Sonntag, 25. Mai 2014

Aus der Praxis - Der negative Mutterkomplex oder von der Mutter verlassen Söhne





Das erste Liebesobjekt des Sohnes ist die Mutter, zu der er eine intensive körperliche und seelische Nähe sucht. Durchläuft das männliche Kind eine gesunde Entwicklung ist es in der Lage, sich im Laufe der Zeit über die Pubertät, bis hin zum Erwachsen, aus dieser Bindung lösen. In einer gelungenen Mutter-Sohn-Beziehung hat der Mann die Fähigkeit entwickelt auch andere Menschen zu lieben.

Gelingt diese Ablösung nicht, wird die nicht gelöste Bindung zur Mutter, egal ob sie gut oder schlecht war, zum sogenannten Mutterkomplex und damit zu einem seelischen Problem für den Mann.

Man unterscheidet zwischen einem positiven und einem negativen Mutterkomplex. Männer mit einem positiven Mutterkomplex lieben ihre Mutter und mütterliche Frauen. Sie fühlen sich von mütterlichen Attributen angezogen. Männer mit einem negativen Mutterkomplex bleiben in der Beziehung zu ihrer Mutter stecken. Sie hängen emotional, wie man im Volksmund sagt - "an der Nabelschnur" - und entwickeln nicht die Fähigkeit sich in eine gesunde Bindung zu begeben. Das Innere dieser Männer ist besetzt von Urmisstrauen und Verlustangst. Das bedeutet, dass sich dieser Mann nicht altersgemäß aus der Bindung an die Mutter gelöst hat, sondern auf einer früheren Entwicklungsstufe stecken geblieben ist und daher lebenslang die Mutter suchen wird. Nur die gesunde Liebe zur Mutter legt die Grundlage für männliche Reife, Liebesfähigkeit und die Wertschätzung des Weiblichen.

Das Konzept der Komplexe ist eines der Konzepte der Jungschen Psychologie. Dazu gehört auch der Begriff „Mutterkomplex“. Nach C. G. Jung wird ein Mann, der ein problematisches Verhältnis zu seiner Mutter hat, sie verachtet, entwertet oder sogar hasst, Probleme mit dem Weiblichen haben. Ein Mann, der unter einem negativen Mutterkomplex leidet, kann u.U. seinen Hass auf die Mutter sogar unbewusst auf andere Frauen übertragen, indem er sie entwertet oder sie unbewusst fürchtet, weil er sich durch das Weibliche in seiner Männlichkeit verachtet und bedroht fühlt.
Negative Beziehungserfahrungen mit der Mutter sind die kindlichen Bedürfnisse nach Aufmerksamkeit, Nähe, Umsorgtsein, Achtung und Liebe, die nicht erfüllt worden sind. 
Eine narzisstische, wenig beschützende Mutter beispielsweise oder eine ambivalente, unberechenbare Mutter, die für ihren Sohn nicht erreichbar bzw. begreifbar ist, sind für ein gelungenes Selbstkonzept des männlichen Kindes keine gute Basis. Durch den frühen Objektverlust kommt es in vielen Fällen zu Selbstentfremdung, Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Aggressionsansammlung oder einer allgemeinen Aggressionsschwäche. Männliche Aggression im gesunden Maße aber wird gebraucht, um sich von der Symbiose mit der Mutter abzulösen und entschlossen eine Partnerin zu erobern. Nicht selten leiden diese Männer auch unter Depressionen oder sie betreiben Selbstdestruktion mittels Alkohol und anderen Drogen.
Gefühle wie innere Leere, Angst, Wut und Schuld bestimmen das seelische EmpfindenDie kindliche Erfahrung dieser Männerseelen ist das Gefühl des "Niedergemachtseins zum Nichts".
Das hat fatale Auswirkungen auf das spätere Selbsterleben und das Beziehungsverhalten. So lassen sich Mutter und Geliebte für diese Männer nur schwer in einer Person vereinigen, besonders wenn die Mutter eine zweideutige übermächtige Gestalt war. Zwiegesichtig wie die Mutter schwankt der Sohn in seinem Verhältnis zum Weiblichen, er weiß nicht, was es bedeutet männlich zu sein und fühlt sich der Frau unterlegen.
In der Beziehung zu einer Frau kommt es daher oft zu einer Objektfixierung, die durch Aufopferung und Abhängigkeit gekennzeichnet ist. Männer mit einer nicht eindeutig erlebbaren Mutter suchen unbewusst immer eine Partnerin die zwei Pole hat – einen in der sich Eigenschaften der Mutter wiederfinden und einen der von der Mutter verschieden ist. Im Laufe der Beziehung aber erlebt der Mann die Partnerin immer mehr als Mutter und umgekehrt die Frau sich selbst als Mutterersatz, denn sie wird unbewusst zum „Objekt des Lösungsversuchs“ der nicht gelösten Mutter-Sohn-Bindung funktionalisiert. Der Mann will einerseits mit der Frau verschmelzen, andererseits hält ihn sein Anklammern, sprich die kindliche Verschmelzungssehnsucht, genau da wo er einst als Sohn war – in der unerfüllten Sehnsucht nach sich selbst. In diesem Konstrukt wird die Partnerin gleichzeitig begehrt, gefürchtet und abgelehnt.
Auch Donjuanismus kann eine Folge des Mutterkomplexes sein. Wie das literarische Vorbild jagen diese Männer bindungsunfähig von Frau zu Frau, immer auf der unbewussten Suche nach der Mutter, die unerreichbar bleibt und zugleich im Tiefsten verachtet wird. 
Männer mit einem Mutterkomplex sind im Tiefsten allein. 
Die meisten von ihnen sind sich ihrer Mutterwunde nicht einmal bewusst oder sie winken ab, wenn man sie darauf anspricht. Aber auch wenn sie es ahnen, nicht viele Männer sind bereit sich der Mutter, die sie gefühlt nie hatten, oder sich der Wut auf die Mutter, die sie innerlich vernichtet hat, zu stellen. Sie bleiben ein Leben lang unglücklich und sich selbst ein unbekanntes Wesen, das zerrissen von der Sehnsucht nach Selbstliebe und Liebe leidet und fatalerweise die Frauen, denen sie begegnen, mitleiden lassen.
Um sich aus einem Mutterkomplex abzulösen gibt es nur einen Weg: sich die Beziehung zur Mutter genauer anschauen, auch wenn der Blick in ihre Richtung kein angenehmer Blick ist. Es schmerzt sich einer Vergangenheit zu stellen, die nicht reparabel ist, aber was ist die Alternative? Leid und zwar lebenslang.
Schließlich gehört es auch irgendwann dazu sich die Wut auf die Mutter einzugestehen. Wut kann sogar hilfreich sein um sich endlich von den mütterlichen Introjekten abzulösen und frei zu werden –  für sich selbst, um ein eigenständiger Mann zu sein und für eine erwachsene, mit den Schatten der Kindheit nicht belastete, gesunde Beziehung.


Kommentare:

  1. Ich habe nie mich damit auseinander gesetzt aber dieser Artikel bringt es bei mir auf den Punkt. Meine Mutter sehe ich einmal im Jahr aber dieses Gefühl der Nähe und der Geborgenheit hatte ich nie und deshalb bin ich ziemouch anhänglich zu meiner Freundin. Gibt es einen Weg der Heilung, abgesehen von dem Auseinander setzten mit der Mutter. Ich wüsste nicht was ich sagen sollte, denn ich würde meine Mutter nicht kränken wollen. Ich bin seit ich 7 bei meinem Vater aufgewachsen und habe meine Mutter bis ich 9 war jedes zweite Wochenende gesehen danach ist sie nach Portugal gezogen und ich sah sie nur einmal im Jahr.

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  2. es gibt immer einen weg zum besseren hin. wenn du dich mit deiner mutter nicht direkt auseinandersetzen kannst, kannst du das mit einer psychologischen begleitung tun. du brauchst sie dazu nicht.

    herzlich,
    angelika

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  3. Das "sich stellen", das Du gegen Ende ansprichst, ist leichter gesagt als getan. Selbst psychologische Begleitung hat bei mir nicht sonderlich geholfen, so diffus ist alles.
    LG
    Brendan

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  4. lieber brendan,

    es kann lange dauern und wenn eine psychologische begleitung nicht hilft, wer sagt, dass es eine nächste nicht tut? es braucht zeit, das vergessen viele immer wieder, viel zeit und geduld mit sich selbst.

    lieben gruß, angelika

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  5. "In diesem Konstrukt wird die Partnerin gleichzeitig begehrt, gefürchtet und abgelehnt." Das ist was mir zur Zeit passiert. Mein Mann fühlt sich immer grundlos ungeliebt. Will viel Aufmerksamkeit von mir und von meiner Tochter, aber nichts reicht ihn. Schon ein kleines Wort, eine normale Antwort mit einer anderen Meinung empfindet er als Attacke. Seit halbes Jahr ist schlimm. Dass er keine gesunde Eltern-Bindung hat, fühle/weiß ich seit langen. Er selber nennt sich das "zweit-Liebling", weil die Schwester das Liebling der Mutter ist. Mein Mann ist immer außer vor. Der Vater war immer "abwesend", d.h. hat überhaupt keine Beziehung zu den Kindern aufgebaut, aufbauen können, obwohl meine Schwiegereltern seit 45 Jahren miteinander verheiratet sind, die Beziehung ist voller Hass zwischen den beiden. Die Schwester hat seit "immer" eine Angstneurose, ist komplett Mutter-abhängig, trotz eigenem Ehemann, keine einzige eigene Freundin oder Bekannten, keine private Kontakte außer Ehemann und Mutter. Bitte nicht falsch verstehen: meine Schwiegereltern und meine Schwägerin sind sehr gute Menschen, sind sehr nett zu mir und unsere Tochter, nur haben viele seelische Probleme. Wahrscheinlich jetzt mein Mann auch. Wie kann ich ihn von einer Therapie überzeugen? Danke im Voraus für die Antwort! Esther

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  6. Liebe Esther, die Frage ist nicht: Wie kann ich ihn von einer Therapie überzeugen?, denn ist er nicht willens, kannst du es nicht. Die Frage, die Du Dir stellen könntest, ist: Wie kann ich mir selbst helfen, und was brauche ich, damit es mir besser geht?

    Wir haben keine Macht über andere Menschen.

    Alles Liebe für Dich!

    Angelika

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  7. Vielen vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht.

    Jahre lang wollte ich wissen was an mir falsch ist wieso ich Angst hatte verlassen zuwerden oder so misstrauisch war ( paranoid ) trifft eher. Ich war immer der Meinung das ich nichts falsch mache wie man mich verlassen kann und so weiter. In jeder Beziehung hatte ich das Gefühl betrogen worden zusein und immer waren die Frauen schuld. Auch jetzt in meiner momentanen Beziehung was auch am längsten ist. Dieser Beitrag rettet vielleicht die Beziehung weil meine Anschauung sich verändert hat mir ist jetzt vieles klarer.
    Ich bin noch ziemlich jung 27 Jahre umgenau zunehmen und werde mir einen tiefenpsychologen suchen oder in die Beratung gehen.
    Weil ich meiner Mutter eigentlich verziehen habe und komischer weise werden die depressiven fahsen immer öfter und schlimmer.

    Ich danke ihnen vielmals .

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  8. Vielen vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht.

    Jahre lang wollte ich wissen was an mir falsch ist wieso ich Angst hatte verlassen zuwerden oder so misstrauisch war ( paranoid ) trifft eher. Ich war immer der Meinung das ich nichts falsch mache wie man mich verlassen kann und so weiter. In jeder Beziehung hatte ich das Gefühl betrogen worden zusein und immer waren die Frauen schuld. Auch jetzt in meiner momentanen Beziehung was auch am längsten ist. Dieser Beitrag rettet vielleicht die Beziehung weil meine Anschauung sich verändert hat mir ist jetzt vieles klarer.
    Ich bin noch ziemlich jung 27 Jahre umgenau zunehmen und werde mir einen tiefenpsychologen suchen oder in die Beratung gehen.
    Weil ich meiner Mutter eigentlich verziehen habe und komischer weise werden die depressiven fahsen immer öfter und schlimmer.

    Ich danke ihnen vielmals .

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  9. manchmal wollen wir verzeihen und dann glauben wir, wir haben verziehen. ich erlebe es nicht selten in der praxis, dass menschen sagen - ich habe verziehen. ihr kopf hat es, aber ihre seele konnte es (noch) nicht. sie zeigt es uns dann mittels symptomen, wie z.b. depressionen oder ängsten. es dauert lang verletzungen aus der kindheit aufzuarbeiten und die erfahrung sagt: wir brauchen dazu hilfe.

    ich wünsche ihnen alles gute ...
    herzlich, angelika

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  10. Vielen Dank für Ihren Beitrag. Ich bin seit fast 3 Jahren mit einem Mann zusammen, zu dem Ihre Beschreibung sehr gut passt. Das er eine etwas "seltsame" Beziehung zu seinen Eltern hat war mir von Anfang an klar. Seine Mutter hat sich regelrecht aufgedrängt ihm die Wäsche zu waschen und seine Wohnung zu putzen (er hat es zugelassen). Das hat aufgehört, als wir zusammengezogen sind. Das war auch der Zeitpunkt ab dem sie versucht hat uns auseinander zu bringen. Mittlerweile ist es so, dass er keinen Kontakt mehr zu ihr hat. Allerdings benutzt sie seinen Vater immer wieder als Druckmittel. Sie stellt die gesundheitliche Situation (Parkinson) des Vaters so schlecht dar, dass der Vater es mittlerweile selbst glaubt und mein Mann immer ein schlechtes Gewissen gegenüber seinem Vater hat. Dies hat soweit geführt, dass mein Mann Heiligabend bereit war mit Mutter und Vater zusammenzusitzen und erst spät abends mit mir zu feiern. Druck hat sie wieder dadurch verübt, indem sie an Heiligabend einfach von zu Hause abgehauen ist. Diese ganze Situation ist mittlerweile unerträglich, da ich so sehr darunter leide (er empfindet mein Leid meist "übertrieben", die Situationen mit seinen Eltern würde ja schließlich nicht unser Zusammenleben beeinflussen). Er hat mit versprochen eine Therapie zu machen, um sich endlich lösen zu können. Ich befürchte nur, dass er dies nicht aus freien Stücken tut sondern weil er merkt, dass er mich verliert. Für einen Partner ist in solch einer Situation kein Platz.

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  11. Danke für den gut geschriebenen Artikel. Auch ich befinde mich in einem solchen Konstrukt, dass mich seelisch leiden lässt. Nur weiß ich wirklich nicht, wie mir das gelingen soll.
    Sie schreiben im vorletzten Artikel, man müsse "sich die Beziehung zur Mutter genauer anschauen". Was genau meinen Sie damit? Danke und viele Grüße, Michael

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  12. ich Bin 45 Jahre und ein Muttersöhchen konnte mich nie lösen vn der Ich war total abhängig von ihr sie kaufte mir soagr meine unterwäsche oder wir sind zusammen in ein Miedergeschäft und haben Miederwäsche für sie gekauft..Sollte auch oft bei ihr schlafen oder ihr erzählen wie toll sie auszieht und Mutti ist die beste..Ich stehe heute auf reife Frauen ab 60 und müssen so sein wie muttern..
    Ich komme davon nicht los

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  13. Sie könnten sich professionelle Hilfe suchen.


    Liebe Grüße
    Angelika Wende

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  14. ...vielleicht hab ich es überlesen, aber was ist mit Söhnen, die ab einem bestimmten Alter (sagen wir mal ab dem 7.LJ) ohne Mutter aufwachsen müssen, weil nach der Scheidung der Eltern der Vater das Sorgerecht hat und der Mutter das Umgangsrecht verweigert wird. Haben Sie für diese "Konstellation" auch ein "Komplex-Modell" o.ä. , vielen Dank.

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    1. Wäre für mich auch interessant. So ist es meinem heute 17 jährigen Sohn den ich mittlerweile 7 Jahre nicht mehr gesehen habe passiert. Und nein ich bin nicht kriminell oder dergleichen. Habe noch 2 Kinder mit 24 Jahren und 11 Jahren. Ich frage mich was mein Sohn der beim Erzeuger geblieben ist wohl fühlt.

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  15. darüber habe ich noch nicht geschrieben. aber es gibt literatur dazu.
    Beuster, Frank: Die Jungenkatastrophe. Das überforderte Geschlecht
    rororo

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  16. hallo angelika,
    leider muss ich gestehen, das ich ein mann bin wie du ihn im Artikel beschreibst. bei meiner frau und mir ist es mittlerweile soweit das wir in der Situation feststecken und ich nicht mehr weiter komme. als wir meiner mutter gesagt haben, das wir ein Baby bekommen hat sie ein gesicht gemacht, als ob ich sie geschlagen hätte. dann ist sie mit "kreislaufproblemen" gegangen. das unfähig sein als eigenständiger mann zu leben macht mich und meine Beziehung kaputt. was kann ich tun um die Bindung zu lösen ohne meine mutter zu verlieren? ich weiss, das ich zum teil partnerersatz war/bin, da mein vater recht jung gestorben ist. ich wünsche mir eine gesunde mutter-sohn Beziehung. ich liebe meine frau und möchte auch für uns das es friedlich wird und mein Wohlbefinden nicht an das meiner mutter gebunden ist. das macht mich zum Spielball ihrer Gefühle und beeinflusst somit auch meine ehe. meine mutter hat kein recht auf so viel macht und trotzdem kann ich sie ihr nicht verwehren. was kann ich tun? vielen dank für den tollen Artikel! er gibt mir Hoffnung!
    glg,markus

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  17. Hallo Angelika,

    ich danke dir für diesen erhellenden Artikel. Nach einer langen Beziehung inklusive Ehezeit (14 Jahre) bin ich nun gerade dabei, das Thema Mutter-Sohn-Beziehung aufzuarbeiten. Mithilfe einer Psychotherapie. Es lässt Einiges darauf schließen, dass ich unter einem negativen Mutterkomplex leide, da meine Mutter seit ich sie gekannt habe (Anm.: sie ist vor 11 Jahren gestorben), chronisch krank war. Ich kannte also nie eine gesunde Mutter, habe immer vermisst, was andere Kinder und Jugendliche mit ihren Müttern alles erleben konnten. Das war bei mir nicht möglich. Zudem kam auch heraus, dass ich nie gestillt worden bin, da das physisch bei meiner Mutter nicht klappte. Die Anzeichen, wie sich diese ungelöste Loslösung von der Mutter im Erwachsenenleben darstellt, und wie du sie im Artikel ansprichst, treffen die Sache ziemlich gut. Ich kann mich in vielen Dingen wiedererkennen. Das ist einerseits natürlich positiv, diese Dinge zu erkennen, denn es hilft, mich selbst besser zu verstehen und zu akzeptieren. Ich kann Vergangenes eben nicht mehr ändern. Andererseits macht es mir Angst, mich neu einzulassen auf eine Frau (Therapie hat gerade erst begonnen). Ich denke dann, das ist alles noch viel zu früh, das Kind in mir, das nach Anerkennung und Liebe lechzt, ist möglicherweise noch zu dominant. Trotzdem vermisse ich natürlich Zärtlichkeiten, körperliche Nähe, Sex. Ich habe manchmal das Gefühl, dass ich darauf noch sehr, sehr lange warten muss ...

    Liebe Grüße, David!

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  18. Lieber David,

    danke für deine Offenheit und für deine Wertschätzung. Du bist auf dem Weg und das ist gut. Wer sich auf macht seine Geschichte zu verarbeiten wird immer belohnt, sagt die Erfahrung, auch wenn es dauern mag. Geduld ...

    Ich wünsche dir von Herzen alles Gute!

    Liebe Grüße,
    Angelika

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  19. Liebe Frau Wende,

    wunderbar geschrieben! Ich habe einen Freund, der aus einer anderen Kultur, aus einer Clan-Gesellschaft, kommt. Dort wird die individuelle Entwicklung nicht unterstützt. Meist werden Kinder in die Welt gesetzt, und man kümmert sich nicht um sie - jedenfalls nicht emotional. Jungs werden als Kind einfach schreiend liegengelassen - "das macht richtige Männer aus ihnen". Durch diese furchtbare Vernachlässigung werden die Männer zu persönlichkeitsgestörten Frauenhassern, die einem patriarchialem System dienen. Oft wird ihnen auch keine Grenze gesetzt, sie machen, was sie wollen, keiner wird ihnen Herr.
    Der Vater von meinem Freund starb vor ca. 10 Jahren mit 76, die Mutter lebt noch in seiner Heimat. Er selbst lebt zwischen den Welten, in seiner Heimat und in Deutschland. Ich hörte aus seinen Erzählungen heraus, dass er mit seinem Vater Konflikte hatte und er sich stets über seine Autorität gestellt hat. Ich vermute, dass er in starker Konkurrenz zu seinem Vater lebte, bis er starb, und keine Chance hatte, in Frieden zu kommen. Seine Mutter ist eine leidende Frau, und ich glaube sie manipuliert stark. Mein Freund ist ein ängstlicher, zwanghafter Mensch, und er hat auch die Tendenz zu manipulieren, emotional zu erpressen. Er teilt sich nicht mit. Er bleibt immer auf der Sachebene. Er zeigt kein Interesse an mir und meinem Leben. Über Gefühle sprechen, sie beschreiben, das kann er nicht. Einerseits möchte er Bindung (Ring am Finger), aber er kann dauerhafte körperliche Nähe nicht zulassen und befindet sich immer auf Reisen in die Heimat, mit kurzen Aufenthalten bei mir. Er braucht ständig Aufmerksamkeit, kann keine Kritik vertragen und bezieht alles auf sich. Schuld sind natürlich immer die anderen. Ein richtiger Narzisst. Ich empfinde ihn als total beziehungsgestört und langsam werde ich auch krank, denn er ist völlig ruhelos, ohne Mittelpunkt, ständig mit beruflichem Fortschreiten beschäftigt.
    Sobald ich ihn auf seine Mutterbeziehung anspreche, fängt er an sie zu idealisieren. Sein Vater kommt dabei nicht so gut weg. Ich spüre, dass er ihn am Konkurrenten sieht. Er ist auch in der Familie als ältester Sohn für alles verantwortlich gewesen, gleichzeitig fühlt er sich immer aussen vor und abgelehnt. Bei Konflikten mit mir geht er ins Schweigen, er meidet die direkte Auseiandersetzung - für mich fast unerträglich! Ich habe ein Vernachlässigungstrauma und werde ständig getriggert...

    Ja - es ist sehr schwer. Sehr schwer... ich weiß nicht, wie ich aus dieser Beziehung raus kommen kann. Denn ich liebe ihn auch. Nur ist das Ganze so destruktiv, dass ich depressiv bin und keine Kraft mehr habe.

    Viele Grüße
    Tanja

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  20. Liebe Tanja,

    ja es ist sehr schwer. Und diesen Schritt schafft man alleine meist nicht. Es macht Sinn sich Hilfe zu holen.

    Herzlich,
    Angelika

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  21. Guten Tag.

    Ich habe einen 16jährigen Sohn. Ich behaupte, dass ich eine verlässige, umsorgende und berechenbare Mutter bin. Zumindest wurde mir das mehrfach bestätigt. Mein Sohn und ich haben, nach 3 jährigen Kampf wegen der Pubertät, wieder ein sehr gutes Verhältnis. Seinen Vater sieht er regelmäßig. Er betreibt intensives Boxen. Bedeutet, er hat viel Kontakt zu Männern. Trotzdem ist, wenn wir gemeinsam zu Hause sind, gerne mit mir zusammen. Wir reden, wir lernen gemeinsam und wir lachen viel. Wenn er kein Training hat (4-5mal die Woche) dann lernt er für die Schule (er ist sehr gut). Aber er trifft sich dadurch in letzter Zeit sehr wenig mit seinen Freunden. Ist das schlimm, dass wir gerne zusammen zu Hause sind? Vor allem jetzt in der Winterzeit. Ich denke darüber nach, dass er sich doch abnabeln muss. Ich habe Angst, etwas falsch gemacht zu haben.
    LG

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  22. Du Liebe,
    dein Sohn ist erst 16.
    Er hat noch genug Zeit sich abzunabeln.

    Alles Liebe Euch Beiden!
    Angelika

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  23. Hallo und Danke für den Artikel.
    Ich bin mit einem Mann zusammen, mit dem ich seit Jahren den Konflikt habe, dass er in Konkurrenz zu meinem Sohn steht. Dies will er nicht wahrhaben und weicht meinen Bitten stets aus, dass er achtsamer mit meinem Sohn umgehen soll und nicht immer seinen Neid und seine Eifersucht an ihm auslässt. Zu seiner Mutter hat mein Freund seit fast zwanzig Jahren keinen Kontakt. Er bezeichnete sie als verrückt und "die Mutter" habe jeglichen Kontakt zu ihm abgebrochen. Alles scheint in der Familie schräg gelaufen zu sein, einen Kontakt zu den Geschwistern hat er auch nicht. Sie sehen sich nie, treffen sich nie. Selbst ein Todesfall in der Familie brachte meinen Freund nicht dazu, dort hinzufahren und Anteil zu nehmen. Meinen Sohn behandelt er missgünstig, manipulierend und desinteressiert. Eifersucht ist oft eine spontane Handlung bei ihm. Ich leide mittlerweile fürchterlich und bin kurz vor der Trennung. Immer, wenn ich sehr heftig reagiert habe, dann hatte er kurzzeitiges Einsehen, entschuldigte sich für sein Verhalten meinem Sohn gegenüber, aber nie bei ihm, immer nur bei mir.

    Ich kann mich hier selbst kaum noch stehen sehen. Ich möchte mich trennen, habe aber Angst davor. Ein Teil von mir liebt ihn. Der andere Teil beginnt ihn zu verachten und mich gleich selbst.

    Ich denke, er hat eine Mutter-Störung und ich bin die, die sie ersetzen soll. Eigentlich sage ich immer, wo es langgeht und er folgt mir dann - in gewisser Weise kommen meine direkten Worte als getarnter Bumerang zu mir zurück. Er braucht sehr viel Bestätigung und es ist nie gut genug. Seine Kommentare in Richtung meines Sohnes sind stets "wie redest du mit deiner Mutter" oder wenn ich meinen Sohn zärtlich behandele, unterstellt er ihm Unfreundlichkeit, weil er gerade Aufmerksamkeit bekommen hat. Und so weiter.

    Ich versteh mich selbst nicht so ganz in dieser Hinsicht.
    Eine Therapie wird er nicht machen. Er hat jetzt erst wieder abgewiegelt und gemeint, seine Beziehung zu ihr nicht aufarbeiten zu müssen.

    Es läuft wohl darauf hinaus, dass ich eine brauche. Was denken Sie?

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  24. Liebe anonym,

    wir haben keine Macht über andere Menschen!

    Aber Sie können sich selbst aus dieser destruktiven Beziehung befreien, wenn Sie das wirklich wollen.
    Natürlich ist da die Angst zu gehen, aber wie wird Ihr Leben weiter gehen, wenn Sie bleiben?

    Was würde die Liebe sich für Sie wünschen?

    Herzlich,
    Angelika

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  25. Hallo ,ich muss auch was dazu schreiben.
    Mein Partner und ich waren fast 10 Jahre zusammen.in der Zwischenzeit hat seine Oma immer angerufen und wollte was gemacht haben . Muss dazusagen,das er bei mir gewohnt hat.Er ist dann immer ein Tag später heimgefahren und kam ein Tag später wieder. Das war jede Woche so.Er wollte mich heiraten und seine Familie hat es mit Lügen und intrigen zerstört und hat es kaputt gemacht. Er ist natürlich nach Hause ,weil es seine Familie so wollte. Und er hat das geglaubt ,was die so erzählt haben. DAs lustige ist ,er hat mir 4 Wochen vorher gesagt ,das er mich nicht heiraten will. Wie komme ich mit dieser Situation klar? Es vergeht kein Tag wo ich hass und wütend bin.

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  26. Hallo Anonym,

    es gibt kein Rezept wie Sie damit klar kommen.
    Aber es gibt einen Weg, wie Sie damit klar kommen können.
    Sie könnten sich Hilfe suchen.


    Herzliche Grüße,
    Angelika Wende

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  27. Danke für diesen Artikel, der hilft bestimmte Verhaltensweisen zu verstehen.
    Ich habe einen Partner, der ein sehr schwieriges Verhältnis zu seiner Mutter hat. In der Kindheit hat sie ihn nie Liebe zukommen lassen und früh verlassen. Er ist dann bei seinem Vater und neuer Partnerin aufgewachsen, doch hat auch dort immer Zurücksetzen im Gegenzug zu seinem Stiefbruder erlebt. Kontakt besteht zu seiner Mutter gar keiner.
    Mein Partner hat bereits eine Therapie deshalb gemacht aber in bestimmten Situationen bricht trotzdem das alte Verhaltensmuster wieder heraus. Das äußert sich indem er nach Anhaltspunkten sucht die zeigen dass ich ihn nicht richtig liebe und mir Sachen zum Vorwurf macht die überhaupt nicht böse gemeint sind. So will ich ihn nach einem harten Arbeitstag schlafen lassen und er fühlt sich nicht mehr begehrt. Es gibt lange gute Phasen wo alles in Ordnung ist aber dann reicht eine Kleinigkeit und ein Riesen Streit entspringt. Er sieht sich dabei selbst immer in der opferrolle und mich als die jene der er nichts recht machen kann.
    Meine Frage ist, wie kann ich solchen Attacken entgegnen? Sollte ich ihn dann die Stirn bieten? Ihn beruhigen? Ihn allein lassen? Es ist schwierig für mich, weil ich auch nicht immer die schuld auf mir sitzen lassen möchte.

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  28. Liebe Anonym,

    wenn Ihnen das so große Probleme bereitet, könnten sie sich professionelle Hilfe suchen. Ich berate in meiner Praxis, hier nicht. Ich beschreibe hier was ist.

    Alles Liebe!
    Angelika Wende

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  29. Ihr Artikel ist hervorragend. Dazu hab ich noch eine Frage. Ich hab seit 5 Jahren einen Affärepartner,der unbeschreibliche Angst vor seiner Frau hat.
    Warum hat ein gestandener Mann mit 61 Jahren in 24 jähriger Lebensgemeinschaft ohne Trausvhein die Angst?? Er könnte doch auf den Tisch hauen und sich Beschimpfungen verbieten.
    Ich versteh das nicht.
    LG Bianca

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  30. danke.
    wir verstehen den anderen nicht.
    uns selbst verstehen zu lernen ist genug.

    liebe grüße,
    angelika

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  31. Zwischen innen und aussen....so passend ...mein lieblingsgedanke...auf einer brücke stehen...das was hinter mir liegt...oder vor mir wenn ich drüber gehe...danke für eine mir neuen Blickwinkel auf die Wichtigkeit einer Mutter. Habe mich im ganzen Text zu 100% wiedergefunden. Habe einen tollen Mann geheiratet. Bin jetzt 45 Jahre und er hat mir erklärt er braucht eine Mutter. Nach 20 Jahren Ehe ist das nicht was man hören will. Und eigentlich will er das ja auch gar nicht von mir. Ich büße nur ab,für seine eigene mutter die die familie im stich gelassen hat als er 16 war. Sie hat drei kinder einfach zurückgelassen. Heute weiss ich er hat eine art trauma. Und es tut mir aufrichtig leid was ihm passiert ist. Im moment weiss ich mir keinen rat. Ich weiss nur eins, weglaufen werd ich nicht. Und ich bleib bei mir. Denn...es gibt nur eine mutter. Vielen dank für den tollen artikel. Tina

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  32. Wenn ich keinen Rat weiß, hole ich mir Hilfe.

    Danke für Ihre Wertschätzung, liebe Tina.

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  33. Liebe Angelika,
    Vielen Dank für diesen wirklich guten Artikel - ich fühle mich seit vielen Jahren so und habe in Ihrer Zusammenfassung nun endlich eine stimmige Ursache-Wirkungs-Darstellung gefunden. Ich habe viele Jahre meine Mutter immer verteidigt, da wir 3 Kinder nach der elterlichen Scheidung bei ihr aufgewachsen sind. Aber dadurch war sie auch immer "unantastbar", denn sie hatte ja scheinbar für uns Kinder so viel auf sich genommen. Nach langen Jahren der Therapie, aber auch erst einige Zeit danach sehe ich vieles anders, und ich habe damit endlich eine Erklärung für meine immer wieder widerstreitenden Gefühle. Ich bin "eigentlich" glücklich verheiratet und habe eine wirklich tolle Frau gefunden, wofür ich sehr dankbar bin, aber wie Sie schreiben kommt es immer wieder zu Situationen, vor allem in der Öffentlichkeit im Zusammentreffen mit anderen, in denen ich sie im Stich lasse, mich den anderen zuwende, nicht stabil in der Beziehung bleiben kann. Ich werde dabei offenbar immer unbewusst von der starken Suche nach Anerkennung durch ein neues gegenüber angetrieben - aber zum Preis, dass ich die Beziehung im Stich lasse. Es ist schrecklich, dass mir das immer wieder "passiert", weil ich meine Frau dadurch so tief verletze, was ich wirklich nicht will. Seit Jahren versuche ich dem Herr zu werden, aber es gelingt mir nicht. Meine Frau wendet sich dann immer von mir ab, weil ich kein sicherer Partner für sie bin - was ich auch verstehen kann! Ein wirklich tragisches Dilemma. Ich vermute nun nach dem Lesen Ihres Artikels dass ich in mir ein tief verankertes Misstrauen Frauen gegenüber habe, weil eben meine Beziehung zu meiner Mutter als erster Frau so "bipolar" war - einerseits stabil im Sinne von versorgtwerden, andererseits war Sie emotional nie richtig erreichbar. Das hält mich nun seit Jahren gefangen in einem hin und her, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt. So ist die Lösung? Nun glaube und hoffe ich, dass eine Lösung darin besteht, mich vom negativen, verhängnisvollen weil immer abhängigen aber nie in echter Beziehung stehenden Bild meiner Beziehung zu meiner Mutter zu lösen. Offenbar ist es so, dass ich dieses Bild als "Gelernte Beziehungserfahrung verinnerlicht habe (do. verstehe ich Ihre Introjekte) und im inneren vernute, dass alle Beziehungen zu Frauen so sein werden. Ich weiß nicht genau wie und hoffe nur, dass es mir gelingt, diese inneren Bilder loswerden. Ich dachte immer, dass ich das selbst für mich lösen muss, aber ich glaube nun, dass ich meine Wut auf meine Mutter, auf die Beziehungserfahrung mit ihr, auf ihren Umgang mit mir, ihr quasi zurückgeben muss, im direkten Kontakt, in der direkten Konfrontation.
    Andererseits beschäftigt mich Ihr Satz sehr: nur die gesunde Liebe zur Mutter legt die Grundlage für die männliche Reife. Wie aber soll ich eine "gesunde liebe" zu ihr entwickeln, wenn ich innerlich voller Wut und Hass auf sie bin? Vielleicht haben Sie dazu einen Hinweis (natürlich kann eine Therapie immer hilfreich sein. Nach vielen Jahren in Therapie und guten Abschluss und der Erkenntnis, dass dennoch manche Dinge immer noch weiterwirken glaube ich jedoch, dass man selbst einen Weg in die direkte Auseinandersetzung suchen sollte. Was meinen Sie dazu / wie schätzen Sie das ein?)

    Noch eine Frage: ich verstehe nicht genau, was Sie damit meinen: "So lassen sich Mutter und geliebte für diese Männer oft nur schwer in einer Person vereinigen". Was ist hier mit "in einer Person" gemeint? Wenn ich eine Geliebte und Ehefrau habe, soll sie ja gerade nicht auch noch Mutter sein. Oder meinen Sie damit, dass man als betroffener Mann in sich vereinigen muss, dass es sowohl Geliebte als auch Mutter geben muss? Aber beides eben getrennt, gefühlsmäßig nicht in einer Person vereint? Oder wie ist das gemeint?

    Jedenfalls nochmals herzlichen Dank und Ihnen alles Gute!
    Thomas

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  34. Liebe Angelika,
    Vielen Dank für diesen wirklich guten Artikel - ich fühle mich seit vielen Jahren so und habe in Ihrer Zusammenfassung nun endlich eine stimmige Ursache-Wirkungs-Darstellung gefunden. Ich habe viele Jahre meine Mutter immer verteidigt, da wir 3 Kinder nach der elterlichen Scheidung bei ihr aufgewachsen sind. Aber dadurch war sie auch immer "unantastbar", denn sie hatte ja scheinbar für uns Kinder so viel auf sich genommen. Nach langen Jahren der Therapie, aber auch erst einige Zeit danach sehe ich vieles anders, und ich habe damit endlich eine Erklärung für meine immer wieder widerstreitenden Gefühle. Ich bin "eigentlich" glücklich verheiratet und habe eine wirklich tolle Frau gefunden, wofür ich sehr dankbar bin, aber wie Sie schreiben kommt es immer wieder zu Situationen, vor allem in der Öffentlichkeit im Zusammentreffen mit anderen, in denen ich sie im Stich lasse, mich den anderen zuwende, nicht stabil in der Beziehung bleiben kann. Ich werde dabei offenbar immer unbewusst von der starken Suche nach Anerkennung durch ein neues gegenüber angetrieben - aber zum Preis, dass ich die Beziehung im Stich lasse. Es ist schrecklich, dass mir das immer wieder "passiert", weil ich meine Frau dadurch so tief verletze, was ich wirklich nicht will. Seit Jahren versuche ich dem Herr zu werden, aber es gelingt mir nicht. Meine Frau wendet sich dann immer von mir ab, weil ich kein sicherer Partner für sie bin - was ich auch verstehen kann! Ein wirklich tragisches Dilemma. Ich vermute nun nach dem Lesen Ihres Artikels dass ich in mir ein tief verankertes Misstrauen Frauen gegenüber habe, weil eben meine Beziehung zu meiner Mutter als erster Frau so "bipolar" war - einerseits stabil im Sinne von versorgtwerden, andererseits war Sie emotional nie richtig erreichbar. Das hält mich nun seit Jahren gefangen in einem hin und her, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt. So ist die Lösung? Nun glaube und hoffe ich, dass eine Lösung darin besteht, mich vom negativen, verhängnisvollen weil immer abhängigen aber nie in echter Beziehung stehenden Bild meiner Beziehung zu meiner Mutter zu lösen. Offenbar ist es so, dass ich dieses Bild als "Gelernte Beziehungserfahrung verinnerlicht habe (do. verstehe ich Ihre Introjekte) und im inneren vernute, dass alle Beziehungen zu Frauen so sein werden. Ich weiß nicht genau wie und hoffe nur, dass es mir gelingt, diese inneren Bilder loswerden. Ich dachte immer, dass ich das selbst für mich lösen muss, aber ich glaube nun, dass ich meine Wut auf meine Mutter, auf die Beziehungserfahrung mit ihr, auf ihren Umgang mit mir, ihr quasi zurückgeben muss, im direkten Kontakt, in der direkten Konfrontation.
    Andererseits beschäftigt mich Ihr Satz sehr: nur die gesunde Liebe zur Mutter legt die Grundlage für die männliche Reife. Wie aber soll ich eine "gesunde liebe" zu ihr entwickeln, wenn ich innerlich voller Wut und Hass auf sie bin? Vielleicht haben Sie dazu einen Hinweis (natürlich kann eine Therapie immer hilfreich sein. Nach vielen Jahren in Therapie und guten Abschluss und der Erkenntnis, dass dennoch manche Dinge immer noch weiterwirken glaube ich jedoch, dass man selbst einen Weg in die direkte Auseinandersetzung suchen sollte. Was meinen Sie dazu / wie schätzen Sie das ein?)

    Noch eine Frage: ich verstehe nicht genau, was Sie damit meinen: "So lassen sich Mutter und geliebte für diese Männer oft nur schwer in einer Person vereinigen". Was ist hier mit "in einer Person" gemeint? Wenn ich eine Geliebte und Ehefrau habe, soll sie ja gerade nicht auch noch Mutter sein. Oder meinen Sie damit, dass man als betroffener Mann in sich vereinigen muss, dass es sowohl Geliebte als auch Mutter geben muss? Aber beides eben getrennt, gefühlsmäßig nicht in einer Person vereint? Oder wie ist das gemeint?

    Jedenfalls nochmals herzlichen Dank und Ihnen alles Gute!
    Thomas

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  35. Lieber Thomas,
    es geht nicht darum der Mutter die Wut entgegen zu schleudern. Es geht darum diese Wut in sich selbst anzunehmen. Die Mutter können wir nicht mehr ändern. Sie ist wie sie war und sie ist was sie ist. Ein sinnloses Unterfangen, das im Zweifel zu noch mehr Wut führt. Wir haben keine Macht über andere Menschen. Wir können bedauern, dass wir nicht die Mutter hatten, die wir gern gehabt hätten. Wir können nur mit uns selbst Frieden machen, auch mit unserer Wut, die berechtig ist. Sie darf sein. Also müssen wir diese Wut in uns bejahen und wenn uns das gelingt werden wir sie nicht mehr anderen antun. Und je mehr wir sie in uns selbst annehmen wird sich in gedunde Trauer verwandeln. Manchmal ist es auch nicht möglich eine "gesunde Liebe" zur Mutter zu empfinden oder herzustellen. Dann ist das so. Was macht es denn besser, wenn der Andere unsere Wut versteht? Es würde uns besser gehen, wenn einmal eine Verantwortungsübernahme kommen würde, wenn die Mutter in Ihrem Falle Einsicht zeigt. Wird sie das tun? Das könnten Sie sich fragen.
    Zu Ihrer zweiten Frage: Nein Ihre Geliebte ist nicht ihre Mutter. Solange ein Mann allerdings den Mutterkonflikt nicht in sich selbst bereinigt hat, muss sie dafür herhalten. Sie soll die gute Mutter, nach der er sich sehnt, ersetzen. Das ist nicht möglich und das ist weder ihre Aufgabe noch ihre Rolle. Die gute Mutter können wir aber für uns selbst werden. Dazu ist Innere Kind Arbeit sehr hilfreich. Abschied von der Mutter, Abschied von den Eltern ist wichtig für die Individuation. Reife, seelische Reife heißt auch Abschied nehmen von den Eltern, die wir gern gehabt hätten und nicht hatten und zu lernen uns selbst zu beeltern. Das ist ein Prozess, den wir am Besten mit professioneller Hilfe schaffen.

    Alles Gute!
    Angelika Wende

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  36. Meine Partnerin und ich sind seit 30 Jahren ein Paar. Wir (66 und 69) kommen gut miteinander aus und sind auch froh einander zu haben. Meine Partnerin hat einen Sohn der mittlerweile 43 Jahre alt ist. Als er vor Jahren rund 5 Jahre verheiratet war, hörte man von ihm kaum etwas. Heute alleine, beruflich engagiert, einen 9 jährigen Sohn aus dieser geschiedenen Ehe, wird er von seiner Mutter meiner Partnerin, umsorgt und betreut. Wäsche bügeln, Behördenwege, Schriftverkehr, ständige Anrufe mit den Ereignissen des Tages. Daraus ergeben sich immer wieder Diskussionen, da das einmal für mich nur gefühlsmäßig einfach nicht stimmig ist. In Familientreffen wird die Mutter und die anderen Anwesenden durch ständiges beschäftigen mit Smart Telefon negiert und bei Widerspruch gibt es seit Neuem den Krieg der Worte der in diktatorischen Verhalten und dem Hinweis auf sein zuhause gipfeln. Was ist das ? Das wird immer schlimmer. Ich will meine Partnerin wegen ihres Sohnes nicht verlieren.

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  37. Liebe Angelika,

    Vielen Dank für diese Antwort! Sie klärt nochmals manches für mich und ordnet es gut ein, das hilft mir - Danke dafür.

    Ihnen alles Gute bei ihrer Arbeit - ich finde die Klarheit Ihres Blogs sehr gut und wohltuend.

    PS: leider steht mein Text nun doppelt auf Ihrem Blog, liegt sicher daran, dass ich das das 1. Mal mache, es mit dem korrekten abschicken Probleme und ich ihn Ihnen daher nochmals geschickt hatte. Tut mir leid, ich hoffe, Sie können Ihn löschen, die Texte sind identisch.

    Herzlichen Gruß, Thomas

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  38. Liebe Angelika,

    Vielen Dank für diese Antwort! Sie klärt nochmals manches für mich und ordnet es gut ein, das hilft mir - Danke dafür.

    Ihnen alles Gute bei ihrer Arbeit - ich finde die Klarheit Ihres Blogs sehr gut und wohltuend.

    PS: leider steht mein Text nun doppelt auf Ihrem Blog, liegt sicher daran, dass ich das das 1. Mal mache, es mit dem korrekten abschicken Probleme und ich ihn Ihnen daher nochmals geschickt hatte. Tut mir leid, ich hoffe, Sie können Ihn löschen, die Texte sind identisch.

    Herzlichen Gruß, Thomas

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  39. Lieber Thomas,

    schön, das ich Ihnen zu mehr Klarheit verhelfen konnte.
    Alles Gute!

    Angelika Wende

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  40. Mutterkomplex steckt voll in mir drin ...Bin 48 j Unds kommen von meiner mutter nicht los. Sie hat damals viel getrunken und hat mich immer zu sich geholt wenn sie streit mit dem Mann hatte.. Ich dürfte sogar bei ihr schlafen,,was mich sehr erregte weil sie halb nackt im Bett lag, Das ich später ihre wäsche anzog was ich bis Heute machen und auch davon nicht los kommen.. ich muss jeden tag an sie denken habe durch sie gr0ße verlust ängste.. Such immer ihre nähe und ihre wäsche..Ich glaube sie ahnt es auch,,aber macht auch nix.. ich weiß nicht mehr weiter

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    1. dann holen sie sich professionelle hilfe.

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    2. Kann ich nicht dafür schäme ich mich zu sehr ,dachte ich würde bei ihnen mehr erfahren und sie könnten mir etwas helfen

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    3. Hallo Anonym, Angelika wird hier keine Heilung praktizieren können, darum rät sie zur prof. Hilfe. Objektiv betrachtet hätten Sie aus meiner Sicht folgende Möglichkeiten : A. die inzestuöse Sehnsucht auszuleben oder es zu versuchen (ist zwar Tabu aber eine Möglichkeit) B. die relative Ablösung zu versuchen, indem sie die Mutter verlagern z.b. auf Prostituierte, die damit Erfahrung haben (auch mit Fetisch) z.b. Dominas.....die wissen oft mehr über ihre Kunden, als diese selbst. C. die beste Lösung : Nähe der Mutter reduzieren und die Emotionen "aushalten", evtl. ältere Partnerin im Netz suchen. Hilfe bieten u.a. die Gruppe E.A. in jedem Fall gilt : SIE sind nicht allein, da gibt's Tausende Töchter und Söhne, denen es ähnlich geht. Sie sollen sich nicht schämen, leben sie aus was sie können, aber wenn es geht, ohne Mutter sondern mit den oben erwähnten Möglichkeiten. Mehr fällt mir gerade nicht ein, viel Glück und tausend Dank an Angelika für die wertvollen Berichte ! lieb gegrüsst

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  41. Ja ich habe 47 j einen Mutterkomplex weil ich bis heute sachen meiner Mutter tragen muss bis heute ,komme davon nicht losweil meine Mutter mir immer wieder BHs und Mieder ins Bad legt wenn sie außer Haus sind ..Mich erregt es auch an meine Mutter zu denken obwohl sie schon über 70 ist ich weiß auch nicht warum das so ist..Wir habe ein gutes verhältnis gehabt bis zur Pubertät da ging nix mehr

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  42. Hallo miteinander, ich bin jetzt 17 Jahre alt, meine Mutter ist gestorben als ich 6 Monate alt war, hat man als so kleinen Säugling schon eine sexuelle Bindung zu seiner Mutter? Da gibts ja diese 3 oder vier Phasen.
    Ich bin seit Neuerem in einer Beziehung.
    Kann es sein, das wenn sie einen Vaterkomplex hat, das wir unsere Komplexe kompensieren könnten?

    Grüße Jakob

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  43. Hallo Jakob, ein Säugling hat keine sexuelle Beziehung zur Mutter.
    Wie kommst du denn darauf?
    Und vielleicht geht Ihr eure Beziehung einfach mit Euren Gefühlen an und nicht mit dem Kopf und irgendwelchen Diagnosen.

    Gruß,
    Angelika

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  44. Hallo Zusammen. Ich glaube das ich mit 45 jahren eine stark ausgeprägten Mutterkomplex zu meine mutter 68 zu haben. Ich komme einfach nicht los von ihr habe auch nur eine Freundin gehabt die meiner Mutter sehr ähnlich war.. Ich muss meine Mutter immer Besuchen wenn sie es verlangt ich kann nicht nein sagen,will ja auch nicht das sie böse auf mich ist.
    Ich bin ja ihr ganzer Stolz sie hat mich wunderbar erzogen und erzählt mit heute noch was ich so alles gemacht habe..Und immer an ihren Rockziepfel gehangen habe wenn ich sie nicht sah muss ich immer geschriehen haben.
    Ich dürfte auch noch lange zu ihr ins Bett weiß nicht ob das normal ist mit 11 oder 12 noch bei der Mutter zu schlafen. Wo ich doch gerade in der Pupertät war.
    Als ich mit 18 Immer noch keine Freundin hatte sagte sie immer ich hätte ja noch sie und es würde eh keine gescheite Frauen geben.Aber solangsam mit 20 wurde es zeit mit einer Frau ,weil es mich erregte wenn sich meine Mutter umzog und ich sie in Unterwäsche sah.
    Sie hat damal auch viel getrunken da war ich 25 und sie wollte dann immer kuscheln mit mir,ich spürte ihren großen busen das wollte ich damals nicht aber sie machte weiter . Ihr Mann fand das auch nicht gut sie hatten deswegen streit. so ging es immer weiter.Und Heute fühle ich mich als Muttersöhnchen.
    Lg Stefan

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    1. Lieber Stefan,

      haben Sie schon darüber nachgedacht sich professionelle Hilfe zu suchen? Könnte das nicht Sinn machen?

      LG Angelika Wende

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  45. Liebe Angelika,sicherlich kommt es hier nicht oft vor das eine Mutter schreibt aber ich habe Ihre Berichte sorgfältig gelesen und habe nun das dringende Bedürfnis über meine Kinder zu schreiben.Ich habe drei Kinder die schon erwachsen und ausser Haus sind.Zwei von ihnen sind bei mir aufgewachsen und der jüngste bei meinem Exmann.Da ich nach der Trennung sehr überfordert war traffen mein Ex und ich die Entscheidung das es erstmal das beste wäre wenn der jüngste bei ihm verbleibt.Im Grunde meines Herzens wollte ich das nie doch ich war damals nicht stark genug,habe viele Jahre Therapie hinter mir als es mir besser ging habe ich alle Hebel in Bewegung gesetzt um auch meinen jüngsten zu mir zu holen was mir mein Ex aber in jeder nur erdenklichen Lage verwährte.Mein jüngster hatte es nicht leicht er war srändig allein musste sich alleine für die schule fertig machen und war oft vor der Xbox mit sich selbst beschäftigt.Wenn er alle 14Tage am WE bei mir war,was am Anfang bestens klappte danach immer weniger und unregelmässiger wurde,meine beiden anderen kindern ihn ablehnten es gab jedesmal heftigen Streit bis hin zu gewalttätigkeiten.Heute denke ich das die beiden großen Angst hatten das er mich ihnen weg nimmt.Damals war ich der Situation nicht Herr.Meine Kinder haben es jedenfalls weit gebracht der grosse hat 2abgeschlossene Ausbildungen lebt in einer festen Beziehung und erscheint mir glücklich auch ist unser Verhältnis gut.Meine Tochter ist dabei ihre 2te Ausbildung abzuschließen lebt ebenfalls in einer festen Beziehung und scheint auch glücklich zu sein auch unser Verhältnis ist gut.Aber mein jüngster macht mir ernste Sorgen.Mit 18 fing er an zu trinken manchmal bis er im KH landete,verlor zweimal auf Grund von Alkohol seinen Führerschein hat eine Freundin nach der anderen und das auch immer nur sehr kurze Zeit und hat in der letzten Zeit immer das Gefühl von innerer leere kann sich nicht lange auf was konzentrieren.Er lebt in einer WG und studiert z.Z.auch er hat eine abgeschlossene Ausbildung und sogar einen Meistertitel.In letzter Zeit haben wir wieder mehr Kontakt zueinander und er erzählt mir viel aus seiner Kindheit das er nie gelobt worden ist nie in den Arm genommen wurde immer niedergemacht wurde ständig kritisiert wurde usw.Er beschäftigt sich viel damit was mit ihm los sein könnte.Letztens sagte er zu mir er hätte einen mutterkomplex worauf ich im Internet dann auf ihre Artikel gestossen bin und was hier so geschrieben wird passt auf ihn.Ich möchte ihm so gerne helfen stehe der Sache aber hilflos gegenüber es tut mir so unendlich leid was er alles durchgemacht hat.Ich hhabe ihm geratenverbleibt eine Therapie zu machen und bin auch für ihn da wenn er sich der Vergangenheit stellen möchte auch wenn es nicht angenehm werden könnte ist mir egal ich möchte nur das er ein glückliches Leben führen kann.Ich bin mir bewusst das ich hätte noch mehr um ihn kämpfen müssen.Aber ich war hilflos das soll keine Entschuldigung sein ich möchte ihn nur verstehen können vielen dank das ich das hier schreiben durfte.

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  46. Liebe Angelika,sicherlich kommt es bei deisem Thema nicht oft vor das sich eine Mutter hier Rat sucht.Ich habe drei erwachsene Kinder die alle schon ausser Haus sind.Die beiden älteren sind nach der Trennung von meinem Exmann bei mir und der jüngste bei meinem Exmann aufgewachsen.Damals war es für mich die bessere Lösung da ich mit der Gesamtsituation völlig überfordert war,habe selber jahrelange Therapien hinter mir.Als ich damals gefestigter war habe ich alle Hebel in Bewegung gesetzt um auch meinen jüngsten zu mir zunehmen da er es bei seinem Vater nicht wirklich gut hat(emotionel)er war sehr sehr oft sich selber überlassen,musste sich selber versorgen,sprich Schule,Schulbrote,abends ins Bett bringen usw.Die erste Zeit klappte es auch mit regelmäßigen treffen,alle 14tage,am Wochenende.Dann wurde es immer weniger mal war er angeblich krank dann hatte er angeblich keine zeit oder verabredungen irgendeine Ausrede meines Ex kam immer.In dieser Zeit aber zog er mit seiner neuen Freundin zusammen die ebenfalls 2 Kinder hatte.Mein jüngster wurde mit ihrem jüngsten in ein Zimmer gesteckt,was ihm angeblich laut seiner Aussage gefallen hat.Heute sagt ver das das nicht gestimmt hätte er das mir aber sagen sollte hätte ihm sein Vater gesagt.Natürlich waren es auch immer Kämpfe mit den beiden großen wenn er alle 14Tage bei mir war.Sie stritten sich aufs heftigste und manchmal kam es auch zu gewaltätigen Auseinandersetzungen.Heute sehe ich das so das die beiden großen eifersüchtig waren und Angst hatten das der kleine mich ihnen vieleicht wegnimmt.Ich liebe alle drei gleich keinen mehr oder weniger,nie hätte ich Unterschiede gemacht aber wie ich schon erwähnte stand ich mancher Situation ohnmächtig gegenüber.Als er 18 wurde hat er viel mit Alkohol zutun gehabt.Er trank manchmal bis zur Besinnungslosigkeit und ist schon einmal mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus gelandet.2 mal hat er wegen Alkohol seinen Führerschein verloren,das heißt aber nicht das er völlig abgerutscht ist.Er hat eine abgeschlossene Ausbildung und seinen Meisterbrief mit Bravor bestanden und in der Tasche.Z.Z.studiert er und wohnt in einer WG.
    Ich habe auch heute noch regelmäßiger Kontakt zu allen dreien nur macht mir mein jüngster im Moment starke Sorgen.Er fühlt sich leer,kann sich nicht lange konzentrieren und erzählte mir letztens das er einen Mutterkomplex hätte.Das hat mich sehr geschockt und ich habe im Internet versucht etwas darüber rauszufinden,da für mich männer mit einem Mutterkomplex immer Männer waren die am Rockzipfel ihrer Mutter hingen egal wie alt sie waren.Doch so erstaunter war ich als ich auf ihrer seite landete.Ich möchte meinem jüngsten so gerne helfen weil mir das alles so sehr leid tut.ich kann die Vergangenheit leider nicht mehr ändern aber ich bin jederzeit dazu bereit mich ihr mit ihm zusammen zustellen egal wie sie für mich auch ausfällt.Jetzt meine Frage dazu mache ich das richtige in dem ich viel mit ihm rede oder sollten wir zusammen eine therapie machen und wo kann man das machen.ich denke auch immer wenn ich ihn besuche und ihm was mitbringe das er denkt ich will ihn kaufen das ist aber nicht mein anliegen ich möchte ihn am liebsten den ganzen tag in den arm nehmen und hin und her wiegen weil uns beiden soviel zeit gemeinsam geraubt wurde.vielen dank das ich das hier mal aussprechen durfte.

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  47. Liebe Anonym,

    danke für Ihre Offenheit. Ich bin sehr froh, dass Sie das hier aussprechen konnten. Wenn Sie mögen, schreiben Sie mir eine Mail unter aw@wende-praxis.de. Vielleicht kann ich Ihnen helfen.
    Liebe Grüße,
    Angelika Wende

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  48. Liebe Angelika,

    ich habe mit großen Interesse Ihren Artikel gelesen. wie es scheint gehöre ich zu den Männern, die aus dem Leid heraus nun den "Blick" zurück und zur Mutter machen. Es ist ein neuer Weg, der unbekannt ist und noch nie von mir gegangen wurde. Das macht unsicher und führt mich an meine Grenzen und in die Tiefe. Ja, ich habe mir auch Hilfe geholt.
    Ich bin 43 Jahre alt, habe zwei Söhne und meine Ehe steht am Scheideweg. Auf diesem Weg hat sich der kleine Junge von damals gemeldet und mir gesagt: "so nicht, du verlässt nicht Deine Söhne, so wie Du damals verlassen wurdest". Nun bin ich voller belastender Spannungszustände. Damals haben sich meine Eltern scheiden lassen und ich war alleine mit einer schwer depressiven Mutter. Habe mit 11 Jahren Verantwortung für meine Mutter übernommen. War nicht mehr in Liebe gebettet, sondern hab diese innerlich abgelehnt. War ja der neue Mann im Haus.
    Nun versuche ich die Mutter-Sohn-Liebe von damals aufzuholen und einen gesunden Abnabelungsprozess zu starten.
    Dazu fahre ich für ein paar Tage zu meiner Mutter und wir haben besprochen viel zu sprechen, zu weinen, zu lachen und mich verwöhnen zu lassen, wie der kleine Junge es damals gewollt hätte.
    Der Weg ist echt hart und ich weis nicht was dabei rauskommt. Aber es wird besser sein, als das was ich gerade erlebe.
    Derzeit bin ich sehr unsicher, aber irgendwie freue mich auch auf die Zeit mit meiner Mutter.
    Es riecht nach ein Stückchen Freiheit am Ende des neuen Weges.
    A.H.

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  49. Liebe Angelika!
    Ich habe mit großem Interesse diese Blog Kommentare bzw. Diskussionen gelesen. Ich bin Mutter eines 30jährige einzigen Sohnes, den ich fast alleine gross gezogen habe und der mein Lebensmittelpunkt War bis zu seinem 16. Lebensjahr. Dann erkrankte ich schwer, lag 10 Monate i Krankenhaus. Während dieser Zeit hatte mein Sohn mich 2 mal besucht,kein Telefonat nichts. Er lehnte jede Unterstützung von seinem Vater und den Grosseltern ab und als ich nach 10 Monaten nach Hause kam, War er völlig verändert, von da an begann er mi h zu hassen, wurde mir gegenüber gewalttätig , nahm Drogen aller Art. Über Jahre brauchte ich zusätzliche he Behandlungen und als er dann mit 20 Jahren im Drogenrausch auf mich los ging, habe ich ihn des Hauses verwiesen.er War auch seinem Vater,der schwer Diabetes erkrankt War, gewalttätig und dann kam sein Vater bei einem Unfall ums Leben. Kurze Zeit danach hatten wir wieder Kontakt zueinander, er heirate und bekam vor 2 1/2 Jahren eine süße kleine Tochter, die einmal pro Woche bei mir War. Seit Anfang Jänner darf i h sie nicht mehr sehen, er übers Hütte mich mit verbalen Hasstiraden und Anschuldigungen gegenüber Aussenstehenden und hat das auch an das Gericht geschrieben, weil er keinen Kontakt mehr zwischen mir und meiner Enkelin wünscht. Was immer ich für ihn gemacht habe, zieht er in den Schmutz.
    Ich wünsche he keiner Mutter so etwas, denn es ist immer leicht Eltern und besonders Müttern Schuld zuzuweisen, ich glaube, dass es für einen Erwachsenen Menschen auch Eigenverantwortlichkeit gibt, mit der man auf seine Kindheit und Jugend zurück schauen sollte.
    Ich weiß, dass er mich tot sehen will um mich los zu sein.

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  50. liebe sonja,

    ich kann ihren schmerz gut verstehen. es tut mir leid für sie und für ihren sohn. vielleicht suchen sie sich hilfe ...

    alles liebe ud gute für sie!
    angelika wende

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  51. Guten Abend!
    Ein super toller Artikel !
    Ich bin in genau der selben Situation !
    Mein (inzwischen) Ex Freund kann sich auch nicht von seiner Mutter lösen, die Frau hat bisher alles an Frauen, was sich in seiner Gegenwart befunden hat, weg gebissen ! Intrigen geknüpft und sich überschwänglich um ihren Sohn gekümmert !
    Wir haben nur Stress wegen seiner Mutter, und sie bestärkt Ihn natürlich in der Sache das ich auch nicht die richtige Frau für ihn bin .
    Das fatale an der Sache ist wir lieben uns über alles !
    Selbst wenn wir auf den Mond ziehen würden , würde sie ihn versuchen wieder runter zu holen oder solange ein schlechtes Gewissen einreden würde das er einknickt !
    Es ist zum Haare ausreissen !
    Sie nutzt jede Gelegenheit um ihn zu kontaktieren ihm ein schlechtes Gewissen zu machen , schliesslich habe sie ja niemanden und müsse immer alles alleine machen ! Obwohl es noch einen Bruder gibt!
    Ich habe wirklich alles versucht aber sie hat es immer wieder geschafft einen kein zwischen uns zu treiben !
    Nun wo wir schon mehrere Wochen getrennt sind , habe ich ihn vor kurzem wieder getroffen !
    Er fühlt dich im recht, und hat es mich spüren lassen, obwohl ich genau weiss das es ihm nicht gut geht ohne mich, als er mich neuerlich erblickte würde er sehr blass !
    Und hat versucht den coolen Mann zu spielen !
    Ich hätte damals auch schon vorgeschlagen eine Therapie zu machen, aber dazu kam es nun nicht !
    Ich liebe ihn sehr und vermisse ihn jeden Tag , aber ich werde nicht bei ihm ankommen um das Gespräch zu suchen !
    Er hat damals diese Entscheidung getroffen , und nun habe ich ihm gesagt das er die Konsequenzen dafür tragen muss !
    Mir geht es damit auch nicht gut, da wir eine ganz enge Bindung zu einander haben !
    Soll ich die Situation nun aus sitzen oder soll ich mir diesen Mann aus dem Kopf schlagen ?????

    Liebe Grüsse

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  52. "Mein (inzwischen) Ex Freund kann sich auch nicht von seiner Mutter lösen" ... Nun, exakt das ist das Problem!

    Keiner kann etwas verhindern, wegbeissen, zerstören,wenn wir es nicht zulassen. It takes two for Tango!

    Sie könnten die Entscheidung treffen, die Ihnen gut tut. Sie könnten sich dazu vorstellen wie Ihr Leben in einem Jahr aussieht, wenn sie so weitermachen und wie es aussieht, wenn Sie einen anderen Weg nehmen.

    Alles Gute!

    Herzlich,
    Angelika Wende

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  53. Wenn ein Client dankbar ist. Lesen Sie ihr Zeugnis... Shole Kakhaz bin ich möchte teilen mein wunderbare Zeugnis darüber, wie ich wieder mein Mann mein Leben zurück, ich will sagen, die Menschen in der Welt gibt es eine echte Zauber Zauberer online und ist kraftvoll und echte, sein Name ist Dr. Akobe Okakagbe Zauberkundiger, er half mir vor kurzem, meine Beziehung mit meinem Mann wieder zu vereinen, die mich geworfen , Wenn ich Dr.herbalist kontaktiert er einen Zauber Liebe für mich und mein Mann sagte, er hat nichts mit mir zu tun wieder rief mich an und begann mich zu betteln. Wer diesen Artikel liest und braucht Hilfe, Dr.Herbalist auch alle Arten von Hilfe wie Reuniting Ehe und Beziehung bieten, Härtung aller Arten von Krankheiten, Gerichtsverfahren, Schwangerschaft Zauber, wir sind jetzt sehr glücklich mit unserem selbst. Herbalist-man machen ihn zu erkennen, wie viel wir lieben und brauchen einander. Dieser Mann ist echt und für good.he kann auch Ihnen helfen, Ihre zerbrochene Beziehung zu beheben. Ich hatte mein Mann zurück! Es war wie ein Wunder! Er wollte plötzlich zur Eheberatung zu gehen, und wir sind sehr, sehr gut, in unserer Liebe life.contact: (herbalisthome01@gmail.com)

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  54. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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  55. Hallo Frau Wende,

    ihr Blog ist sehr hilfreich und sehr informativ für Hilfesuchende.

    Können Sie folgende drei Passagen aus Ihrem Artikel näher erklären? Was meinen Sie genau damit?


    Zitat: "Zwiegesichtig wie die Mutter schwankt der Sohn in seinem Verhältnis zum Weiblichen, er weiß nicht, was es bedeutet männlich zu sein und fühlt sich der Frau unterlegen."

    Weiß der Junge nicht ob er Männlein oder Weiblein ist?

    Zitat. "Der Mann will einerseits mit der Frau verschmelzen, andererseits hält ihn sein Anklammern, sprich die kindliche Verschmelzungssehnsucht, genau da wo er einst als Sohn war – in der unerfüllten Sehnsucht nach sich selbst. In diesem Konstrukt wird die Partnerin gleichzeitig begehrt, gefürchtet und abgelehnt."

    Wie kommt die Partnerin aus diesem Konstrukt wieder heraus ohne vielleicht selbst zu sehr zu leiden und ständig abgewertet zu werden? Wie kann die Partnerin die unbewusste Mutterrolle wieder los werden?


    Zitat: "Um sich aus einem Mutterkomplex abzulösen gibt es nur einen Weg: sich die Beziehung zur Mutter genauer anschauen, auch wenn der Blick in ihre Richtung kein angenehmer Blick ist. Es schmerzt sich einer Vergangenheit zu stellen, die nicht reparabel ist, aber was ist die Alternative? Leid und zwar lebenslang."

    Wenn der Junge seiner negativen Erfahrung mit der Mutter nicht bewusst ist, wie kann er die Wut in sich erkennen? Schließlich existiert für ihn doch kein Problem?


    Vielen Dank und schöne Grüße

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  56. Hallo Frau Wende,

    mit Interesse habe ich Ihren Bericht gelesen,

    Ich habe einemn mitllerweile 36-jährigen Sohn, den ich nach meiner Scheidung, da war er 10 Jahre, allein erzogen habe. Das war nicht leicht für mich. Da ich ständig finanzielle Sorgen, trotz Teil- und späterer Berufstätigkeit hatte, da der Vater keinen Unterhalt gezahlt hat. Ich habe mir Mühe gegeben, minem Sohn eine gute Mutter zu sein. Mein Sohn hat sehr unter der Trennung gelitten, da er trotz allem sehr an seinem Vater hing . Trotz allem hat er nach vielen Schwierigkeiten sein Abitur gemacht und einen Uniabschluß.Er hat seit der Bundeswehrzeit nicht mehr bei mir gewohnt. Unser Verhältnis war immer ziemlich angespannt, was aich nach der räumlichen Trennung etwas gebessrt hat. Ich habe ihn immer sehr vermißt und habe mir gedacht, daß es so besser ist,damit er kein "Muttersöhnchen" wird. Auch war eranschließend 5 Jahre im Ausland. Ich war durchgängig bis vor kurzem (64 Jahre)berufstätig und seit diesem Monat krankheitsbedingt pensioniert worden. Wir haben während der ganzen Jahre immer Kontakt gehabt. Mein Sohn sagte mir immer, daß es ihm schlecht geht, auch wegen mir. Ich hatte ihm mehrfach geraten eine Therapie zu machen, was er aber bis dato ablehnt. Unser Verhältnis wurde immer schlechter. Er fühlte sich offensichtlich sehr bedrängt, weil ich mich per Mail oder persönlich über seine emotionale Distanz und sein Desinterresse an mir beschwert habe. Bei meinem letzten Besuch Ende Januar wurde dies sehr deutlich. Er erzählte nur von sich, sobald ich etwas von mir erzählte wurde dies als "Jammern" abgetan.Zudem hat er Besuch von einer neuen Freundin aus Asien erhalten, mit der auch in seiner Heimatstadt, in der ich auch wohne, besuchen wollte. Ich hatte vorgeschlagen, daß wir uns kurz unverbindlich treffen könnten, was er aber vehement ablehnte. Nach meinem Besuch habe ich per Skype noch einen Dank für den "sehr netten" Besuch erhalten. Das wars. Daraufhin habe ich ihm vor einigen Tagen nochmals eine Mail geschrieben und mich dazu geäußert. Darauf habe ich eine bitterböse Haßmail erhalten,in der ich als "toxischen Charakter" mit "egomanischen Ausfällen" titulierte. Weiterhin beschuldigte er mich unter anderem,daß ich kein Interessean seinen Problemen habe und an seinen gescheiterten Beziehungen schuld sei und keinen weiteren Kontakt mit mir wünsche... Ich bin aufgrund dieser mir entgegengebrachten Wut so schockiert, daß ich mir professionelle Hilfe suchen werde.... Ist es daß, was sie mit "Wut gegen die Mutter" meinten ??.. Im Moment bin ich verständlicherweise sehr verletzt und ebenfalls wütend. Ich habe leider auch niemanden mit dem ich darüber reden kann und weiß nicht wie ich mich verhalten soll...Habe ich später trotz allem noch eine Chance Kontakt mit meinem Sohn zu haben oder wars das? . Für ein kurzes Statement wäre ich sehr dankbar.

    Vielen Dank und schöne Grüße

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  57. Es ist sinnvoll und richtig, dass Sie sich professionelle Hilfe suchen. Bitte verstehen Sie, dass ich mich hier nicht äußern kann, denn dies ist nicht der passende Rahmen. Wenn Sie reden möchten, können Sie sich selbstverständlich gerne an mich wenden.
    Hier der Kontakt zu meiner Praxis: http://www.wende-praxis.de/

    Herzliche Grüße,
    Angelika Wende

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  58. Hallo Frau Wende,
    mein Freund will mich mal an seiner Seite haben und mal ignoriert er mich und respektiert mich nicht. Jedes mal habe ich ihm vergeben, denn es war mir bewusst das Probleme mit seiner Mutter vorhanden sind. Jedoch habe ich schnell gemerkt das umso mehr ich versuche ihm zu helfen, vorallem bei seiner Alkohol und Drogen sucht (die wegen seiner Mutter sogar verstärkt wurde) merke ich das ich mich selber vergesse. Es ist zu einem Punkt gekommen wo ich kaum noch ein Selbstwertgefühl habe und auch allgemein nicht mehr so Selbstbewusst bin. Ich möchte ihm trotzdem helfen. Was kann ich tun ? Auch wenn ich ihn loslasse, wie kann man sich von dieser Person abbinden der man eigentlich helfen möchte ?
    LG

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  59. Hallo,
    haben sie schon einmal darüber nachgedacht, wie es Ihnen mit dem Helfen geht?

    Wenn Sie mögen, lesen sie hierzu meinen aktuellen Artikel über die Enstehung von Co-abhängigkeit.

    Es macht Sinn, dass Sie sich Hilfe suchen.

    LG

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  60. Bei allem, was Ihr so schreibt geht es nur um eines. Liebe, die man nie hat erfahren dürfen. Daran wird alles andere gemessen. Auch die Frauen. Ist natürlich zum scheitern verurteilt. Man sucht verzweifelt auch bei der eigenen Frau die Liebe der Mutter!
    Natürlich geht das nie gut. Ich bin heute 62 Jahre alt, habe mein Leben gefunden. Meine Mutter lebt noch mit 92 Jahren. Ich versuche sie nicht zu hassen. Sie hat mein ganzes Leben versucht mich zu zerstören. Es ist ihr nicht gelungen und jetzt habe ich den Kontakt total abgebrochen. Sie interessiert mich absolut nicht mehr. Ich mache viele Behandlungen vür viele Menschen. Ich habe noch keinen gefunden, der von der Mutter und dem Vater so verachtet worden ist, wie ich es erlebt habe. Auch damit kommt man zurecht! Ich habe es gefunden. Dafür bin ich sehr dankbar.
    Alles Liebe Peter

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  61. Ich habe Ihren Artikel gelesen und sehe mich als genau den Typus an. Ich bin das 5. von 7 Kindern meiner Mutter. Meine Kindheit war von der Sehsucht danach geprägt, von meiner Mutter geliebt zu werden. Doch leider erfolglos, außer wenn sie mich dafür benutzte, gegen meinen Vater aufzutreten, aber ich merkte, es war nicht echt. Ich tappte in diese Falle und mein Vater hasste mich dafür, wahrscheinlich auch in Eifersucht. Mit der Pubertät wurde es besonders schlimm. Zu der fehlenden Mutterliebe gesellte sich zudem noch ein subtiler Männerhass meiner Mutter, der sich nun auch gegen mich richtete: "Du bist wie dein Vater".
    Männer sind für meine Mutter ein penetrierendes Etwas, das seine Triebe nicht unter Kontrolle halten kann. Tatsächlich wirke ich auf andere im kompletten Gegenteil; Viel zu lieb, verständnisvoll, aber auf die selbstverachtende Weise.
    Als meine Lebensgefährtin sich von mir trennte, blieb ich mit 3 Kindern zurück, bin alleinerziehend und mehr Mutter als Vater. Das war Anlass für meine Mutter, mich ja zwangsabzunabeln, denn ich passte wohl nicht in Ihre Männerschublade. Das tat wirklich weh, vor allem die Ablehnung ihrer Enkel. Doch ich sehne mich heute noch nach der Liebe meiner Mutter und auf Hassgefühle folgt ein schlechtes Gewissen.
    Umso mehr ich für meine Mutter machte,viel mehr als die anderen Geschwister, desto mehr hat sie mich verachtet, obgleich sie Hilfe erwartete. Es war ein Teufelskreislauf.
    Schockierend war für mich die Offenbarung, dass Mutter mich als Säugling töten wollte und das aber in einem selbstherrlichen Tonfall: Dein Leben lag in meiner Hand, du kannst froh sein.
    Mein Vater rettete mir damals das Leben, und schlug mit einem Beil die verschlossene Tür ein, um mich aus der mit Gas beströmten Backröhre zu befreien. Der Vorfall wurde von ihm bestätigt.
    Die Sehnsucht zu Mutter ist geblieben, hat meine Beziehungen zu Frauen schwer gestört und ich bin heute nicht mehr in der Lage, mich einer Frau anzuvertrauen/ bin mittlerweile auch sexuell ihnen gegenüber gehemmt. Einige Frauen wollten mich kennenlernen, ließen sogar sehr schwer von mir ab, doch ich kann nicht,denn ich habe Angst mich zu verlieben.
    Ich erziehe meine 3 Mädchen und habe große Befürchtungen, diese aufgrund ihres Geschlechts als das "Schlechtere" zu belasten. Ich bin dauerhaft depressiv und i-wie nicht ich selbst.
    Ich weiß wie es falsch läuft und verbiege mich von früh bis spät. Der Kopf ist im Krieg mit dem Herzen.
    Danke für den Artikel, Frau Wende!

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  62. Wenn Sie wissen, dass Sie sich verbiegen, warum suchen Sie sich keine Hilfe um das künftig nicht mehr zu tun?

    Herzliche Grüße
    Angelika Wende

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  63. Ich bin seit 18 Jahren mit einem Mann zusammen, bei dem mir direkt am Anfang die Beziehung zu seiner Mutter komisch vorkam. Wir waren 7 Jahre sehr glücklich miteinander, auch sexuell. Von einem auf den anderen Tag konnte mein Partner nicht mehr mit mir schlafen. Diese Situation haben wir seit 11 Jahren. 11 Jahre in denen das Thema von seiner Seite aus totgeschwiegen wird. All meine Versuche, darüber zu reden, was passiert ist und warum er nicht mehr mit mir schlafen kann, scheiterten. Indirekt gab er mir dafür auch noch die Schuld. Es war damals so, als wenn seine Mutter das instinktiv gespürt hat, dass sich zwischen uns etwas verändert hat. Sie fragte ihn noch mehr über uns aus, als sie es vorher schon getan hatte. Ich wollte das nicht und sagte es auch. Die Distanz zwischen uns wurde immer größer. Die Mutter ist noch nicht einmal liebevoll , oder fürsorglich zu "ihrem Kind" wie sie ihn bis heute mit 51 Jahren immer noch nennt, sondern eher kühl und sie manipuliert ihn eigentlich nur. Funktioniert er nicht so, wie sie es sich vorstellt, übt sie massiven Druck auf ihn aus und wird böse. Er benimmt sich wie ein Kind, auch in unserer Beziehung wird er immer "kindischer", übernimmt keinerlei Verantwortung. Ich bin in diesen 11 Jahren von einem fröhlichen Menschen zu einem frustrierten und unglücklichen Menschen geworden und habe mich jetzt entschlossen mich zu trennen. Es fällt mir emotional und auch finanziell sehr schwer, aber diese Beziehung macht mich kaputt. Mein Partner nahm auch das völlig gefühllos hin und ist zu keiner Äußerung, oder Lösung in der Lage. Er hat keine Empathie für andere Menschen und ich glaube, er fühlt sich selbst auch nicht. Er kämpft auch nicht um mich, oder um unser gemeinsames Leben. Seine Mutter rückt in dieser Zeit noch näher an ihn heran, ich zähle für sie nicht mehr, meine Kinder auch nicht. Das alles macht mich sehr traurig. Meine Psychologin, die mich sehr unterstützt in dieser Zeit, erklärte mir das so, dass es sich um einen ödipalen Komplex zwischen Mutter und Sohn handelt. Ich habe sehr viel darüber gelesen und fand es sehr schlüssig mit den Verhaltensweisen. Über diese bzw. eine Erklärung war ich sehr erleichtert, es half mir, ich fühlte nicht mehr diese Schuld. Ich habe vor einiger Zeit meinem Partner dazu gedrängt einen Psychologen aufzusuchen und sich Hilfe zu holen und es auch als letzte Chance für uns dargestellt. Ich weiß natürlich, dass das freiwillig geschehen muss....Er war 2x da und bekam die gleiche Erklärung, die mir zuvor meine Psychologin auch gegeben hatte. Daraufhin ist er nicht mehr hingegangen, weil der Psychologe ja ein Spinner war. Ich bin sehr wütend und traurig und fühle mich hilflos. Jeder kann sich nur selber helfen! Das ist manchmal schmerzhaft.
    Vielen Dank für den Beitrag und die Kommentare die ich ebenfalls mit Interesse gelesen habe.

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  64. Hallo, Ihr Artikel wirkt auf mich sehr beruhigend. Vielleicht auch deswegen, weil ich selbst mit meinem inneren Kind gearbeitet habe.
    Mein Freund war das dritte von drei Kindern. Der Vater war selbstständig-nie zuhause. Die Mutter, vormittags im Familienbetrieb, nachmittags in einer anderen Firma am arbeiten, zur Abwechslung. Mein Freund war unter der Woche schon als Kleinkind bei Oma, obwohl das Elternhaus nur 300 Meter entfernt war. Die Mutter, eine fürsorgliche, redselige, ja sogar lustige Frau, jedoch sehr kühl, eher kaltherzig. Emotional nicht erreichbar. Themen die das Herz berühren oder die eigenen Befindlichkeiten beschreiben, werden unter den Tisch gekehrt. Keine Umarmungen, nichts herzliches. Es geht nur um Leistung.

    Mein Freund hat mit 25 Jahren eine 8 Jahre ältere Frau kennen gelernt, die sehr viel Ähnlichkeit mit der Mutter hatte. Hat alles für ihn gemacht, Haushalt, Kochen, Besorgungen, er brauchte für nichts Verantwortung übernehmen, sie führte Listen wann wo wie viel Geld ausgegeben wurde.

    Dann wurde er Depressiv. Nahm einen Giftcocktail an Tabletten. Sie schaute zu. Er kam beruflich sehr weit. Verdiente mal gutes Geld. Die Exfrau baute 10 Jahre am Haus um, alle paar Monate ein anderer Handwerker. Er flüchtete in die Arbeit und in Alkohol. Wie sie fertig war mit Haus umbauen, wurde sie auf ihr reales Leben zurück geführt und verlies ihn. Blieben in Kontakt, denn sie bügelte weiterhin seine Wäsche.

    Dann kam ich. Nach zwei Monaten wollte ich die Beziehung beenden, er nahm nur, interessierte sich kaum für mich, stellte mir keine Fragen über mich, eben nicht so wie wenn man frisch verliebt ist. Nach diesem Gespräch kam einiges ins Rollen. Ich ging zu einem Angehörigentherapeuten und erkundigte mich über Burnout/Depression, lies seine Tabletten checken.

    Ich konnte ihn dazu motivieren etwas zu tun. Es geht auch ohne Tabletten, mit mehr Liebe und Leben.

    Umso mehr die Tabletten reduziert wurden, umso mehr wurde er zum Biest. Ich war plötzlich an allem Schuld, wenn ich meine Befindlichkeiten äußerte, bekam ich zur Antwort, ich kann es dir auch nicht recht machen. Ach, darf ich das jetzt auch nicht. Eben ziemlich kindliche Antworten, wo ich mir dachte, he ich hab das doch gar nicht so gesagt. Also, ich habe mir da selbst ziemlich viel Schuld einreden und mich verwirren lassen. Er hat mir das Wort im Mund umgedreht. Wenn ich ihm beim Lügen erwischte, ich sagte, das zerstört mein Vertrauen zu dir. Bekam ich als Antwort, du zerstörst das Vertrauen.

    Naja, das alles gehört zur Vergangenheit an. Denn er hat sich auf den Weg gemacht. Mittlerweile erkenne ich ihn gar nicht mehr. Vom Biest zu einem aufmerksamen, genießenden, liebevollen Menschen.

    Die Exrau spielt immer wieder eine Rolle. Dieses Muster löst er gerade auf. Sie weiß, was sie machen muss um seine Aufmerksamkeit zu erhalten. Nur wird er gerade Erwachsen, übernimmt Verantwortung, löst die Schuldgefühle ihr gegenüber auf.
    Meine Meinung ist, er hat seine Exfrau idealisiert, sie als Mutterersatz/Scheinsicherheit gesehen. Es hat lange gebraucht, bis er dafür offen war, den Blick zu verändern.
    Manchmal bin ich so wütend auf diese Exfrau, einfach weil sie es immer wieder mit fadenscheinigen und manipulierenden Aktionen versucht, ihn wieder da hin zurück zu bekommen, wo er mal war. Manchmal kann ich es schon mit Humor nehmen und wir reden ganz offen darüber.

    Was ich mit dieser Geschichte eigentlich sagen wollte, es geht wirklich. Man kann diese Mutter Sohn Verstrickung lösen. Aber man braucht viel Geduld und darf sich dafür öffnen bzw. als Frau darauf achten, dass man nicht unbewusst selbst in dieser Ersatzmutterrolle landet. Denn da war ich definitiv eine Zeitlang.

    PS: die Tabletten sind nach 12 Jahren Einnahme komplett weg.

    Habt den Mut mutig zu sein, auch er ist in euch.

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