Donnerstag, 8. November 2018

Vergebung





Vergeben bedeutet nicht es erdulden.
Vergeben bedeutet nicht es gut zu heißen.
Vergeben bedeutet nicht es ungeschehen zu machen.
Vergeben bedeutet nicht mit jenen, die uns weh getan haben, weiter sein zu müssen.

Vergeben heißt nicht es entschuldigen.
Vergeben heißt nicht es verstehen.
Vergeben heißt nicht vergessen.
Vergeben heißt nicht Großmut zu zeigen, um groß sein zu wollen.

Vergebung geschieht nicht von heute auf morgen.
Vergebung dauert.
Vergebung braucht die Zeit, die es braucht.

Vergebung ist ein Prozess in unserem Herzen, in dem wir den Schmerz annehmen, 
die Trauer, die Wut, die Verzweiflung.
Vergebung ist ein Prozess in dem wir alles was an Gefühlen hochkommt da sein lassen, so lange all das da ist.

Vergebung erkennt an, dass uns Leid zugefügt wurde. 
Absichtslos oder mit Absicht. 
Vergebung erforscht und erkennt unseren eigenen Teil an diesem Leid an.
Vergebung akzeptiert, dass es ist wie ist und nicht wie wir es gern hätten.

Vergebung ist der Weg in uns selbst Frieden zu machen und (ver)gehen zu lassen, 
was uns Schmerz zugefügt hat.

Kommentare:

  1. Vergeben. Ich kann es leider noch nicht. Weder mir noch anderen. Nur meinen Eltern habe ich vergeben, jetzt wo sie mich nicht mehr verletzen können, weil sie tot sind. Ich glaube auch sie haben ihr Bestes gegeben, im Rahmen ihrer Kenntnisse und Erfahrungen. :(

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  2. Wenn Verletzungen sich wiederholen oder sogar vom Verletzenden geleugnet werden, kann das mit der Vergebung immer schwieriger werden bzw. immer länger benötigen.
    Doch echte Vergebung befreit.
    Sie erkennt in Demut an, dass letztlich jeder (auch ich selber) Schwächen hat und Fehler - also auch Verletzungen - unvermeidbar sind. Wir können keinem anderen voll entsprechen und andere uns nicht. Das Leben spielt uns manche Probe und Reifeprüfung zu.
    Jedoch das Leid, das absichtlich zugefügt wird, hat eine andere Wertigkeit als das versehentliche,
    das vorsätzliche eine andere als das unreife Agieren aus Hilflosigkeit oder Überforderung.
    Da wir die Schritte und Entwicklung des anderen nicht bestimmen können (ohne zu manipulieren - was sich nicht lohnt) bzw. sollten, bleibt für den eigenen Seelenfrieden nur Vergebung als eine Entscheidung, als ein Weg, der sich lohnt.

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