Montag, 25. Februar 2013

Schreiben

Schreiben -
eine Eigenart der Unglücklichen, der Trauernden, der existentiell Erschütterterten, der Zweifelnden. Ein immer neuer Versuch, Leben in biografische Wahrheit festzuschreiben. Ein sich Drehen um die eigene Geschichte in den Geschichten anderer.
Wort für Wort, Figur für Figur, Szene für Szene - eine Suche nach dem Warum -
auf das es keine Antwort gibt.


Kommentare:

  1. Wenn ich diese Frage nach dem Grund für mein Leiden ans "Schicksal" stelle, gibt es keine Antwort, das ist wahr - wenn es eine gäbe, würde das ja bedeuten, dass das Schlimme von irgendeiner "höheren Macht" (so nenn' ich's jetzt mal) "geplant" war, zu irgendeinem Zweck... schrecklicher Gedanke.
    In einem anderen Sinne kann ich natürlich fragen: Warum hat sich mein Vater (oder sonst jemand) so verhalten, warum war er so? Warum konnte er mich nicht lieben (oder es nicht zeigen oder was auch immer)? Warum haben mir meine Eltern dies oder das angetan? Aus welchem Grund? Darauf gibt es Antworten (ob wir sie kennen oder nicht). Sie liegen in der Vergangenheit, und bei der Suche danach können solche Methoden wie z.B. Familienaufstellungen hilfreich sein (nach meiner eigenen Erfahrung). Ich weiß natürlich nicht, ob du sowas schon mal gemacht hast, und ich hoffe sehr, dass meine Sätze nicht "besserwisserisch" rüberkommen, dazu habe ich nämlich nicht den geringsten Grund, ich weiß gut, wie schwer es trotz allem ist, diese alten "Krusten" Stück für Stück aufzubrechen. Man kennt sich selber ja nicht anders als mit dieser Melancholie, diesen Ausbrüchen von Verzweiflung...
    Es kommt mir gerade fast unangemessen vor, diese Zeilen abzuschicken - du brauchst sicher keine Ratschläge. Aber was du schreibst, weckt oft eigenes Nachfühlen und -denken bei mir (obwohl ich vermute, dass deine Kindheitsverletzungen ungleich tiefgehender und schwerer sind als meine eher subtilen Schwierigkeiten).
    Ich schicke den Kommentar trotzdem ab - meldest du mir zurück, falls es dich nervt?
    Brigitte

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  2. liebe brigitte,

    ich schreibe ... die gedanken dazu ... überlasse ich meinen lesern.

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