Freitag, 8. Mai 2015

ich bin die, die das eine vom anderen nicht trennt, weil es untrennbar ist.





folgende nachricht, in etwa so, denn ich tippe sie hier nicht im orignal ab, das wäre unfein, dem gegenüber, der sie schrieb, fand ich heute früh als pn in meinem facebookaccount.

sinngemäß las sie sich so: "hallo angelika, ich finde das geht gar nicht, was du da machst! du hast eine seite für deine praxis und dann noch deine private seite und da schreibst du dann auch über die psyche und da ist dann der blog, da sind psychologische artikel drin und kurzgeschichten und reden über kunst, und da sind dann auch bilder, die du malst. also mal ehrlich - das geht doch nicht, das muss man doch trennen, das berufliche und das private. das ist doch nicht professionell. da würd ich mal drüber nachdenken - ausrufezeichen.

danke, lieber schreiber, für die anregung, das tue ich hiermit. nicht über das problem, das du mit mir hast, denn das ist deins, sondern über deinen satz "das ist doch nicht professionell".

und ob es das ist. all das ist meine profession.
all das bin ich. meine profession ist meine berufung, das was mich ruft, es zu verwirklichen in meinem leben als der mensch, der ich bin.
als ganzer mensch.
das bin ich, ich bin mein ganzer mensch. ich bin viele und all diese vielen sind mein ganzes.
ich möchte dir sagen, wie reich mein leben ist, mit all dem vielen, was ich bin. ich wünschte, du könntest dir vorstellen, wie sich das anfühlt. es fühlt sich immer reich an, auch wenn in mir hin und wieder eine leise angst hochkriecht, weil ich nicht weiß, ob ich meine miete pünktlich zum ersten zusammenkriege. bisher klappt es immer.

ich bin coach. ich bin malerin. ich bin schreiberin, ich bin rednerin, ich bin mutter, ich bin freundin, bin geliebte, ich bin köchin, ich bin hausfrau. in dieser reihenfolge oder umgekehrt, das spielt keine rolle. ich bin, die, die keine rollen an sich selbst verteilt oder rollen spielt. ich bin was ich tue. ich bin die, die das eine vom anderen nicht trennt, weil es untrennbar ist.

ich kann das gar nicht, rollen spielen, ausser im theater, das hast du übrigens vergessen, das mache ich auch noch. warum? weil ich keine rollen spielen muss um anderen ein professionelles bild von mir zu zeichnen, das sie dann in eine schublade stecken können in die ich nicht reinpassen will. ich will in keine schublade reinpassen, weil man menschen weder in schubladen stecken soll, noch passend für irgendwas machen machen soll. ich lasse das für mich nicht zu. hab ich noch nie zugelassen, außer einmal. da habe ich eine rolle gespielt, die mir überhaupt nicht passte, weil es eben eine rolle war, die ich zu spielen versuchte und das bin nicht ich. ja, es gab eine zeit in meinem leben, da war ich mal so richtig professionell angestellt und das hat mir gar nicht gut getan.

ich verstehe nicht, was menschen dazu treibt jobs zu machen, die sie nicht mögen, nur um geld zu verdienen, das sie dann ausgeben, um sich dinge zu kaufen, die sie dann dafür entschädigen sollen, dass sie den ganzen tag über dinge tun, die sie nicht mögen und sich dann ein paar stunden ihres lebens stehlen müssen um dem nachzugehen, was sie lieben und was sie dann hobby nennen.

lieber schreiber, ich habe keine hobbies und ich habe viele hobbies. mein ganzes leben besteht aus meinen hobbies. hobbies was für ein wort. nein, ich habe leidenschaften. mein ganzes leben ist die leidenschaft für die dinge, die tue, weil ich sie liebe. jedes einzelne ding macht mich aus. jedes einzelne ding fügt sich zusammen zu einem einzigen - mich selbst. meine gefühle, meine gedanken, meine worte, meine bilder, meine liebe - ich selbst. ich muss und ich will mich nicht entscheiden für das eine oder das andere. wer sagt denn so was? wer hat dir das gesagt, als du kind warst?
mir hat man das auch gesagt: "du musst dich entscheiden was du für einen beruf lernen willst. malen und schreiben kannst du dann in deiner freizeit oder du suchst dir einen reichen mann, dann kannst du nur malen und scheiben, setzte mein vater dereinst oben drauf auf den satz: aus dir wird nie was ordentliches. was ordentliches und was professionelles klingt irgendwie ähnlich.

ja, lieber schreiber, du klingst in der tat ein bisschen wie mein vater und dem habe ich auch nicht zustimmen können und bin trotzdem was geworden. ich habe das nicht gewollt, etwas machen nur um ordentlich geld zu verdienen, und das, was kein geld bringt, mache ich dann in der freizeit. ich habe keine freizeit, ich habe alle zeit der welt, bis meine zeit abgelaufen ist. in dieser zeit mache ich das, was ich mache freiwillig, das ist freizeit für mich. ich trenne das nicht, denn ich bin untrennbar die, die ich bin. mit allem was ich kann und was ich tue, weil ich es kann und wenn ich es kann mache ich das bis ich oma bin und am ende werde ich sagen: ich habe gelebt und zwar alles, was du in mir angelegt hast, lieber gott, so gut ich es konnte, jeden einzelnen tag.

in diesem sinne ... lieber schreiber: und ob das geht, was ich da mache!



























Kommentare:

  1. Bravo Angelika! Und danke für die vielen Worte! Ich könnte es nicht so akkurat ausdrücken, aber deinen Worten kann ich mich persönlich anschließen. Das kann ich, weil es für mich ähnlich ist.Ich lernte immer wieder Neues in meinem Leben, um irgendwann endlich DAS zu finden, was für mich richtig sein würde. Bis ich eines Tages realisierte, dass alles richtig war und einen Teil meiner Talente beschreibt, die es miteinander zu verbinden und auszudrücken gilt. Manchem ist Vielfalt gegeben, manchem die Konzentration auf ein Ding und beides ist wichtig.
    Deine Texte und Bilder sind jedenfalls immer wieder ein Inspiration für mich und fügen sich immer wieder perfekt ein in Themen, die mich auch beschäftigen, privat wie beruflich. Weil beides eigentlich nicht wirklich zu trennen ist...

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