Mittwoch, 15. Januar 2020

SELBSTFÜRSORGE



Foto. Angelika Wende
 
„Mir selbst sei treu sein“.
Das bedeutet für mich „authentisch“ sein.
Aber dazu muss ich wissen – wo ich mir selbst treu sein will.
Ich muss meine Werte kennen und vor allem: Ich muss mich selbst ziemlich gut kennen. Mit all meinen hellen und meinen dunklen Seiten. Ich muss wissen, wo ich mir selbst etwas vormache und warum ich das tue.

Vielen von uns ist es wichtig, anderen zu gefallen, geliebt und anerkannt zu werden.
Wenn wir von diesem Wunsch geleitet sind, verlieren wir uns in den anderen. Wir denken und fühlen für andere. Wir machen Dinge um anerkannt und geliebt zu werden. Es ist uns wichtig, andere glücklich zu machen, ihre Bedürfnisse und Wünsche zu erahnen, egal was es uns kostet – es ist uns wichtiger als wir uns selbst.

Wir sind vielleicht sogar stolz darauf, dass wir alles für unseren Partner, unsere Kinder, unsere Familie, für den Job tun. Wir sind vielleicht sogar stolz darauf, dass wir so selbstlos, so hilfsbereit, so verstehend, so fleißig sind. Wir halten uns für einen guten, selbstlosen Menschen, weil wir das Glück der anderen über unsere Bedürfnisse stellen.

Wir vernachlässigen unser Glück und unsere Bedürfnisse und denken nicht einmal darüber nach, dass wir das tun. Wir geben viel und merken nicht einmal wie wenig wir zurückbekommen. Wir fühlen uns vielleicht sogar schlecht und egoistisch, wenn wir uns selbst wichtig nehmen. Wir sind abhängig davon, was andere über uns denken.

Wenn wir so leben rücken wir weiter und weiter von uns selbst weg – wir sind uns selbst untreu.
Wir verlieren unsere Identität, unsere Lebensenergie und schließlich uns selbst. Wir wissen irgendwann nicht mehr was wir wollen und was für uns überhaupt von Bedeutung ist.

Ja, es ist gut anderen zu helfen, für andere da zu sein und für andere zu sorgen.

Aber es ist ungut und unheilsam nicht für uns selbst da zu sein.
Es ist heilsam uns selbst treu zu sein, unseren Werten, unseren Wünschen, unseren Träumen.
Es ist heilsam in uns hineinzuspüren - unsere Bedürfnisse zu spüren, sie zu kommunzieren und sie uns zu erfüllen.
Es ist heilsam darauf zu achten, was wir brauchen. Und es uns zu geben.
Es ist heilsam für uns selbst zu sorgen.
Tun wir all das nicht, verbrauchen wir uns.
Das ist unheilsam.

Kommentare:

  1. Wie wahr Ihre Zeilen sind. Selbst gelebt und gefühlt - jedes Wort.

    Wie bei allem, der erste Schritt das Erkennen.

    Ganz herzlichen Dank, liebe Angelika, für Ihre so zahlreichen empathischen Blogs - in so vielen von ihnen findet man sich selbst immer wieder und wieder. Danke

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  2. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

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