Samstag, 31. Dezember 2016

Ein Jahr des Loslassens





Zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag können wir einem alten Brauch nach während der heiligen zwölf Rauhnächte Rückschau auf das alte Jahr halten und uns gedanklich auf das neue Jahr einstimmen. Diese magische Zeit ist voller Mythen und Rituale. Die meisten dieser Rituale wurden über die Jahrhunderte mündlich überliefert. In den Rauhnächten führen Menschen bis heute Rituale durch wie etwa das Bleigießen oder das Sternsingen am 6. Januar. Das sind Rituale, die es seit Ewigkeiten gibt. Eines dieser Rituale ist das Räuchern. Es dient der Reinigung  und soll neue, frische Energie in unsere vier Wände strömen lassen und ungute Energien vertreiben. Ich finde diese Rauhnachtrituale schön. Ich mag Rituale, für mich sind sie Ausdruck gelebter Spiritualität.

Das Ritual ist so alt wie wir Menschen. Man sagt es spricht eine Sprache, die in der geistigen Welt als Bitte verstanden wird, um stabilisierend auf das Leben zu wirken. „Es verlangt von uns laut und allein zu beten, zu akzeptieren, dass wir alleine nicht die Lösung haben, sondern Hilfe brauchen. Das Ritual verbindet uns mit dem Göttlichen, und ein geistig gesundes Leben ist ohne Rituale nicht möglich. Rituale sind notwendig um die Wunden der Industrialisierung zu schließen“, schreibt der afrikanische Psychologe Malidoma Patrice Somé in seinem Buch „Ritual- Power, Healing, Community, über den Sinn des Rituals. 

Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Ich weiß, dass Rituale auch eine Art magischen Denken beinhalten und wir auf diese Weise mit dem, was außerhalb unserer rationalen sichtbaren Welt existiert, in Kontakt treten können. Wer magisch denkt glaubt an eine Verbundenheit mit dem, was größer ist als er selbst. Das ist Spiritualität im Wesentlichen: Tiefe Verbundenheit und gefühlte Beziehung zum ALLeins. Das ist etwas völlig anderes als esoterischer Aberglaube.

Selbst in der Psychologie hat man seit C. G. Jung erkannt, dass Spiritualität sogar heilsame Qualitäten hat. So beschreibt Anton A. Bucher in seinem Buch „Psychologie der Spiritualität“ von Forschungsergebnissen, die besagen, dass spirituelle Menschen einen niedrigeren Blutdruck haben, seltener einen Infarkt erleben und auch bei ärgsten Schmerzen und in der Agonie Sinnhaftigkeit und Hoffnung bewahren. ( Bucher, S. 3)

Das ist wahr. Ich kenne Menschen, die unendlich leiden und dennoch ihren Glauben nicht verlieren und ich kenne Menschen, die an nichts glauben und ständig jammern und klagen, dass das Leben ungerecht und böse zu ihnen ist und alle anderen an ihrem Leid schuld sind. Menschen, die mit einem systolischen Blutdruckwert von 200 durch die Gegend laufen und immer noch meinen es sei der Körper der spinnt und Blutdrucksenker schlucken und niemals auf die Idee kommen würden, dass ihre Seele ihnen etwas sagen will. Aber gut, möge es jeder halten wie er will. 

Zurück zu den Ritualen.
An diesem letzten Tag im Jahr ist mein alljährliches  Ritual, dass ich Rückschau halte. Ich tue das für mich, schreibe das, was mich in diesem Jahr beschäftigt hat, was sich verändert hat, was ich gelernt habe und was ich erkannt habe was es noch zu lernen gibt auf.

Ich habe viel gelernt in diesem Jahr. Ich habe gelernt, dass es keinen Sinn macht an etwas festzuhalten, auch nicht an Menschen. Ich habe gelernt, dass wenn ich loslasse, andere beginnen können ihr Leben eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen. Ich habe gelernt was es heißt autonom zu sein und völlig auf mich allein gestellt zu leben, auch wenn es nicht leicht  ist und bisweilen einsam. Ich habe gelernt gehen zu lassen, was gehen will und soll, weil ich weiß, es würde bleiben, wenn es zu mir gehörte. Ich habe gelernt den Worten der Menschen keinen Glauben zu schenken sondern allein ihren Handlungen. Ich habe gelernt was echte Freunde sind und wer nur da ist, wenn ich rosige Zeiten erlebe.Ich habe gelernt, dass Liebe viel mehr ist als Partnerschaft leben.

Ich habe gelernt, dass Frieden und innere Kraft niemals außerhalb, sondern nur in mir selbst zu finden sind. Ich habe gelernt, dass das Kämpfen um etwas oder um jemanden Kraftverschwendung ist und dass jedes Ankämpfen, jeder innere Widerstand gegen das was ist, mir Kraft raubt, die mir an anderer Stelle fehlt. Ich habe gelernt, das Menschen denen ich vertraut habe, mein Vertrauen missbraucht haben und mich von ihnen verabschiedet, auch wenn es weh tat.  Ich habe gelernt, dass ich nichts kontrollieren kann und lerne noch das tief zu verinnerlichen. Ich habe gelernt, dass es möglich ist auch tiefe Verletzungen zu verzeihen und dass Liebe der einzige Weg ist um das zu tun.

Ich habe gelernt dass es nur einen sinnvollen Weg gibt wenn ich mit dem Rücken zur Wand stehe – und zwar den, mich an sie anzulehnen. Ich habe gelernt, dass meine Angst eine gute Freundin ist, die mir die Kraft gibt „Stopp“ zu sagen, wenn mir etwas nicht gut tut und mich auszuruhen, wenn ich müde und erschöpft bin. Ich habe gelernt Schwäche zuzugeben und um Hilfe zu bitten, wenn ich Hilfe brauche. Und sie kam und immer von dort wo ich sie niemals erwartet hätte.

Ich lerne noch das Loslassen von dem, was ich denke zu wollen und ich lerne zu akzeptieren, dass ich immer bekomme was ich brauche, um zu wachsen. Ich lerne zu vertrauen in mich selbst und das Leben, das es gut mit mir meint, wenn ich es gut mit dem Leben meine.  Ich habe gelernt, dass es nur eins im Leben gibt auf das ich Einfluss habe und das bin ich selbst.

Heute in der letzten Rauhnacht im alten Jahr geht es darum, das Alte abzuwaschen, weil es ausgedient hat - eine weitere Übung im Loslassen. Das ist das Wesentliche, was ich in diesem Jahr lernen durfte: Loslassen. Ich will ehrlich zu Euch sein: Das war die härteste Lernaufgabe, die mir dieses Jahr auftrug, es hat mir fast das Herz gebrochen. Weil ich ein spiritueller Mensch bin weiß ich, so weh das Loslassen tut, es hat einen Sinn, auch wenn wir ihn erst viel später begreifen mögen.

An diesem letzten Tag im alten Jahr werde ich das heutige Rauhnachtritual ausführen: Ich werde den letzten Rest dessen ausräuchern, was nicht mehr zu mir gehört, damit neue, frische Energie in meine Leben treten kann.

Meine Lieben, ich danke Euch dafür, dass es Euch gibt!

Ich wünsche uns allen auf diesem Planeten ein gutes, gesundes und friedliches neues Jahr.

Namaste
Angelika






Freitag, 30. Dezember 2016

Retraumatisierte Menschen oder: Die durch die Hölle gehen



„Reiß dich doch zusammen! Stell dich nicht so an, das kann doch nicht sein, du musst dagegen angehen, stell dich der Angst, mach was, hör auf zu vermeiden, das macht alles noch schlimmer!“

Traumatisierte Menschen kennen diese gut gemeinten aufmunternden Worte von denen, die nicht wissen, was es bedeutet ein Trauma erlebt zu haben. Wie auch? Menschen können nicht nachfühlen, was sie selbst nicht gefühlt haben. Sie können es nicht einmal verstehen.

Traumatisierte Menschen sind mit ihrer lebensverändernden Erfahrung im Tiefsten allein. (Außer sie haben einen guten Therapeuten)
Wer ein massives Trauma erfahren hat ist ein anderer Mensch geworden. Er hat an Leib und Seele erlebt was es bedeutet absoluten Kontrollverlust zu erfahren. Er hat Todesangst gefühlt und im Zweifel auch körperliche Schmerzen. Peter A. Levine, einer der bekanntesten Traumaexperten und Autor des Buches „Vom Trauma befreien - Wie Sie seelische und körperliche Blockaden lösen“, erklärt das traumatische Erleben sinngemäß so: „Ein Trauma wird durch ein Ereignis verursacht, dass für den Betroffenen extremen Stress erzeugt. Dieses Ereignis bewegt sich außerhalb normaler menschlicher Erfahrungen. Die Fähigkeit mit der Situation umzugehen funktioniert nicht. Alle psychischen Bewältigungsstrategien werden im Traumaerleben außer Kraft gesetzt.“ Mit anderen Worten: Es kommt zum Verlust der Verbindung zu uns selbst, unserem Körper und der Welt.  

Ein Trauma führt dazu, dass sich mentale und körperliche Strukturen spalten. Ein Trauma wird dann erlebt, wenn in einer lebensbedrohlichen Situation alle Stressprogramme versagen, sprich, wenn kämpfen oder fliehen nichts helfen und der totale Verlust der Kontrolle über das eigene Sein stattfindet. 
Der Traumatisierte erfährt: Alles was normalerweise hilft, hilft nichts, die Situation ist ausweglos. Also muss etwas im Gehirn die Stressprogramme ausschalten, was zur Folge hat, dass die Psyche ihre Ganzheit aufgibt, das Ich fragmentiert sich und spaltet sich auf. Die lebensbedrohliche Situation, die Ohnmacht, die Angst, das Ausgeliefertsein werden im Gehirn gespeichert. Wird der Traumatisierte später mit einem Reiz, der nur irgendeinem Reiz aus der traumatischen Situation ähnelt, konfrontiert, löst dieser sofort die in der Erinnerung gespeicherten Gefühle aus. Es kommt zu verschiedenen körperlichen Symptomen wie Atemnot, Schweißausbruch, Übelkeit, Herzrasen, im schlimmsten Fall zu Panikattacken. Hier kann die bewusste Wahrnehmung oft keinen Zusammenhang herstellen, der Traumatisierte versteht sich selbst nicht mehr, er ist allein mit seiner Angst und seiner Ohnmacht, die er immer wieder erlebt, ohne zu wissen wann und wo sie ihn trifft.

Häufig kommt es posttraumatisch( nach dem Trauma) zu einem grundlegenden Gefühl von Hilflosigkeit und Ohnmachtsgefühlen durch die traumabedingte Erschütterung des Selbst- und Weltverständnisses sowie zu einem Gefühl der Losgelöstheit oder Entfremdung von anderen Menschen. Man könnte sagen, der Traumatisierte hat den Kontakt zum Boden der Realität verloren und allem was sich darauf bewegt. Die Welt erscheint ihm unberechenbar, gefährlich und als Bedrohung. Der Glaube, dass auch nur etwas in der Welt verlässlich ist, ist verloren.

Traumen kann man heilen. Es dauert lange und erfordert unendlich viel Geduld vom Betroffenen und seinem Therapeuten. Im besten Falle organisiert sich die Psyche nach einem Trauma neu, sodass der Mensch wieder lebensfähig ist.

Was aber wenn es zu einem neuen Trauma kommt?
Man spricht dann von einer Retraumatisierung.
Bei einer Retraumatisierung werden lang etablierte Abwehrmechanismen und alles was heilte, außer Kraft gesetzt. Es kommt zu einer Überflutung mit neuem und altem Traumamaterial. Betroffene haben bei einer Retraumatisierung die gleichen Gefühle, Körperempfindungen und Wahrnehmungen, die sie beim ursprünglichen Trauma erlebt haben. Sie sind diesen Symptomen hilflos ausgeliefert und erleben abermals denselben Kontrollverlust und dieselbe Angst in exakt gleicher Feldstärke.
Bei einer Retraumatisierung geht ein Mensch ein weiteres Mal durch die Hölle. Das geht von massiven Angstzuständen bis hin zu Panikattacken oder generalisierter Angst. Auch dissoziiertes und/oder depersonalisiertes Erleben, Schlafstörungen, psychosomatische Symptome wie etwa Herzrhythmusstörungen, Magen-Darmstörungen, unklare Schmerzen bis hin zu Depressionen sind die Folge. Nach einer Retraumatisierung ist das gesamte Nervensystem überreizt und hypersensibilisiert. 

Auch wenn der Verstand funktioniert – ein retraumatisierter Mensch zerfällt in Fragmente seines Selbst. Er fällt ins Bodenlose. Er erlebt ein völlig verändertes Denken und Fühlen. 
Er wird derart von frei flottierender Angst überflutet, dass es kaum noch einen angstfreien Moment im Leben gibt. Der Körper schüttet ständig Stresshormone aus und das Sympathische Nervensystem läuft ständig auf Hochtouren. Das bewirkt eine Leistungssteigerung des Organismus (Ergotropie). Der Körper ist permanent in hoher Leistungsbereitschaft und findet keine Ruhe mehr.
Man weiß, dass durch solche länger anhaltenden körperlichen Zustände die neuronalen Verknüpfungen im Gehirn derart verändert werden, dass ein angstfreies Denken und Empfinden kaum mehr möglich ist. Traumatisierte Menschen beginnen daher instinktiv zu meiden was angstauslösend wirken könnte. Das kann alles sein, was nur im Entferntesten an das Trauma erinnert. Diese Menschen reagieren hypersensibel gegen alles was sich nur im Geringsten nach Gefahr anfühlt oder sie in die Erinnerung des Erlebten zurückversetzen kann. Sie leben in einem permanenten Angstzustand, ohne zu wissen warum, denn oft ist ihnen selbst gar nicht bewusst was genau ihre Angst auslöst.

Man weiß heute: Ein Trauma ist nicht allein im Kopf sondern im Nervensystem gebunden. Dadurch verliert dieses seine volle Flexibilität  - mit anderen Worten: Das Trauma sitzt in jeder Zelle des Körpers. Retraumatisierte Menschen befinden sich in einem permanenten Hab- acht - Zustand, der für gesunde Menschen nicht im Ansatz nachzuvollziehen ist und fatalerweise für sie selbst auch nicht. Sie werden von etwas beherrscht, was außerhalb ihrer Macht steht. 
 
Es ist schwer, nach einem Trauma wieder ins normale Leben zurück zu finden. Noch einmal schwerer ist es nach einer Retraumatisierung wieder gesund zu werden. Die Traumaforschung weiß, dass das Gehirn nach einer Retraumatisierung Jahre braucht bis es wieder normal funktioniert. Die Heilung einer Retraumatisierung braucht Zeit, Geduld und intensive Therapie, damit der Mensch wieder lebensfähig wird. Mit zusammenreißen hat das nichts zu tun.



Donnerstag, 29. Dezember 2016

Erlaubnis




Du stehst mit dem Rücken zur Wand. Vor dir ist alles weggebrochen. Du hast nichts mehr woran du dich halten kannst. Alles was dir Halt gab ist verloren. Es gibt nichts, was es dir zurückbringen kann. Du bist ratlos, kraftlos, erschöpft, du hast keine Lösung mehr. 
Es ist aussichtlos. Du erkennst: Du bist auf ganzer Linie gescheitert.

Du kannst nicht mehr. Du weißt nicht mehr weiter, aber du kämpfst immer noch, suchst immer noch nach Möglichkeiten, nach Auswegen. Aber tief drinnen weißt du: Du kämpfst gegen Windmühlen.

Erlaube dir am Ende zu sein. 
Erlaube dir todmüde und hoffnungslos erschöpft zu sein. 
Erlaube dir kraftlos zu sein.
Erlaube dir keine Lösung zu haben.

Lass los und betrachte die Wand, die dir als Blockade erscheint einmal anders.
Sieh sie nicht als Bedrohung.
Wenn du mit dem Rücken zur Wand stehst, lehne dich an.  
Nimm sie als Halt.
Spüre bewusst, dass es in diesem Moment in der Zeit nicht weiter geht.
Verschwende keine Energie mehr um diesen Zustand zu ändern.
Verlangsame alles Streben und Bemühen, denn es hat dich verlangsamt.
Achte den Stillstand, bevor das Leben dich komplett ausbremst.

Wenn du spürst, du kannst nicht mehr, dann hör auf so zu tun als könntest du noch. 
Hör auf dir etwas vorzumachen, hör auf dich selbst zu belügen, hör auf zu leugnen was ist. 
Hör nicht auf die, die dir einreden wollen, dass du können musst.
Du kannst nicht mehr!

Wenn nichts mehr geht, heißt das, dass deine Seele dich lahm legt.
Sie tut das um dich zu bewahren, bevor du endgültig nicht mehr kannst, 
gar nichts mehr kannst. 

Akzeptiere ganz und gar, dass es in diesem Moment in der Zeit so ist.
Akzeptiere es ganz und gar und ohne zu wissen warum es JETZT so ist.
Akzeptiere, dass du jetzt nicht weiter weißt.
Lass los!
Du kannst nicht tiefer fallen als in Gottes Hand.


Dienstag, 27. Dezember 2016

Ich will verstanden werden





Wir wollen verstanden werden. Eine unserer großen Sehnsüchte ist es verstanden zu werden. Wir möchten gehört, verstanden und wertgeschätzt werden. Darum erzählen wir anderen von uns. Wenn wir genau darüber nachdenken werden wir feststellen müssen, dass die Kommunikation mit anderen uns dieses Gefühl nur selten gibt. Ich kenne eine Frau, die unendlich unter dem Gefühl leidet, dass man sie nicht versteht. Ihre unerfüllte Sehnsucht nach verstanden, nach gesehen und wertgeschätzt werden ist so groß, dass sie deswegen immer wieder in depressive Episoden fällt. Ich werde einfach nicht wahrgenommen, sagt sie und dabei weint sie immer wieder bittere Tränen. Nein sie ist nicht allein, sie hat eine große Familie und Menschen, die sie lieben, aber das hilft ihr nichts - diese Sehnsucht ist unstillbar.

Es gibt viele Menschen, denen es so geht, die so fühlen. Und ich habe das Gefühl es werden immer mehr.

Heute morgen las ich einen Text von Wolfgang Borchert aus der Kurzgeschichte "Das Holz für Morgen".

"Er wurde nicht von denen verstanden, die er liebte. Und gerade das hielt er nicht aus, dieses Aneinandervorbeisein mit denen, die er liebte.
Aber es war noch mehr da, das so groß wurde, daß es alles überwuchs, und das sich nicht wegschieben lassen wollte.

Das war, dass er nachts weinen konnte, ohne dass die, die er liebte, ihn hörten. Das war, dass er sah, daß seine Mutter, die er liebte, älter wurde und dass er das sah. Das war, dass er mit den anderen im Zimmer sitzen konnte, mit ihnen lachen konnte und dabei einsamer war als je. Das war, dass die anderen es nicht schießen hörten, wenn er es hörte. Dass sie das nie hören wollten. Das war dieses Aneinandervorbeisein mit denen, die er liebte, das er nicht aushielt."

Ich dachte beim Lesen an die Frau, die ich kenne. Und ich fühlte, ich empfinde das bisweilen ebenso - diese Sehnsucht nach Verstanden werden. Obgleich ich genau weiß, dass ich verstanden werde, hin und wieder jedenfalls. Aber ja, ich kenne das Gefühl gut und es ist kein schönes Gefühl.

Aber ich weiß auch: Das Verstehen ist keine Einbahnstraße. Es ist nicht damit getan, dass wir dem Anderen unsere Sicht der Dinge oder unseren Standpunkt vermitteln. Wenn wir einmal ganz ehrlich zu uns selbst sind und genau darüber nachdenken, werden wir vermutlich erkennen, dass wir selbst anderen gar nicht zuhören, um sie zu verstehen, sondern schon während sie reden, damit beschäftigt sind unsere Antworten zu suchen. Damit wir wirklich verstanden werden sollten wir vielleicht zuerst damit beginnen dem Anderen tief und achtsam zuzuhören, und zwar so, dass der Andere es auch spürt. So dass er spürt, dass wir offen sind für seine Worte und seine Gefühle, die uns seine Worte übermitteln. So, dass er spürt, das wir uns wirklich für ihn interessieren.

Die meisten Menschen können nicht zuhören, nicht so, nicht auf diese Weise. Auch  die Frau, die ich kenne, redet viel von sich, aber zuhören fällt ihr schwer. Die meisten Menschen sind nicht fähig tief zuzuhören und oft sind es genau die, die sich wünschen erhört zu werden.
Seltsam oder?
Nein, nicht seltsam. Unsere Kultur, unsere Erziehung lehrt uns, dass wir, wenn wir im Leben etwas erreichen wollen, die Nummer Eins sein müssen, sie lehrt uns, dass wir an unserem Glück und unserem Erfolg schmieden müssen, sie lehrt uns gnadenlose Egoisten zu werden. Denn, wer nicht erfolgreich ist, der ist arm dran und gesellschaftlich nichts wert. Wie wollen wir uns anderen also zuwenden, wenn wir das nicht gelernt haben, wenn das, was wir gelernt haben uns dazu gebracht hat immer den Focus auf unser Eigenes zu lenken.

Das macht einsam. Denn wer sich immer auf sich selbst fokusiert sieht gar nicht, was von Anderen auf ihn zukommt, was ihm von Anderen gegeben wird. Und weil er es nicht sieht, nimmt er es nicht wahr und kann es nicht empfangen. Und weil er es nicht empfangen kann, kann er es nicht wertschätzen und fühlt sich unverstanden und eben nicht wertgeschätzt.

Wenn ich verstanden werden will, wenn ich mich nach Wertschätzung sehne, dann muss ich das auch geben können. So einfach ist das und doch für viele so schwer. Wie kann ich etwas empfangen wollen, was ich selbst nicht geben kann, wie etwas spüren, was ich selbst nicht fühlbar machen kann? Das geht nicht.

Wer sich ständig um sich selbst dreht ist allein, im Tiefsten allein. Das Geschenk des Verstandenwerdes kommt zu denen, die die Kunst des DU und des Wir beherrschen, zu denen, die über das Eigene hinaus zum Anderen hin hören und fühlen können.

Die ungestillte Sehnsucht nach "verstanden werden" wird allein von einem gegenseitigen Verstehen gestillt und das setzt vorraus, dass wir gewillt sind einander wirklich zuzuhören. Dann blühen wir auf, dann machen wir die erhellende Erfahrung, dass zum Empfangen erst einmal das Geben gehört.




Montag, 26. Dezember 2016

Und gäbe es den Tod nicht, wie würden wir leben?




 

Wieder ist ein großer Musiker von uns gegangen. Als ich heute früh die Nachricht gelesen habe, war ich schockiert und traurig. George Michael ist tot. Er starb an Weihnachten im Schlaf. Sein Herz blieb stehen, liest man. Ich kenne alle seine Songs, ich kann jede Textzeile mitsingen. Ich liebe seine Texte, weil sie oft genau das ausdrücken, was ich fühle. Sie haben mir Trost gespendet immer wieder. Rest in Peace, George Michael und danke für das, was ich von dir empfangen durfte.
In diesem Jahr sind viele große Musiker gestorben. In diesem Jahr sind unzählige Menschen gestorben, in diesem Jahr ist der Tod allgegenwärtig, aber nicht nur in diesem Jahr. Er ist es immer. In jedem Moment sterben Menschen und viele sterben in sinnlosen Kriegen und aus Gründen, die uns sinnlos erscheinen.

Der Tod ist allgegenwärtig. Seine Unberechenbarkeit und seine Allmacht macht Angst.

Ich denke viel über den Tod nach. Der Tod ist ein Dieb. Er raubt uns das Leben. Der Tod ist grausam, besonders wenn er ein Leben ohne Vorankündigung einfach auslöscht. Wenn es kein Abschiednehmen gibt für den Sterbenden und die, die ihn lieben, dann ist er grausam und unmenschlich. Wie kann etwas, das so unmenschlich ist zum Menschenleben gehören?, frage ich mich. Und weiß die Antwort längst: Jedes Ding, alles im Leben hat immer zwei Seiten. Das eine ohne das andere gibt es nicht. Und es gibt etwas, das größer ist als wir und das zeigt sich ganz groß am Ende. Es gibt keine Garantie für keinen von uns, dass er das Geschenk erhält sich vom Leben und seinen Lieben zu verabschieden, bevor der Tod ihn holt. Es wäre barmherzig uns in Würde verabschieden zu dürfen, bevor wir unser Dasein beenden müssen, aber auch Barmherzigkeit ist kein verbrieftes Lebensrecht. Wir leben um zu sterben, das ist was ist.

Wir haben Wünsche, nicht nur im und für das Leben, unsere Wünsche sind über das Leben und seine Endlichkeit hinaus gerichtet. 

Wir wünschen uns leicht zu sterben, wenn es denn schon sein muss, wir wünschen uns einen sanften Tod, manche von uns wünschen sich den Eingang in den Himmel oder sie wünschen sich die Wiedergeburt und glauben daran. Eingang ins Himmelreich, Erlösung, damit tröstet wir uns, damit trösten wir Sterbende und Trauernde und jene, für die das Leben auf Erden kein Himmelreich ist oder war. Ich denke, ob Himmel oder Hölle, wir machen uns beides maßgeblich selbst und das zu Lebzeiten, das Schicksal einmal außen vor genommen. Aber auch hier können wir wählen, wie wir mit dem umgehen was uns widerfährt.

Viele Menschen verdrängen den Gedanken an den Tod. Gut so, oder nicht gut. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Wer sich zuviel mit der Vergänglichkeit beschäftigt wird melancholisch, aber er lebt auch bewusster, denn er weiß um die Kostbarkeit jeden Moments.

"Es ist die Betrachtung über den Tod, die hilft, die Verblendung durch die Sinnenfreuden zu zerstören. Es ist die Betrachtung über den Tod, die hilft, Eitelkeit und Arroganz zu zerschlagen", sagt Buddha.

Das ist wahr. Und dennoch, alle Gedanken über den Tod, alle Deutungsversuche der Religionen und der Philosophie ob der Endlichkeit menschlichen Seins münden in Fragen, behelfen sich von Platon bis Nietzsche bis hin zu Buddha mit dem Fazit: Man begebe sich in die Akzeptanz des Unvermeidlichen und gestalte ein Leben, das keinen Nachschlag verlangt, dass die Zukunft überflüssig macht durch das wertschätzende und achtsame Gewahrsein der Gegenwart.

Das Wertschätzen des Moments, Achtsamkeit und Dankbarkeit für das Leben im Moment. Ist das möglich? Es ist leichter möglich, wenn wir glücklich und zufrieden sind, wenn wir lieben und geliebt werden und vom Leid verschont bleiben, könnte die Antwort sein.

Aber in welchem Leben stimmt alles und was ist stimmig? Und was ist ein gutes Leben? Leid gehört zum Leben wie der Tod. Aber wir Menschen wollen das nicht akzeptieren, weil es schwer ist, weil wir nach dem Glück streben und Leid vermeiden wollen. Ja, es ist sehr schwer. Es ist schwer loszulassen von unseren Vorstellungen, die wir über das Leben haben, wie es sein soll. Und weil wir sterben müssen sind sie oft so hoch geschraubt.

Wir lieben Idealisierungen, wir hängen an Illusionen. Sie sind das Salzkorn in der Suppe des Lebens. Wünsche, Träume, Visionen und ja, auch unsere Illusionen geben uns Kraft, sie helfen uns auch schwere Zeiten zu überleben, sie helfen uns, uns zu verwirklichen und verleihen unserem Leben Sinn. Der Mensch ist ein Sinnsucher und somit ist alles erlaubt, was diesen Sinn schafft, solange wir leben.

Aber was ist der Sinn des Todes?
Wir wissen es nicht, außer, dass er uns das Leben nimmt.
Und gäbe es den Tod nicht, wie würden wir leben?
Was wäre wichtig und was würde uns antreiben, wenn es ein ewiges Leben gäbe?
Vielleicht nichts, vielleicht hätte dann nichts eine Bedeutung.

Ich weiß es nicht.
Namaste Ihr Lieben

Freitag, 23. Dezember 2016

Rituale





ich erinnere mich an die zeit, als mein sohn klein war und es kaum erwarten konnte, das weihnachtsfest. schon am tag vorher lief er ganz aufgeregt mit roten bäckchen durch das haus und immer wieder fragte er mich, wann denn endlich das christkind kommt. das ist lange her. sehr lang. mir wird wieder einmal klar, wie schnell die zeit vergeht und damit auch dinge, die wesentlich sind in einem leben, meinem leben.

heute läuft kein kleiner junge durch meine wohnung und auch kein großer. der junge läuft durch sein eigenes leben in einer stadt, die weit weg ist von der stadt in der ich lebe. es ist still in meiner wohnung. ich spiele christkind und schicke meinem sohn eine weihnachtsüberraschung. ich spüre seine freude und die dankbarkeit, dass ich nichts von ihm erwarte, auch nicht, dass er den weiten weg macht nur um bei seiner mom zu sein, damit sie am weihnachtsabend nicht allein ist. er ist genauso müde wie ich nach diesem langen schweren jahr. 

ich schließe die augen und sehe sein lächeln vor mir. ich weiß, dass auch er sich erinnern wird, an all die weihnachten, die wir miteinander hatten. ich öffne meine augen und denke an den weihnachtsabend, den ich in diesem jahr alleine verbringen werde. ich finde das nicht schön und ich tue auch nicht so als ob ich es schön finde. ich bin traurig und ich weiß, das gefühl von einsamkeit wird mich begleiten und ich werde ihn schmerzlich vermissen meinen lieblingsmenschen und all die anderen, die ich liebe und die weit weg sind an diesem abend. an diesem heiligen abend bin da nur ich, nichts was dieses ich ablenkt von sich selbst. so wie es ist wird es seinen sinn haben, denke ich, es passt zu diesem jahr, das mir so vieles weggerissen hat, was mir halt gab und scheinbare sicherheit und in dem ich so vieles verlassen habe, was nicht mehr gut war.

ich werde trotzdem grüne zweige schmücken und mir ein schönes weihnachtsessen kochen und ich werde mit meinem lieblingsmenschen skypen. ich halte fest an ritualen in einer zeit, die sie immer weiter verdrängt, an den rand der schnelllebigkeit. ich tue das, weil rituale die zeit für einem moment still stehen lassen. in der erinnerung holen sie sogar zeit zurück. für diese moment in der zeit halte ich inne und hole mir bilder in den kopf aus meinem leben. es sind schöne bilder. mit ihnen kommen sie zu mir zurück, die schönen gefühle aus dieser zeit. das ist ein geschenk. mein wertvollstes geschenk an diesem weihnachten, es erinnert mich an liebe.

habt es gut, seid gut zu euch wenn ihr alleine seid morgen abend ...
ich wünsche euch allen schöne weihnachten und frieden im herzen!


namaste ihr lieben

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Projektionen



Foto: AW


Viele Menschen neigen dazu ihre eigenen Vorstellungen auf andere oder auf die Lebensweise und die Lebensumstände anderer zu projizieren. Manche meinen ein Mensch sei gebrochen, weil er gerade in einer Krise steckt, weil er etwas verloren hat und Dinge aufgeben musste, die nach Außen hin wertvoll erscheinen.
Das ist die Vorstellung des Haben Menschens.

Sie machen sich ein Bild vom Anderen, das nichts mit dem Anderen zu tun, sondern allein mit ihren Vorstellungen von dem, wie der Andere in ihren Augen zu sein hat.
Das ist der Blick der Oberflächlichkeit.

Sie messen den Erfolg eines Menschen an dem was er hat, an dem, was er aufweisen kann an materiellen Gütern oder komfortablen Umständen, weil das ihrer Vorstellung von Erfolg entspricht.
Das ist das Maß der Norm.

Der einzige wirkliche Erfolg aber liegt nicht darin Dinge oder Vermögen zu besitzen, sondern Erfolg mit dem eigenen Selbst zu erreichen. Und das bedeutet SEIN nicht haben. 
Das ist das Bewusstsein der Erwachten. 


Dienstag, 20. Dezember 2016

alles, was bleibt ...





mein sohn lebt in berlin. ich habe nachricht, dass es ihm gut geht. ich bin zutiefst dankbar. diese nachricht haben die angehörigen der getöteten menschen in berlin nicht, ich fühle mit ihnen. ich weiß, sie finden keinen trost. es ist entsetzlich, was zu füßen der gedächtniskirche passiert ist. es ist entsetzlich was in berlin passiert ist, es ist entsetzlich was auf dieser welt jeden einzelnen tag an grausamkeit geschieht. es nichts mehr heilig auf diesem planeten und nichts ist mehr sicher. schöne weihnachten? nein, sicher nicht. nach dem anschlag von berlin ist das für die opfer und deren angehörige unmöglich. was hilft uns in einer solchen zeit noch an das gute zu glauben, was hilft uns die angst und die trauer nicht übermächtig werden zu lassen? ich weiß es nicht. ich weiß nur eins: es kann so nicht weiter gehen, diese welt ist sonst verloren. ich bete für die opfer und ihre angehörigen und für diesen planeten. das ist alles, was noch bleibt ...

Sonntag, 18. Dezember 2016

Inneres Licht





Da draußen ist es dunkel. Am Morgen ist es dunkel und am Nachmittag ist es schon früh dunkel. Auch heute an diesem 4. Advent ist der Morgen dunkel. Die Dunkelheit liegt über den Tagen wie eine schwere Decke. Das ist schon für Daueroptimisten und Positivdenker nicht so leicht auszuhalten. Besonders schwer ist es für Menschen, denen es nicht gut geht, bei denen es Innen dunkel ist. Die äußere Dunkelheit legt sich zu ihrem inneren Dunkel und das macht es nicht leichter durch die Tage zu kommen.

Noch einmal schwerer ist es für Menschen, die eine Depression, eine Angsterkrankung oder sonst eine seelische oder körperliche Last zu tragen haben. Diese Menschen brauchen Licht. Vielleicht sogar mehr Licht als andere, die ihr inneres Leuchten spürbar in sich tragen. 

Seelisch belastete Menschen sind sensible Menschen, sie sind dünnhäutiger als andere, sie verkraften vieles nicht wie andere, sie sind leichter zu erschüttern als andere und man kann ihr Herz schneller brechen. Aus eigener Erfahrung und durch meine Arbeit mit diesen Menschen weiß ich: Sie haben sehr viel Licht in sich, aber sie selbst spüren das oft nicht mehr, weil das Dunkel in ihrem Leben so groß und so übermächtig geworden ist, dass der Zugang zu ihrem Licht verdeckt ist.

Aber - was verdeckt ist ist trotzdem da, auch wenn wir es nicht sehen können.

Ich wünsche allen von Euch, die das jetzt in dieser dunklen Zeit so fühlen, dass ihr den Glauben an Euer inneres Licht nicht verliert, so sehr es auch gerade im Schatten liegen mag. Es wird dauern, aber es wird heller, dann, wenn wir den Glauben nicht verlieren an das, was in uns leben will und soll.
Nach jeder Dunkelheit leuchtet ein Licht, jedem Morgen folgt ein neuer Tag und jedem Winter ein Frühling. Ja, das klingt platt, aber es ist wahr. Manchmal verlangt das Leben von uns, dass wir durchhalten. Nichts weiter: einfach aushalten und durchhalten. Haltet durch und vielleicht zündet ihr jeden Tag eine Kerze an oder ganz viele - für den wunderbaren Menschen, der Ihr seid.

Namaste

Freitag, 16. Dezember 2016

Wie willst du leben?






als mein sohn ein kleiner junge war fragte er mich, als es wieder einmal nicht so gut bei uns lief, warum es manche menschen schwer haben und andere leichter. ich weiß es nicht, habe ich geantwortet, weil ich es wirklich nicht wusste und ich wollte ja immer ehrlich sein zu meinem sohn. aber mit meinem "ich weiß es nicht" gab er sich partout nicht zufrieden.
nun, vielleicht, sagte ich zu ihm, ist es so, dass wir, bevor wir auf die erde kommen, da oben gemütlich auf einer wolke neben gott sitzen und er sagt zu uns: "du wirst jetzt gleich da unten ankommen. ich stelle dir jetzt eine frage, die du ganz schnell beantworten musst: willst du ein langes, ruhiges, einfaches, unspektakuläres leben oder willst du ein aufregendes, volles leben, in dem du viele erfahrungen sammelst und dein ding machst?"
je nachdem wie du in sekundenschnelle entscheidest, verläuft dann dein leben. 

mein sohn sah mich an und meinte: mama, dann haben wir beide das zweite genommen. 
heute frage ich mich manchmal, ob ich richtig gewählt habe. wenn ich dann auf meinen sohn schaue, weiß ich es. 
 

Dienstag, 13. Dezember 2016

Superbia







du erntest was du säst.
ist das wirklich wahr?
wenn ein bauer einen samen in die erde gibt braucht es mehr als dieses tun. es braucht sonne, regen und pflege. es braucht kräfte, die über das säen hinaus dazu beitragen, dass die saat aufgeht.
wir können säen was wir wollen, wenn die kräfte des universums nicht mitspielen, wird die saat nicht aufgehen, wenn das umfeld nicht mitspielt, wird sie nicht aufgehen, wenn das schicksal es will, wird unsere saat verdorren.
nein, der mensch ist nicht die krone der schöpfung.
nein, der mensch kann nicht alles kontrollieren.
und nein, wir ernten nicht immer was wir säen, denn wir sind nicht der allmächtige und keine zauberer von oz.
nein und wir erschaffen auch nicht alles mit der kraft der gedanken, die wir säen.
das zu glauben ist superbia - der hochmut, eine der 7 todsünden.
hochmut kommt bekanntlich vor dem fall.

in diesem sinne - wer das konzept mit der macht der gedanken hochhält hat die gesetze der natur und des lebens nicht verstanden.

schmeiss die ganze eso kiste in die tonne. dann beginnt klares denken und wahres fühlen.
ziemlich unweichgespült aber echt.

Sonntag, 11. Dezember 2016

Leben


 



Das Leben ist nur dort, wo der Tod ist, mit dem Geborenwerden beginnt das Sterben, 
Eros und Tanatos sind untrennbar eins, 
der ewige Zyklus des Lebens ist schön und grausig zugleich. 
Fürchte dich oder fürchte dich nicht, du hast die Wahl.

Dienstag, 6. Dezember 2016

Still sein





Still sein ist eine Kunst, ein Werkzeug der Weisen.
Je besser wir die Kunst des still Seins beherrschen, desto ruhiger werden wir, desto klarer sehen wir, desto mehr des Überflüssigen lassen wir los, desto freier werden wir von all dem, was mit uns nichts zu tun hat.

Montag, 5. Dezember 2016

Eine wichtige Lektion




menschen verlieren ihre natürliche güte ebenso, wie ein baum, der mit der axt bearbeitet wird, seine natürliche schönheit und schließlich sein leben verliert. wenn tag für tag ein stück abgehackt wird, wie sollen der baum und der menschliche geist dann überleben?
(mencius)

die antwort ist nicht damit gegeben indem man sagt: mach was, du bist kein baum. 
manches schlägt so tiefe wunden, dass es auch einmal nicht heilt. 
das ist traurig, aber daran erkenne ich auch meine begrenzheit als mensch. 
und das ist auch eine wichtige lektion.

Sonntag, 27. November 2016

Übergangskrisen





Alles hat seine Zeit, auch Übergangskrisen.
Wenn wir uns in einer Übergangskrise befinden spüren wir, dass nichts mehr von dem was war sich anfühlt wie es einmal war.
Wir spüren, etwas muss sich ändern.
Wir müssen etwas ändern.
Tun wir das nicht, ändert es sich für uns.

Ein anstehender Übergang zeigt sich durch Symptome wie ...
innere Unruhe
ein Gefühl von Getriebensein
Desorientierung
Verwirrung
Angst
viele Dinge, die uns interessiert haben, interessieren uns nicht mehr
Beziehungen lösen sich auf
Freundschaften gehen auseinander
Vertrautes bricht weg
wir erleben Verluste auf vielen Ebenen
wir spüren einen inneren Druck, der nicht nachlässt
wir haben das Gefühl aus bestehenden Strukturen ausbrechen zu müssen
der normale Alltag ist immer schwerer zu bewältigen
wir haben das Gefühl in einem Niemandsland zu stehen
wir haben das Gefühl von Sinnverlust
wir haben das Gefühl ein Suchender zu sein, ohne ein Ziel vor Augen zu haben

Übergangskrisen sind Zeiten der Transformation ( lat. transformare für umformen).
Übergangskrisen bedeuten Chaos, innen und außen.
Sie bedeuten: Wir müssen Abschied nehmen vom Alten. Wir müssen uns wandeln, weil das Alte in unserem Leben nicht mehr funktioniert. Es gibt keine Möglichkeit so weiter zu machen wie bisher, wir müssen die Lebensrichtung wechseln, ob wir das wollen oder nicht. Da wir das Alte, das Vertraute aufgeben müssen wird ein gewisses Maß an Leid nicht zu vermeiden sein.

Das größte Problem in all den Krisen, die wir im Laufe unseres Lebens bewältigen müssen ist, dass wir nicht loslassen können. Dass wir krampfhaft festhalten wollen, was vermeintlich uns oder zu uns gehört. Wer aber das Alte mit Macht festhalten will, ist nicht frei für das Neue, das sich im Leben zeigen will. Die Krise zeigt uns ziemlich deutlich, dass das mit dem Festhalten auch nicht geht. Sie zeigt uns, dass die Strategien und Muster der Vergangenheit nicht mehr funktionieren.

Was jetzt?

Wir haben die Wahl. Die Krise überlässt es uns, ob wir Widerstand leisten oder ob wir sie bewusst annehmen und unser Leben ändern, weil es an der Zeit ist.

Nehmen wir die Veränderung nicht an, wird die Energie des Widerstandes sich gegen uns selbst richten - wir werden krank. Wir werden auf körperlicher Ebene oder/und auf psychischer Ebene krank wenn wir etwas aus unserem Bewusstsein verdrängen und es nicht annehmen wollen. Der Körper muss dann mit dem fertig werden, was das Bewusstsein sich weigert zu tun. Der Körper lügt nicht, der Verstand belügt sich gern und ihn straft der Körper dann der Lüge und zeigt uns was wirklich ist, damit wir endlich wach werden und uns bewusst dem stellen, was das Leben von uns will - Wachstum nämlich, auch wenn sich das in der Übergangskrise gar nicht so anfühlt, sondern vielmehr wie Vernichtung. Und es wird auch etwas vernichtet, nämlich das, was nicht mehr zu uns gehört.

Das chinesische Schriftzeichen für Krise hat zweierlei Bedeutung: Gefahr und Chance.
Genau hierin liegt der Schlüssel zum Umgang mit der Krise: Wir sehen sie als Gefahr oder wir verstehen sie als Chance.
Wir haben die Wahl.
Wir können vertrauen wenn wir ja sagen zu dem was ist.
Denn am Ende der Krise, wenn wir sie annehmen können, ist immer ein Licht.







Freitag, 25. November 2016

Zuhören ist eine Sache des Herzens

Wir kommunizieren ständig, aber wir führen nicht immer einen wirklichen Dialog. Vieles von dem, was  so manche Menschen für einen Dialog halten, ist etwas völlig anderes, nämlich ein Monologisieren. Und das ist eben kein echter Dialog. Es ist das Mitteilen dessen, was wir dem anderen sagen wollen. Die Betonung liegt auf: was wir sagen wollen. Entscheidend aber, damit ein wirklicher Dialog stattfindet, ist das nicht. Während wir nämlich glauben, wir hätten etwas eindeutig klar gemacht, spricht der andere so, als hätte er die Botschaft nicht empfangen. Hat er auch nicht!

Ein wirklicher Dialog beruht auf der Übertragung von Information beider Seiten und dem Wunsch, dass diese Informationen vom Gegenüber auch gehört und verstanden werden.

Ein echter Dialog bedeutet zuhören, achtsam zuhören, sich einlassen auf den anderen, auf das, was er denkt und fühlt und sagen will. Dialogisieren bedeutet den Focus auf den anderen zu richten. Es bedeutet, dass wir versuchen das Gesagte unseres Gegenübers nicht in unser eigenes Bild von zu Welt setzen und das seine achten und respektieren. Es bedeutet, uns zu vergewissern, dass seine und unsere Worte genau so ankommen, wie sie von beiden Seiten gemeint sind. Ein echter Dialog entsteht, indem wir zulassen und uns öffnen. Er findet dann statt, wenn wir "empfangen", indem wir hören, sehen und fühlen, was der andere zu sagen hat, indem wir achtsam verfolgen was uns gegenüber geschieht und es aufnehmen, indem wir den anderen zu uns lassen. Ja, eigentlich entsteht er dann, wenn wir die gleiche Sprache sprechen. Zugegeben ein eher seltenes Erlebnis. Viele Menschen sagen Ich und ich und das in Endlosschleife. Zum Gähnen ist das und höchst anstrengend. Um es platt auszudrücken: Es nervt.

Ich kann gut zuhören. Ich muss es auch können, sonst wäre ich im falschen Job. Achtsam zuhören ist ein wesentlicher Teil in meiner Arbeit mit Menschen. Im Privatleben wünsche ich mir wie alle Menschen, dass mir mein Gegenüber zuhört. Sobald ich merke, dass mir jemand nicht zuhört, werde ich immer stiller. Ich meide Menschen, die nicht zuhören können, denn sie erschöpfen mich. Sie drehen sich um sich selbst und ich fühle mich nicht wahrgenommen und nicht wertgeschätzt. Je öfter mir das mit einer Person passiert, desto seltener suche ich den Kontakt und eine Beziehung kommt nicht zustande.

Wie auch, denn jede Beziehung braucht eine Ich-, eine Du- und eine Wir- Zone. Ich erzähle von mir, du hörst mir zu, du erzählst von dir, ich höre dir zu, wir befinden uns in einem gemeinsamen Raum des Austauschs, getragen von Achtsamkeit, Respekt, gegenseitigem Interesse und Wertschätzung. Wenn diese dann noch liebevoll ist, umso schöner und erfüllender ist eine Begegnung.

Zum Zuhören gehört nicht nur die Ohren zu spitzen. Auf der unbewussten Ebene nehmen wir den Klang der Stimme, die Sprechmelodie, Signale des Körpers, die Mimik und Gestik unseres Gesprächspartners wahr. Dieses Gesamtbild erzählt uns mehr von unserem Gegenüber als das gesprochene Wort. Auf diese Weise nehmen wir, wenn wir achtsam beobachten und empathisch sind, sehr viel von einer Persönlichkeit wahr. Empathie ist der Zauberstab des achtsamen Zuhörers - die Fähigkeit sich durchlässig zu machen, sich in den Anderen einzufühlen, ihn spüren zu wollen in seinem Sein. Das verbindet Menschen mit Menschen. Je höher die Fähigkeit zur Empathie auf beiden Seiten, desto intensiver und erfüllender sind das Gespräch und die Beziehung, gleich welcher Art eine Beziehung ist.

Zuhören heißt auch, nicht in Gedanken schon die Antwort zu formulieren auf das, was der Andere gesagt hat. Wir können nicht gleichzeitig an etwas denken und aufmerksam zuhören. Dann sind wir nämlich bei uns und nicht beim Anderen. Erst wenn unsere Gegenüber ausgeredet hat, sind wir dran.

Es gibt Leute, die eine solche Ungeduld und ein solches Mitteilungsbedürfnis haben, meist gepaart mit einem fetten Ego, dass sie den Anderen ständig unterbrechen, damit sie schnell wieder dran sind mit reden, und es gibt chronische Unterbrecher, die die Sätze des Gegenübers vervollständigen und zwar mit ihren eigenen Gedanken.

Diese Menschen drehen sich narzisstisch um sich selbst, sie trudeln im eigenen Universum und haben weder das Interesse noch die Fähigkeit an das fremde Universum des Anderen anzudocken. Sie sind nicht beim Anderen und der Andere spürt das. Kein schönes Gefühl, wie ich finde. Richtig schlechte Zuhörer lassen ihr Gegenüber erst gar nicht zu Wort kommen. Ihre Worte sprudeln wie ein Wasserfall und prasseln auf das Gegenüber herab, bis es sich so richtig nass gemacht fühlt. Das ist energieraubend, das ist ein richtig mieses Gefühl so beprasselt zu werden. Das ist der Moment wo ich dann meistens STOPP sage und den Anderen bitte zwischendurch einmal Atem zu holen, und ihn dann frage: Ob er mich überhaupt wahrnimmt. Manchmal ist das hilfreich, manchmal ist es vergeblich. Es gibt Menschen, die jeden Satz, den du sagst, als Ausgangspunkt für das so Wichtige Eigene benutzen.

Wer achtsam zuhört stellt weiterführende Fragen und wirft nicht nur seins in den Gesprächsraum. Er fragt nach, er will wissen, er will verstehen, was der Andere denkt und empfindet. Er will den Anderen in seinem Sosein verstehen.
Er will ihn verstehen, weil er sich für ihn interessiert.

Zuhören ist keine Kunst, auch wenn das manche glauben, zuhören ist eine Herzenssache -  es ist der Wunsch einander zu hören, zu fühlen und innerlich zu berühren und berührt zu werden.
Man kann es lernen, sagt meine Erfahrung, wenn man es will.





Donnerstag, 24. November 2016

Genügsamkeit




Foto: Aw


Menschen, die mit ihrem Leben chronisch unzufrieden sind, sind in Wahrheit unzufrieden mit sich selbst. Sie finden in sich selbst nichts was sie wertschätzen können, nichts wofür sie dankbar sein können, sie sind mit nichts, was ihnen das Leben schenkt, je zufrieden.
Was wir von uns selbst halten, wie wir von uns selbst und über das Leben denken wird zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung. So wird der Unzufriedene, ganz gleich was er vom Leben erhält, immer unzufriedener. Was für die Einstellung uns selbst gegenüber gilt, gilt auch für unsere Einstellung dem Leben gegenüber: Es antwortet auf unsere Haltungen und Meinungen wie ein Echo.

 ...


Je weniger du haben willst, desto eher hast du alles, was du willst.
Das ist das Geheimnis der Genügsamkeit.

Montag, 21. November 2016

Es gibt keine größere Macht, die Menschen bindet, als die Angst.






Angst, die nicht benannt wird, beherrscht das Leben.
Es gibt keine größere Macht, die Menschen bindet, als die Angst.
Wenn du Angst verspürst könntest du die Angst fragen: „Warum bist du gekommen? Was willst du mir sagen?“ Dann könntest du dir die deine Angst aus der Nähe ansehen und ihr ein Gesicht und einen Namen geben. Und dann warte geduldig, ob du aus irgendeinem Winkel deiner Seele eine Antwort bekommt.

Es ist in Ordnung Angst zu haben, sie ist ein gesundes Warngefühl, sie zeigt uns was in unserem Leben nicht stimmt. Im Grunde ist sie nicht unsere Feindin, sie ist sogar eine Freundin. Sie ist ein Freundin, die ein Anliegen hat. Sie will, dass wir etwas verändern, damit wir sie nicht mehr brauchen, sie will uns zwingen, innezuhalten und genau dort hinzuschauen, von wo wir den Blick schon lange abwenden.

Tun wir das nicht kann die Angst immer mächtiger werden. Sie kann so mächtig werden, dass sie sich in Panikattacken äußert. Sie muss ja so groß, so laut, so pochend, so überwältigend werden, damit wir endlich auf sie hören, damit wir uns endlich aufmachen und herausfinden was in unserem Leben oder in unserem Seelenhaus nicht stimmt.

Sich der Angst stellen, heißt ihr entgegen zu treten, sie zu verstehen versuchen und von ihr lernen wollen. Dazu braucht es Mut und der steht immer hinter der Angst. Wir könnten ihn uns zur Seite stellen und gehen, in die Angst hinein gehen, mutig wie der Held, der sich dem Drachen nähert. Je öfter unser Mut über unsere Angst siegt, desto mehr kommen wir in unsere Kraft, desto mehr trauen wir uns zu. Desto mehr trauen wir uns zu tun was wir wirklich wollen und was gut für uns ist.
Wir nehmen uns selbst und unsere Bedürfnisse ernst und setzen uns dafür ein, dank der Angst.
Und dann darf sie gehen.

Ja, das ist nicht einfach. Aber das hat uns auch keiner versprochen.

Freitag, 18. November 2016

Bodenlos

Foto: AW

Wir alle haben Gerüste, Säulen auf denen wir unsere Leben aufgebaut haben, Menschen, denen wir vertraut haben, Gewohnheiten und Rituale auf die wir uns verlassen haben. Und dann plötzlich bricht etwas davon weg oder alles bricht weg. Und dann stehen wir da und sind erschüttert. Wir erfahren die Bodenlosigkeit unserer Existenz. Das macht Angst, das macht sogar große Angst, denn woran uns halten, wenn alles Vertraute uns verlassen hat?

Da helfen uns keine Worte wie: Du schaffst das, du bist stark, du wirst daran wachsen. Das sind Kopfworte, die der erschütterten Seele nicht helfen, denn sie fühlt das jetzt nicht, egal wie oft ihr das gesagt wird. Sie trudelt im leeren Raum, findet keinen Halt und fürchtet sich. Was machen wir mit dieser furchtsamen Seele? 

Was machen wir wenn es keinen Halt und keine Hilfe da draußen für uns gibt? Wie uns selbst helfen wenn wir nach Hilfe rufen und keine Barmehrzigkeit erfahren? Wenn da nichts mehr ist, nur wir selbst und die Bodenlosigkeit? Ich habe darauf nur eine Antwort: Wir könnten Vertrauen üben in die Barmherzigkeit Gottes, vertrauen in die allumfassende Liebe, die uns bis hierhin getragen hat, vertrauen üben in uns selbst, denn wir sind göttliche Wesen. Wir sind zu viel mehr fähig als wir glauben, wir sind keine Opfer - wir sind Schöpfer, auch wenn wir das im Moment der Bodenlosigkeit nicht mehr glauben können. Wir sind fähig uns selbst zu halten. Und vielleicht ist es genau das, was die Erfahrung der Bodenlosigkeit uns lehren will: Uns selbst vertrauen. 

"Fear is a natural reaction to moving closer to the truth”
  Pema Chödrön

Mittwoch, 16. November 2016

Die Faszination des Narziss und warum manche von uns so magisch von ihm angezogen sind

Narziss von Caravagio


Woran erkennen wir einen Narziss?
Er ist anstrengend.
Was Narzissten so anstrengend macht ist vor allem:
Ihr übersteigertes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, Anerkennung und Bewunderung: Ihr gestörtes Selbstwertgefühl braucht dauerhaft Streicheleinheiten und Applaus. Sie profilieren sich gerne und stellen sich bei jeder Gelegenheit in den Vordergrund.
Ihre mangelnde Kritikfähigkeit: Kritik verstehen sie als Bedrohung und können nur sehr schlecht damit umgehen. Bei der leisesten Kritik reagieren sie zutiefst beleidigt und greifen den Anderen an, um ihn abzuwerten. Oft werden sie dann aggressiv und verbal vernichtend.
Ihre mangelnde Empathiefähigkeit: Narzissten sind unfähig die Gefühle und Bedürfnisse ihrer Mitmenschen zu spüren und auf diese einzugehen. Da sie aber gute Beobachter und perfekte Schauspieler sind, können sie Empathie und Verständnis simulieren. Das tun sie aber nur dann, wenn sie vom Anderen etwas wollen, was ihnen selbst nützt. Ansonsten können sie nur schwer zuhören und lenken das Gespräch immer wieder auf sich selbst und überfrachten ihr Gegenüber mit dem Eigenen.

Der Narziss ist faszinierend.
Was Narzissten so faszinierend macht:

Eigenmarketing
Narzissten betonen immer ihre eigenen Qualitäten und Besonderheiten. Andere interessieren sie nicht, höchstens als niedriger Vergleichsmaßstab. Sie sind Spezialisten für ein übertriebenes neurotisches Eigenmarketing. Sie reden oft schnell und laut, sie „überreden“ den Anderen, weil er sie ja in Wahrheit nicht interessiert und sie nur sich selbst wahrnehmen können. Der Zuhörer fungiert als Spiegel, in dem sich die eigene narzisstische Grandiosität wiederspiegelt.

Eloquenz
Sie sind äußerst redegewandt, gehen offen und strahlend auf andere Menschen zu, zeigen sich interessiert und aufgeschlossen. Sie wirken gut informiert und haben ein breites Wissen. Sie machen großartige Komplimente wenn sie etwas für sich selbst erreichen wollen.

Unterhaltungswert
Sie sind Meister der Selbstdarstellung und können ebenso witzig wie faszinierend und unterhaltsam sein.

Selbstbewusstsein
Sie stellen sich stets sich in den Mittelpunkt, treten extrem selbstsicher auf, engagieren sich über die Maßen, wenn sie etwas wollen und können sich anderen gegenüber gut durchsetzen.

Der Narziss ist unsympathisch.
Was Narzissten so unsympathisch macht ist vor allem:
Ihre übersteigerte Gier nach Anerkennung und Bewunderung: Ihr gestörtes Selbstwertgefühl, das durch ein übersteigertes Selbstwertgefühlsgehabe, (man könnte es auch Grotzkotzigkeit nennen) kompensiert wird, braucht ständig Streicheleinheiten.

Ihre mangelnde Kritikfähigkeit: Kritik verstehen sie als Bedrohung und können nur sehr schlecht damit umgehen. Ein falsches Wort und es gibt Streit. Im Streit gilt es den Anderen klein zu hacken, was für den Narzissten fast schon überlebensnotwendig ist, denn der Verlust des fragilen Grandiositätsgefühls lässt ihn in depressive Zustände gleiten.

Der Narziss ist gefährlich.
Was Narzissten so gefährlich macht:

Manipulation
Narzissten können sich durchaus verständnisvoll und hilfsbereit geben, wenn Sie sich davon einen eigenen Vorteil versprechen. Das Umfeld wird manipuliert , um sich selbst in ein gutes Licht zu rücken und für sich selbst das Beste herauszuholen.

Abwertung
Narzissten haben eine Gabe andere grob verletzend und empfindlich abzuwerten. Ihnen fehlt sowohl Humor als auch die Fähigkeit zur Selbsterkenntnis. Sie sind unfähig Verantwortung für Fehler zu übernehmen und weisen andererseits jegliche Kritik als Abwertung von sich. Narzissten empfinden jegliche Kritik als existentielle Bedrohung, bestimmt von der Urangst möglichst nicht abgewertet zu werden und dem Wunsch, immer zu glänzen um die unterschwelligen Defizite damit zu verdecken.
In den Neunzigerjahren stellten der Psychologe Jonathan Cheek und sein Team fest, dass der Narzissmus zwei extreme Gesichter haben kann. Diese nannten sie so:
Großartigkeits-Exhibtionismus (Grandiosity-Exhibitonism)
Verletzlichkeits-Sensibilität (Vulnerability-Sensitivity)
Beide Varianten äußern sich in Formen von Arroganz und Egomanie. Vor allem der zweite Typ tritt nicht aggressiv auf, sondern erscheint auf den ersten Blick hochsensibel, beobachtend, taxierend, übervorsichtig und zurückhalten, was ihn wie einen introvertierten Charakter erscheinen lässt. Das ist jedoch eine Maske, schließlich ist es sympathischer für besonders sensibel und empathisch gehalten zu werden, statt für selbstverliebt, berechnend, kalt und aufmerksamkeitsheischend.

Warum sind Narzissten so?
Sie wurden zu dem gemacht, was sie sind.
Frühkindlichen Kränkungen gelten als biografische Wurzeln einer neurotischen narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Narzissmus ist die Folge eines dauerhaften Entwicklungsdefizites und einer malignen Bindung zwischen Kind und Eltern, in der Lieblosigkeit, Gewalt, Übergriffigkeit oder im anderen Falle - zu viel Bewunderung für das Kind als narzisstische Ausweitung eines oder beider Elternteile herrschten.

Warum ziehen manche Menschen immer wieder Narzissten in ihr Leben?
Narzissten ziehen regressiv-narzisstische Menschen magisch an. Diese Menschen, auch Komplementärnarziss genannt, fühlen sich tief im Inneren wertlos. Sie machen sich klein, weil sie sich klein, unwichtig und unbedeutend fühlen und vor allem: Sie sind davon überzeugt nicht liebenswert zu sein Das selbstsicher erscheinende narzisstische Gegenüber, steht quasi im Schlagschatten der eigenen Minderwertigkeitsgefühle und wertet so das als unbedeutend und minderwertig empfundene Selbstbild auf. Zudem neigt der regressiv-narzisstische Mensch dazu sich unterzuordnen und zu "dienen", was jedoch in Folge eine emotionale Abhängigkeit produziert.

Kollusion
Zur Kollusion (Konflikt) in solchen Beziehungen kommt es dann, wenn sich die unbewussten Muster und Erwartungen nicht mehr automatisch gegenseitig einlösen und es nicht mehr ertragbar ist, dass der Eine zu selbstherrlich und verletzend ist und der andere ihm trotz aller Demütigungen dennoch weiter nachläuft und um Liebe bettelt, oder sich nur noch kritisierend und anklagend äußert. In diesem Moment verliert die Beziehung ihren beiderseitigen Benefit.


Was für den Selbstsüchtigen gilt, gilt auch für den narzisstischen Menschen. Dessen allgegenwärtiges Interesse ist es weniger, sich Dinge anzueignen, als vielmehr sich selbst zu bewundern. Oberflächlich betrachtet scheinen diese Menschen in sich selbst verliebt zu sein; in Wirklichkeit aber können sie sich nicht leiden, und mit ihrem Narzissmus wie mit der Selbstsucht kompensieren sie einen grundlegenden Mangel an Selbstliebe. Freud hat betont, dass der Narzisst seine Liebe vom anderen zurückzieht und auf die eigene Person richtet. Der erste Teil dieser Behauptung ist richtig, der zweite ist ein Trugschluss. Er liebt weder die anderen noch sich selbst. 

Erich Fromm, Die Antwort der Liebe

Freitag, 11. November 2016

Dienstag, 8. November 2016

Herzrasen III



Malerei: AW


mein herz rast
mir davon
will all das nicht mehr fühlen
will fort von hier
weg in ein ruhiges friedliches land
findet es nicht
rast ziellos
im niemandsland
dreht kreise
ohne anfang und ohne ende ...
sei still mein herz
erinnere dich an liebe.

Sonntag, 6. November 2016

Die Angst vor der Einsamkeit

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, Im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.


Hermann Hesse im November 1905 in seinem Gedicht „Im Nebel“  

Jeder von uns kennt das Gefühl der Einsamkeit. Jeder von uns fühlt sich hin und wieder einsam. Und mache von uns fühlen sich dauerhaft einsam, auch wenn sie mit Menschen zusammen sind. Das ist die innere Einsamkeit, geboren aus der Erfahrung, dass das, was uns tief berührt unteilbar ist, gekoppelt mit dem Wunsch es teilen zu können, der unerfüllbar bleibt.  

Einsamkeit hat viele Gesichter. Die meisten sind unschön, aber das schrecklichste Gesicht ist das der Angst, die die Einsamkeit manchen Menschen macht. 
Ob uns die Erfahrung einer Zeit der Einsamkeit in den inneren Frieden führt und zu unserem eigenen besten Freund macht oder zum ängstlichen Kind werden lässt, das im Alleinsein Todesängste aussteht, liegt darin wie wir Einsamkeit bewerten. Und wie wir sie bewerten ist bedingt durch die Erfahrungen unserer Biografie.  Wer als Kind allein gelassen wurde, sei es emotional oder indem die Eltern tatsächlich nicht fassbar waren wenn das Kind sie brauchte, für den ist Einsamkeit eine existentielle Bedrohung. Das ist sie natürlich nicht, aber gefühlt ist sie ist. Was wir fühlen ist für uns wahr, da kann der Verstand noch so sehr das Gegenteil behaupten. 

Ein alleingelassenes Kind ist traumatisiert. Es keine verlässliche Bindungserfahrung gemacht, es hat keinen Halt gefunden in seinen Bezugspersonen, es hat keine Sicherheit gefunden, es war sich selbst und dem angstbesetzten Erleben  überlassen, sich selbst nicht halten zu können. Wie auch? Ein Kind kann und muss sich nicht selbst halten.
Diese kindliche Erfahrung brennt sich in das emotionale Gedächtnis ein. Sie ist in jeder Zelle gespeichert, denn Angst ist ein Gefühl das mit körperlichen Reaktionen einhergeht. Diese merkt sich der Körper und verinnerlicht sie. Das Gehirn ruft genau diese Gefühle ab, sobald der Erwachsene sich allein und verlassen fühlt. Einerseits ist das schmerzhaft und bitter, andererseits liegt darin eine große Chance. Nämlich die Chance aufzuarbeiten, was uns als Kind widerfahren ist und was wir damals fühlten um zu lernen, dass wir heute nicht mehr dieses mutterseelenallein gelassene heimatlose zerbrechliche kleine Wesen sind, das wir einst waren, um zu lernen, dass wir heute nicht mehr das Opfer sind und uns selbst helfen können, weil wir groß sind und erwachsen und weil wir heute wählen können. Wir können wählen uns anders mit der Angst auseinanderzusetzen als damals, wir können lernen, uns ihr zu stellen und mit ihr zu leben. Und wir können lernen sie auszuhalten, ohne dass sie uns klein und immer kleiner macht. 
  
Wenn wir in eine Phase tiefer Einsamkeit geraten, weil uns der Partner verlassen hat, weil wir einen lieben Menschen verloren haben oder weil wir in einer fremdem Stadt landen, in der wir keinen Menschen kennen, dann konfrontiert uns das Leben mit dieser Erfahrung damit wir die Veränderung angehen. Es ist ein Ruf an uns genau dieses Thema anzuschauen und es zu lösen, damit wir nicht ein Leben lang mit einer traumatischen Wunde herumlaufen, die uns zu Opfern unserer Angst macht. Denn genau das macht sie, die Angst, sie macht uns zu Opfern, zu Abhängigen von der Aufmerksamkeit und Zuwendung anderer. 

Jede Form der Abhängigkeit ist Sucht und Sucht bedeutet, je länger sie andauert, Siechtum. Wir siechen dahin in einem Leben, das sich auf eine Substanz oder etwas ausrichtet, was wir ständig brauchen um etwas nicht aushalten zu müssen. Die Droge beherrscht unser Denken, unser Fühlen und bestimmt unsere Handlungen. „Wir geben zu, dass wir dem Alkohol gegenüber machtlos sind, und unser Leben nicht mehr meistern können.“ So lautet der erste Schritt im 12-Schritte-Programm der Gemeinschaft der Anonymen Alkoholiker, das in den dreißiger Jahren ausgearbeitet wurde. Die 12 Schritte enthalten ein lebensveränderndes Programm, das sich in den vergangenen Jahrzehnten bewährt hat und von vielen Fachkliniken als Grundlage für Therapiemaßnahmen übernommen wurde. Im Falle der Angst vor der Einsamkeit könnte es heißen: "Ich gebe zu, dass ich der Einsamkeit gegenüber machtlos bin und mein Leben ohne die Aufmerksamkeit und Zuwendung anderer nicht mehr meistern kann."

Wer sich vor der Einsamkeit fürchtet für den sind Menschen das Suchtmittel.  
Das klingt hart. Es ist beängstigend zu erkennen, dass ich es alleine mit mir nicht aushalte. Aber es ist die schmerzhafte Wahrheit. Aber wie alle Wahrheiten trägt sie das Potenzial in sich uns frei zu machen. Frei von der Abhängigkeit, die uns dazu bringt Dinge zu tun, die wir nur deshalb tun, weil wir keine anderen Strategien und Möglichkeiten haben. Wer Angst vor der Einsamkeit hat tut unendlich viel um nicht alleine sein zu müssen, er arrangiert sich mit destruktiven Beziehungen, die seinen Bedürfnissen nicht entsprechen nur um das Bedürfnis nicht allein sein zu müssen zu erfüllen. Er lässt Dinge sein, die er gerne tut, wenn der Andere sie nicht mit ihm teilen will, er tut alles für den Anderen nur um nicht allein gelassen zu werden. Er ist ein Spielball seiner Angst und macht sich so zum Spielball für andere und letztlich damit auch ziemlich unattraktiv. Er hat sein Leben nicht im Griff und legt es in fremde Hände um den Halt zu spüren, den er sich selbst nicht zu geben vermag. Mit anderen Worten: Dieser Mensch lebt fremdbestimmt von seiner Sucht.

Angst vor dem Alleinsein in ihrer extremen Ausprägung kann Menschen dazu bringen, andere dazu zu bringen ihnen die emotionale Sicherheit und die Garantie für den eigenen Wert zu liefern. 
Das führt dazu sich ständig mit Anerkennung von Außen zu füttern um zu bekommen, was man in sich selbst nicht spürt. Man kann sich nur annehmen, wenn andere einen annehmen, man kann sich nur mögen, wenn andere einen mögen, man ist stets bestrebt alles dafür zu tun eine heile Welt zu kreieren -  die heile Welt einer illusionistischen Kindheit, die so nicht war, die heile Welt der Sicherheit, die nur dann gefühlt wird, wenn man mit anderen zusammen sein kann. 

Das fehlendes Urvertrauen, das fehlende Vertrauen in sich selbst und in die eigene Kraft, in den eigenen Wert und den Wert, den man für andere Menschen hat – all das sind Themen, die die Angst vor der Einsamkeit ins ich trägt.
Fehlende Selbstständigkeit, fehlendes Selbstbewusstsein, ein Mangel an Selbstwertgefühl und ein Mangel an Erfahrung gelebter Selbstwirksamkeit, führen dann zu einer chronisch übertriebenen Rücksichtnahme auf andere. Sozialer Kontakt fungiert als Betäubung der inneren Leere und der Traurigkeit des von aller Welt verlassen seins. Immer muss sich die Angst vor dem Alleinsein die Aufmerksamkeit der oder des Anderen sicher wissen, sich bemuttern lassen oder selbst bemuttern um Liebe zu spüren und um Gehaltensein zu erfahren. Wer sich mit sich allein fürchtet erträgt es nicht unbeschäftigt zu sein. Er hat keine Mittel um seine innere Leere und seine ohnmächtige Langeweile selbst zu füllen, er ist ständig bestrebt von anderen beschäftigt und gefüllt zu werden, um der Angst, sich mit sich selbst beschäftigen müssen, zu entkommen. Aber nichts davon hilft dauerhaft, nichts trägt, das sich Füllen lassen ist ein Fass ohne Boden. 

Es gibt auch Menschen, die in die selbstgewählte Isolation gehen. Sie wählen den Schmerz der Einsamkeit selbst. 
Sie verlassen alles, weil sie sich verraten, enttäuscht und von der Welt und den Menschen verlassen fühlen, weil sie sich unverstanden und ungeliebt fühlen. Sie schließen die Tür zum Außen und ziehen sich in ihre eigene Welt zurück, in der Illusion, da drinnen sicher und unverletzbar zu sein. Diese Menschen haben in der Kindheit lernen müssen, dass Alleinsein der einzige Platz ist an dem man ihnen nichts Böses tut. Die selbstgewählte Einsamkeit ist für sie etwas zutiefst Vertrautes, ein Ort der Spendid Isolation, wo sie nichts und niemand mehr sie berühren oder verletzen kann, nur noch der eigene innere Schmerz, der dann zu einem Leiden am Leben selbst wird. 

Aber jetzt sind all diese Menschen erwachsen. Sie sind keine Opfer mehr von denen, die sie dazu gemacht haben. Sie sind fähig selbst wieder gut zu machen, was man ihnen angetan hat. Das bedeutet Arbeit und die geht langsam, aber es geht. Schritt für Schritt geht das.

Es gibt eine Menge hilfreiche Mittel und Wege um in sich selbst inneren Halt zu finden. Anstatt sich mit der Nähe und der Aufmerksamkeit durch andere zu nähren, kann man lernen, sich mit Aktivitäten, die Freude bereiten und in denen man sich selbst spüren kann, zu bereichern und selbst zu füllen. Malen und Lesen z.B., das bestätigen viele Studien werden als angstlindernd und stimmungsaufhellend empfunden. Das Ziel dieser Tätigkeiten für uns selbst ist es das aufzubauen, was dem, der Angst vor der Einsamkeit hat, fehlt: Liebevolle Nähe zu sich selbst, Selbstliebe und Selbstmitgefühl. 

Erfahrungsgemäß sind weitere hilfreiche Techniken, um Nähe zu sich selbst aufzubauen und sich innerlich zu stärken:
Die Schreibtherapie
Indem wir unsere seine Gedanken und Ängste aufschreiben kommen wir in tiefen Kontakt mit uns selbst.
Die Übung des Selbstmitgefühls
Dazu gibt es hilfreiche Bücher und CDs von Kristin Neff. Dazu gehört u. a. auch die Hand auf’s Herz-Methode: Man legt die Hände ruhig auf sein Herz während man die Augen schließt und ruhig atmet.
Der Dialog mit dem Inneren Kind
Es braucht Übung um einen emotionalen Zugang zu diesem verletzten Anteil unserer Persönlichkeit zu finden, um zu lernen ihm gut zuzusprechen und ihn zu beruhigen. Hat man diesen emotionalen Kontakt im Zuge der Inneren-Kind-Arbeit herstellen können, führt man den Dialog so als würde man zu einem verängstigten Kind sprechen. Man fragt es, was es gerade fühlt oder was es befürchtet, man nimmt seine Ängste und Gefühle ernst und erklärt ihm wie eine gute Mutter, dass man bei ihm ist, es lieb hat und für es sorgt. Aus all dem bekommen wir wertvolle Einblicke in die Ursachen und in die Dynamik der Angst vor dem Alleinsein, aus denen man wiederum Ansätze für hilfreiche und heilsame Verhaltensänderungen finden und erlernen kann. Wenn all das nicht wirkt – es ist kein Zeichen von Schwäche sich professionelle Hilfe zu holen.

Niemand ist für immer einsam. Aber die Angst es könnte immer so sein, führt dazu, dass es so sein könnte.