Dienstag, 30. April 2013
nimm es an
es ist wie es ist
die dinge sind wie sie sind
wir sind
was wir sind
die lösung - nimm es an
unanbhängig von den augen anderer für sich selbst das sein, was man ist
nur so wird man irgenwann das sein, was man sein will.
sich selbst annehmen gehört dazu
sich selbst gut behandeln ist ein teil des weges.
Montag, 29. April 2013
ein märchen
es war einmal ein schöner bunter vogel. er war sehr allein. die anderen vögel bewunderten ihn wegen seiner farbenpracht, aber weil er so viel schöner war als sie, wagten sie nicht in seine nähe zu kommen.
so saß der schöne bunte vogel tagein tagaus inmitten der blühenden bäume und sang, was seine stimme hergab, um sich das alleinsein erträglicher zu machen. es waren traurige lieder, voller sehnsucht und angst. die anderen vögel lauschten seinem schönen gesang und bewunderten ihn umso mehr. an manchen tagen, wenn die einsamkeit und die angst in ihm ganz groß wurden, so groß, dass sie ihm die kehle zuschnürten, so groß, dass kein laut aus seinem schnabel kam, spreizte er seine flügel und flog in die weite des blauen himmels. fort von den blühenden bäumen, fort von seinem ast und seinen bewunderern, deren nähe, die ihn im innersten doch nie erreichte, er nicht mehr ertragen konnte.
je weiter er flog, desto mehr fühlte er, wie er er selbst war. er musste den anderen nicht mehr gefallen, er musste keine lieder mehr singen damit er das gefühl hatte zu sein und die angst wurde kleiner. in diesen momenten fragte er sich, warum es keinen gab, der so war wie er, einer, der seine nähe suchte, anstatt ihn aus der ferne anzuschauen und ihm zu applaudieren, einer der ihn liebte, für das was er war. er sehnte sich nach einem, der sein herz berührte.
während er traurig diesen gedanken nachhing, flog er mitten in einen rosenbusch. er spürte den stechenden schmerz in seinem fleisch und sah den flügel, der sich in den dornen verfangen hatte. er versuchte sich zu befreien, aber es gelang ihm nicht. je mehr er flatterte, desto tiefer bohrten sich die dornen in seinen zarten körper. hilft mir den keiner, schrie er voller verzweiflung, muss ich hier elend zugrunde gehen? er schrie so laut er konnte, aber es blieb still um ihn herum. die nacht kam und verging und keiner kam um ihn zu retten.
mit dem ersten sonnenstrahl, der sich golden über sein prachtvolles gefieder ergoß, flog ein kleiner grauer spatz vorüber. er drehte eine runde, kehrte um und setzte sich behutsam neben den schönen bunten vogel auf den rosenbusch. er sah die not des vogels und das rote blut auf seinem flügel.
sag, sprach der spatz, bist du nicht der vogel, der drüben im wald so herrliche lieder singt? ich höre sie bis hierher und jedes mal, wenn ich sie höre wird mir ganz warm ums herz. ja, der bin ich, antwortete der schöne bunte vogel und weil der kleine spatz so mit seinem warmen herzen so nach bei ihm saß, schüttete er ihm sein herz aus. was soll ich anderes tun? ich bin so einsam, keiner spricht mit mir, alle bewundern mich, aber keiner besucht mich auf meinem ast. ach, seufzte er, es ist ganz in ordnung, dass ich nun sterben muss. meinen gesang und meinen schönen anblick werden sie vielleicht eine weile vermissen, aber mein herz, das kannte keiner von ihnen, und so werden sie mich doch schnell vergessen. weißt du, kleiner spatz, die erinnerung an dich bleibt nur wach, wenn dir einer in dein herz gesehen hat.
der spatz sah den schönen bunten vogel lange an. dann sprach er: glaubst du wirklich, die anderen hätten auf deinen ast fliegen müssen? bist du niemals auf den gedanken gekommen zu ihnen zu fliegen? ich bin mir sicher, einer von ihnen hätte in dein herz hineinschauen wollen.
der schöne bunte vogel dachte nach. dann antwortete er: ja, es ist möglich, aber ich hatte solche angst nicht den richtigen zu finden. sag, wie hätte ich erkennen können, wer der richtige ist? dann schloss er seine schönen augen, machte einen letzten atemzug und starb.
der spatz sah den schönen bunten vogel lange traurig an und dachte bei sich: du armer, der mut hätte dir den weg gezeigt, das leben hätte dir gezeigt, wer richtig ist und wer nicht.
fast zärtlich bedeckte er den schönen bunten vogel mit der prachtvollsten rose, die er zwischen den dornen finden konnte. dann flog er nach hause zu seiner frau und seinen kindern. die liebe, die er fühlte, war der wind unter seinen kleinen flügeln.
Freitag, 26. April 2013
Angst ist normal - Aus der Praxis
angst kennt jeder mensch und jedes tier. sie ist eine archetypische emotion, die so alt ist wie die lebewesen auf der erde. als biologisches warnsystem ist angst dazu da, die ressourcen blitzartig auf flucht oder verteidigung umzustellen. somit ist die angst eine lebenswichtige einrichtung der natur, um auf gefahren zu reagieren.
wenn wir angst haben steigt der adrenalinspiegel, der körper setzt stresshormone frei, das herz pumpt mehr blut, die muskulatur spannt sich an. diese reaktionen beschleunigen die reflexe, schärfen die sinne und wir sind bereit zu reagieren. eine gute einrichtung, finde ich.
wir alle kennen das gefühl der angst. wir mögen es nicht. angst zu haben ist nicht gesellschaftsfähig, wer angst hat, dem entgleiten die emotionen, glauben wir, wer angst hat, ist schwach und nicht belastbar und schon gar nicht erfolgreich. wenn wir angst haben, befürchten wir von unseren mitmenschen verurteilt oder abgelehnt zu werden und - wir lehnen uns selbst ab. mit anderen worten - wenn wir angst haben, haben wir ein problem.
doch genau das ist das problem.
wir versuchen, wo und wann immer es geht, unsere ängste zu verdrängen, sie zu bekämpfen und sie zu besiegen, um das leben, und um im leben, zu bestehen. dabei vergessen wir völlig, dass angst etwas zutiefst lebendiges, menschliches ist und wie alles im leben zwei seiten hat.
angst ist eines der elementarsten gefühle menschlicher emotionen. wie alle emotionen hat sie ihre berechtigung. wir können unsere angst nicht einfach abschalten, wir müssen damit leben, ob wir wollen oder nicht.
sicher kann die angst auch pathologisch werden, dann, wenn sie alles andere überschattet, wenn sie zu kontrollverlust führt, wie bei panikattacken oder anderen angsterkrankungen. aber davon spreche ich hier nicht.
ich spreche von der ganz normalen angst ganz normaler menschen.
von all denen, die im laufe ihres lebens immer wieder mit ängsten zu kämpfen haben, von der angst, die uns daran hindert, uns selbst zu entfalten oder neue wege zu gehen.
wir alle haben angst vor misserfolgen, vor ablehnung, vor enttäuschungen, vor verletzungen, vor den werturteilen anderer, davor, unsere träume niemals in die realität umsetzen zu können und vor allem - wir haben große angst vor veränderungen.
viele von uns laufen vor ihren ängsten ständig davon. entweder verdrängen wir sie oder wir suchen uns mittel und wege um uns vor ihnen zu verstecken, indem wir uns ablenken mit den verschiedensten kompensationsmitteln.davon hält die welt da draussen eine menge bereit. aber all diese ausweichmanöver funktionieren auf dauer nicht. die angst lässt sich nämlich nicht verjagen und schon gar nicht besiegen.
der gedanke - ich muss es schaffen meine angst zu besiegen ist daher kontraproduktiv.
angst lässt sich nicht besiegen, denn keine emotion ist stärker als sie. sie ist sogar so stark wie die liebe, auch wenn wir das nicht gerne glauben wollen. gerade wenn wir lieben, haben wir angst. wir haben angst, dass dem geliebten menschen, seien es unsere kinder, der partner, unsere geschwister, unsere eltern oder die besten freunde, etwas zustoßen könnte, dass wir sie verlieren könnten. die liebe und die angst gehören untrennbar zusammen. je gößer die liebe, desto größer die angst, sagt die gefühlte erfahrung. allein das sollte uns zeigen, wie wichtig es ist unsere angst nicht zu verurteilen, sondern sie anzuerkennen, als teil des ganzen, des menschseins.
unser größtes problem mit der angst ist nicht die angst selbst, sondern der widerstand dagegen oder unsere neigung sie zu verleugnen, weil wir sie als etwas schlechtes begreifen.
die frage ist also nicht, wie wir unser ängste bekämpfen, sondern wie wir unsere angst auf ehrliche weise durchleben, damit sie uns nicht am leben hindert und unser denken und handeln nicht lähmt. da sie nun mal unvermeidlich ist, ist es sinnvoll frieden mit ihr zu schließen. das bedeutet - uns nicht mehr gegen sie zu wehren und uns nicht mehr gegen sie aufzulehnen. denn das, was wir bekämpfen, das, wogegen wir uns mit aller macht auflehnen, bleibt bestehen, hat c.g.jung einmal gesagt. das, dem wir aufmerksamkeit schenken wächst, so könnte man es auch sagen. je mehr ich der angst aufmerksamkeit schenke und das tue ich, wenn ich sie bekämpfe und ihr damit widerstand leiste, desto mehr energie gebe ich in die angst hinein und desto mehr kraft verwende ich, im akt des widerstehens.
wir alle wissen wie viel kraft es uns kostet unsere sorgen und unsere angst zu bekämpfen, oder so zu tun, als seien sie nicht existent. das brennt aus.
aber wie kann es gelingen frieden mit der angst zu machen? es ist hilfreich anzuerkennen, dass alle anderen auch angst haben. die gesichter dieser ängste sind sich sehr ähnlich. es ist also nichts besonderes angst zu haben. es ist etwas völlig normales.
angst ist nicht verurteilenswert. sie ist, was sie ist.
erst die verleugnung der angst treibt uns in ungesunde verhaltensweisen. wir belügen uns selbst und andere, wir ertränken sie im alkohol, blasen sie mit zigarettenrauch in die luft, betäuben sie mit essen oder dämpfen sie mit drogen wie haschisch oder chemischen beruhigungsmitteln. damit geben wir der angst die macht unsere gesundheit zu zerstören. das müsste uns doch eigentlich angst machen und nicht die angst an sich. sie ist zwar die ursache, aber die wirkung die sie hat, dadurch, dass wir sie kaschieren oder besiegen wollen, ist weitaus zerstörerischer als die angst selbst.
wie wäre es denn, wenn wir einfach ehrlich wären und zu unserer angst stehen würden?
wie wäre es, wenn wir sie anerkennen würden und die positiven seiten beleuchten, die sie hat? dann könnten wir uns entspannen und unser ängste sogar als sinnvoll akzeptieren, etwas aus ihnen lernen und sogar von ihr profitieren. die angst weißt uns nämlich darauf hin, dass etwas wichtig ist, oder nach veränderung schreit, sie zeigt uns wie verletzlich wir sind, sie führt uns dahin, wo wir mehr mitgefühl mit uns selbst und anderen haben können und sie ist eine chance mut zu entwicklen, denn der steht immer hinter der angst.
es ist mutig zu sagen - ja, ich habe angst. allein das macht sie schon kleiner.
weil der widerstand nachlässt. wenn es uns gelingt, nicht ständig über unsere ängste nachzugrübeln oder uns zwanghaft zu besänftigen, oder uns einzureden, dass wir keine angst haben sollen, oder uns einreden lassen - du musst keine angst haben, sondern uns unsere gefühle ehrlich eingestehen, stellen wir uns der angst. das ist der beginn um sie in unser leben zu integrieren. integrieren ist das gegenteil von abspalten. es ist ein weg in richtung ganzheit - wir sind nämlich die ganze summe all unserer teile. ein schöner runder gedanke, wie ich finde.
wenn wir unsere angst in etwas positives verwandlen können, sie als antrieb verstehen lernen oder als schutz, der uns vor fehlern bewahrt, bekommt sie ein ganz anderes gesicht, eins wovor wir uns nicht mehr fürchten müssen. das erfordert bewusstheit, entschlossenheit, mut und übung.
nicht die angst selbst, unausgesprochene angst macht krank.
unausgesprochene angst führt zu herzrythmusstörungen, zu schlafstörungen und anderen stressbedingten erkrankungen, sogar zu panikattacken und in die depression. das haben wissenschaftler der rutgers-universität in den usa herausgefunden.
wenn wir beginnen unsere ängste zu bejahen, dazu zu stehen, wenn wir uns erlauben sie zu empfinden und sie zum ausdruck zu bringen, beginnen wir sie anzuerkennen, als teil unseres wesens und damit hören wir auf ihr den überwert zu geben, der uns am handeln hindert - wir übernehmen verantwortung für unser ganzes sein und können entscheiden, wie wir mit unserer angst umgehen wollen.
fühle die angst und handle trotzdem - so etwa kann das dann aussehen und sich anfühlen.
wenn wir begreifen, dass das eigentliche problem der angst darin besteht, dass wir uns gegen unsere ängste wehren und sie verleugen, vor uns selbst und anderen, sind wir auf dem weg der lösung. und die heißt: trotz der angst handeln. das ist mut.
mut kann uns viel kraft geben. je öfter wir mutig sind, desto höher ist die chance selbstvertrauen aufzubauen. selbstvertrauen das heißt auch - sich gewiss zu sein: egal, was passiert - ich werde damit fertig. ein guter gedanke um die angst zu umarmen und mit ihr loszugehen, finde ich.
Montag, 22. April 2013
Ein tiefer Wunsch
Viele Menschen sagen, ich will endlich zu mir
selbst finden, oder sie sagen, ich will innerlich wachsen, aber ohne es zu
wissen, meinen sie damit oft etwas ganz anderes.
Wenn der Antrieb für inneres Wachstum daher rührt mehr Erfolg zu haben, Probleme lösen zu wollen oder ungute Umstände im Leben wieder ins Lot zu bringen, geht es nicht wirklich um den Wunsch nach innerem Wachstum - das sind äußerliche Dinge.
Der Wunsch nach innerem Wachstum ist viel mehr
– er entspringt dem Bedürfnis unter die Oberfläche zu dringen, geboren aus der Sehnsucht nach Selbstentfaltung, der Sehnsucht nach der Entfaltung unserer Gaben und Talente zum Wohl des Ganzen.
Es ist der tiefe Wunsch nach Erfüllung und innerem Frieden mit sich selbst und der Welt.
Sonntag, 21. April 2013
Entfaltung
das selbst ist das, was in
uns angelegt ist, unser wesenskern. die welt um uns herum tut viel um diesen kern,
von kindesbeinen an, im keim zu ersticken. als kind bin ich machtlos, aber als erwachsener kann ich entscheiden, was gut für mich ist und was nicht.
wenn ich zuviel von dieser welt in
mich hineinlasse, verliere ich mein selbst, bevor ich es jemals entdeckt habe. das hat nichts mit egozentrik zu tun, sondern mit achtsamkeit für das eigene leben und die eigene entfaltung.
wer auf dem weg zu sich selbst ist, wird ehrlich zu sich selbst sein, er wird sich selbst mehr und mehr treu sein und er wird sein wahres wesen zu leben versuchen, jeden einzelnen tag.
wer den weg nach innen geht, wer sich selbst kennt und wertschätzt, ist fähig andere zu
achten und wert zu schätzen. er wird sie sich entfalten lassen, so wie er es für sich
selbst tut.
Gedankensplitter
solange wir anderen folgen gehen wir niemals unseren eigenen weg.
alle menschen, die etwas verändert haben, sind sich selbst gefolgt - ihrer inneren weisheit - und nicht den lebensweisheiten anderer.
Abonnieren
Posts (Atom)



