Samstag, 22. Oktober 2016

Die Melancholie ist etwas, für das sich schwer die richtigen Worte finden lassen ...


Die Melancholie ist etwas, für das sich schwer die richtigen Worte finden lassen.  Ein Gefühl, irgendwo zwischen Wehmut und dem Gewahrsam der Vergänglichkeit aller Dinge. Die Traurigkeit der Melancholie malerisch mit einer Schönheit zu erzählen, die wie das Leben, alles andere als glatt ist, ist eine Herausforderung. Ob es mir gelungen ist? Ich weiß es nicht.


Weit davon entfernt gefällig zu sein, widmet sich die Malerin Angelika Wende intensiv der Entwicklung der Psychologie durch die Malerei. Was hier formal und vordergründig als Porträts erscheint, bildet nicht Personen oder Persönlichkeit ab, sondern nutzt die Chiffren menschlicher Erscheinung als Vokabular einer Beschreibung seelischer Zustände. Wendes Arbeiten sind Psychogramme, künstlerische Auslotungen innerer Zustände. Durch diese Bilder erweitern wir unsere psychische Wirklichkeit um die Einsicht eines klugen, empathischen und scharfsinnigen Individuums. Wir sehen Figuren. Einzelne, im Paar, im Drei-Mensch-Verhältnis, kleinere Gruppen. Gemalt in einem Stil der sich von Individualität entfernt und als Stilmittel die Reduktion der Form zu nutzen weiß.

In dieser Reduktion wird vom konkreten Menschen auf das allgemeine Menschliche abstrahiert. Als Heroen der Malerei begegnen uns die immer wiederkehrenden Konfliktpfeiler menschlicher Existenz. Der Einzelne mit sich selbst. Zurückgeworfen auf das Selbst, getrennt vom Ersehnten, sind die Figuren mit vertikalen Elementen konfrontiert, wirken gespalten in sich selbst. Das Paar - zusammengehörige Fremde. Nahe Distanz. Zärtliche Kälte. Melancholie.

Diese Malerin folgt keinem Programm, sie folgt ihrer Intuition. Intuition als Maxime, das authentische Gefühl aus Erfahrung als Messlatte, die Notwendigkeit die Tiefe der Seele bildnerisch zu gestalten. Dies sind die drei Grundpfeiler ihres Schaffens. Wendes "Müssen" ist deutlich sichtbar. Sie wirft ihre Leidenschaften in die Waagschale, kämpft um jedes Bild und berührt den Betrachter durch etwas was in der Kunst unverzichtbar bleibt: Authentizität. 

Christian Felder über meine Arbeit

Danke

Kommentare:

  1. Gratuliere! Zur Ausstellung und zum Text. Wunderbar! Würde ich mir gerne ansehen, schick die Bilder doch mal auf Reise hierher nach Wien :-)

    AntwortenLöschen
  2. danke, elisabeth.
    bilder brauchen einen ort wo sie ankommen können ;-)
    vielleicht ist es irgendwann wien.



    AntwortenLöschen
  3. Diese Überschrift, die ein langer Absatz ist, zerhaut meine Blogroll / Blogbibliothek!

    Siehe hier, letzte Zeile mit deinem Blog:
    http://www.claudia-klinger.de/digidiary/meine-blog-bibliothek/

    AntwortenLöschen