einmal habe ich gedacht zu finden wenn ich suche
antworten auf meine fragen, die nie enden wollten.
einmal habe ich gedacht wenn ich den versuch die welt zu verstehen nicht aufgebe wird sie mich irgendwann verstehen lassen.
die welt
das leben ... ?
nichts ist zu verstehen
nichts erklärbar
alles ist spekulation.
so scheint es mir, als sei alles umsonst gewesen.
eine mühe ohne lohn.
am ende
ver zweifeln?
Samstag, 31. März 2012
Donnerstag, 29. März 2012
konstruktionen
es nutzt nichts nach dem warum zu fragen
und doch tun wir es
uns fragen
immer wieder
nach dem warum
nach dem sinn von etwas
nach dem grund der dinge
nach der ursache für wirkungen
wir bauen konstruktionen von antworten
wir bauen sie weil wir die ohnmacht der antwortlosigkeit nicht ertragen
und so macht jedes warum doch sinn.
Mittwoch, 28. März 2012
von guten ratschlägen ...
ratschläge sind schläge.
diesen spruch haben wir alle schon einmal gehört. und trotzdem, wie bei allem, was wir schon einmal gehört oder sogar verinnerlicht haben, es nutzt nichts.
es nutzt nichts im sinne von - wir machen es trotzdem. immer und überall werden ratschläge gegeben. mütter und väter raten ihren kindern, meistens von etwas ab, freunde raten freunden, meistens wie sie mit etwas umgehen sollen müssen. gute ratschläge sind gut gemeint, aber sie helfen dem, der sie bekommt gar wenig oder gar nicht.
warum?
weil jeder mensch anders tickt. und weil keiner die empfindungen des anderen spüren kann. verstehen ja, spüren nein. das ist ein himmelweiter unterschied. auch mit noch so viel empathie gelingt es uns nicht das gefühl des anderen zu fühlen.
jeder von uns hat eine andere empfindung der dinge, bewertet erfahrungen und erlebnisse anders. was für den einen überhaupt kein problem ist, ist für den anderen eine belastung, die die seele quält und ihn verzweifeln lässt.
da hilft es nichts, zu sagen: tief durchatmen und im moment bleiben!
eine sehr beliebte, aus der asiatischen kultur in die europäische moderne übernommene haltung. wer das mit dem im moment sein übt, kann das lernen, aber wer das nicht gelernt hat, kann das nicht.
der europäer ist eben kein asiate. er ist völlig anders strukturiert. wir europäer haben eine andere kultur. und jede kultur trägt ein anderes kollektives unterbewusstes in sich, heißt ein ahnengedächtnis, das tief verankert ist in jedem von uns, über generationen bis ins heute. in unserer kultur ist das mit dem achtsamsein und dem gewahrsein des moments nicht verankert. also funktioniert das auch bei den wenigsten.
eine sehr beliebte, aus der asiatischen kultur in die europäische moderne übernommene haltung. wer das mit dem im moment sein übt, kann das lernen, aber wer das nicht gelernt hat, kann das nicht.
der europäer ist eben kein asiate. er ist völlig anders strukturiert. wir europäer haben eine andere kultur. und jede kultur trägt ein anderes kollektives unterbewusstes in sich, heißt ein ahnengedächtnis, das tief verankert ist in jedem von uns, über generationen bis ins heute. in unserer kultur ist das mit dem achtsamsein und dem gewahrsein des moments nicht verankert. also funktioniert das auch bei den wenigsten.
auch ein: das wird schon wieder! hilft dem verzweifelten nichts. darum mag ich solche sätze auch nicht. ich bin sogar allergisch dagegen, übrigens auch gegen den satz: alles wird gut!
im moment ist eben für den, der das problem hat oder verzweifelt ist, nichts gut und das es wird schon wieder zukunftsversprechen ändert diesen gefühlszustand in keiner weise. wir sind schließlich im moment, oder?
tja, also all diese ratschläge sind für den a.....
es gibt auch diesen spruch: das leid ist so groß wie die schultern, die es tragen müssen. und der ist wahr, sehr wahr ist der.
manche sind eben nicht so hart im nehmen wie andere. wie hart einer im nehmen ist hängt nämlich von seiner resilienz ab. das ist die angeborene widerstandsfähigkeit (aus dem lateinischen - abprallen) welche die toleranz eines systems gegenüber störungen bezeichnet. je höher die resilienz eines menschen ist, desto fähiger ist er bedingungen auszuhalten und zu durchleben, unter denen andere zerbrechen würden. dieser hoch resiliente mensch braucht auch keine ratschläge, er vertraut sich selbst und seiner fähigkeit die dinge zu durchleben, auch wenn sie schwer sind. übrigens wesentliche faktoren, die resilienz beeinflussen, sind: eine intakte familiensituation, ein gut ausgebildetes urvertrauen, emotionale intelligenz und die aktive einstellung zu problemen.
und das ist nicht jedem gegeben.
wer dies nicht hat, erträgt weniger als andere.
zurück zum ratschlagen - ich lasse das und ich will auch keine haben. ich weiß aus erfahrung, dass damit sogar eine gegenreaktion erzeugt wird. der mit rat geschlagene wendet sich ab.
ein mensch, der traurig oder verzweifelt ist, will ernst genommen werden, er will nicht, dass sein problem, seine angst, seine verzweiflung beratschlagt werden.
ein mensch, der traurig oder verzweifelt ist, will ernst genommen werden, er will nicht, dass sein problem, seine angst, seine verzweiflung beratschlagt werden.
was dieser mensch will ist achtung vor seinem gefühl, annahme und trost.
tja, wir haben das achten und das trösten verlernt. denn das bedeutet nämlich sich wirklich um ein verstehen des anderen zu bemühen, sich dem anderen aufmerksam zuwenden, ihn ernst zu nehmen und in seinem leid anzunehmen. erst mal. das ist viel anstengender und zeitintensiver als ein guter ratschlag. und es dauert länger als einen moment.
Dienstag, 27. März 2012
einfach
manchmal rutscht mir das lächeln ab
einfach so
manchmal klatscht mir die wut ins gesicht
einfach so
manchmal laufen mir die tränen über die wangen
einfach so
manchmal steckt mir ein schrei im hals
einfach so
manchmal lähmt mich die hilflosigkeit
einfach so
manchmal überfällt mich die trauer
einfach so
manchmal packt mich die verzweiflung
einfach so
nein
nicht einfach so
so einfach ist es nicht
einfach so
manchmal klatscht mir die wut ins gesicht
einfach so
manchmal laufen mir die tränen über die wangen
einfach so
manchmal steckt mir ein schrei im hals
einfach so
manchmal lähmt mich die hilflosigkeit
einfach so
manchmal überfällt mich die trauer
einfach so
manchmal packt mich die verzweiflung
einfach so
nein
nicht einfach so
so einfach ist es nicht
Sonntag, 25. März 2012
REFLEXION und DIALOG - über das Werk des Bildhauers ANDREAS KORIDASS
auf Wunsch einiger Menschen, die gestern bei der Vernissage dabei waren ... die Rede zum Lesen!
REFLEXION und DIALOG
„Der wahre Sinn der Kunst liegt nicht darin, schöne Objekte zu schaffen. Es ist vielmehr eine Methode, um zu verstehen. Ein Weg, die Welt zu durchdringen und den eigenen Platz zu finden“, schreibt der Schriftsteller Paul Auster
Kunst, ganz gleich ob die des Schreibens, des Malens oder die des Bildhauens, ist darüber hinaus eine Methode zur Persönlichkeitsentwicklung, eine Methode auf dem Weg der Suche nach dem Wesentlichen, was Menschsein ausmacht. Und sie ist der Antrieb dieses Wesentliche auszudrücken und ihm Gestalt zu geben um - wie es Auster so treffend formuliert - die Welt zu durchdringen.
„Kunst“, sagte Andreas zu mir, „ist auch ein Stück Eigentherapie.“ Auster würde ihm Recht geben und auch ich sage: Ja.
Ja, im Sinne der griechischen Bedeutung des Wortes Therapie, nämlich: Dienen.
Kunst dient dem, der sie macht und denen, die sich damit auseinandersetzen – den Rezipienten.
Kunst ist Reflexion und Dialog - der Titel der Ausstellung.
Reflexion, ein prüfendes und vergleichendes Nachdenken, um in einen Dialog zu treten. So dialogisiert der Künstler Koridass mit dem Material und wiederum das Material mit dem Künstler und schließlich das fertige Werk mit dem Rezipienten.
Kunst dient dazu, Inneres ins Außen zu bringen und das Außen und seine Reaktionen ins Innere zu lassen.
Ein Eingehendes und ein Ausgehendes im Wechselspiel.
Der Eintritt einem Tor gleich, das sich öffnet und sich wieder schließt und immer - die Möglichkeit sich wieder zu öffnen.
Andreas Koridass hat eine starke Affinität zu Toren, sie üben eine magische Anziehungskraft auf den Künstler aus. Sie beschäftigen den Bildhauer, den Zeichner, den Grafiker, den Fotografen, den Menschen seit über einem Jahrzehnt.
Tore, Türen und Portale, formal stark reduziert und in die Abstraktion getrieben, sind ein großes, immer neu variiertes Thema seines künstlerischen Schaffens ... und Wächter.
Türen, die sich durchschreiten lassen, hinter denen sich Geheimnisse verbergen und ergründen lassen, Portale, die zum Betreten einer unbekannten Welt einladen, eine Welt voller Unwägbarkeiten, eine Welt des Fremden, des Numinosen - auch das. Davor oder korrespondierend – Wächter als Hüter und Bewahrer und als Erinnerung an die Kultur unserer Ahnen.
Wir Menschen treten irgendwann, in einem Moment in der Zeit, in die Welt ein und irgendwann schließt sich diese Tür, die uns den Eintritt bot, wieder. Anfang und Ende. Geburt und Tod. Das ist Leben.
Das Thema Tod beschäftigt den Künstler ebenso sehr wie das Leben. „ Leben und Tod gehören für mich zusammen“, sagt er, „auch wenn wir da nicht gern hin schauen, weil uns unsere Sterblichkeit Angst macht.“
Der Bildhauer schaut hin und er macht uns sehen. Sehen was da ist, auch da ist. Eben auch die Angst als Teil des Menschseins. Schatten ist da wo Licht ist. Auch da, wo die Liebe ist, ist die Angst. Und sie ist nicht das Gegenteil, denn wer liebt hat Angst um den geliebten Menschen. Unsere Ängste abzuspalten und in das dunkle Schattenreich der Seele zu verbannen macht sie nicht kleiner.
Andreas Koridass weiß, durch beständige Reflexion, dass das Abspalten, das Trennen der Dinge kein Weg ist um Leben zu verstehen und es zu leben.
Er weiß ...
die gegensätze sind es, die leben ausmachen
die gegensätze sind es, die das ganze bilden
in uns
im aussen
wir sind welt
die welt ist in uns
jeder von uns ist ein mikrokosmos, der den makrokosmos reflektiert
spiegeln gleich
die gegensätze zeigen uns das ganze
in der welt
in uns
nur durch die gegensätze erkennen wir das eine und das andere
sie bedingen welt und uns
der makrokosmos trennt nicht
der mensch trennt
mit jedem trennen
trennen wir uns von uns
mit jedem abspalten spalten wir uns
mit jedem nein zu einem teil in uns verneinen wir das ganze
und damit uns
was wir abspalten geht ins außen
und kommt auf uns zurück vom außen
weil es wieder nach innen will
da hin wo sein platz ist
je mehr wir dem trennen macht geben
desto zerrissener fühlen wir uns
alles ist, alles darf sein
verbinden wir uns
sind wir eins mit uns und der welt
Verbinden wir uns mit dem, was in uns ist und mit dem anderen, unserem Nächsten, achten wir das Menschliche und das menschliche Miteinander und die Geschichte der Menschheit - das ist die wesentliche Botschaft, die uns in diesem Werk begegnet. Das ist die Philosophie, die Koridass bildhauerisches Werk kennzeichnet. In allem, was er schafft, findet sich die Polarität des Seins, finden wir das eine und das andere, das ohne einander nicht sein kann. Das duale Prinzip. Daran liegt ihm.
Da ist Die Liegende, die sich spannungsgeladen und aufstrebend nach oben reckt, harmonisch und geschmeidig in der Bewegung - scheinbar in sich ruhend. Aber da ist auch dieser Dorn, der spitz aus dem geölten Holz des Apfelbaumes ins Außen ragt.
„Ying und Yang“, sagt Koridass.
Hier sind das Weiche und das Harte, ja sogar das Aggressive vereint in einer Figur. Der Dorn im eigenen Fleisch? Der Dorn, der nach außen dringt - um was zu tun? Im Zweifel um zu verletzen, achten wir nicht auf seine harte Spitze.
Das eine, durch ein anderes Element ergänzt, erzielt eine beeindruckende Wirkung. Ein Baumstamm, der durch schneiden und hauen zu einer ausdrucksstarken Skulptur geformt wird. Jeder Stamm, jedes Holzstück ist immer eine Herausforderung für den Bildhauer. Es bedarf Erfahrung im Umgang mit dem Naturmaterial und dem zur Bearbeitung notwendigen Werkzeug wie Kettensäge, Flex und Stemmbeitel.
Und es bedarf Einfühlungsvermögen in das Holz.
„Ich habe eine genaue Vorstellung von dem was ich machen will, ich mache die Zeichnung, ich bin neugierig auf das Holzstück, das ich im Wald finde und dann fälle. Ich erprobe, ob es mitmacht, was das Blatt vorgibt.
Es funktioniert nicht immer“, sagt Koridass.
Das Holz muss wollen, auch wenn der Bildhauer meisterlich damit umzugehen versteht.
Holz ist nicht gleich Holz, jedes hat seinen eigenen Charakter, den der Künstler achtet. Astlöcher, aufgeplatzte Rinde und Risse werden integriert und für die Gestaltung der Skulptur genutzt. Die Kombination mit Leder, Jute und Metall machen den besonderen Reiz der Arbeiten aus.
Reizvoll im Sinne des Wortes.
Ob in der Skulptur, den Zeichnungen oder den Fotografien, in jedem Exponat spiegelt sich ein Anliegen, geboren aus der Reflexion einer bewussten, nach Sinn strebenden Gedankenwelt eines großartigen Bildhauers, der Reize setzt um uns, den Betrachter zum Nachdenken anzuregen über die Komplexität von Welt und Mensch.
Diese Kunst ist klug und sie ist wahrhaftig. Sie ist die zu Gestalt gewordene innere Welt eines Künstlers, der weiß: Der Mensch trägt untrennbar immer seine eigene Geschichte und die Geschichte der Menschheit in sich, mit all ihrem Hell und ihrem Dunkel.
Apropos Geschichte: Die Bildhauerei ist eine der ältesten bildenden Künste der Kulturgeschichte - für einen der sich den Ahnen verbunden fühlt, die mit Sicherheit stimmigste künstlerische Ausdrucksform.
© angelikawende, im märz 2012
Samstag, 24. März 2012
kommunikation
miteinander reden
aufeinander achten
aufeinander zugehen
respektvoll
hinter worte blicken
um zu verstehen
über das gesagte hinaus
nicht beharren
die sicht wechseln
durchsicht üben
rücksicht nehmen
sich zuwenden
uns selbst
über uns selbst hinaus
zum anderen hin
Mittwoch, 21. März 2012
wahrheit
die wahrheit liegt nicht da draussen
sie liegt nicht in einem anderen
nicht im wissen der bücher
sie liegt in uns selbst
zwischen licht und schatten
und irgendwann zeigt sie sich
und es entscheidet sich
ob sie dunkel oder hell ist
und dann beginnt etwas anderes
wenn wir ehrlich zu uns selbst sind.
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