Mittwoch, 6. August 2014

Aus der Praxis - Energievampire und wie du sie erkennst

 
Wenn dir an einem bestimmtem Ort oder in Gegenwart eines bestimmten Menschen jedes Mal elend zumute ist, ist das ein klares Zeichen, dass du es mit dem Phänomen des Energiesaugens zu tun hast. Was die Orte angeht: Eine Sage berichtet, dass der römische Bauherr Vitruv wusste, Orte haben Energie. Bevor er eine Stadt errichten ließ, setzte er eine Herde Kühe auf den Baugrund. Wenn sie nach dem Grasen gute Milch gaben, wusste er, das ist ein guter Ort zum bauen. Kluger Mann dieser alte Römer, heute würde man sagen er war mit den Energien des Universums verbunden. So ist das mit den guten Orten und ähnlich ist es mit den Menschen, die uns ein guter Ort sind, oder eben nicht.

Menschen, die uns gut tun geben uns Kraft. In ihrer Nähe fühlen wir uns lebendig, voller Energie und Freude. Aber wir alle kennen das Gefühl, wie es ist, wenn wir mit einem Menschen zusammen sind und uns dabei unwohl, matt und irgendwie ausgepowert fühlen. Das Gefühl hält sogar oft noch an, wenn wir uns von diesem Menschen wieder entfernt haben, wir fühlen uns körperlich und seelisch schwach und geistig total energielos. Wenn wir das spüren, sind wir das Opfer eines Energieräubers geworden. Man nennt sie auch Energievampire, das klingt noch gruseliger.

Energievampire sind unter uns, immer und überall, und ihre Opfer sind meist hochemotionale, empathische, sensible und hilfsbereite Naturen. Energievampire haben einen sicheren Instinkt dafür, wo sich das Zapfen lohnt. Den brauchen sie auch, denn sonst würden sie auf Dauer nicht überleben. Sie leben nämlich von der Lebenskraft anderer, wie echte Vampire vom Blut ihrer Opfer. 

Energievampire sind in Wahrheit bedauernswerte Kreaturen, aber Bedauern für andere kennen sie wiederrum nicht. Sie saugen bis ihr Opfer nichts mehr zu geben hat und zwar gierig und gnadenlos. Allein beim Schreiben dieser Sätze wird mir schon ganz schwach zumute, ich gehe gerade innerlich die Liste derer durch, die bei mir zapfen.

Das sollte jeder tun, wenn er dieses Gefühl von Schwäche und Unwohlsein bei oder nach Begegnungen mit einem Mitmenschen spürt. Der Körper lügt nicht, er hat seismographische Antennen und sendet Signale, die wir leider, dank unserem Verstand, nur allzu gern ignorieren.

Fakt ist: Das Zusammensein mit Energievampiren macht krank und zwar nicht nur körperlich, sondern auf allen Ebenen, also auch den Geist und die Seele. Und das ist sehr ungesund. Am Ende hat man selbst soviel Lebenskraft verloren, dass man unweigerlich auch zum Untoten mutiert.

Wer sich mit Energievampiren einlässt bleibt auf der Strecke. Wenn es soweit ist, spürt das der Vampir und sucht sich sein nächstes Opfer. Manche haben sogar mehrere Anzapfstellen, wo sie sich die lebensnotwendigen Saft für ihre blutleere Seele holen.

Und da sind wir schon beim Wesen der Vampire angelangt. Sie sind blutleer, sie sind leidenschaftslos, sie sind innen taub. Dort wo andere Gefühle haben ist eine große Leere. Anstatt sich mit ihrer Gefühlswelt ernsthaft und tief auseinanderzusetzen, töten sie ihre Emotionen ab. Sie schützen sich vor Schmerz, Angst, Wut und Trauergefühlen ebenso wie vor Freude, Lust, Leichtigkeit und Leidenschaft. Sie haben ihr Herz verschlossenen und den Schlüssel schon sehr früh verloren. Energievampire sind meist verletzte Kinder, die im Status ihrer lieblosen Kindheit stecken geblieben sind. Sie sind innerlich tot, weil sie damals alle Gefühle abtöten mussten um emotional zu überleben. 

Man könnte jetzt wirklich Mitgefühl haben oder sogar tiefes Mitleid und genau das haben ihre Opfer dann auch: Mitleid. Das führt dazu, dass sie mitleiden und sich aussaugen lassen bis sie selbst leiden. An dieser Stelle eins: Mitgefühl ist gut, Mitleid ist ungut, denn es ist immer  doppeltes Leid.

Durchdrungen von innerer Leblosigkeit sind die Vampire unterwegs in einem Leben, dem der Sinn fehlt. Dabei wirken sie oft extrem souverän, ruhig, über den Dingen stehend und abgeklärt. Sie sind gut getarnt, deshalb ist es auch so schwer sie auf den ersten Blick zu erkennen. Sie wirken im Grunde genauso wie Fürst Dracula, eine imposante Erscheinung, wäre da sein blutsaugendes Nachtleben nicht und seine fürchterliche Angst vor dem Tageslicht, die ihn wie ein panisches Kind in den Sarg flitzen lässt.

Emotionale Vampire gibt es in vielen Ausführungen. Jene zum Beispiel, die ihr ganzes Leben dem Drama widmen. Sie sind voller Ängste, haben kein Vertrauen in sich selbst und andere und schon gar nicht in Gott und die Welt. Sie sind auf der Schattenseite zuhause und tun alles dafür, das diese Seite niemals vom Licht beleuchtet wird. Sie hängen sich mit ihrer Angst an andere und suchen ständig Trost und Hilfe. Sie sind wie kleine Kinder, die sich alleine nicht raus trauen, sie brauchen den anderen, der sie an der Hand nimmt oder besser noch vorausgeht, um zu sehen, ob die Luft rein ist. Eine weitere Gattung der Blutsauger ist die der Manipulatoren. Sie schaffen es mühelos, dem Opfer das Gefühl zu geben, das es ohne sie nicht leben kann, sie machen andere von sich abhängig, indem sie alles für sie tun und angeblich nichts zurückhaben wollen. Dabei wissen sie instinktiv, dass ständiges Geben dazu führt, den anderen in die Schuld zu setzen, ihn ohnmächtig zu machen, damit er bleibt, obwohl er spürt, dass ihn das zerstören wird. Sie halten ihr Opfer klein und so fühlt es sich irgendwann auch – zu klein um selbst noch etwas auf die Reihe zu kriegen.

Alle Energievampire haben nur einen Antrieb: Sie wollen ihren Durst nach fremder Lebensenergie stillen. Und im Grunde haben sie alle etwas gemeinsam: Sie haben nichts, was sie von Innen hält, keinen Traum, keine Vision, keine Ziele, die sie mit Liebe und Leidenschaft verfolgen. Sie sind ohne Herzblut und genau das saugen sie bei anderen gierig ab.

Aber wie erkennen wir sie?
Wie gesagt: Wenn dir in Gegenwart eines bestimmten Menschen mindestens drei Mal schwach und elend zumute ist, dann weißt du, dass ist das Zeichen, dass du einem Energievampir begegnet bist.

Was ist dann zu tun?
Du könntest ganz schnell wegrennen. Aber die Erfahrung sagt, an der nächsten Ecke wirst du genau wieder so einem Energievampir in die Fänge laufen. Also könntest du dich fragen, was in dir es ist, dass solche Vampire bei dir andocken können. Du könntest dich fragen, wie es mit deiner Abgrenzungsfähigkeit steht, deinen unerledigten Schuldgefühlen aus der Vergangenheit und deiner Liebesfähigkeit und Fürsorge für dich selbst. Und dann könntest du daran arbeiten, bevor du versuchst den Vampir zu befriedigen, indem du ihm das gibst, was du selbst so nötig brauchst: Deine liebevolle Lebensenergie.

Übrigens: Energievampire sind nicht alle hoffnungslosen Fälle, aber sie müssen selbst begreifen, dass das, was sie tun auf Dauer nicht zum Seelenheil führt, sondern nichts weiter ist, als eine sinnleere Existenz auf Kosten anderer. Sie müssen allerdings den Mut haben Licht in ihr eigenes Dunkel zu bringen. Eine fast übermenschliche Herausforderung, scheuen sie doch nichts mehr als selbiges.











Kommentare:

  1. Ein feiner Text - vielen Dank für die Mitteilung.
    Mittäglichdrückendheisse Grüsse vom Schwarzen Berg

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  2. Erinnert mich an mich selbst. Zuhause bei meinen Eltern ich fühle Ich mich dort oft permanent unwohl. Sowie in Situationen, Wo Ich nicht Auf andere Menschen eingehen Kann. Ich selbst empfinde es als übertriebene Empathie, fing an als Ich ca. 14 War. Oft hatte Ich das Gefühl alles was Von mir verlangt werde, erfüllen Zu müssen um andere zufriedenzustellen. Perfektionismus. Ich kann mich unwarscheinlich gut In andere einfühlen, es Ist wie eine Sucht der Extreme geworden. Anderen Zu helfen, Ich durchschaue Mein gegenüber sofort. Und will ihm helfen, warum eigentlich? Frauen halten Sich fern Von Mir, Ich hatte nie eine Partnerin Und die Abgrenzung Fällt mir schwer. Ich meine es nicht böse. Aber Ich erkenne meinen Egoismus selten, denke Mein Charme gibt Menschen Ein gutes Gefühl. Ich bin Skorpion,wie ich Von einem anderen Skorpion hörte, "du Bist wie ich, Mit deiner schwarzen Seele". Ich Bin sehr tiefgründig, zweifle allerdings eine stabile Persönlichkeit entwickelt Zu haben, früher wollte Ich anderen Gefallen, sie verstehen. Eigene Ziele anzugehen, erscheint Mir sinnlos, langweilig, Mir fehlt die Tatkraft.

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