Freitag, 27. November 2015

Der Krieg und die Angst


Es herrscht Krieg, um uns herum herrscht Krieg, in der Welt herrscht Krieg. Deutschland zieht in den Krieg. Am Abend des 26. November haben wir es durch die Medien erfahren, Deutschland schickt Soldaten in den Krieg. Wieder sind es viele junge Männer, die ihr Leben riskieren um "Ordnung" zu schaffen, dort wo keine Ordnung herrscht, dort wo Gewalt, Hass, Mord und Totschlag herrschen und sinnloses Töten niemals aufhören wird, es sei denn, man würde diese Teile des Planeten wegzaubern können.

Ordnung schaffen werden sie nicht, nicht unsere Soldaten, nicht die Soldaten anderer Länder, jeder der einen klaren Verstand besitzt, weiß das. Mit mörderischen Kriegen schaffen wir keine Ordnung, wir schaffen nur weiter Zerstörung. Deutschland stellt sich dem Aggressor entgegen und wird selbst zum Aggressor - offen jetzt, Waffen liefern wir schon lange. Wer Gewalt sät wird Gewalt ernten und am Ende wird er sie ausüben.

Mich hat keiner gefragt, was ich über diesen Krieg denke, den wir jetzt führen, keiner hat mich gefragt, ob ich das will. Uns alle hat keiner gefragt, wir haben unsere Rechte längst abgegeben an Politiker, die für uns und über uns entscheiden. Sie machen Krieg, überall auf der Welt machen sie Krieg, ohne die zu fragen, die darin töten sollen oder getötet werden oder dabei zuschauen müssen.
Nicht die Menschheit ist im Krieg, die Machtgierigen, die Fanatiker, die Wahnsinnigen machen Krieg und wir haben nichts, aber auch nichts in der Hand gegen diese Wahnsinnigen. Wir sind ohnmächtig, wir, die nicht gefragt werden, und hilflos gegen die Wahnsinnigen, die eine Welt in Angst und Schrecken versetzen und Leichenberge und unendliches Leid schaffen.

Mein Sohn will nach Frankfurt auf ein Konzert, sagt er, und dass sein bester Freund nicht mitgehen will, er hat Angst vor einem Anschlag. Mein Sohn hat keine Angst, er sagt, wenn es mich treffen soll, trifft es mich, egal wo ich bin. Ich gebe ihm Recht, ich empfinde es ebenso. Ich bin froh, dass er sich von der Angst nicht lähmen lässt.

Aber sie ist da die Angst, bei uns allen, in uns allen, sie legt sich zu der Angst, die in uns ist vor dem Leben, das immer schwieriger wird, dem Existenzkampf, der immer gnadenloser wird, zu der Angst, die wir seit Kindesbeinen in uns tragen, auch bei denen, die sich nicht von ihr lähmen lassen. Die Angst wuchert wie eine giftige alles zerfressende Pflanze, überwuchert unser Leben, unseren Glauben an das Gute, bedroht unsere Hoffnung, raubt unsere Zuversicht, sie überwuchert die Liebe, wenn wir nicht achtsam sind.Wenn die Angst siegt haben sie gewonnen, die Machtgierigen, die Fanatiker, die Wahnsinnigen.

Ja, wir dürfen sie haben die Angst, sie ist berechtigt, diese Welt steht vor einem riesigen Abgrund, den wir nur mit Mut überwinden können, dem Mut, trotz der Angst weiter zu gehen, weiter zu machen, mit der Kraft der Liebe.

Diese Liebe bedeutet mehr als Worte, sie bedeutet für mich eine große Verantwortung uns selbst gegenüber und all denen, denen wir sie schenken können, jeden einzelnen Moment in der Zeit indem wir gegen die Energie der Zerstörung das Einzige setzen, was wir noch haben: Vertrauen in das Gute und es tun, wo immer wir können, wann immer wir können - jeden einzelnen Tag. Nur so entkommen wir der Angst und der Ohnmacht, nur so wird sich dieser Krieg nicht von Außen in unser Inneres fressen.

Ich lasse das nicht zu!

Kommentare:

  1. Wahre Worte liebe Angeloka. Ich bin zutiefst erschüttert über diese äußerst brutalen Anschläge in Paris vom 13. November 2015. Ich fühle mit den Angehörigen der Opfer, ich fühle mit den Verletzten. Ich bin auch zutiefst traurig und sprachlos, was Menschen andern Menschen antun. Dafür gibt es keine Rechtfertigungen. NIEMALS!
    https://www.youtube.com/watch?v=IUiIGO2Y1og
    Wenn man zurückschaut in die Geschichte dieser Welt, gibt es seit jahrtausenden Kriege und Zerstörung. Frieden und Ruhe wird von den Grossen, die nur Macht und Grössenwahn ausspielen, nicht geduldet. Es sind immer die gleichen drei Mächte: Wirtschaft, Religion und Politik. Alle reden von Frieden und Wohlstand für alles Menschen, alles Lügen und nochmals Lügen. Wer echten Glauben in sich birgt, braucht keine Religion. Wer glücklich sein will, braucht keine aufgeblasene Wirtschaft. Wer Ruhe und Anstand, Rücksicht und Ehrfurcht vor seinen Mitmenschen und der Natur hat, braucht keine Politik. Für die Menschheit gibt es nur einen Weg: FRIDEN für ALLE, sonst wird einmal mehr die Menschheit untergegen. Schon viele machtbesessene Kulturen sind verschwunden, sind untergegangen. Nicht nur Europa, nein die ganze Welt muss aufwachen...
    Frieden und Liebe für alle Menschen auf dieser Welt. Für immer...
    Umarmung und liebe Grüsse aus Basel, Hans-Peter

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