst sich der Sinn auf. Und wir stehen da und wissen nicht mehr wofür, für wen wir da sind. 
 
Was, wenn wir verlieren woran unser Herz hing, egal was es war?
Dann bricht der Sinn leicht zusammen. Er löst sich auf und wir gefühlt mit ihm. Wir werden uns der Fremdheit dieser Welt in der wir allein sind, schmerzhaft bewusst.
Vor dem Hintergrund eingestürzter Lebenskonstrukte und zerbrochener Bindungen, beschleichen uns düstere Gedanken, ob der Absurdität unseres Daseins. Nichts mehr, dem wir einen Sinn verleihen können. Nichts mehr, was uns als Licht im Dunkel leuchtet. Nichts.
Nichts ist für uns Menschen nur schwer vorstellbar. Vielleicht bekommen wir eine Ahnung davon im Schlaf, fassen können wir es nicht. Das Nichts ist kein Ding, keine Sache, nicht das Mindeste. Das Nichts ist der Gegenpol des Seins, Abwesenheit des Seins, das Nichtsein, nicht das Für-sich-Sein und nicht das Für-Andere-Sein, eine absolute Leere.
So etwa fühlt sich eine tiefe Sinnkrise an. Da ist nichts mehr.
Und was jetzt?
 
Wir könnten uns fragen: Welchen Sinn hat diese Welt für mich?
Damit könnten wir uns ein neues Ziel setzen. Aus der kosmischen Perspektive ist das allerdings vollkommen bedeutungslos. Dem Universum ist das egal.
Wie könnte unser Dasein also sinnvoll sein, wenn es den großen vorgegebenen Sinn nicht gibt? Ist es dann nicht das Einzige, was wir tun können, ihn uns selbst zu schaffen?
Und dann wieder stellt sich die Frage: Was genau bedeutet es, meinem Leben einen eigenen Sinn zu geben? Ist es nicht nur wieder eine Konstruktion, die die Tiefe der Antwort auf mein Dasein nicht einmal berührt. Ein Selbstbetrug, den wir begehen, weil wir eben nichts wissen.
Woran merken wir, was stimmt, was für uns wahr ist und zutiefst sinnhaft? Daran, dass das, was wir tun uns ein Gefühl von Sinnhaftigkeit vermittelt? Vielleicht ist es so, velleicht ist es nicht so.
Oder könnten wir gar offen dafür sein, dass es keinen Sinn gibt?
Und was wäre dann?

Freitag, 30. September 2022

Endlich

 

                                                                Foto: A. Wende


Als ich endlich begriff, dass der Schmerz so alt ist wie ich selbst.
Als ich endlich begriff, dass das, was in mir weint, Angst hat, traurig und verletzt ist, so alt ist wie ich selbst.
Als ich das endlich begriff, begann ich den Weg zurück zu gehen.
Ich ging durch ein tiefes Tal, durch dunkle Wälder, reißende Flüsse und über schwindelnde Höhen.
Als ich ankam sah ich mich selbst.
Klein, verlassen, ängstlich und einsam.
Ich kniete mich nieder, setze mich an meine Seite und hörte mir lange zu.
Ich sah in meine traurigen Kinderaugen.
Und was ich fühlte war Liebe.

Donnerstag, 29. September 2022

Aus der Praxis: Die Menge macht das Gift

 

                                                                      Foto: www

 
Wir werden nicht unverletzt durchs Leben gehen.
Jeder von uns hat Verletzungen erlebt und jeden Tag können neue dazu kommen. Große und kleine. Und jede Verletzung kann zu einem Trauma werden. 
 
Trauma ist nicht das, was geschieht, sondern wie wir auf das, was geschieht, reagieren. 
 
Jeder von uns reagiert anders, auf seine ureigene Weise. Was den einen unbeeindruckt lässt oder wachsen lässt, kann für den anderen eine Welt zusammenbrechen lassen.
Im Laufe des Lebens widerfahren den Meisten von uns große und/oder kleine Traumata. Die kleinen nennt man auch Mikrotraumen. Auch diese können zu bleibenden Schäden in der Seele führen. Mikrotraumen sind für unser Leben von großer Bedeutung, denn sie formen unsere Gedanken und unser Empfinden. Sie beeinflussen wie wir uns selbst sehen, wie wir andere sehen, wie wir das Leben sehen, wie wir auf die Dinge reagieren und sie formen unsere Gewohnheiten. 
 
Mikrotraumen schaffen neuralgische Punkte. Sie schaffen Schwachstellen in der Psyche.
Diese scheinbar kleinen Verletzungen richten mehr an, als wir glauben. Je mehr dieser Mikrotraumen wir erfahren, desto größeren Schaden richten sie an. Sie sind wie ein Schwelbrand, der irgendwann zu einem Großfeuer werden kann, wenn sie uns nicht bewusst sind. So können zum Beispiel ständige Kränkungen in einer Beziehung auf Dauer krank machen. So können sich wiederholende Konflikte irgendwann explodieren und zur Katastrophe führen. Eine scheinbar kleine Sache kann so groß werden, dass aus einer Mücke ein Elefant wird und das Gegenüber überhaupt nicht versteht, was plötzlich los ist. 
 
Aus scheinbaren Kleinigkeiten, aus kleinen Mikrotraumata, können psychosoziale, psychische und psychosomatische Probleme entstehen.
Mit anderen Worten all die kleinen Verletzungen wirken potenzierend oder anders ausgedrückt: Die Menge macht das Gift. Darum ist es so wichtig auch kleine Verletzungen zu achten, sie zu erkennen, entsprechend damit umzugehen und sie zu verarbeiten, damit ihre Summe, die sich im Laufe des Leben anhäuft, nicht zu einem Zusammenbruch der Seele führt, von dem sich dann keiner erklären kann woher er kommt.

Dienstag, 27. September 2022

Aus der Praxis: Nicht das Ich - das Es hat die Macht.

 

                                                                     Foto:www

„Oft genug habe ich im Lauf meines Lebens getan, wofür ich mich nicht entschieden hatte, und nicht getan, wofür ich mich entschieden hatte. ES, was immer es sein mag, handelt; ES fährt zu der Frau, die ich nicht mehr sehen will, macht gegenüber dem Vorgesetzten die Bemerkung, mit der ich mich um Kopf und Kragen rede, raucht weiter, obwohl ich mich entschlossen habe, das Rauchen aufzugeben, und gibt das Rauchen auf, nachdem ich eingesehen habe, dass ich Raucher bin und bleiben werde.
Ich meine nicht, dass Denken und Entscheiden keinen Einfluss auf das Handeln hätten. Aber das Handeln vollzieht nicht einfach, was davor gedacht und entschieden wurde. ES hat seine eigene Quelle“, schreibt Bernhard Schlink in seinem Buch „Der Vorleser“.
 
Schlink beschreibt, was viele von uns gut kennen.
Wir wollen etwas oder wollen etwas nicht, aber da ist etwas in uns, dass uns dazu bringt anders zu fühlen und zu handeln, als wir es mit dem Verstand wollen, auch wenn wir wissen, dass es falsch oder sogar unheilsam für uns ist. Das liegt daran, dass die frontale Hirnrinde das limbische Verlangen nur schwer im Zaum halten kann. Das Gehirn ist zwar imstande, sich intellektuell von Gedanken und Überzeugungen zu lösen, emotional ist das aber kaum möglich.
Dieses ES, von dem es Schlink schreibt, ist das Unterbewusstsein, dieser geheimnisvolle, schwer durchdringbare Ort, wo unsere tief emotionalen, unterbewussten Überzeugungen und Verhaltensprogramme sitzen. 
 
Das Unterbewusstsein ist die Summe aller Vorstellungen, Erinnerungen, Eindrücke, Motive, Einstellungen und Handlungsbereitschaften, die in uns gespeichert, aber nicht bewusst aktiv sind. Im Unterbewusstsein sind all die Informationen gespeichert, die wir über uns selbst und die Welt gesammelt haben, individuell und kollektiv. Alles was im Moment aktiv ist, ist uns zwar bewusst, unterbewusst beeinflussen aber all die inaktiven Elemente unserer Psyche unser tägliches Denken, Fühlen und Handeln. Mit anderen Worten: Es findet ständig eine Kommunikation zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein statt, ohne dass wir uns dessen bewusst sind.
 
Durch unsere Erlebnisse und Erfahrungen werden Denk- und Gefühlsmuster programmiert, die immer wieder die gleichen Verhaltensweisen und Reaktionsmuster hervorbringen. Die alte Programmierung läuft automatisch ab, immer in der gleichen Weise, wie ein Computerprogramm. Das kann ungute Folgen haben. Das ist vor allem dann der Fall, wenn negative oder destruktive emotionale Programmierungen unser Leben beeinflussen. Dazu gehören besonders auch Traumata.
ES ist mächtig und es ist schwer, es mit dem Verstand zu zähmen oder es zu verändern. Das gelingt nur beschränkt, denn das limbische System, das zwischen den Hälften des Großhirns sitzt, ist mit dessen Denkregionen fest verknüpft, Die dort gespeicherten Daten färben jede Erkenntnis, jedes Erleben und jede Absicht mit Emotionen und manipulieren so unseren Verstand. ES bringt uns dazu überwiegend emotional geprägte Entscheidungen zu treffen. 
 
Unsere Gefühle und Gedanken sind untrennbar miteinander verbunden.
Die Hirnforschung hat hinreichend bewiesen: Unser Gehirn ist zwar imstande, sich intellektuell von alten Programmierungen zu lösen – emotional ist das jedoch kaum möglich. Ein Fakt, den wir akzeptieren sollten, wenn wir uns zum hundertsten Mal fragen: „Wenn ich doch weiß, wie ich die Dinge anders sehen kann, wie ich anders reagieren, denken und handeln kann, wenn ich doch weiß, dass ich okay bin, liebsnwert, wertvoll, wieso fühle ich es nicht?“
Die Antwort: Weil nicht das Ich, sondern das Es die Macht hat.
 
Das bedeutet aber nicht, dass wir die Machtverhältnisse nicht ändern können – zu unserem Besten.
Wir können manches ändern, aber eben nicht alles. Wir können manches wollen, aber nicht alles haben. Unsere Macht über unser Unterbewusstsein ist eben begrenzt. Das ist okay. Indem wir jedoch Kontakt nach Innen aufnehmen und unser Unterbewusstsein erforschen, so weit es möglich ist, können wir uns Fähigkeiten und Möglichkeiten erschließen, die bei einer rein automatisch ablaufenden Kommunikation zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein unentdeckt bleiben würden.
Wir werden uns, unserer Selbst bewusster. Das ändert vieles. 
 

Sonntag, 25. September 2022

Fluchtwege

 

                                                                       Foto: www


Ob wir uns wütend, verletzt, traurig, gekränkt, verloren, ungeliebt fühlen oder ob wir am verzweifeln sind, weil das Leben uns gerade haufenweise Zitronen schenkt und kein Licht am Ende des Tunnel sichtbar ist, wir Menschen suchen immer einen Ausweg um mit diesen Zuständen klar zu kommen. Wir suchen Wege um Unliebsames, Belastendes und Überforderndes in den Griff zu bekommen, um Schmerz zu vermeiden und nicht zu leiden. Trotz aller Unterschiede im Wesen, kann man beobachten, dass alle Menschen auf bestimmte Formen auf Probleme zu antworten, zurückgreifen.
Das sind Folgende:
1. Flucht in Arbeit, Leistung, Beschäftigung,Tätigsein
2. Flucht in Krankheit
3. Flucht in Süchte
4. Flucht in die Fantasiewelt
5. Flucht in Geselligkeit
6. Flucht aus der Gemeinschaft, Rückzug, Isolation, Einsamkeit
 
Rationalisierung, Somatisierung, Betäubung, Idealisierung, Verleugnung, Ablenkung, Rückzug sind Fluchtwege, die Menschen ergreifen, wenn sie einem Problem oder einem Konflikt ausweichen, weil sie ihn nicht sehen wollen oder weil sie glauben ihn nicht lösen zu können. 
Diese Fluchtwege sind allerdings nicht der rettende Ausgang in eine bessere Welt, es sind leider nur kleine Fluchten, die kurzzeitig als Entlastung empfunden werden, langfristig aber den Konflikt, bzw. das Problem aufrechterhalten, es verstärken und/oder neue Probleme dazukommen lassen.
Jeder von uns entwickelt seine eigenen Fluchtmuster. Dabei wird in der Regel Eins überbetont. Welches das ist hängt vor allem von den Lernerfahrungen ab, die wir als Kind gemacht haben.
Was damals hilfreich war, muss es aber heute nicht mehr sein und ist es meist auch nicht mehr. Die alten Reaktionsmuster sind jedoch beharrlich und lassen sich nur schwer auflösen, weil sie eben einst hinreichend gut funktioniert haben. Das hat unser Denkapparat abgespeichert und ins Unterbewusste versenkt, welches dann bei Alarm automatisch nach Oben ploppt und das alte Muster unreflektiert abspult.  
 
Die Meisten von uns sind sich nicht bewusst wie wir auf Probleme antworten.
Macht Sinn sich das einmal anzuschauen.
Ich zum Beispiel reagiere auf Überforderung mit Flucht aus der Gemeinschaft. Wenn es mir schlecht geht, ziehe ich mich in mich selbst zurück. Ich breche den Kontakt mit dem Außen weitgehend ab und verkrieche mich in meine Höhle bis es mir besser geht. Das funktioniert einerseits für mich selbst gut, andererseits ist das für Menschen, die mir nahe stehen nicht gut, denn sie fühlen sich im wahrsten Sinne des Wortes stehen gelassen, auch wenn ich ihnen erkläre, warum ich das so mache. Und das ist ungut.
Ich mache das so, weil ich es als Kind so gemacht habe. Es war mein Fluchtweg aus einer unheilsamen Situation. War ich in meinem Zimmer, hatte ich meinen Schutzraum. Damals hat mich der Rückzug gerettet, heute rettet er mich zwar immer noch, aber ich gehe das Risiko ein, Menschen zurückzuweisen, die mir viel bedeuten. Im worst case könnte mein Fluchtweg dazu führen, dass das, was ich als hilfreich empfinde, dazu führt, dass am Ende ein noch größeres Problem auf mich wartet – ein einsames Leben nämlich. „Wobei das durchaus auch seine Vorteile hat“, grinst gerade ein Introjekt in mir. Spaß beiseite.
 
An meinem Beispiel ist gut zu erkennen, dass es sinnvoll es ist, sich mit den eigenen Fluchtwegen zu befassen, sich die Falle, die sie bergen, bewusst zu machen und zu überlegen, wie wir unser Muster dahingehend korrigieren oder so verändern, dass es uns nicht mehr schadet, als es uns nützlich ist.

Dienstag, 13. September 2022

Verkopft

 

                                                                        Foto: www

 
Alles ist Energie in Bewegung. Auch unsere Gedanken und Überzeugungen sind Energie. Wir haben die Fähigkeit Energie in Materie zu verwandeln - das ist Schöpfertum. Jeder Maler, jeder Musiker, jeder Bildhauer, jeder Schriftsteller, jeder Künstler weiß das, weil er es tut, Tag für Tag.
Was wir bewusst und unbewusst an starker Energie aussenden trifft auf einen Resonanzboden. Je mächtiger ein Gedanke oder eine Überzeugung ist, desto stärker schwingt der Resonanzboden. Entscheidend für die Wirkung der Gedanken und für die Qualität der Resonanz, die sie erzeugen, ist das Unbewusste.
Warum?
 
Unsere Gedanken und Gefühle werden zu neunzig Prozent aus den Unbewussten gespeist. Nur etwa zehn Prozent von dem, wie wir als Person denken und agieren, ist vom Bewusstsein gesteuert. Dies hat die Hirnforschung hinlänglich erwiesen.
Glaub nicht alles, was du denkst!
Wenn wir z.B. bewusst positiv denken wollen, unser Unterbewusstes aber von etwas ganz anderem überzeugt ist, wird uns das Positive nicht begegnen, sondern wir werden vielmehr das erfahren, was wir unbewusst über eine Sache fühlen. 
 
Glaube versetzt Berge. Fragt sich nur welcher Glaube?
Der, den wir denken wollen oder der, der uns denkt?
Wir fühlen uns so wie wir denken und dann handeln wir nach diesem Gefühl. Und meist begegnet uns dann das im Leben woran wir im tiefsten Unbewussten glauben - das Schicksal außen vor gelassen - weil unsere Wahrnehmung sich nach unserem Glauben und nach unseren unbewussten Überzeugungen ausrichtet.
Was mit enormer Energie von Innen nach Außen wirkt und wie ein Bumerang zu uns zurückkommt, sind unsere unbewussten Überzeugungen und diese entstehen aus gefühlten Erfahrungen.
Diese gefühlten Erfahrungen, die tief in unserem Limbischen System verankert sind, haben die Angewohnheit sich in Überzeugungen zu verwandeln und sich resonante Erfahrungen zu suchen um sich selbst zu bestätigen und sich zu erfüllen. Wir erschaffen also eine hoch schwingende Energie und zwar mittels unserer tiefen inneren Überzeugungen über uns selbst und das Leben. Die meisten dieser Überzeugungen haben wir nicht gewählt, man hat sie uns beigebracht, als wir noch nicht fähig waren sie auf ihre Richtigkeit und Sinnhaftigkeit zu überprüfen. Sie sind das Erbe unserer Kindheit. Ein Erbe, nach dem wir uns selbst, andere, die Dinge und das Leben beurteilen.
 
Kein Urteil hat weitreichendere Folgen als das, welches wir über uns selbst fällen. Deshalb ist es so wichtig, dass wir die Wahrheit über uns selbst kennen.
Das bedeutet im ersten Schritt: Unsere Überzeugungen über uns selbst zu erforschen und zu überprüfen, darauf ob sie hilfreich sind oder nicht. Manche von uns tun das, oder haben es längst getan. Manche haben einige Therapien und Coachings hinter sich und müssen feststellen, dass die alten Überzeugungen immer noch an der Seele haften wie klebriges schwarzes Pech. Das geht nicht ab. Das pappt und wir pappen fest an dem, was uns im Leben blockiert, obwohl wir doch wissen, was Sache ist.
Der Kopf hat es längst kapiert, aber es ändert sich nichts Wesentliches. Genau dieser Kopf aber ist es, der das Pech so klebrig macht. Solange wir nicht fühlen was in uns los ist haben wir keine Chance dem Unbewussten auf die Spur zu kommen um es zu wandeln. Verkopfte Therapie, verkopftes Coaching ist nicht hilfreich. Es geht ums Fühlen. Sich selbst radikal fühlen. Egal was da gefühlt wird und diesen Gefühlen nicht davonzulaufen Richtung Kopf, der ja alles so gut weiß. 
 
Es geht um das tiefe sich Einlassen auf den Grund der eigenen Seele – kopflos und unreflektiert - mit dem Instinkt, den der Kopf hat verkümmern lassen mit all seinen Analysen und Reflektionen.
Davor schrecken die Meisten zurück.
Und das klebrige Pech pappt weiter.
Und die pappige Energie wirkt weiter.
Und nichts wandelt sich.