Mittwoch, 1. Januar 2014

erniedrigende erfahrungen



ich lese gerade ein buch mit dem titel " machen - nicht denken", indem man seitenweise erfährt wie man sein volles potential entfaltet. als ob ich das nicht schon täte, man sagt mir das immer mal wieder, dass ich es täte und es fühlt sich auch manchmal so an, aber irgendwie denke ich immer, da ist noch mehr drin. also lese ich das buch und bleibe an einer stelle hängen. ich lese die stelle noch einmal. ich schlage die seiten zurück auf die kapitelbezeichnung. da steht: das neue selbst. halt, ich will kein neues selbst, ich bin froh mein selbst gefunden zu haben, annähernd jedenfalls. das denke ich. aber was ich denke, muss ja nicht stimmen. wer ein selbst hat, ist auch fähig zum selbstbetrug, fällt mir dazu spontan ein. aber das will ich nicht weiter denken, sonst komme ich noch vom eigentlichen thema ab, nämlich, das was ich da gerade gelesenen habe und überdenke.

ich schreibs mal auf. zusammenfassend, sonst müsste ich abschreiben und das will ich nicht, denn ich will es verstehen, also schreibe ich das jetzt in meinen eigenen worten hier hin.

psycholgische studien haben ergeben: erniedrigende erfahrungen führen zu einem geringen selbstwertgefühl. dies führt dazu, dass man glaubt, man verdiene schlechte erfahrungen, un zwar weil man sich die schuld gibt, unbewusst, dass man die erniedrigenden erfahrungen selbst herbeigeführt hat, also, dass man selbst die ursache dafür ist.

das wusste ich schon, darüber schreibe ich oft, vielleicht zu oft, aber ich habe da etwas noch nicht gelöst, also wird mich das noch eine weile beschäftigen, solange bis ich es gelöst habe. ich bitte um geduld, ich werde bescheid geben, wenn ich soweit bin.

was ich nicht wusste: erniedrigende erfahrungen und das damit verbundene schuldgefühl, der verursacher derselben zu sein, führen zu einem sich selbst verstärkenden prozess. menschen mit geringem selbstwertgefühl erdulden mehr negative erlebnisse, die ihrerseits wieder das selbstwertgefühl abnehmen lassen. das führt am ende dazu, dass das mangelnde selbstwertgefühl negative erlebnisse geradezu herbeiruft.

ich lasse das mal wirken ...

das leuchtet mir ein. es leuchtet mir mehr ein als der satz: was uns nicht umbringt, macht uns nur stärker. denn, das weiß ich aus eigener erfahrung, es macht uns nicht stärker, das, was uns nicht umgebracht hat, es macht uns nur leidensfähiger und das ist keine stärke. leidensfähig zu sein, heißt nichts anderes als jede menge mist ertragen können und das klingt nach schwäche und resignation.

dazu habe ich überhaupt keine lust. wer hat denn schon lust auf ein lustloses leben in dem man sich zwar einredet, dass man stark ist, weil man alles aushalten kann, aber was das leben angeht, auf dem holzweg ist, bei dem einem unter jedem schritt die füße schmerzen.

was ich da gerade gelesen habe ist sicher wahr, aber wahr ist auch, dass ich mich auch mit wenig selbstwertgefühl jederzeit entscheiden kann ob ich den wahnsinn weiter ertrage oder ob ich mein selbstwertgefühl einmal genau unter die lupe nehme und etwas dagegen unternehme und den holzweg bewusst verlasse.





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