Samstag, 30. Juli 2016
Mach dein Licht an!
Manchmal sind wie so verletzt, dass wir uns nicht mehr trauen uns dem Leben und anderen Menschen zu öffnen. Wir ziehen uns in uns selbst zurück und schließen die Tür zu unserem Herzen. Wir fühlen uns als Opfer und verkriechen uns in uns selbst um uns vor weiteren Verletzungen zu schützen. Das ist nur allzu verständlich. Die Belohnung, die wir dafür bekommen ist: Unantastbarkeit. Der Vorteil den wir haben ist: Wir müssen kein Risiko mehr eingehen.
Wenn wir uns in diesem Zustand einrichten, richten wir uns in der Opferrolle ein.
Solange wir das tun bleiben wir in der Opferrolle gefangen. Wir entziehen uns dem Leben, wir erstarren und verdunkeln unser Licht. Wir führen ein Leben im Schatten. Damit wertschätzen wir uns nicht. Es hilft niemanden, wenn wir unser Licht verdunkeln. Wir behandeln uns damit selbst genauso so wie man uns behandelt hat: lieblos und verletzend. Es ist schwer diesem Kreislauf zu entkommen. Es braucht Mut um uns aus dem selbstgebauten Käfig zu entlassen.
Was würde die Liebe sich für uns wünschen?
Sie würde sagen: Schau in den Spiegel. Erinnere dich daran, dass du eine Verantwortung hast – für dich selbst und für den göttlichen Funken in dir. Mach dein Licht an! Und jetzt nimm all deinen Mut zusammen und verlasse die Opferrolle.
Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst. Mut heißt trotzdem zu gehen – im Vertrauen, dass du getragen wirst.
Donnerstag, 28. Juli 2016
Glaube versetzt Berge. Fragt sich nur welcher Glaube?
| Foto AW |
Alles ist Energie in Bewegung. Sie fließt immer und überall, in uns und um uns herum. Auch unsere Gedanken sind Energie, die fließt. Wir haben die Fähigkeit Energie in Materie zu verwandeln - das ist Schöpfertum. Jeder Maler, jeder Musiker, jeder Bildhauer, jeder Schriftsteller, jeder Künstler weiß das, weil er es tut.
Alles basiert auf Aktion und Reaktion, nicht nur unsere Handlungen, auch, was wir denken, unterliegt diesem Prinzip.
Was wir bewusst und unbewusst an starker Energie aussenden trifft auf einen Resonanzboden. Je mächtiger ein Gedanke ist, desto stärker schwingt sein Resonanzboden, im Guten wie im Unguten. Entscheidend für die Wirkung der Gedanken und für die Art der Resonanz ist das Unbewusste. Unsere Gedanken und Gefühle werden zu neunzig Prozent aus den Unbewussten gespeist. Nur etwa zehn Prozent von dem, wie wir als Person agieren, ist vom Bewusstsein gesteuert. Dies hat die Hirnforschung längst hinlänglich erwiesen.
Wenn wir also bewusst positiv denken wollen, in unserem tiefsten
Unterbewussten aber von etwas ganz anderem überzeugt sind, wird uns das
Positive nicht begegnen, sondern vielmehr das, was wir unbewusst
glauben.
Glaube versetzt Berge. Fragt sich nur welcher Glaube?
Der, den wir denken wollen oder der, der uns denkt. So gesehen stimmt das mit der Kraft der Gedanken. Wir erfahren im Leben woran wir im tiefsten Unbewussten glauben - das Schicksal außen vor gelassen - weil unsere Wahrnehmung sich nach unserem Glauben und unseren Überzeugungen ausrichtet.
Was mit enormer Energie von Innen nach im Außen wirkt und wie ein Bumerang zu uns zurückkommt, sind unsere unbewussten Überzeugungen. Die Glaubensmuster, die tief in uns verankert sind, suchen sich resonante Erfahrung um sich selbst zu bestätigen und sich zu erfüllen. Wir erschaffen diese hoch schwingende Energie selbst und zwar mittels unserer tiefen inneren Überzeugungen über uns selbst und das Leben. Und die meisten dieser Überzeugungen hat man uns beigebracht, als wir noch nicht fähig waren sie auf ihre Richtigkeit zu überprüfen. Sie sind das Erbe unserer Kindheit.
Kein Urteil hat weitreichendere Folgen als das, welches wir über uns selbst fällen. Deshalb ist es so wichtig, dass wir die Wahrheit über uns selbst kennen. Und das bedeutet im ersten Schritt: Unsere Überzeugungen über uns selbst zu überprüfen, darauf ob sie hilfreich sind oder nicht.
Glaube versetzt Berge. Fragt sich nur welcher Glaube?
Der, den wir denken wollen oder der, der uns denkt. So gesehen stimmt das mit der Kraft der Gedanken. Wir erfahren im Leben woran wir im tiefsten Unbewussten glauben - das Schicksal außen vor gelassen - weil unsere Wahrnehmung sich nach unserem Glauben und unseren Überzeugungen ausrichtet.
Was mit enormer Energie von Innen nach im Außen wirkt und wie ein Bumerang zu uns zurückkommt, sind unsere unbewussten Überzeugungen. Die Glaubensmuster, die tief in uns verankert sind, suchen sich resonante Erfahrung um sich selbst zu bestätigen und sich zu erfüllen. Wir erschaffen diese hoch schwingende Energie selbst und zwar mittels unserer tiefen inneren Überzeugungen über uns selbst und das Leben. Und die meisten dieser Überzeugungen hat man uns beigebracht, als wir noch nicht fähig waren sie auf ihre Richtigkeit zu überprüfen. Sie sind das Erbe unserer Kindheit.
Kein Urteil hat weitreichendere Folgen als das, welches wir über uns selbst fällen. Deshalb ist es so wichtig, dass wir die Wahrheit über uns selbst kennen. Und das bedeutet im ersten Schritt: Unsere Überzeugungen über uns selbst zu überprüfen, darauf ob sie hilfreich sind oder nicht.
Mittwoch, 27. Juli 2016
Der Weg zum Selbstmitgefühl
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| Foto AW |
Die meisten von uns haben es nicht anders gelernt. Sie schwanken zwischen zwei Extremen: Sie unterdrücken ihre Gefühle oder sie agieren sie unangemessen aus. Das sind die beiden Verhaltensweisen mit denen wir unseren unliebsamen Gefühlen und Emotionen begegnen. Aber wozu führt das?
Agieren wir zum Beispiel unangemessen
unsere Wut aus, fühlen wir uns später schuldig, wir schämen uns und machen uns
Vorwürfe. Unterdrücken wir
unsere Wut, implodieren wir, wenn wir es zu lange tun. Das ist sehr ungesund.
Mit keiner dieser
beiden Verhaltensweisen kommen wir in ehrlichen und mitfühlenden Kontakt mit
uns selbst. Wir schaden uns auf die eine und auf die andere Weise. Das schafft
Leid. Anstatt mit uns selbst in Beziehung zu treten, anstatt uns unserer
Verletzlichkeit zuzuwenden, anstatt uns unsere Hilflosigkeit einzugestehen, denn sie ist der wahre Grund für unsere Wut, anstatt sich uns selbst mitfühlend zuzuwenden, wehren wir ab.
Warum nicht das wahre Gefühl einfach zulassen? Mit einem tröstenden,
aus dem Herzen kommenden: Ja, es ist schlimm, ja, ich fühle mich verletzt, ja,
ich fühle Schmerz, ja, ich fühle mich hilflos - und uns dann liebevoll um uns selbst kümmern wie eine gute Mutter es für ihr geliebtes Kind tun würde.
Wie
sinnlos ist es doch, wenn uns jemand verletzt hat uns um den „Verletzer“ zu
kümmern, nach Rache zu schreien oder ihm eins auswischen zu wollen. Wie sinnlos verschwendet ist die
Energie, die uns das kostet. Es macht viel mehr Sinn uns um uns selbst und
unsere Verletzung zu sorgen und die Wunde zu versorgen. Das ist der Weg zu
Selbstmitgefühl. Er führt weg vom Außen nach Innen, zu dem Menschen für den wir
als Erwachsene die Verantwortung tragen: Zu uns selbst und in unser Herz. Und dann, über uns selbst mitfühlend zum Anderen hin.
Sonntag, 24. Juli 2016
Gedankensplitter
Tapferkeit hat ihren Ursprung in der eigenen Lebenserfahrung.
Der Tapfere hat die Fähigkeit aus Vergangenem zu lernen und Neues zuzulassen.
Das Geheimnis der Erkentnis zwingt immer wieder dazu überholte Vorstellungen und Denkweisen zu durchbrechen und eingefahrene Gleise zu verlassen.
Was zerbricht
- festgefahrene Überzeugungen, Konzepte, Beziehungen und Lebenssituationen -
ist immer das, was Wachstum verhindert.
Es muss zerberechen.
Was zerbricht dient der Heilung.
Samstag, 23. Juli 2016
Liebst du dich selbst?
Liebst du dich selbst?
Hast du dich das einmal gefragt?
Und wenn du jetzt ja sagst, könntest du dich fragen: Ist das wahr?
Liebe ich mich selbst, wenn ich ständig an mir herumkritisiere, mich nicht gut genug fühle, mich zu dick, zu alt, zu erfolglos fühle, mich antreibe um besser zu werden, wenn ich mich vergleiche mit denen, die ich für klüger, schöner, erfolgreicher, leichter, glücklicher halte?
Liebst du dich selbst, wenn du denkst, wie kann mich jemand lieben, wo ich doch nicht bin, wie ich gern wäre und mich klein mache jeden Tag, mich selbst beschimpfe, wenn ich Fehler mache und mich schäme weil ich nicht schaffe, was ich will oder wegen all der Macken, die ich habe und an mir hasse.
Liebst du dich selbst?
Nein?
Wie kannst du dann erwarten, dass jemand dich liebt?
Du erwartest es, du erwartest es weil du erwartest, all das, was du dir selbst nicht geben kannst von einem anderen geschenkt zu bekommen. Dann benutzt du den anderen.
Wenn du dich liebst, wenn du aufhörst dich lieblos zu behandeln, dann wirst du das gar nicht mehr erwarten. Dann wirst du den anderen nicht mehr benutzen wollen, dann wird das gar kein Thema mehr in deinem Leben sein, du wirst Liebe sein.
Hast du dich das einmal gefragt?
Und wenn du jetzt ja sagst, könntest du dich fragen: Ist das wahr?
Liebe ich mich selbst, wenn ich ständig an mir herumkritisiere, mich nicht gut genug fühle, mich zu dick, zu alt, zu erfolglos fühle, mich antreibe um besser zu werden, wenn ich mich vergleiche mit denen, die ich für klüger, schöner, erfolgreicher, leichter, glücklicher halte?
Liebst du dich selbst, wenn du denkst, wie kann mich jemand lieben, wo ich doch nicht bin, wie ich gern wäre und mich klein mache jeden Tag, mich selbst beschimpfe, wenn ich Fehler mache und mich schäme weil ich nicht schaffe, was ich will oder wegen all der Macken, die ich habe und an mir hasse.
Liebst du dich selbst?
Nein?
Wie kannst du dann erwarten, dass jemand dich liebt?
Du erwartest es, du erwartest es weil du erwartest, all das, was du dir selbst nicht geben kannst von einem anderen geschenkt zu bekommen. Dann benutzt du den anderen.
Wenn du dich liebst, wenn du aufhörst dich lieblos zu behandeln, dann wirst du das gar nicht mehr erwarten. Dann wirst du den anderen nicht mehr benutzen wollen, dann wird das gar kein Thema mehr in deinem Leben sein, du wirst Liebe sein.
Freitag, 22. Juli 2016
Aha, der Knoten ist geplatzt!
| Foto: AW |
Aha, so ist das also. Jetzt geht mir ein Licht auf. Der Knoten ist geplatzt!
Schön, lieber Mensch, was du jetzt weißt ist wichtig, aber das allein nutzt dir gar nichts, du musst es umsetzen. Es geht darum das Begriffene ins Leben zu tragen und danach zu handeln. Vom wissen, vom dran denken oder drüber nachdenken verändert sich nichts.
Nein?
Nein. Du musst an dir arbeiten und das heißt: Üben, üben, üben!
Jeden einzelnen Tag.
Ja, auch wenn du keinen Bock darauf hast, weils so schön gemütlich ist in der Komfortzone, in der du dich so gut auskennst, auch wenn es da drin nicht so schön ist.
An wie vielen Tagen in der Woche denkst du daran, dass du es üben musst?
An wie vielen Tagen in der Woche arbeitest du daran?
An wie vielen Tagen bist du bereit Anfänger zu sein, weil es nicht immer gleich so klappt wie du es gerne hättest?
An wie vielen Tagen sagst du dir: Ich übe, weil ich es mir wert bin.
Dienstag, 19. Juli 2016
Aus der Praxis – Ich will das nicht
Ich will das nicht fühlen, ich will das so nicht haben, ich verstehe das nicht, es ging mir viel besser als ich mich nicht mit mir und meiner Vergangenheit beschäftigt habe, es ging mir besser als ich nicht an mir gearbeitet habe, es ging mir besser als ich noch nicht wusste, dass es einen Inneren Kritiker in mir gibt, ein inneres Kind und was da sonst noch an Schatten in meinem Unterbewusstsein haust. Ich will das nicht mehr, ich will das das aufhört.
Ich will.
Ich will.
Ich will.
Und wenn mein Wollen nicht funktioniert, dann werf ich mich auf den Boden wie ein Kind, das seinen Willen durchsetzen will und schreie und jammere. Hm, geht nicht, ich bin ja erwachsen, na dann dann werf ich doch ein paar Pillen ein, die all das, was ich nicht will und all mein "mich nicht gut fühlen" beenden.
Hm, was soll ich dazu sagen?
Am Liebsten würde ich sagen: Weißt du, lieber Mensch, das Leben interessiert sich einen Scheiss dafür, was du willst. Es ist dein Job mit dem klar zu kommen, was du willst und vor allem mit dem, was du nicht willst, vor allem mit dem, was du an dir selbst nicht haben willst.
Wer so redet und denkt wie oben beschrieben schläft, so würden es die Buddhisten nennen.
Wer so denkt, wie oben beschrieben, fühlt wie ein Kind und ist genau in diesem Ego-State-Modus unterwegs. Und nicht erst seit er weiß, dass er ein inneres Kind hat. Und er wird mit Sicherheit noch einen sehr langen Weg vor sich haben um zu (er)wachsen.
Das Problem ist der Widerstand.
Das Problem ist, dass alles was wir in uns selbst bekämpfen dazu führt, dass wir uns genau damit identifizieren.
Das Problem ist, dass alles was wir nicht haben oder sehen wollen, trotzdem da ist.
Das Problem ist, dass der Mensch um jeden Preis Schmerz vermeiden will und nicht einsehen will, dass auch der zum Leben gehört. Das Problem ist, dass wir alle irgendwann Schmerzen erleiden und uns keiner gesagt hat, dass das normal ist, genauso normal wie das Schöne und Gute und das Schmerzlose. Das Probem ist, dass uns keiner gelehrt hat wie wir mit dem Schmerz der Seele umgehen, weil man ihn nicht haben darf und wenn er schon da ist, nicht zeigen darf, genauso wie man Unsicherheit nicht haben darf, Schwäche nicht zeigen darf, Schamgefühle nicht zeigen darf, weil man dann nicht der Mensch ist der im Sinne des Systems funktioniert. Weil man dann anders ist als die tollen Anderen mit denen man sich vergleicht, obwohl man nicht die geringste Ahnung hat, wie es bei denen da drinnen aussieht. Das geht schließlich niemand was an. Auch das hat man uns beigebracht. Showtime immer und überall.
Ich kenne Menschen, die nach Außen die perfekte Show der Souveränität abliefern, Tag für Tag und die, wenn sie Abends alleine zu Hause sitzen, in ein tiefes Loch fallen und von Gefühlen der Verlassenheit und der Selbstzweifel geradezu aufgefressen werden. Und das wird dann übertrunken oder überfressen oder übervögelt oder sonstwie kompensiert und am nächsten Tag geht sie weiter die Performance bis sie im Burn Out landen oder das Herz keine Lust mehr hat den Beschiss weiter zu beklopfen und losrast oder einfach stehen bleibt.
Das Problem all dieser Menschen ist der Hochmut zu glauben, sie verdienen vom Leben nur das Gute. Das Ungute soll ihnen gefälligst von Leib und Seele bleiben. Das dann doch bitte nur für die Anderen. Hallo? Wo leben wir denn, wenn wir diesem Denken verhaftet sind? Wir leben in einer Blase auf der Außen ganz fett drauf steht: Illusion!
Es ist eine Illusion zu glauben wir könnten dem entkommen, was in uns angelegt ist, dem entkommen, was wir als Kind im Mutterleib und ab der Geburt im Laufe unserer Biografie bis ins Jetzt erlebt erfahren und gefühlt haben. Es ist eine Illusion zu glauben, dass das, was über Jahrzehnte im Keller unseres Unterbewussten Ruhe gegeben hat, nicht irgendwann ans Licht will und es ist eine Illusion zu glauben, dass es, wenn es einmal anfängt nach oben zu steigen ein freundliches Gesicht zeigt, weil es jetzt endlich mal ans Licht darf. Es ist die größte Illsuion zu glauben, wenn wir uns dem, was sich zeigt endlich zuwenden, alles zack und ganz schnell gut wird.
Das wird es nicht, es wird erst einmal schlechter, es wird erst einmal vielleicht sogar ein Schock zu erkennen, was unsere Wahrheit ist, die wir ein halbes oder ein dreiviertel Leben lang schön mit unseren Kompensationen und Selbstlügen abgewürgt haben. Und dann kommt sie die dunkle Nacht der Seele, dann wird es echt dunkel und auch die Sommersonne verliert an Strahlkraft, ob dieses dunklen Dunkels.
Das will ich nicht!
Tja, lieber Mensch, aber das will dich!
Das will, dass du dich mit allem was du an dir selbst nicht willst, endlich an einen Tisch setzt und es da sein lässt, bewusst da sein lässt mit einem: Aha, das bin ich also, wenn ich die Summe aller meiner Teile anschaue und die Makse ablege. Ah, so fühlt sich das an, wenn ich das, was ich nicht will fühle. Ah, so geht also erwachen. Hm, verdammt hab ich lange gepennt!
Und dann könnte es sein, dass ein Lächeln des Selbstmitgefühls über das trotzige Kindergesicht huscht, das Lächeln eines Menschen, der den Mut und die Demut hat ja zu sagen zu dem was er ist. Mit diesem Ja, kann sie beginnen die Reise des Helden, die Reise der Heldin, in die ganze unbekannte Landschaft der Seele, durch das Dunkel ins Licht des Erwachens. Erwachen bedeutet: Ja zu sagen, auch zu dem was ich nicht will, weil es mich will. Es bedeutet anzunehmen was ist und dann erst kann sich wandeln was ist.
Ich will.
Ich will.
Ich will.
Und wenn mein Wollen nicht funktioniert, dann werf ich mich auf den Boden wie ein Kind, das seinen Willen durchsetzen will und schreie und jammere. Hm, geht nicht, ich bin ja erwachsen, na dann dann werf ich doch ein paar Pillen ein, die all das, was ich nicht will und all mein "mich nicht gut fühlen" beenden.
Hm, was soll ich dazu sagen?
Am Liebsten würde ich sagen: Weißt du, lieber Mensch, das Leben interessiert sich einen Scheiss dafür, was du willst. Es ist dein Job mit dem klar zu kommen, was du willst und vor allem mit dem, was du nicht willst, vor allem mit dem, was du an dir selbst nicht haben willst.
Wer so redet und denkt wie oben beschrieben schläft, so würden es die Buddhisten nennen.
Wer so denkt, wie oben beschrieben, fühlt wie ein Kind und ist genau in diesem Ego-State-Modus unterwegs. Und nicht erst seit er weiß, dass er ein inneres Kind hat. Und er wird mit Sicherheit noch einen sehr langen Weg vor sich haben um zu (er)wachsen.
Das Problem ist der Widerstand.
Das Problem ist, dass alles was wir in uns selbst bekämpfen dazu führt, dass wir uns genau damit identifizieren.
Das Problem ist, dass alles was wir nicht haben oder sehen wollen, trotzdem da ist.
Das Problem ist, dass der Mensch um jeden Preis Schmerz vermeiden will und nicht einsehen will, dass auch der zum Leben gehört. Das Problem ist, dass wir alle irgendwann Schmerzen erleiden und uns keiner gesagt hat, dass das normal ist, genauso normal wie das Schöne und Gute und das Schmerzlose. Das Probem ist, dass uns keiner gelehrt hat wie wir mit dem Schmerz der Seele umgehen, weil man ihn nicht haben darf und wenn er schon da ist, nicht zeigen darf, genauso wie man Unsicherheit nicht haben darf, Schwäche nicht zeigen darf, Schamgefühle nicht zeigen darf, weil man dann nicht der Mensch ist der im Sinne des Systems funktioniert. Weil man dann anders ist als die tollen Anderen mit denen man sich vergleicht, obwohl man nicht die geringste Ahnung hat, wie es bei denen da drinnen aussieht. Das geht schließlich niemand was an. Auch das hat man uns beigebracht. Showtime immer und überall.
Ich kenne Menschen, die nach Außen die perfekte Show der Souveränität abliefern, Tag für Tag und die, wenn sie Abends alleine zu Hause sitzen, in ein tiefes Loch fallen und von Gefühlen der Verlassenheit und der Selbstzweifel geradezu aufgefressen werden. Und das wird dann übertrunken oder überfressen oder übervögelt oder sonstwie kompensiert und am nächsten Tag geht sie weiter die Performance bis sie im Burn Out landen oder das Herz keine Lust mehr hat den Beschiss weiter zu beklopfen und losrast oder einfach stehen bleibt.
Das Problem all dieser Menschen ist der Hochmut zu glauben, sie verdienen vom Leben nur das Gute. Das Ungute soll ihnen gefälligst von Leib und Seele bleiben. Das dann doch bitte nur für die Anderen. Hallo? Wo leben wir denn, wenn wir diesem Denken verhaftet sind? Wir leben in einer Blase auf der Außen ganz fett drauf steht: Illusion!
Es ist eine Illusion zu glauben wir könnten dem entkommen, was in uns angelegt ist, dem entkommen, was wir als Kind im Mutterleib und ab der Geburt im Laufe unserer Biografie bis ins Jetzt erlebt erfahren und gefühlt haben. Es ist eine Illusion zu glauben, dass das, was über Jahrzehnte im Keller unseres Unterbewussten Ruhe gegeben hat, nicht irgendwann ans Licht will und es ist eine Illusion zu glauben, dass es, wenn es einmal anfängt nach oben zu steigen ein freundliches Gesicht zeigt, weil es jetzt endlich mal ans Licht darf. Es ist die größte Illsuion zu glauben, wenn wir uns dem, was sich zeigt endlich zuwenden, alles zack und ganz schnell gut wird.
Das wird es nicht, es wird erst einmal schlechter, es wird erst einmal vielleicht sogar ein Schock zu erkennen, was unsere Wahrheit ist, die wir ein halbes oder ein dreiviertel Leben lang schön mit unseren Kompensationen und Selbstlügen abgewürgt haben. Und dann kommt sie die dunkle Nacht der Seele, dann wird es echt dunkel und auch die Sommersonne verliert an Strahlkraft, ob dieses dunklen Dunkels.
Das will ich nicht!
Tja, lieber Mensch, aber das will dich!
Das will, dass du dich mit allem was du an dir selbst nicht willst, endlich an einen Tisch setzt und es da sein lässt, bewusst da sein lässt mit einem: Aha, das bin ich also, wenn ich die Summe aller meiner Teile anschaue und die Makse ablege. Ah, so fühlt sich das an, wenn ich das, was ich nicht will fühle. Ah, so geht also erwachen. Hm, verdammt hab ich lange gepennt!
Und dann könnte es sein, dass ein Lächeln des Selbstmitgefühls über das trotzige Kindergesicht huscht, das Lächeln eines Menschen, der den Mut und die Demut hat ja zu sagen zu dem was er ist. Mit diesem Ja, kann sie beginnen die Reise des Helden, die Reise der Heldin, in die ganze unbekannte Landschaft der Seele, durch das Dunkel ins Licht des Erwachens. Erwachen bedeutet: Ja zu sagen, auch zu dem was ich nicht will, weil es mich will. Es bedeutet anzunehmen was ist und dann erst kann sich wandeln was ist.
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