Samstag, 31. Mai 2014

ich





und das ist zerrissen
und das ist doch ganz
und das bin doch ich
und das ist fremd
und das bin doch 
ich


Flachland



























Flachland
bewohnt von flachen Gedanken
flachen Worten
flachen Gesten
flachen Gefühlen
flach wie die Linie zwischen Meer und Horizont 
wie flach sie ist 
die Meute


Einladung


Mittwoch, 28. Mai 2014

Aus der Praxis - Vom Umgang mit dem Älterwerden als Frau


Auch wenn viele gern etwas anderes glauben möchten, in unserer Gesellschaft werden ältere Männer und Frauen noch immer mit ungleichen Maßstäben gemessen. Während Männer mit zunehmendem Alter interessanter werden, vorausgesetzt sie haben trotz Kugelbauch und Tränensäcken Geld, Macht und Einfluss, nimmt der Wert der Frauen nach dem fünfundvierzigsten Lebensjahr in den Augen vieler Menschen ab.
Hochglanzmagazine und Medien präsentieren fast ausschließlich junge attraktive Frauen und gaukeln den Menschen vor, dass die einzig erstrebenswerten Attribute einer Frau sich aus Schönheit, Ebenmaß und glatter Haut ergeben. Frauen, die diese Attribute nicht mehr besitzen, verschwinden im Nebel, zumindest fühlt es sich für viele Frauen so an, wenn sie feststellen, dass ihnen keine oder kaum noch bewundernde männliche Blicke folgen. Zwar gibt es in letzter Zeit den Trend attraktive ältere weibliche Models zu zeigen, die aber werden zu einer Art Kunstikone stilisiert, an deren äußere Attribute die normale Frau ebenso wenig herankommt wie an die verflossene Schönheit der Jugend.
„Die Männer beteuern immer, sie lieben die innere Schönheit der Frau komischerweise gucken sie aber ganz woanders hin“, sagte Marlene Dietrich, die sich im Alter vollends von der Welt zurückzog und ihre letzten Jahre in selbstgewählter Einsamkeit verbrachte, begleitet von ihren letzten Freunden, dem Alkohol und Psychopharmaka. Die Diva Marlene war ein Extremfall, aber die Wahrheit ist - die Dietrich hatte Recht und wahr ist auch – die meisten Frauen leiden am Älterwerden.

 Aufgrund der gesellschaftlich fixierten Normen von Attraktivität und der Vorstellung vom Wert einer Frau, der sich noch immer, trotz Frauen in Führungspositionen und den Parolen einer nimmermüden Alice Schwarzer maßgeblich über Äußerlichkeiten definiert, haben viele Frauen, wenn sie älter werden, mit einem geringen Selbstwertgefühl zu kämpfen. Dass dieses nicht nur eine Folge des Älterwerdens ist wird dabei übersehen. Selbstwertgefühl wird nur dann schwächer, wenn es in jungen Jahren nicht vorhanden war, nur fällt es in späteren Jahren mehr ins Gewicht, denn es lässt sich nicht mehr hinter einer jugendlich attraktiven Fassade verbergen. Die Maske bröckelt und lässt sich immer schwerer überschminken.
Viele Frauen geraten in eine Sinnkrise wenn sie älter werden. Dazu kommen oft Versagensgefühle, innere Leere und Depressionen, besonders wenn Lebensumstände wie das Empty Nest Syndrom, eine Trennung vom Partner oder  Verlust des Arbeitsplatzes, der einer Jüngeren gegeben wurde, hinzukommen. Nichts lenkt mehr ab vom Altwerden und der Blick in die Zukunft einer Frau, die die Fünfzig überschritten hat und alleine lebt, sieht nicht gerade rosig aus. Zudem lassen die körperlicher Kräfte nach, die Figur verändert sich durch die Hormonumstellung,  die Haut wird faltig und die Haare dünner, die Konturen des Gesichts senken sich und der Blick in den Spiegel macht täglich schmerzhaft bewusst, dass Frau in die letzten Jahre kommt.
Zeit Résumé zu ziehen und genau das tun Frauen ebenso wie Männer wenn der Zenit überschritten ist, nur tun sie es anders. 
Während viele Männer noch einmal den zweiten Frühling künstlich einläuten, indem sie sich eine jüngere Frau suchen, oder sich ihre Männlichkeit noch einmal beweisen wollen, indem sie plötzlich die Lust auf nicht gehabte Abenteuer packt, versinken viele Frauen in einer sentimentalen Rückschau auf ihr Leben. Besonders schwer ist es für Frauen, die der Kindererziehung wegen ihren Beruf aufgegeben haben. Sie finden beim Rückblick auf ihr Leben nichts, was sie vorzuweisen haben. Als sei die Leistung eine Familie zusammenzuhalten und Kinder groß zu ziehen nichts, fühlen sie sich plötzlich überflüssig und ausrangiert wie ein zerschlissenes Kleid. Sie sind finanziell von ihrem Mann abhängig und haben nichts, was sie von Innen hält. Ist die Ehe zerbrochen kommen häufig noch das Gefühl der Isolation, Geldknappheit und Einsamkeit dazu. 
All dies führt bei vielen Frauen zu diffusen psychosomatischen Beschwerden wie schlechten Schlaf, Konzentrationsstörungen, innere Unruhe und diffuse Ängste. Dazu kommen die Beschwerden der Wechseljahre wie Hitzewallungen und andere körperliche Missempfindungen. Alles Dinge, die in der Tat an die Substanz gehen können.
Der Umgang mit dem Älterwerden ist eine Kunst, die uns niemand beibringt und jede Frau geht anders damit um. 
Dennoch, wie bei jeder Situation, auf die sich der Mensch neu einstellen muss, durchläuft er auch hier individuell verschiedene Phasen. Alle Phasen haben jedoch eins gemeinsam: Sie beginnen mit dem Blick in den Spiegel und dem Gewahrsein, dass die Zeit der Welke beginnt. Plötzlich blicken die Augen der Vergänglichkeit ins Antlitz und verglichen mit dem inneren Bild, in dem wir uns als junge Frau spiegelten, erscheint da ein fremdes Gesicht, das doch nicht wirklich das unsere sein kann. Es kann, es ist es sogar und es macht keinen Sinn es nicht sehen zu wollen, auch wenn das in vielen Fällen die erste Reaktion ist.
Willkommen in der Verleugnung des Alters
Eine Frau die ihr Alter verleugnen will beginnt mit dem Schritt zurück. Sie zieht sich bewusst jugendliche Kleidung an, schminkt und frisiert sich auffällig. Sie investiert viel Geld in die Kosmetikerin, kauft jede neue Antifaltencreme, die ihr ewige Jugend verspricht, probiert wahllos Diäten aus, treibt wie besessen Sport oder geht ins Hormonyoga. Alles in der Hoffnung dem Altern ein Schnippchen zu schlagen und es solange wie möglich aufzuhalten. Manche legen sich unters Messer, lassen sich Botox oder Hyaluronsäure spritzen und werden im worst case zu Junkies von Schönheitschirurgen. Sie tun sich mit gleichgesinnten Freundinnen zusammen und verbringen ihre Abende auf Ü40 Parties wo sie sexuelle Abenteuer suchen, um sich ihre noch vorhandene Attraktivität durch Männer bestätigen zu lassen.
Frauen in dieser Phase reden nicht über ihr Alter und reagieren höchst empfindlich wenn man sie darauf anspricht. Sie ignorieren es. Dass das Kraft kostet versteht sich von selbst. Und wohin das führt, kann man sich denken. Wer nicht bereit ist sich mit der eigenen Vergänglichkeit auseinanderzusetzen wird von ihr eingeholt. Sie lässt sich weder wegschminken, noch wegschneiden, noch wegdenken – sie ist da unter der Maske des Nichthinschauenwollens und arbeitet destruktiv und zäh von unten, solange bis sie die künstliche Maske durchstößt und der morgendliche Blick in den Spiegel keiner Leugnung mehr standhält. Dieser Fall in die Realität ist schmerzhaft. Und was dann?
Diese Frauen hadern mit dem Schicksal, sie beginnen ihren Körper und ihr Gesicht zu hassen, sie beneiden junge Frauen. Die Folge: Sie machen sich das Alter zum Feind und bedauern sich selbst in der festen Überzeugung, dass das Leben endgültig vorbei ist oder noch schlimmer, dass es ihnen etwas schuldig geblieben ist. Die Angst vor der Zukunft wächst und mit ihr die Angst vor dem Tod. Selbstzweifel und Selbstvorwürfe wechseln sich ab und sie beginnen vielleicht zu begreifen, dass sie achtlos sich selbst gegenüber gelebt haben. Die Möglichkeiten etwas zu ändern werden nicht gesehen. Was kommt ist eine tiefe Resignation, die selbstzerstörerische Tendenzen annehmen oder in Depressionen führen kann.
Wer will so leben?
Niemand. Die Frage ist:  Wie komme ich in ein neues Gleichgewicht? Eine schwere Übung, denn das heißt zuallererst: Der Realität mutig und gefasst ins Auge zu blicken.
Es macht keinen Sinn das Älterwerden ignorieren zu wollen, noch ist es hilfreich, es als Grund für die eigene Selbstabwertung zu funktionalisieren. Selbstwertgefühl lässt sich nicht chirurgisch einschneiden oder einspritzen, es ist in uns oder nicht, es ist im Laufe des Lebens gewachsen oder nicht. Und es ist eine Frage unserer Biografie, ob wir es mitbekommen haben oder nicht. Ein gesundes Selbstwertgefühl wird im Alter nicht schwächer, im Gegenteil, es wächst.
Eine Frau, die sich im Laufe ihres Lebens seelisch und geistig entwickelt hat, bezieht wenn sie älter wird alles mit ein, was sie in ihrer Vergangenheit gelebt und erfahren hat und legt es zu dem, was sie in der Zukunft noch erleben und gestalten will. Sie findet zwar ihre körperlichen Veränderungen nicht erfreulich, aber sie ist bereit sie anzunehmen und lenkt ihren Blick nicht verzweifelt auf das eigene Spiegelbild, sondern auf das, was das Alter an Sinnvollem und Wertvollem mit sich bringt. Im besten Falle mehr Gelassenheit und Souveränität und – vor allem mehr Zeit für die eigenen Wünsche und Bedürfnisse, all das, was sie nicht tun konnte, als die Pflicht und die Sorge um andere ihre Tage bestimmte, sie tut das, was der eigenen Seele und dem Geist Sinn gibt und was Freude macht.
Natürlich ist das keine leichte Aufgabe, denn Gleichgewicht im Leben ist in keinem Alter von Dauer. Sicher ist da diese leise Melancholie, die das Bewusstsein der eigenen Vergänglichkeit und Endlichkeit mit sich bringt, sicher ist da das Erkennen, dass das Meiste gelebt ist. Es gibt Krankheiten, Trennungen und Todesfälle, die sich im Alter um uns herum häufen und uns daran erinnern, dass auch wir irgendwann gehen müssen. 

Und was jetzt, was machen wir mit dem Rest, der bleibt? Was gibt es zu finden wo vieles verloren ist was wir einst als wichtig und lebenswert erachtet haben. Wie den herbst und den Winter des Lebens gestalten?

Wer sich selbst achtet und sich selbst gegenüber aufmerksam ist wird mehr und mehr zu sich selbst kommen und das ist für mich die Aufgabe, die uns das Altern stellt. Das Älterwerden ist die Zeit nach Innen zu gehen.
Langfristig wird man so dem Eigenen immer näher kommen. Das Älterwerden trägt die Chance in sich, uns von oberflächlichen  Tendenzen zu lösen und uns wirklich auf das zu konzentrieren, was uns gut tut. Damit wächst auch die Fähigkeit, sich selbst anzunehmen und zu lieben, für all das, was man ist. 

In den späten Jahre geht es auch um die Abstimmung persönlicher Ziele auf den jeweiligen Lebenskontext. 

Was wollen wir noch tun, was erreichen, was ist ungelebt und wie wollen wir es erreichen? Da die Ressourcen begrenzt sind, ist die Auswahl einer Teilmenge potenzieller Ziele notwendig, auf die die Ressourcen dann gebündelt werden.
 Hierzu zählt das Setzen neuer Prioritäten, die Konzentration auf zentrale Ziele und die Anpassung dieser Ziele an die jetzigen Gegebenheiten.
 Dazu gehört vielleicht der Erwerb neuer Fertigkeiten und das Suchen und Finden von ungenutzen Ressourcen und die Integration dieser Fertigkeiten und Ressourcen in die weitere Lebensgestaltung. Welche Mittel haben wir um Verlusten, die das Altern mit sich bringt entgegenzuwirken? Wie kompensieren wir beispielsweise den Verlust des Partners, wenn sich ein Neuer nicht finden lässt? Was tun wir, wenn wir Dinge und Vertrautes verloren haben oder gar bei Null anfangen müssen, was wir uns nie hätten vorstellen können? Wie wollen und können wir den Verlust aüßerer und innerer Ressourcen bewältigen? Was können wir optimieren und was muss neu gefunden werden um unser Wohlbefinden zu erhalten oder um es neu zu gewinnen? Das sind die wahren Fragen, die uns das Älterwerden stellt und nicht: Bin ich noch schön genug um auf dem Beziehungsmarkt zu bestehen?
 
Beauty is skin deep only – wahre Schönheit kommt von Innen und wahre Schönheit entwickeln ist neben der eigenen Würde für mich die größte Herausforderung des Alters.

Wer fähig ist Schönheit im Außen wahrzunehmen, trägt sie auch in sich selbst, denn das Außen ist ein Spiegel, in dem wir sehen, was wir sind. Also macht es Sinn herauszufinden, was wir im Außen sehen. Das Schöne oder das Hässliche, das Gute oder das Schlechte , die Freude oder das Leid. Am besten beides ausgewogen, denn nur dann begreifen wir den Wert aller Dinge und das Leben selbst. Wie wir werten sagt viel über unsere innere Schönheit.

Frauen die glauben im Älterwerden nicht mehr weiblich zu sein hatten oft auch in der Jugend  keinen Zugang zu ihrer Weiblichkeit, sie haben nicht begriffen, was sie über die äußere Form hinaus bedeutet. Ein Grund dafür ist, dass wir Frauen uns immer im Spiegel der Männer sehen, weil wir so erzogen wurden. Aber das sagt nichts über das wahre Wesen der Weiblichkeit und seine immense Kraft, Klugheit und Schönheit.
Viele Männer ziehen uns ein Leben lang Kraft, indem sie etwas von uns fordern, was wir nicht per se sind, ein schmückendes Attribut an ihrer Seite, eine leidenschaftliche, treue Geliebte, eine gute, verständnisvolle, sorgende Mutter und die beste Freundin, die mit ihnen durch dick und dünn geht. Das ist viel, zu viel an Erwartungen für ein Frauenleben. Und irgendwann ist es genug.
Im Älterwerden können wir uns entscheiden unsere Kraft endlich für uns selbst zu nutzen und uns zu fragen: Was will ich und was will ich nicht mehr?
Viele Frauen haben in der Lebensmitte und darüber hinaus ein großes Verlangen über den eigenen Schatten zu springen und sich selbst zu leben, ohne die Verantwortungen, die sie sich ein Leben lang aufgrund ihrer Konditionierungen in den Schoß haben legen lassen. Wichtig ist, sich klar zu machen, dass diese Entwicklung Zeit braucht. Der Wille sich selbst wichtig zu sein und sich selbst gut zu tun, muss reifen, so wie wir selbst mit den mit den Jahren reifen.
Und schließlich kommt uns hier auch die Mythologie zu Hilfe. Eine ältere Frau ist archetypisch eine Frau, die die Zeit der Unschuld und des Nährens hinter sich hat, die sich einen Platz in der Welt geschaffen hat, an dem sie sicher, zufrieden und selbstmächtig ist. Sie ist tief, sie ist innerlich gereift und kennt ihre Grenzen. Diese Zeit ist, wenn wir sie zu nutzen wissen, die Erntezeit im Leben. Wir handeln weise wenn wir die Früchte unserer eigenen Erfahrungen erkennen und achten können und sie dann weitergeben. Dazu gibt es unendlich viele Wege und Möglichkeiten, in der eigenen Familie vielleicht oder wir suchen uns Menschen, die wir mental unterstützen und begleiten können. Bis es an der Zeit ist für die Zeit der weisen Alten, eine Zeit der inneren Ruhe und des Friedens mit uns selbst und der Welt.
Eine weise alte Frau ist in Frieden mit sich selbst und nährt Andere mit ihrer Weisheit. Aber wer ist weise? Weise ist, wer die wesentlichen Dinge des Lebens erkannt hat und dazu gehört auch das Erkennen, dass das Alter nur dann zum Feind wird, wenn wir gegen es ankämpfen.








Dienstag, 27. Mai 2014

normal life





so many things my soul needs to do
so many thoughts to think
so many words to write
so many pictures to take
so many pictures to paint
so many adventures inside
so many hours to experience
so many things to learn
so full of beauty inside
so much silence to hear
so much time i need to express
so much room i need to create
so much time to live my creativity

so 
there is not much room for the thing people call

normal life