Mittwoch, 9. Mai 2012

subtil



für die anderen waren sie kaum spürbar, kleine angriffe, die sich gegen sie wandten. immer vor anderen, als brauche er zuschauer. subtil, wie fein darunter gewebtes, kamen sie daher. das ziel, sie in die ecke zu drängen. wo sie schon stand. er wusste es.

die ecke, die spalte zwischen zwei wänden. da stand sie. eingeklemmt zwischen erschöpfung und lustlosigkeit, dem leben gegenüber und ihm.

er spürte es. daher die angriffe. seine rache, die einen wutschwall gebraucht hätte.
zur wut war er nicht fähig. daher das subtile, geboren aus der ohnmacht, dem unerträglichen gefühl die fäden aus der hand zu verlieren. das subtile, glaubte er, könne sie ihm zurückbringen, die macht.
sie war längst verloren. das haben wollen ließ ihn weitermachen.

sie, in die ecke gedrängt, erdrückt vom druck, beschränkte sich auf das abwarten.
oft erledigten sich dinge von selbst oder das leben erledigte sie. sie wusste es aus erfahrung.
sie hatte oft in der ecke gestanden.
manchmal ging es einfach um das aushalten. auch das wusste sie aus erfahrung.
aushalten, auch das war eine form von stärke.
subtil, wie fein darunter gewebtes gewebe.