Donnerstag, 18. Juni 2026
Montag, 15. Juni 2026
Der persönliche Resilienzplan
Wie bewältigen Menschen herausfordernde Lebensereignisse und -erfahrungen, wie etwa den Tod eines geliebten Menschen, eine Trennung, den Verlust des Arbeitsplatzes oder die Diagnose einer schweren Krankheit?
Die meisten von uns reagieren auf solche Situationen zunächst mit starken negativen Gefühlen und einem Gefühl des Unbehagens oder mit Angst, doch mit der Zeit gelingt es uns irgendwie, uns anzupassen und zurechtzufinden. Dank unserer Resilienz können sich die meisten von uns von Widrigkeiten, Traumata, Tragödien, Bedrohungen oder Verlusten erheblichen wieder weitgehend erholen.
Was ist Resilienz?
Resilienz wird definiert als der Prozess, die Fähigkeit oder das Ergebnis einer erfolgreichen Anpassung trotz herausfordernder Umstände. Resilienz ist die Fähigkeit, mit allem fertigzuwerden, was das Leben uns entgegenwirft, und gestärkter als zuvor daraus hervorzugehen. Resiliente Menschen bewältigen Herausforderungen des Lebens mithilfe persönlicher Ressourcen. Dazu gehören soziale Unterstützung, Bewältigungsstrategien, Besonnenheit, Werte und Weisheit und Einsicht, die wir uns bewahren, sowie eine lösungsorientierte Haltung. Resilienz geht mit innerer Stärke, Kompetenz, Optimismus, Flexibilität und der Fähigkeit zur effektiven Bewältigung von Widrigkeiten einher.
Zudem stärkt die Minimierung von Risikofaktoren wie belastende Lebensfaktoren, eine Umgebung, oder Menschen, die uns nicht gut tun und selbstschädigende Gewohnheiten unsere Fähigkeit die Herausforderungen des Lebens zu meistern.
Resilienz ist keine Eigenschaft, die man entweder besitzt oder nicht besitzt. Sie umfasst Verhaltensweisen, Gedanken und Handlungen, die nahezu jeder Mensch erlernen und entwickeln kann.
Eine Möglichkeit, Resilienz zu entwickeln, besteht darin, auf Erfahrungen aus früheren, ähnlichen Herausforderungen zurückzugreifen und sich an Dinge zu erinnern, die man zwar weiß, aber vielleicht vergessen hat.
Wir können uns fragen:
Was genau hat es mir in der Vergangenheit ermöglicht, einen Verlust, eine Trennung, eine Krankheit oder eine Kündigung zu überstehen?
Auf welche Unterstützung habe ich zurückgegriffen?
Welche Menschen in meinem Leben haben mich dabei unterstützt, durchzuhalten und weiter zu gehen, als es einfacher gewesen wäre, aufzugeben?
Welche Strategien habe ich angewandt, um mit den negativen Gedanken und Gefühlen umzugehen, die als Reaktion auf die Schwierigkeit auftraten? An welches Wissen und an welche Weisheiten habe ich mich gehalten?
Welche „Weisheit“ hat mir Hoffung gegeben geholfen, diese Schwierigkeit zu überwinden? Mit Weisheit ist jene Einsicht gemeint, an der wir uns festhalten. Sie kann aus Liedtexten, Romanen, Gedichten, spirituellen Schriften, Zitaten berühmter Persönlichkeiten, Sprüchen der Großeltern oder aus eigenen Erfahrungen stammen.
Welche Lösungen habe ich gefunden?
Welche lösungsorientierten Verhaltensweisen habe ich gewählt, um das Problem aktiv anzugehen? Haben ich beispielsweise neue Informationen gesucht oder andere um Hilfe gebeten?
All das sind Resilienzressourcen und damit können wir uns einen persönlichen Resilienzplan erstellen, wenn wir in einer Krise stecken.
Wichtig ist: jeder von uns hat seine eigenen Ressourcen.
Das Entscheidende ist, dass wir Vertrauen in unsere inneren und äußeren Resilienzressourcen haben, da viele sich bereits in der Vergangenheit bewährt haben.
Ganz gleich, wie abwegig oder seltsam es auf andere wirken mag, immer wieder dieselbe Musik zu hören, ein Kinderbuch zu lesen, zu malen, Serien zu schauen, stundenlang zu laufen, Sport zu treiben, uns immer schöne Blumen auf den Schreibtisch zu stellen, ein Manta aufzusagen, zu Meditieren, regelmäßige Atemübungen machen, ein Dankbarkeitstagebuch zu führen, Journaling, expressiv Schreiben, Menschen helfen, denen es schlecht geht, mit vertrauten Menschen sprechen oder ob wir eine Therapie zu beginnen: Wir selbst wissen ziemlich genau, was uns hilft. Auf diese Weise sind die Resilienressourcen nichts, was andere uns vorgeben oder predigen, sondern höchst individuell und somit von persönlicher Bedeutung und großem Nutzen wenn wir uns daran erinnern und darauf zurückgreifen.
Sonntag, 14. Juni 2026
Versuchung
Foto: A.Wende
Donnerstag, 11. Juni 2026
Die Illusion vom besten Selbst
Mittwoch, 10. Juni 2026
Wenn ein tiefes Bedürfnis unerfüllt bleibt
Foto: A.Wende
Dienstag, 9. Juni 2026
Es ist die Beziehung, die heilt.
„Es ist die Beziehung, die heilt.“
Kaum ein Satz fasst das Lebenswerk von Irvin D. Yalom treffender zusammen. Der weltweit renommierte Psychiater und Psychotherapeut hat ihn in Vorträgen, Fachbüchern und Bestsellern immer wieder formuliert. Nicht Techniken, Arbeitsblätter oder ausgefeilte Interventionen stehen für ihn im Zentrum einer erfolgreichen Therapie, sondern die authentische Begegnung zweier Menschen. In der therapeutischen Allianz sieht Yalom die eigentliche Kraft, die Veränderung ermöglicht.
In Die Stunde des Herzens, das er gemeinsam mit seinem Sohn Benjamin geschrieben hat, blickt der heute 95-Jährige auf ein langes Leben als Therapeut zurück. Anhand bewegender Begegnungen mit Patientinnen und Patienten zeigt er, wie tiefgreifend menschliche Nähe wirken kann. Zugleich öffnet er den Blick auf seine eigene Geschichte. Er schreibt über frühe Verletzungen, über Ängste und Unsicherheiten, die ihn bis ins hohe Alter begleiten, und macht sich damit selbst zum Teil der Erzählung.
Im Zentrum des Buches steht die Frage, weshalb wir uns oft so schwer damit tun, anderen unser Innerstes zu zeigen. Aus Furcht vor Ablehnung und Schmerz errichten wir Schutzmauern, die uns zwar vor Verletzungen bewahren sollen, uns aber zugleich von der Nähe abschneiden, nach der wir uns sehnen. Yalom beschreibt diesen Zwiespalt mit großer Klarheit und einer berührenden Ehrlichkeit.
Gerade darin liegt die besondere Qualität dieses Buches. Es verzichtet auf einfache Antworten und psychologische Rezepte. Stattdessen erinnert es daran, dass Heilung, Wachstum und Verbundenheit dort entstehen, wo Menschen den Mut finden, sich einander wirklich zu zeigen. Die Stunde des Herzens ist ein kluges, warmherziges und zutiefst menschliches Buch – und vielleicht Yaloms persönlichstes Vermächtnis.
Montag, 8. Juni 2026
Von dir selbst loslassen
Es geht darum die Erfüllung bereits in dem zu erkennen, was du bist
und nicht in dem, was du sein willst.
Das bedeutet: Von dir selbst loslassen.
Donnerstag, 4. Juni 2026
Du bist immer noch hier - Zwischen Schmerz und Heilung
Malerei: A.Wende
Sprich über
deinen Schmerz.
Benenne, was ist: Verlust, Verrat, Verletzung, Zurückweisung, Entfremdung,
Enttäuschung. Trauer, Wut, Angst, Verzweiflung. Du kannst nicht heilen, was du nicht benennst und anerkennst.
Übe Akzeptanz.
Akzeptanz bedeutet nicht Zustimmung. Akzeptanz bedeutet, die Realität dem
inneren Widerstand vorzuziehen.
Hör auf, alles
immer wieder durchzuspielen.
Grübeln fühlt sich produktiv an – ist es aber nicht. Du kannst nicht ändern,
was geschehen ist. Jedes „Was wäre, wenn?“ hält dich emotional an einer Version
der Realität fest, die nicht mehr existiert.
Trenne den Schmerz von der Geschichte.
Dein Schmerz ist real. Das Narrativ, das du um ihn herum aufbaust, bestimmt mit ob du im Schmerz stecken bleibst oder weiter machst. Frag dich: Erzähle ich mir eine Geschichte, die mich stärkt – oder eine, die mich machtlos macht?
Erkenne zwei
Wahrheiten gleichzeitig an:
Es tut weh - und ich werde es überleben.
Übe Geduld und
Selbstmitgefühl.
Heilung ist ein Prozess. Heilung beginnt mit dem Fühlen. Heilung verläuft nicht linear. Sie geschieht in kleinen
Schritten und durch kleine, beständige Routinen. Schlechte Tage machen deine Fortschritte nicht zunichte.
Du bist nicht kaputt. Was dir passiert ist, hat Spuren hinterlassen.
Aber es definiert nicht deinen Wert. Du versuchst gerade zu überleben. In deinem Kopf und in deinem Herzen findet ein Kampf statt. Und trotzdem bist du noch hier. Du brauchst Raum für alles, was du fühlst. Raum, um es auszudrücken. Raum, um zu trauern, zu wüten, zu weinen und langsam wieder Kraft zu sammeln. Nimm dir diesen Raum.
Sag dir jeden
Morgen:
Nur für heute. Tu heute das, was du schaffen kannst. An manchen Tagen
ist Überleben bereits schon ein Sieg.
Du bist immer noch hier.
Sei stolz auf dich!
Angelika Wende
Kontakt: aw@wende-praxis.de
Mittwoch, 3. Juni 2026
Dankbarkeit statt Wut? Warum diese Gegenüberstellung psychologisch zu kurz greift.
Malerei: A.Wende
Dienstag, 2. Juni 2026
Dating Ü50: Zwischen Sehnsucht und Selbstschutz
Foto: A.Wende
Montag, 1. Juni 2026
Zwischenwelt
Foto: A.Wende




