Sonntag, 26. Dezember 2010
Donnerstag, 23. Dezember 2010
Weihnachtsgedanken
Da ist die alte Frau in der Nachbarschaft, deren Familie irgendwo ist, nur nicht bei ihr. Da sind die Menschen, die verlassen wurden von einer Liebe, da sind Mütter und Väter, die sich ihre Kinder teilen müssen über die Weihnachtstage, zersplitterte Teile eines Ganzen. Da sind Kinder, die sich von ihren Müttern oder ihren Vätern abgewendet haben, das sind die Menschen, die in Kinder- und Jugendheimen sind, in Gefängniszellen und in Krankenhäusern. Da sind die, die Kriege machen und die, die darunter leiden, da sind die, die auf den Tod warten und die, die Hunger haben und keinen Platz, wo es warm ist und feierlich.
Und ich frage mich, was geht in diesen Menschen vor? Wieviel Einsamkeit müssen sie fühlen, wieviel Schmerz und wieviel Ohnmacht? Und auch wenn ich weiß, dass meine Ohnmacht und mein Schmerz überhaupt nichts an ihrem Leben ändert, mein Schmerz legt sich zu ihrem Schmerz, weil all das auch in mir ist. Ich weiß, dass ich daran nichts, aber auch nichts ändern kann, dass es völlig sinnlos ist mich mit diesem fremden Schmerz zu beschäftigen, weil ich nichts für diese Menschen tun kann. Aber er ist da, in einem Teil von mir. Und wenn ich mich in meiner kleinen Welt umsehe, sehe ich auch da so viel Unfrieden in Beziehungen und Familien, so viel Krieg und Unversöhnlichkeit, so viel was nachgetragen wird und nicht verziehen. Und ich denke, alle schreien nach dem Weltfrieden und nach der Liebe und schaffen es nicht einmal Frieden, Liebe und Güte in ihr eigenes Leben zu bringen. Auch ich schaffe es nicht, denn ich habe keine Macht über andere Menschen. Ich kann nur versuchen den Frieden in mir selbst zu finden. Und für Momente gelingt es mir, denn mitten in all diesen unguten Gefühlen ist auch ein gutes Gefühl von Dankbarkeit, weil ich weiß, dass die Menschen, die ich liebe, auch wenn sie nicht bei mir sind, an diesem 24. Dezember nicht leiden müssen, außer an sich selbst. Tja, und jetzt ist der Moment schon wieder vorbei.
Mittwoch, 22. Dezember 2010
Loslassen
Immer wieder beschäftigt mich der Gedanke was bedeutet es nicht loslassen zu können und wie lerne ich loslassen.
Loslassen ist das Gegenteil von Festhalten.
Was bedeutet Festhalten?
Es bedeutet:
Festhalten an Dingen und Menschen, die waren. Festhalten an der Vergangenheit. Festhalten an Überzeugungen, Festhalten an Zielen. Festhalten an Enttäuschungen. Festhalten an dem, was nicht mehr zu ändern ist. So in etwa ist Festhalten.
Was bedeutet dann Loslassen?
Vielleicht bedeutet es einfach im Hier und Jetzt zu leben. Einverstanden sein mit dem, was Jetzt ist. Egal wie es jetzt gerade ist.
Ich lebe jetzt in diesem Moment. Die Vergangenheit ist unveränderbar, die Zukunft eine unbekannte Größe. "Der Mensch denkt und Gott lenkt", oder das, was größer ist als wir.
Wir planen und haben Ziele und dann kommt alles anders als gedacht. Nur was jetzt ist, kenne ich. Nicht fähig zu sein im Hier und Jetzt zu leben, heißt den Ist -Zustand nicht akzeptieren zu können. Es bedeutet immer in der Zukunft zu leben oder in der Vergangenheit.
Aber das Leben findet nicht in der Vergangenheit statt und es findet auch nicht in der Zukunft statt.
Das Leben findet jetzt statt, genau in diesem Moment.
Das Leben ausserhalb des Hier und Jetzt ist nämlich total unsicher. In jedem Augenblick kann alles anders sein. Ausserhalb des Hier und Jetzt gibt es keine Sicherheit.
Vielleicht bedeutet Loslassen nichts anderes als zu erkennen: Es genügt zu leben, jeden Augenblick und sich keine Fragen zu stellen was morgen ist.
Denn wer weiß das schon ...
Dienstag, 21. Dezember 2010
Eier abschneiden, oder über die Natur des Bösen
Montag, 20. Dezember 2010
Weihnachten
Advent, Advent, ein Lichtlein brennt
und die Wahrheit eine Lüge ist
Heilige Nacht
das Fest der Liebe ...
Sonntag, 19. Dezember 2010
Bist du glücklich?
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| Zeichnung: ich |
Gestern bekam ich eine E-Mail von einem Menschen, den ich sehr schätze. Er fragte mich: "Bist du glücklich?" Mein erster spontaner Gedanke war: die Möglichkeit von Glück ist nur dort möglich, wo es keinen Raum und keine Zeit gibt, wo der Moment zählt, das Augenblicksglück. So gesehen bin ich nicht glücklich, nicht in dem Sinne, wie seine Frage das wohl meinte. Zeit ist dem Glück fundamental entgegengestellt, denn mit dem Ablauf der Zeit ist der Aspekt der Vergänglichkeit verbunden. Ich leide an der Vergänglichkeit, am Wissen, dass wir nichts halten können, weder das Glück des Augenblicks, noch das Leben selbst. Vielleicht ist die Vergänglichkeit der Zeit der Urgrund des menschlichen Leidens.
Zu tun was wir nicht wollen, macht nicht glücklich, weil es für uns keinen Sinn macht.
Die Kompensationsmöglichkeiten um diesen Schmerz nicht zu spüren sind so unterschiedlich wie die Menschen. Der eine kauft Dinge um die innere Leere zu füllen, der andere arbeitet ständig, der nächste ertränkt das Gefühl der Leere im Alkohol und die, die nicht mehr kompensieren können fallen in Depressionen oder landen im Burn Out. Beispiele, die zeigen, wie wenig das erfüllt, was uns als glückliche Erfüllung in den Medien vorgegaukelt wird. Egal wie wir es anstellen: Das Glück ist nicht käuflich. Aber wir sind es und damit verkaufen wir unser Glück. Paradox und doch verständlich und irgendwie ein Problem, das für viele unlösbar ist und am Ende sind viele unglücklich und fragen sich: Ist das wirklich mein Leben?
Ist also die Fülle Glück?
Die Fülle, die wir in uns tragen und aus uns heraus in das Leben hinein?
Wenn das Glück ist, bin ich immer dann, wenn ich diese Fülle spüre und ausdrücken kann, augenblicksglücklich.
