Dienstag, 16. September 2025

Akzeptanz

 



Die Ablehnung der Realität ändert nichts, an dem, was ist.

Die Weigerung, die Realität zu akzeptieren hält uns in schmerzhaften Emotionen wie Wut, Trauer, Schuld, Scham, Groll und Bitterkeit gefangen. Die Ablehnung der Realität verwandelt Schmerz in Leiden. Schmerz lässt sich nicht vermeiden, Leiden schon. 

 

Wenn wir akzeptieren was ist, kommen wir mit dem, was ist, besser zurecht. 

Akzeptanz beginnt, wenn wir aufhören gegen das, was wir nicht haben wollen, anzukämpfen.    

Um die Realität zu ändern, müssen wir sie zuerst akzeptieren.  

Akzeptieren reduziert schmerzhafte Emotionen, die mit dem, was ist, verbunden sind.  

Wenn wir akzeptieren, was wir nicht ändern können, wird Energie freigesetzt, die wir für den Kampf gegen die Realität verwenden. Dann können wir sie nutzen, um die Dinge zum Besseren zu verändern. 

Der Akzeptanz folgt innerer Frieden. 

 

 

"Die Realität ist das, was nicht verschwindet, wenn man aufhört, daran zu glauben."

— Philip K. Dick

 

 

Samstag, 13. September 2025

Der innere Ruf - Spiegel seelischer Prozesse

 



Wenn sich deine alte Identität nicht mehr aufrechterhalten lässt, wenn du nicht mehr weißt, wer du bist, wenn die alte Version von dir sich auflöst, wenn deine Rollen zu eng geworden sind, ist der Ruf, dich neu zu (er)finden.
Wenn sich Vertrautes auflöst, wenn Beziehungen aus deinem Leben verschwinden, wenn Festhalten nicht gelingt, egal was du tust, ist der Ruf, loszulassen zu lernen, um Platz für Neues zu machen.
Wenn äußeres Chaos dein Leben beherrscht, ist der Ruf eine innere Neuordnung zu schaffen.
Wenn sich Menschen von dir abwenden oder dich verlassen, ist der Ruf, dich dir selbst zuzuwenden, eine Einladung zur Selbstkenntnis, Selbstwerdung und Selbstverwirklichung.
Wenn du den Weg alleine gehen musst, wenn da niemand ist, der deine Hand hält, wenn du, egal wo du hin greifst, in die Leere greifst und die Einsamkeit deine einzige Begleiterin ist, dann ist der Ruf, dich selbst halten und versorgen zu lernen.
Wenn alles um dich herum plötzlich still ist, wenn da keine Ablenkung mehr ist, dann ist der Ruf in der Stille sitzen zu lernen um deine eigene Wahrheit zu hören.
Wenn in dir nur Leere und Mangel ist, wenn du keinen Sinn mehr siehst, dann ist der Ruf, den Mangel zu füllen und neuen Sinn zu gestalten.
Wenn alle Lügen und Selbstlügen an der Realität zerplatzen, wenn die Diskrepanz zwischen äußerer Rolle und innerer Wahrheit immer mächtiger wird, dann ist der Ruf, dich deiner Wahrheit zu stellen, sie sichtbar zu machen und zu erkennen, wer du wirklich bist.
Wenn sich innere Anteile auftun, die sich ständig widerstreben, dann ist der Ruf Ja zur eigenen Ambivalenz zu sagen und dich als Ganzes anzuerkennen und anzunehmen.
Wenn Schweigen nicht die Lösung war, nichts geholfen und nichts verändert hat, dann ist der Ruf für dich selbst sprechen zu lernen.
Wenn du an innere Widerstände stößt, dann ist der Ruf deinen verpanzerten Selbstschutz zu erkennen, ihn sanft aufzulösen und zum Kern vorzudringen.
Wenn die Dinge sich im Moment nicht ändern lassen, egal wie sehr du dagegen ankämpfst, dann ist der Ruf, Akzeptanz, Geduld und Demut zu üben.
 
Du kannst dem inneren Ruf folgen oder nicht, er wird dich geduldig weiter begleiten. 
Er ist in dir - das ungelebte Leben fordert Sichtbarkeit. 
 
 
Angelika Wende
Kontakt: aw@wende-praxis.de

Mittwoch, 10. September 2025

Was denken die anderen?


 

„Denken ist schwer, darum urteilen die meisten“, ist ein Satz des Psychoanalytikers C.G.Jung. Was er damit meint ist, dass viele Menschen oft zu schnellen Automatismen und Urteilen neigen, weil komplexes Denken nun mal anstrengend ist, Zeit und Energie kostet. Hingegen denken viele Menschen anstatt selbständig zu denken, darüber nach, was andere über sie denken. Bis zu einem gewissen Grad liegt das in unserer Natur, denn wir wollen wertgeschätzt, gesehen, anerkannt, gemocht und geliebt werden. Wir sind soziale Wesen und wollen dazu gehören. Kritisch wird es dann, wenn wir uns, um anderen zu gefallen oder dazugehören wollen, ständig und übermäßig nach anderen richten und unsere eigene Meinung, unsere Gedanken und unsere Handlungen abhängig davon machen, was andere über uns denken könnten.
Das ist nicht nur anstrengend, das erzeugt emotionalen Stress und am Ende wissen wir nicht mehr, was wir selbst wollen oder wer wir eigentlich sind. Wir identifizieren uns mit dem was alle machen und wie man es zu machen hat. Unser eigenes Wesen bleibt uns fremd. Das führt zu Konformismus und Überanpassung an gesellschaftliche Normen und macht es schwer selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen. Stattdessen wird das Leben danach ausgerichtet, was andere für richtig und angemessen halten, aus Angst vor einer möglichen negativen Bewertung. 
 
Diese Angst ist größer als man meinen könnte. Diese tiefsitzende Angst führt u.a. dazu, dass Massenbewegungen und Massenmanipulation überhaupt stattfinden können.
Am Boden dieser Angst liegt die Angst vor Ausgrenzung, am Boden dieser Angst wiederum liegt die Angst allein und verlassen zu sein. Anstatt zu sagen was sie denken und zu handeln wie sie es für sinnvoll und richtig halten, passen sich viele also an und damit verpassen sie sich selbst.
Sie richten Ihr Verhalten und ihr Leben danach aus, was gesellschaftlich konform und angepasst ist, bis sie nicht mehr wissen, was sie selbst denken und wollen. Die Angst vor möglichen Meinungen und Urteilen erschwert eigene Entscheidungen, vernebelt die persönliche Sicht auf die Dinge, unterdrückt eigene Bedürfnisse und verschluckt eigene Ziele und Wünsche. Anstatt zu sich selbst zu stehen und für das, wofür man steht, einzustehen und im Zweifel aufzustehen, wird die eigene Wahrheit verleugnet, bzw. erst gar nicht gesucht.
Aus einem selbstbestimmten Ich wird ein „man“ - man macht das so. 
 
So kommt es zu dem, was Adorno mit den Worten beschreibt: „Es gibt kein richtiges Leben im Falschen.“ Zu einem „richtigen Leben“ gehört für mich auch die Freiheit des eigenen Denkens, unabhängig davon, ob es anderen gefällt oder nicht, dazu gehört mein eigenes Leben zu leben und zu gestalten, unabhängig davon, ob es anderen gefällt oder nicht. Zugegeben das kann ziemlich einsam machen, aber der Preis der Anpassung an fremdes Denken oder Verhalten, das nicht meinem Inneren entspricht, ist höher. Für mich zumindest ist das so. 
 
Den meisten von uns wurden schon als Kind beigebracht, wie wir zu sein haben, wie wir uns zu verhalten haben, was wir zu sagen und zu tun haben, damit Mama und Papa uns lieb haben und stolz auf uns sein können. Uns wurde gesagt: Du musst dies, du musst das, du darfst dies nicht und das nicht, und meist auch noch ohne eine Begründung. Waren wir nicht folgsam gab es Sanktionen und Bestrafungen, Zimmerarrest, Prügel und andere zweifelhafte Erziehungsmethoden um uns gefügig zu machen – sprich anzupassen, an das, was andere wollen und erwarten. Im Kindergarten und in der Schule ging es genauso weiter. Bloß nicht auffallen, bloß nicht anders sein, bloß nicht selber denken, was denken dann die anderen?
 
Wir sind darauf konditioniert uns so zu verhalten wie es sich „gehört“. Wir haben verinnerlicht: Wenn du dich anders verhältst als alle anderen, wirst du Probleme bekommen. Also ist es besser sich zu fügen und sich anzupassen, sonst bist du raus und gehörst nicht dazu. Rebellische Kinder hatten und haben es besonders schwer. Ihr Wille muss gebrochen werden, damit sie funktionieren – im Sinne des Systems. Wir bekommen diesen Druck also schon früh zu spüren und beugen uns. Jedenfalls die meisten von uns. Was will ein Kind auch tun?
Dieser Druck zieht sich dann, schaffen wir es nicht Widerstand zu leisten, durch das ganze Leben.
Aber es ist nie zu spät zum selber denken.
Es ist nie zu spät uns frei zu machen von dem Gedanken, was andere denken könnten. Meist denken sie auch gar nicht, was wir denken, was sie denken könnten. Die meisten sind mit sich selbst beschäftigt und leben in ihrer eigenen Blase.
 
Wenn wir uns unabhängig von den Meinungen und Bewertungen andere machen wollen, ist es entscheidend aufzuhören zu denken, was andere über uns denken könnten. Wir sind nämlich jetzt erwachsen. Wir sind frei zu denken und zu handeln wie wir es für richtig halten und wie es uns entspricht, solange wir anderen nicht schaden. Selbstbestimmung nennt man das – und dazu gehört auch aufzuhören sich Gedanken über die Meinung anderer zu machen. Dazu gehört unsere Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen, unsere Wahrheit und unsere Werte zu leben und nein zu sagen, wenn wir nein meinen.
Dazu gehört unseren eigenen Verstand als maßgebliche Instanz für die Wahrheit zu nutzen und uns von äußeren Einflüssen und Meinungen unabhängig zu machen
Dazu gehört Grenzen zu setzen, für uns einzustehen und die Konsequenzen zu tragen.
Und genau da wird es dann wieder schwierig, denn wir wollen doch dazugehören. Es erfordert Mut, Selbstbewusstsein und Selbstfreundschaft den Weg aus einem falschen Leben ins richtige Leben zu wagen – und was ein richtiges Leben für uns ist, das entscheiden wir selbst und nicht andere. 
 
„Die Maxime jederzeit selbst zu denken ist die Aufklärung.“
Immanuel Kant
 
Sapere aude! (Wage es, weise zu sein!)
 
Angelika Wende
Kontakt: aw@wende-praxis.de

Sonntag, 7. September 2025

Alte Frauen




„Alte Frauen“, heißt das kürzlich erschienene Buch von Verena Lueken. Ich gehe in die Buchhandlung und frage danach. Eine alte Frau will ein Buch über alte Frauen kaufen. Passt, denke ich. Als mir der junge Verkäufer das Buch aus dem Regal holt, spüre ich so ein klitzekleines Fünckchen Schamgefühl aufblitzen. Interessant, denke ich, warum, was geht da in mir vor?
Ist es, weil ich mich oute, als eine von Ihnen, weil ich alt bin, weil Frauen, je älter sie werden, in dieser Gesellschaft keinen gutes Standing haben, weil sie unsichtbar werden, weil alte Frauen niemand interessieren, weil alte Frauen, wie ein befreundeter Fotograf einmal zu mir sagte, nicht nur die Attraktivität sondern die Fuckability verlieren und für die Natur unbrauchbar geworden sind, weil alte Frauen nichts zu sagen haben, weil sie nur noch als Pflegerin des alten Gatten oder als Oma ein Lebensrecht haben, weil alte Frauen niemand gerne anschauen will?
Oder wie Verena Leuken schreibt: „Bei Männern nivelliert die Veränderung der äußeren Erscheinung über die Zeit der öffentlichen Wahrnehmung nicht die Persönlichkeit, den Intellekt, die ihnen entgegengebrachten Gefühle oder ein Begehren. Ihre Meinung ist nicht weniger gefragt, wenn die Haare ausgehen und der Bauch schwillt, im Gegenteil. Bei Frauen wohl. Als verlören sie mit ihrer glatten Haut alles, was sie sind, und dabei bleibt es, auch wenn sie es korrigieren lassen. Sie können auf diesem Feld bisher nur verlieren.
… Rette sich, wer kann."

Wie die Rettung aussehen kann lese ich in Luekens Buch.
Die Autorin hat, wie der Titel vermuten lässt, kein Buch über das weibliche Altern geschrieben, sie hat ein Buch über Frauen geschrieben, die alt sind aber „vor allem etwas anderes“. Die Frauen über die sie schreibt sind Schriftstellerin, Malerin, Filmemacherin, Textilkünstlerin, Tänzerin und Choreografin. Mit diesen Frauen hat sie gesprochen, nicht über das Alter, sondern über das, was sie mit Leidenschaft tun. Zitat: „Der Bezugspunkt ihres Lebens und ihres Denkens ist nicht das Alter“.
Dies ist also kein Buch übers Altern. Oder über „das Alter“. Es ist eine Sammlung von Erzählungen und Berichten aus einer besonderen Perspektive auf das Leben zu einer bestimmten Zeit.“

„Alte Frauen“ ist ein wichtiges Buch, das sich zu lesen lohnt, auch wenn der Titel meiner Meinung nach irreführend ist, es ist ein Buch, das gesellschaftliche Klischees hinterfragt, es ist ein Buch über das vitale Leben und die Kraft der Kreativität, über Möglichkeiten, Sinngestaltung und beindruckende Lebensentwürfe, fernab des Alters und trotz des Alters. Ein wirklich gelungenes, inspirierendes Buch über die Freiheit im Alter und den Mut sie sich zu nehmen und sie zu leben. Viva la Vida!


Freitag, 5. September 2025

Vom Gebraucht-Sein zum Du-selbst-Sein

 


 

Dreiviertel deiner Lebenszeit warst du für andere da.

Die Kinder sind aus dem Haus, die Beziehung ist zu Ende, du bist vielleicht im Ruhestand. Und plötzlich sitzt du jeden Morgen mit deiner Tasse Kaffee allein in der Küche und fragst dich: Was soll ich jetzt tun?

Die Wohnung ist leer.

Du hast kein Ziel.

Du, die alle immer bemuttert hat, fühlst dich mutterseelenallein, verloren und die Einsamkeit kriecht die Wände hoch.

Die Stille im Raum ist bedrohlich.

Jahrelang drehte sich dein Leben darum, gebraucht zu werden. Gebraucht werden war deine Identität. Du hast keine Ahnung, was du mit deiner Zeit und mit dir selbst anfangen sollst. Diese neue Version von dir selbst ist dir völlig fremd.

Wer bin ich jetzt noch?

Wer bin ich überhaupt?, fragst du dich.

 

Die Stille macht dir Angst.

Du trinkst deinen Kaffee und beginnst im Netz herumzuscrollen um die Leere zu füllen.

Du räumst auf, du putzt die Wohnung, machst Besorgungen, streifst durch die Stadt und kaufst sinnlose, unnötige Dinge, nur um irgendwie beschäftigt zu sein, nur um nicht alleine mit deiner Angst dazusitzen. Du lenkst dich ab, um vor deinen Gedanken und deinen Gefühlen davonzulaufen. Du denkst immerzu beschäftigt zu sein, ist die Lösung. Du kennst das ja nicht, du warst noch nie allein. Immer wurdest du gebraucht, immer hast du für die anderen mitgedacht, dich um die anderen gekümmert. Du hattest eine Aufgabe und einen Sinn. Dein Wohlbefinden hing von den anderen ab.

 

Die Einsamkeit fühlt sich erdrückend an. Die Einsamkeit der Abwesenheit deiner alten Identität. Die Einsamkeit liegt nicht daran, dass du alleine bist. Sie liegt daran, dass du nicht weißt, wer du bist, wenn dich keiner braucht. Sie liegt daran, dass du gelernt hast: du bist nur wertvoll, wenn man dich braucht. Ohne gebraucht zu werden bist du nichts. Du weißt nicht mal wer oder was du bist.

Die Einsamkeit liegt daran, dass du dich mit dir selbst nicht wohl fühlst.  

Sie liegt daran, dass du vergessen hast, dass du dein eigener Mensch bist, auch ohne gebraucht zu werden.

Diese einsamen Morgen beginnen nach und nach deinen ganzen Tag zu beeinflussen.

Du fühlst dich gelähmt. Du musst dich aufraffen um dich zu irgendetwas zu motivieren.

Du fühlst dich verloren, orientierungslos, ratlos und du hast Angst nie herauszufinden, was du jetzt tun sollst. Du denkst, das war es jetzt und – es kann doch nicht sein, dass es das jetzt war.

Du fühlst dich unsichtbar, egal ob du drinnen oder draußen bist. Du glaubst, du bist für niemanden mehr wichtig, schon gar nicht liebenswert. Du suchst verzweifelt nach einer Lösung und findest sie nicht und das macht dir noch mehr Angst. Du siehst der Zeit bei Vergehen zu und schämst dich, weil du den letzten Rest Zeit, der dir noch bleibt, sinnlos verschwendest. Du hast Schuldgefühle, weil du diesen Zustand nicht ändern kannst und es geht dir noch mieser.

 

Und was, wenn deine verzweifelte Suche der Beginn deiner Neugier wäre?

Wenn die Stille nicht Leere ist und Leere nichts, was du krampfhaft füllen musst?

Wenn dieser leere Raum, der Raum ist in dem du dich neu erfinden kannst?

Was, wenn die Einsamkeit Freiheit wäre?

Was, wenn du aufhörst dich zu fragen: „Was ist los mit mir?“, sondern dir klar wird, dass dich all die Zeit niemand gefragt hat, was du willst und was du brauchst.

Was, wenn du all das nur verlernt hast oder nie gelernt hast?

 

Du hast so lange dafür gelebt was alle anderen brauchen, dass du vergessen hast was du brauchst. 

Was das Beste ist, was du für dich selbst tun kannst. Was du überhaupt tun willst.

Alles wurde von der Frage: Was ist das Beste für die anderen beherrscht.

Und jetzt wo sie fort sind, hast du nicht nur deinen Sinn, sondern die Struktur deines Alltags verloren. Du erkennst: Du hast viel mehr verloren – du hast dich selbst verloren.

Aber dieser Verlust muss nicht von Dauer sein.  

Du befindest dich nur im Niemandsland zwischen der, die du warst und der, die du wirst.

 

Du hast jetzt genau zwei Möglichkeiten: Du kannst in Selbstmitleid und Depressionen versinken oder du kannst dich zusammenreißen und herausfinden, wer du bist und wer du sein willst.

Anstatt vor der Stille davonzulaufen, kannst du versuchen sie zu akzeptieren.

Du kannst deine Angst in Neugier verwandeln.

 

Fang klein an.

Frag nicht jeden Morgen: Was jetzt und was mache ich heute?, sondern werde neugierig auf kleine Dinge.

Frag dich, was mag ich eigentlich gern?

Was mache ich gern?

Was tut mir gut?

Was ist jetzt das Beste, was ich heute für mich tun kann?

Was macht mir wirklich Freude?

Was gibt mir das Gefühl lebendig zu sein?

Und die tiefere Frage: Wer bin ich, wenn ich nicht für andere da bin?

Was macht mich aus?

Was kann ich gut?

Was will ich jetzt lernen?

 

Entdecke deine Neugier, deinen Mut und steh für dich selbst auf. Jeden Morgen.

Steh für deine Entscheidungen, deine Wünsche, deine Bedürfnisse, deine Potenziale, deine Fähigkeiten, deine Freude und deine Sehnsucht auf.

 

Die Leere gehört dir. Du allein kannst sie füllen.

Die Stille ist nicht einsam, sie ist friedlich, wenn du friedlich in dir bist.

 

Und langsam, ganz langsam, wird sich etwas ändern.

Du kommst vom Dich-selbst-Vermeiden zum Dich-selbst-Annehmen.

Du kommst vom Gebraucht-Sein zum Du-selbst-Sein.

Jetzt bist endlich du an der Reihe zu wachsen.

Was du für das Ende hälst, kann dein Anfang sein.

 

Bei diesem Anfang begleite ich Dich gern. 

 

"It is a hard thing to leave any deeply routined life, even if you hate it."

John Steinbeck  

 

Angelika Wende
Kontakt: aw@wende-praxis.de

Mittwoch, 3. September 2025

Der Albtraum ist zu Ende. Die Erinnerung nicht.


 

Heute Abend lese ich aus meinem Buch Lesung: "Weil ich endlich geliebt sein will - Aus der Innenwelt einer Co-Abhängigkeit."Das Blaue Kreuz, Ortverein Wiesbaden hat mich in die Räume der Ev. Auferstehungsgemeinde, Heinrich-Zille-Straße 48, 652501 Wiesbaden eingeladen. 
Danke dafür.

Mein Buch ist schwere Kost. Es ist ein kompromissloser und schonungslos ehrlicher Blick in die Innenansicht einer Psyche, der das Dilemma der Co-Abhängigkeit fassbar macht. „Weil ich endlich geliebt sein will“ ist meine Geschichte. Ich habe sie aufgeschrieben für alle co-abhängigen Menschen, die sich in ihrem Drama allein und verlassen fühlen. Ich habe sie aufgeschrieben, weil ich weiß, wie schwer es für Co-abhängige ist, ihre Gefühle und ihr Leid in Worte zu fassen, um es Freunden, Familie, Therapeuten und dem suchtkranken Angehörigen zu vermitteln.
Ich weiß, wie schwer es ist, sich aus der Hölle der Abhängigkeit zu befreien. Ich bin durch diese emotionale Hölle gegangen und ich habe sie hinter mir gelassen.
Weil ich weiß, dass es eine Hölle ist, weil ich weiß, was Co-Abhängigkeit mit der Seele und dem eigenen Leben macht, weil ich weiß, wie schwer es ist, zu verstehen und nur im Ansatz nachzuvollziehen, was ein co-abhängiger Mensch durchmacht, weil ich all das erfahren habe, begleite ich co-abhängige und emotional abhängige Menschen auf ihrem Weg zur Selbstermächtigung.
Viele Co-abhängige schweigen. Sie leiden still.
Ich habe ihnen mit meinem Buch eine Stimme gegeben. 
 "Eines Tages wirst du deine Geschichte erzählen, wie du das überwunden hast, was du durchgemacht hast, und sie wird der Überlebensratgeber eines anderen sein", schreibt Brené Brown.
 
Wenn meine Geschichte nur für einen Menschen hilfreich ist, um sich selbst zu retten, habe ich sie nicht umsonst geschrieben. Diese Lesung fällt mir nicht leicht, weil ich schon bei der Vorbereitung wieder in die Erinnerung geglitten bin.
Der Albtraum ist zu Ende. Die Erinnerung nicht.
 
 
Angelika Wende

Dienstag, 2. September 2025

Lesung

 


Lesung: "Weil ich endlich geliebt sein will - Aus der Innenwelt einer Co-Abhängigkeit." 
 
Das Blaue Kreuz, Ortverein Wiesbaden lädt Morgen, Mittwoch, den 3. September 2025 um 19 Uhr, zu einer Autorenlesung mit Angelika Wende in die Räume der Ev. Auferstehungsgemeinde, Heinrich-Zille-Straße 48, 652501 Wiesbaden ein.
Das Blaue Kreuz bietet seit über 25 Jahren Selbsthilfegruppen für alkoholkranke Menschen und deren Angehörige in den Räumen der Ev. Auferstehungsgemeinde in Wiesbaden an. 
 
Das bundesweit organisierte Blaue Kreuz freut sich sehr, dass die seit vielen Jahren in Wiesbaden ansässige Autorin mit dieser Lesung zu Gast ist.
 
 
Danke für die Einladung.
Ich freue mich auch.