Dienstag, 26. April 2016

Angst oder Liebe



Wir finden durch Rache keine Befriedigung.
Wir finden auch keine Befriedigung, wenn wir beweisen, dass der andere im Unrecht ist.
Wir finden keinen Frieden, wenn wir einen Menschen verurteilen, verletzen oder demütigen, der uns Probleme bereitet.
Wir finden keine Ruhe, wenn wir anderen Leid und Schmerz zufügen, im Glauben er habe es verdient.
All das bringt uns keinen Gewinn.
All das führt zu Zerstörung.
Zerstörung geschieht aus Angst.

Wer in der Angst ist, ist nicht in der Liebe.

Nicht in der Liebe zu sich selbst und damit nicht in der Liebe für andere. Mitgefühl für sich selbst und andere, Fürsorge, Zuneigung Güte, Geben, ohne den Gedanken etwas dafür zu bekommen, und einander helfen sind die Qualitäten von Liebe.

Das Wort Liebe, so wie wir es verstehen, ist ein Geben in der Erwartung etwas dafür zurückzubekommen, ein Deal. Wenn wir nichts mehr bekommen, ist der Deal zu Ende und wir sind wütend, enttäuscht und verbittert. Das ist keine Liebe. Sie ist nicht verlässlich und sie ist voller Verlustangst.
Das alles ist keine Liebe. Wirkliche Liebe können wir nicht verlieren.
Wenn wir Frieden erfahren wollen, müssen wir uns heilen. Wir müssen uns gegenseitig heilen.
Aber worin besteht Heilung?
Heilung besteht darin, die Angst loszulassen.
Ohne den Schatten der Angst sind mein Denken, mein Fühlen und mein Handeln auf Liebe und Frieden ausgerichtet. Je mehr ich meine Angst loslasse, um so mehr Heilung finde ich.

Ich wünsche uns Liebe. 

Kommentare:

  1. Kaum dass ich mich in Ihrem Blog angemeldet habe, melde ich mich auch schon zu Wort.
    Beim Lesen dieses Post’s regte sich in mir ein wenig Widerstand, welchen ich nun zum Ausdruck bringen mag. Und ich hoffe, es ist erlaubt und sie sehen es mir nach, dass ich so ungeniert widerspreche.



    Wer sagt, dass uns dies „keinen Gewinn“ bringen wird? Nennt man das nicht – im weitesten Sinne - „Genugtuung“?? Die mich durchaus zufrieden stellt und mich besser fühlen lässt. Da ich mit mir im reinen bin, wenn ich derartige Entscheidungen treffe. Gerade als Frau.

    „Liebe“ ist für mich natürlich dem geliebten Menschen, ohne Vorbehalte, zu geben, was ich zu geben vermag. Aber hier ist der schmale Grad zur Selbstliebe zu beachten. Schließlich sollte man sich selbst nicht bedenkenlos verschenken....aus Liebe. Sich jedoch auch nicht in der Liebe zu sich selbst baden. Sonst würde man im Narzissmus enden.

    In unserer Gesellschaftsform wird die Angst geschürt. Jeder hat Ängste.
    Die (gesunde) Angst ist ein Urinstinkt und ein Schutzmechanismus. Allerdings blockiert ZU viel Angst unser Handeln. Das ist klar.
    Ließe ich die Angst jedoch gänzlich los, würde ich reale Gefahren und Risiken ausblenden. Wer das tun würde, wäre ein Narr.
    Natürlich ist es auch hier schwer für jeden einzelnen den richtigen Weg zu finden........

    R.C.K.B.

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  2. kein mensch hat keine angst. ich bin die letzte, die behaupten würde, sie sei immer nur negativ. angst gehört zum menschsein wie liebe. angst ist ein zutieftst menschliches gefühl, das mit uns geboren wird, auch wenn so manche spirituelle konzepte, das beharrlich negieren. es gibt angeborene grundängste, die schon ein baby hat. aber wir alle können üben die angst loszulassen. wenn wir zum beispiel einem menschen in not helfen, haben wir wundersamerweise keine angst. weil wir aus liebe zu diesem menschen handeln sind wir in diesem moment in der liebe und die angst findet keinen raum. angst loslassen heißt nicht, dass sie nicht sein darf, es heißt sie immer wieder los zu lassen um neue angstfreie erfahrungen machen zu können. etwas loslassen heißt nicht etwas gänzlich verlieren.

    liebe grüße, angelika wende

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  3. p.s. genugtung heißt nicht, dass ich mit mir im reinen bin. wenn ich mit mir im reinen bin bin ich im frieden mit mir selbst und brauche keine rache um genugtuung zu erreichen. dennoch - der wunsch danach ist allzu menschlich und ich verstehe ihn. aber aus erfahrung weiß ich: sie hilft mir nicht weiter. mir hilft es weiter, wenn ich nicht mehr nach genugtuung suche, sondern mich abwende von dem, was mir nicht gut tut. genugtung erwarten hält uns in der verstrickung zu anderen und macht uns unfrei.

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